Hmm, ich bin spät dran (dummes Arbeiten, dummes
) und sag darum mal zur aktuellen Diskussion nix Explizites, nur eben mein Frankfurt-Fazit: Das neue Kino ist toll – sowas wie der Pizza-Bestellservice ist wirklich eine tolle Idee und zeigt, dass man sich dort wirklich Mühe gibt. Ganz im Gegensatz zum bösen, hoffentlich bald vergessenen Metropolis. Das neue Publikum ist dagegen teilweise ganz schön scheiße – einen Großteil der diesmaligen DK-Besitzer habe ich noch nie vorher gesehen, aber ihr dauerndes Gelaber und auf-dem-Handy-rumfummeln-während-des-Films werde ich nicht so schnell vergessen. Die Filmauswahl diesmal hat mich sehr gespalten – den Samstag fand ich fast schon katastrophal, der Sonntag war hingegen fast ausnahmslos klasse.
Im Einzelnen (Details bitte ggf. in meinen Reviews nachlesen):
CONTROL - 5/10
Fernseh-Krimi, wie man sie kennt. Extreme “Männer-Perspektive”. Extrem viel überfüssiges “Wir streiten jetzt mal / wir ficken jetzt mal” = “Wir vergessen die eigentliche Story jetzt mal”. Viel zu lang und zwischenzeitlich komplett spannungsbefreit, dazu konstruiert wie Hulle.
HAGAZUSSA - 7/10
Schwer, anstrengend, teils arg langweilend. Aber stilistisch absolut herausragend und nun wirklich etwas ganz Besonderes. Das sieht man nicht bei Netflix. Oder wenn doch, wirkt es nicht halb so sehr. Genau solche Filme gehören aufs FFF, gerne 10 x mehr – auch, wenn ich mich teils sehr schwer getan habe. Aber für normalen Scheiß muss man ja nun wirklich nicht aufs Festival gehen.
THE STRANGERS 2 – 5,5/10
Tja, normaler Scheiß halt. Wäre schon vor 20 Jahren nicht weiter interessant gewesen.
BRAWL IN CELL BLOCK 99 – 6/10
Nett hart, aber größtenteils zum Schreien dämlich bis peinlich. Wäre ich kein Gore-Fan. wären das hier maximal 3 Punkte gewesen. Aber so viel Brachialität muss man schon irgendwo würdigen. Extra-Abzug für den seltsamen US-Patriotismus.
PYEWACKET – 6/10
Weder Fisch noch Fleisch, weder Horror noch Coming-of-Age. Interessantes Set-up, krasses Ende. Zwischendurch schon fesselnd, aber genau so oft auch schwer nervend. Es sei denn, man steht auf Mutter-Tochter-Streitereien. Horror-Potential nicht ausgeschöpft.
DOWNRANGE – 3/10
Gülle, Gülle, Gülle – ganz, wie befürchtet. Paar schicke Gore-Effekte, sonst aber genau gar nichts. Absolutes Lowlight.
THE CURED – 7/10
Nicht immer einfacher, aber hochinteressanter, nahegehender und gegen Ende auch körperlich harter Endzeit-/Zombie-Horror. Einer der spannendsten Vertreter seines Genres seit Jahren, mit tollen Schauspielern und viel politischer Message zwischen den Zeilen.
ISLE OF DOGS – 8/10
Wuff! Muss man einfach liebhaben.
REVENGE - 7,5/10
Großartig albern, sehr stylisch und hübsch hart: Kann man natürlich nicht eine Sekunde ernst nehmen, aber kann man 90 Minuten viel Spaß mit haben. Dumm und smart in einem 
RUIN ME – 6,5/10
Slasher-Verwirrspiel, das zwar weder über besonders gute Darsteller noch über irgendwelche extravaganten Momente verfügt, aber einen bis zuletzt bei der Stange hält. Ob man die Auflösung jetzt besonders clever findet oder nicht, ist eine andere Frage – aber man konnte sie so zumindest nicht vorhersehen und blieb gespannt, worauf das Ganze nun hinausläuft. Aufgrund negativer Kritiken war ich darum insgesamt sehr positiv überrascht.
Insgesamt filmtechnisch ein mittelmäßiges Festival. Aber wer ehrlich ist, weiß auch, dass der Markt nicht unbedingt so viel mehr hergibt. Jedenfalls nicht an ernsthaften Alternativen. Was in Sitges läuft, läuft auch beim FFF – halt aufgeteilt auf ca. drei Festivals statt in einem, aber das FFF gibt es ja auch drei mal pro Jahr
Und was die dollen Asia-Filme angeht: Ich bin jedes Jahr auf mindestens drei reinen Asia-Festivals. Zeug, das wir sehen wollen, lässt sich INSGESAMT an einer Hand abzählen. So extrem viel gibt es einfach nicht, das Rosebud verpasst bzw. auslässt. Es sei denn, man will halt einfach nur puren Splatter sehen. Aber dafür war das FFF ja nun mal noch NIE die richtige Adresse.