Da weist für mich aber auch gar nichts drauf hin. Und wenn wären das dann wohl Kinder zwischen 12 und 16, und dafür wäre das Budget mit 180Mio US$ viel zu hoch.
Ich hatte vorher noch keinen Tron Teil gesehen, und war wie viele andere im Saal hauptsächlich da, weil das halt der Film war, mit dem der neue IMAX 3D Saal in der Stadt eingeführt wurde. Dank diesem Gimmick und des allgemeinen Styles (Bild+Ton) war der Film erträglich. Die Story ist einfach nur austauschbar und unlogisch. Wiederschauwert = 0.
Bis auf die Schlussfolgerung mit dem Kinderfilm gehe ich aber mit deiner Kritik mit, nur das das mit ähnlicher Argumentation zu 2,5/10 weniger geführt hat.
House of Dynamite
Dann als Ausgleichsprogramm House of Dynamite, ohne herausragende Schauwerte, aber dafür mit einer Handlung, bei der man mitfiebern und debattieren kann, kein klares Gut und Böse, viel Menschlichkeit wo idealerweise ausschließlich Rationalität herrschen sollte, …
Ich würde es ja gern mit Zero Dark Thirty vergleichen, aber das ist einfach zu lange her, dass ich den geschaut hab (und damals für gut befunden hab).
Das nenne ich mal einen Festival “Planer” der das Wort PLANEN verdient. Das sieht ja fast mehr nach Arbeit aus, als nach Vergnügen, welches ich Dir aber natürlich wünsche. Freue mich auf Deinen Bericht über vielleicht entdeckte Perlen, die dann nächstes Jahr (vielleicht) auf dem FFF laufen werden.
War ja kaum anders zu erwarten. Aber so richtig lachen kann ich trotzdem nicht, weil TRON (1982) für mich DAMALS ein Meilenstein im Kino war. Man muss das verstehen : Es gab noch kein Internet, selbst der Begriff “Cyberspace” sollte erst noch von William Gibson erfunden werden. Ich war gerade mal 15 Jahre jung und hatte einen 8bit “Heimcomputer” auf dem die ersten richtig geilen Computerspiele (In Farbe!!!) liefen. Und plötzlich kommt da jemand mit dem feuchten Traum jedes Computernerds um die Ecke, und in den Arcades konnte man dann sogar irgendwann das eigentlich nur für den Film erfundene Spiel “light cycle” wirklich spielen. Es war so abgefahren. Natürlich wirkt der 1982er Film aus heutiger Sicht genau so verstaubt und altbacken wie ein Commodore-64, aber kritisieren werde ich TRON nicht, dafür war ich als Teenager einfach zu sehr Fan von Film, Games und der Vorstellung einer KI und dem “abtauchen” in die Geheimnisse eines elektronischen Labyrinths. Ich glaube nicht das ich mir ARES im Kino ansehen werde, aber irgendwann zu Hause auf dem Riesenschirm ganz bestimmt.
Das war nicht ganz ernst gemeint, lediglich als hilfreiche Perspektive fürs schmerzfreie Betrachten. Und ich habe tatsächlich noch nie so viel Spielzeugwerbung in einer 21 Uhr Vorstellung gesehen.
Wenn Du Dir diesbezüglich Dein jugendliches Gemüt bewahrt hast, empfehle ich unbedingt eine Sichtung in 3D und Dolby irgendwas, zu Hause ist das garantiert ein anderer, deutlich schlechterer Film!
Zwei Filme heute nachmittag - Zuerst seziert Kathryn Bigelow auf präzise beklemmende Art das realistisch-atemstockenlassende Procedere der ersten achtzehn Minuten des Weltuntergangs, und macht in „A House Of Dynamite“ das Unvorstellbare zwar nicht begreifbar, aber doch verstehbar… und danach dann noch die Fünftsichtung von „In die Sonne schauen“, also von einem Film, der das Unzeigbare auf unnachahmliche Art und Weise nachfühlbar werden lässt. Und, um mich abermals selbst zu zitieren:
Joa, was soll ich schreiben? Der Bigelow Armaggedon-Auftakt war um 17:50 Uhr vorbei, bzw. ich da aus dem Kino raus, und fünf Minuten später an der Bushaltestelle, wo dann auch gleich der Bus kam, und mich mitnahm zum Bahnhof Feldstraße. An dem ich gerade noch so eben die U-Bahn zur Sternschanze erwischte, wo ich dann um 18:05 Uhr mich pünktlich im Kino einfand. Damn… smoother than a newborn’s skin! Genaueres zu den beiden heute gesehenen Streifen dann im Laufe des morgigen Sonntags. Jetzt geh’ ich erstmal was essen, und danach vielleicht noch ein wenig „Ghost of Yōtei“ spielen. Wer die Möglichkeit hat, „A House Of Dynamite“ in einem Kino sehen zu können, welches nicht so wie im Falle von @Herr_Kees die Grösse eines besseren Schuhkartons hat, sollte sich die Chance jedenfalls nicht entgehen lassen - but better brace yourselves for the most intense and nerve-wracking 112 minutes of this year in movies!
