FFN 2024 - Fantasy Filmfest Nights

@Leimbacher-Mario
Jetzt erschreckst du mich aber mit deinem Kommentar zu The Empire. Von dem hatte ich mir schon was erhofft. Geschmäcker sind ja verschieden, hoffentlich trifft’s meinen :grin:

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The Empire war für mich bisher ebenfalls der absolute Tiefpunkt. Klare Empfehlung hingegen für Riddle of Fire.

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Ich drück’ Dir die Daumen @Michaela / „L’Empire“ :+1: … ich wusste tatsächlich schon nach dem Ansehen des Trailers und den ersten vernehmbaren Stimmen von der Berlinale (u.a. das critic.de-Review), dass der Film so absolut gar nicht mein Fall sein würde… hoffentlich hast dann aber wenigstens Du Deinen Spaß damit. Kann ja auch nicht immer Alles Allen gefallen.

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Dann kommt hier bereits die dritte „Warnung“ vor L’EMPIRE. :grimacing:

Tag 3 in Stuttgart

Der Start um 12.30 Uhr ist brutal, aber RIDDLE OF FIRE ist ein schön entspannter Einstieg in den Tag. Meine Vorab-Prognose: Mit Kinderfilmen haben wir auf dem Festival schon gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Aber dieser hier sieht nach Coming-of-Age-Qualitätskino aus. Genau das richtige für Samstagmittag.
Meine Kurzkritik: Retrofeeling in verwaschen-groben 16 mm, ein hübscher feelgood Coming of Age-Film mit Fantasyelementen, ein „Neo Fairytale“ aus dem Westen der USA oder kurz: Astrid Lindgren trifft Stephen King. Der beabsichtigte Fantasy-Zauber überträgt sich nicht immer und am Ende hat man dann doch ein Gefühl wie nach zu viel Blaubeerkuchen, aber ein netter Zeitvertreib war es allemal. 6.5/10

THE EMPIRE wurde uns von Arthur quasi als „Dupieux-Erstaz“ angepriesen. Nun ja…
Meine Vorab-Prognose: Ui, das sieht sehr…französisch aus. Hat zwar den Jurypreis auf der Berlinale abgeräumt, aber die internationalen Kritiken sehen nicht ganz so rosig aus (Metascore 53/100).
Meine Kurzkritik: Von einer Science Fiction-Komödie möchte man nicht sprechen, denn eine Komödie ist in den besten Fällen lustig. Während man bei Quentin Dupieux aus dem Staunen und dem Kopfschütteln über dessen Ideenreichtum nicht mehr herauskommt, fragt man sich hier zunächst, wann es denn endlich losgeht…und dann, wann es endlich aufhört. Meine zweite Festivalgurke. Unbedingt vermeiden. 3/10

Zum Glück weckt uns danach der Brutalo-Actioner BOY KILLS WORLD. Meine Vorab-Prognose: Sieht zumindest mal nach selbstbewusstem Actiontrash aus. Bill Skarsgård hat hier offensichtlich schon mal für THE CROW geübt und Famke Janssen sehe ich ja immer gerne. Die Kritiker fanden ihn wohl vor allem „exhausting“.
Meine Kurzkritik: Ein blutgetränktes „Comic Book Movie“, das streckenweise Spaß machen kann, auf Dauer jedoch ermüdet, vor allem, wenn der Film versucht, witziger, brutaler und überzogener zu sein als seine Direct-to-DVD-Kollegen. Aber wer im letzten EVIL DEAD fand, dass die Käsereibe ein wenig kurz kam, der darf sich hier in einer kurzen Küchenmetzelei über ihren ordnungsgemäßen und äußerst schmerzhaften Einsatz freuen. Ach ja und nach dem Abspann gibt es noch eine (ziemlich unnötige) Szene. 6.5/10

Für mich als Rausschmeißer dann COBWEB.
Meine Vorab-Prognose: Stand ohnehin auf meiner Watchlist, Metafilme mag ich, auch wenn der Metascore hier aktuell nur so mittel ist (52/100) und der Film mit zweieinviertel Stunden die Zuschauergeduld ggf. auch überstrapazieren könnte.
Meine Kurzkritik: Schon der zweite Film heute, der kein Ende finden will. COBWEB ist eine Mischung aus Seifenoper und Verwechslungsfarce mit Eifersüchteleien unter Schauspielern, kleinen Beziehungsdramen und möchtegernkomischen Nebenfiguren, Filmfestbezug kommt erst am Ende im Film-im-Film ein wenig auf. Leider nicht das erhoffte clevere Meta-Movie. 5/10

Reviews folgen.

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Just finished watching ”Concrete Utopia”, and though it’s not doing anything exceptionally unusual or offering up particularly new insights into it’s well-known topics - it’s gripping, it’s intense, it’s got drive, it’s got drama, it actually has something to say. And even if it falls apart in it’s rather clichéd showdown (but then again, so did "Parasite”, and that one a lot of people liked (I for one didn’t)) and lays it on a bit thick in the end (remember, this is still Korean mainstream cinema, after all), it actually is pretty good. So yeah, go see it if you can.

”High-Rise” meets ”The Divide” meets „The Last Of Us“.

See you at the bitter end.

Be back around noon time with a detailed review.

Befürchte ja, Concrete Utopia könnte ein Heulfilm sein, am Ende. Da steht emotional bei den Tags zum Film und es ist ein Koreaner. Lassen wir uns überraschen. Zumindest ist schon mal Lee Byun-Hun mit dabei.