Ich wollte das EM 3 nicht dissen, eine Schuhschachtel würde ich es nicht nennen, eher ein kuscheliges Clubkino. Habe hier seinerzeit MIDSOMMAR geschaut, aber von der Ratio Sitz/Leinwandabstand ist es schon nah am Heimkino dran. Nur der Sound ist besser. Freue mich schon auf HOUSE OF DYNAMITE.
Nachtrag zu TRON: ARES. Superlustiger Verriss von Mark Kermode („Like being shouted to sleep!“), der ab Minute 7 eine hochinteressante Parallele zu AMERICAN PSYCHO zieht.
Hier noch zwei Trailer zu up-and-coming (more or less) genre movies, die vor dem gestrigen screening von Kathryn Bigelows „A House Of Dynamite“ liefen, und vielleicht für die Eine oder den Anderen interessant sein könnten. Zuerst das Hollywood-Debüt des polnischen Regisseurs Jan Komasa, der anno 2011 ja auch mit seinem Film „Suicide Room“ auf dem damaligen FFF zu Gasrt war, starring Diane Lane, Kyle Chandler, Zoey Deutch, McKenna Grace und Phoebe Dynevor. In der BRD wird der Streifen wohl unter dem Titel „The Change“ vermarktet (wie im Film das Buch heisst, welches Dynevors Ultra Right Movement-Filmfigur geschrieben hat).
Und dann Sandra Hüller in ihrem Hollywood mainstream movie-Debüt, der Literatur-Verfilmung / Buch-Adaption von Andy Weirs 2021 erschienenem First Contact-/ Ökozid-Science Fiction-Roman „Project Hail Mary“, in der sie neben Ryan Gosling, Milana Vayntrub und Ken Leung spielt. Der Film soll Ende März 2026 in die Kinos kommen.
Plus, and just to save the best for last, ein neuer Film vom Sam Raimi, mit Rachel McAdams und Dylan O’Brien, als einander nicht ausstehen könnenden Arbeitskolleg:Innen, die nach einem Flugzeug-Absturz auf einer einsamen Insel stranden, und dort zwecks Überlebens aufeinander angewiesen sind. Wobei sich die Machtverhältnisse zwischen dem verächtlich-arroganten Vorgesetzten und der scheuen arbeitsamen Untergebenen in ihr blutig-absurdes Gegenteil verkehren. Sieht aus wie „„Castaway“ goes darkly satirical splatter psycho duel to the death“. I like - Im Kino Ihres Vertrauens ab dem / nur am 30. Jänner nächsten Jahres.
Oha - Recht zwiegespaltene Ansichten zum neuesten Guillermo Del Toro… Wie zu erwarten war, zerreisst Wolfgang „Wolle“ M. Schmitt den Streifen mal eben so in der Luft. Zitat: „Es ist ein entsetzlicher Film, wieder zweieinhalb Stunde lang seelenloses Ausstattungs-Kino. Guillermo Del Toro ist der Harald Glööckler unter den Film-Regisseuren.“ Etwas gnädiger ausgefallen, wiewohl aber stellenweise auch in dieselbe Richtung weisend, ist dafür dann das review auf critic. Oscar Isaac wird zwar „ziemlich jenseitig[es] [C]hargieren“ unterstellt, und Del Toro eine „in steriler Schönheit sterbende Dioramenästhetik“ und „kindlicher Enthusiasmus“, ja sogar die „vorbehaltlose Umarmung von vermeintlich hoffnungslos abgedroschenen Kitsch“ attestiert. Dennoch wird hier einzelnen Szenen und Motiven durchaus auch eine gelungene Inszenierung zugestanden. So sehr ich selbst Del Toro auch in den Nullerjahren geschätzt und gemocht habe - nach seinem Opus Magnum „El laberinto del fauno“ hat er mich dann weitgehend verloren. Den einzigen Film, den ich seitdem von ihm gesehen habe, nämlich die „Creature From The Black Lagoon“-Hommage „The Shape Of Water“, empfand ich als eher langatmig missglückt, und reichlich bemüht nichtssagend. Werde mir dann also auch diesen hier wohl klemmen.
„Das Schlimmste sind die Innenräume. Durch jedes Fenster scheint honiggelb die Sonne hinein, Alles ist so schön gülden dann und die Gesichter, die strahlen. Jedes Zimmer wirkt museal. Eigentlich scheint hier niemand zu leben, man betritt eher überdimensionierte Vitrinen. Es ist einfach nur ermüdend. Kein Freiraum wird den Schauspielern gelassen. Man weiss nicht, ist das die Lindt-Werbung für den Weihnachtsmann oder der Magnum-spot für ein neues Eis.“
(Wolfgang M. Schmitt, youtube-Video auf dem „Filmanalyse“-Kanal)
Dann schließe ich mich doch gleich mal der Influencerprominenz mit meiner bescheidenen Meinung an.
GUILLERMO DEL TORO’S FRANKENSTEIN
Für mich sowohl die Erwartung und gleichzeitig die Enttäuschung des Jahres – so ziemlich die langweiligste Adaption des Stoffes, die ich bisher gesehen habe, in Ehrfurcht erstarrt und mit inszenatorischen Mängeln. Darüber hinaus mit einem komplett misslungenen Monster-Makeup.
THE SHROUDS
Trauerbewältigung à la Cronenberg: Eine schöne Grundidee, die leider von zu vielen Nebensträngen zerfasert wird.
GRAND THEFT HAMLET
Kann man ein Shakespearestück in der Welt von Grand Theft Auto aufführen, ohne alle paar Minuten erschossen zu werden?
HELDIN
Meine persönliche Überraschung des Jahres: Der Alltag einer Krankenschwester als beunruhigender, nervöser Real Life-Thriller. Nach DAS LEHRERZIMMER schon der zweite semidokumentarische Hit für/mit Leonie Benesch.
Joa, „Heldin“ hab’ ich leider sowohl damals im Kino verpasst, als auch kürzlich bei amazon prime, wo’s ihn wohl mal ‚ne Zeitlang für schlappe 99 Oiro-Cent auszuleihen gab. Mal schau’n, vielleicht demnächst dann als physische Filmkonserve. Tät‘ mich aber auch sehr interessieren.
Das lohnt sich ja meistens. Und in dem Fall wirst Du als Vampirfan sicherlich irgendetwas Sehenswertes an Bessons DRACULA entdecken.
Ich habe ihn zwar noch nicht gesehen und werde nach den letzten Besson-Enttäuschungen auch keinen müden Cent dafür springen lassen, erwarte aber so ziemlich genau das, was Kollege Wortvogel hier geschrieben hat:
Unser Reviewkönig @Leimbacher-Mario hat sich auch schon dazu geäußert:
Da es ja keinen eigenen thread für die diesjährigen Festivitäten in Sitges gibt, und vonseiten @todaystomorrow 's auch noch Funkstille herrscht, hier der allerneueste, von mir selbst noch ungehörte „Projektionen“-Podcast - Gute 70 Minuten mit Prof. Dr. Marcus Stiglegger, der in diesem Jahr auch Mitglied der (einer?) Jury dort vor Ort war, und Benjamin Johann. Die Beiden unterhalten sich (voraussichtlich) über filmische Neu- und / oder Wieder-Entdeckungen, wieso, weshalb, warum Stiglegger in die Jury berufen wurde, und aktuelle Entwicklungen, Tendenzen und Richtungen des und im zeitgenössischen und aktuellen Genrekino(s). Viel Spass dabei!
Ich würde da - wie oft - mit @Herr_Kees d’accord gehen: Sich eine eigene Meinung zu bilden, zumal dann, wenn mensch wie Du, sowohl mit dem Ausgangs-Material als auch mit den am Film Beteiligten was anfangen kannst, und darüber hinaus Du ja bekanntermaßen sowieso auch noch ein Herz eine Halsschlagader für Vampirfilme hast, lohnt sich so gut wie immer…
..und, steile These: So sehr ich selbst auch „June And John“ im Mai erst verdammt habe: Ich wage mal zu behaupten, dass Bessons „Dracula“-Adaption nicht schlechter werden kann, und sein dürfte, als Robert Eggers IHMO völlig vergeigte Nekrophilen-Schmonzette „Nosferatu“.