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Boy Kills World fing komisch an mit merkwürdigem Humor und Boy spricht zwar nicht aber man hört trotzdem seine Gedanken und was er sagen würde. Der Humor legt sich, ich fand es gut, andere nicht so. Am Ende gibt es ultrabrutale geile Fights und Action, das erwartete Highlight.

Suitable Flesh war nix wie schon hier geschrieben. Was doppelt schade ist, denn sowas ist hier selten geworden, also geht man hin und dann taugt es nichts.

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Ja, ich schrieb’ es ja schon, dass der zum Ende hin doch seeehr dick aufträgt. Jetzt, wo ich ein bisschen was drüber geschlafen hab’, muss ich leider sagen, dass er ob seiner angestrebten Massenkompatibilität / Mainstreamigkeit doch ein paar leider nur ansatzweise umrissene Ideen liegen lässt, die ihn durchaus zu einem weitaus besseren Film hätten machen können. Viel ungenutztes Potential / verschenkte Möglichkeiten, was letzten Endes schon ein wenig schade ist. Lee Byun-Hun hat als „Mr. Delegate“, der seedy main antagonist with a dark side, auch eine ziemlich klischeebehaftete (Haupt-)Rolle, die zwar interessant angelegt ist, sich endeffektiv aber doch wieder in altbekannten Stereotypen erschöpft / hinter den zwischendurch immer mal wieder aufscheinenden Möglichkeiten zurückbleibt. Was ein wenig symptomatisch für den ganzen Film ist. Dennoch recht sehenswert, auch wenn der pay-off durchaus höher hätte ausfallen können.

Naja. Ich werd’ jetzt erstmal was zu Mittag essen und mich dann in ein, zwei Stunden nochmal ausführlicher dazu äussern. Allen einen schönen Sonntag, ob nun im Kinosaal oder anderswo.

Edit-To-Add (21:40 Uhr): Ächz - real life did interfere, once again… und mittlerweile bin ich auch zu groggy, um mich heute noch groß zu meiner letztnächtlichen Sichtung äussern zu können und wollen… So wir morgen nicht noch einen Spontan-Kinobesuch von Alex Garlands „Civil War“ absolvieren sollten (wird dann kurzfristig entschieden, je nachdem, wie lange ein Freund morgen nachmittag arbeiten muss), würd’ ich das dann eventuell morgen abend oder sonst hoffentlich spätestens am Dienstag nachmittag nochmal ausformulieren.

Mein Fazit, 6 Filme hab ich gesehen, einen kannte ich schon, macht 7. Davon hätte ich mir drei sparen können, ein Highlight und zwei ganz gute (plus den schon gesehenen Roundup). Eine ziemlich magere Ausbeute. Bei Concrete Utopia dachte ich auch Thema verfehlt, ein reines Gesellschaftsdrama nach einer Katastrophe. Hab beim Trailer gedacht dass die knienden Leute Eindringlinge sind und es eine Massen Exekution geben wird (wie bei Belko Experiment), aber es waren Bewohner die anderen Zuflucht gewährt haben und einfach nur 200 Mal „I was wrong“ sagen sollten. Auch viel zu lang, gerade gegen Ende, immerhin top produziert, also objektiv gesehen sicher ein ganz guter Film aber nicht mein Geschmack. Dann lieber The Divide.

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  1. Tag in Köln

BITTEN
6/10
Über diesen Vampirstreifen wusste ich vorher gar nichts. Typisches „Tageseinstiegsfutter“. Hypnotisch-harmlose Blutsaugerballade. Eher behäbig als bissig. Ziemlich hübsch. Süßes Blut. Hat Flair, Textur, Gothicromantik. Für Fans von Rollin, Franco und allgemein den Swingin’ Sixties. Edle Rocktrackliste. Böse Zungen würden aber sagen: „Eher Bildschirmschoner als Film.“ Special Interest.

CONCRETE UTOPIA
7,5/10
Ein weiterer größerer Koreaner. Kraftvolles Katastrophenkino. Deprimierend aber wahrscheinlich leider nicht unrealistisch. Etwas lang. Zwischen „Threads“, „The Day After“ und „High-Rise“. Mal gar nicht allzu dick/kitschig aufgetragen. Zumindest für Korea. Bis aufs Ende. Dafür dass das Thema eigentlich ausgelutscht ist großartig. Mir aber in den Spitzen zu harmlos.

ODDITY
7/10
Weltpremiere (?) auf dem FFF. Wird auch immer seltener. Macht mich ja immer mit am aufgeregtesten sowas. Handwerklich und spannungstechnisch ein wirklich außerordentlich versierter Grusler. Adrenalintreibend. Jumpscares richtig gemacht. Da würde es mich sehr wundern, wenn nicht schon längst Warner für das Conjuring-Universum bei McCarthy angefragt hätte… Die gruseligste Holzfigur aller Zeiten?! Im Grunde aber auch nur eine (effizient) gestreckte „Tales From The Crypt“-Episode. Aber das ist ja was Gutes in meinem Buch.

LATE NIGHT WITH THE DEVIL
8,5/10
Der offizielle Abschlussfilm. Der größte Hype. Und ja, da ist er doch der Toptitel des Festivals über den auch am Jahresende noch gesprochen werden wird. Wäre auch zu schade, wenn die diesjährigen Nights ohne ausgekommen wären. Kreativ, lustig, speziell, hart genug, stylisch, unterhaltsam. Idee und Umsetzung funktionieren, gehen Hand und Hand. Schön dass sie das dermaßen konsequent in Echtzeit durchziehen. Zwischen „Ghostwatch“ und Verhoeven, TV Total und „V/H/S“, Parodie und Power. Ein Hit. Ein sofortiger Halloweenklassiker für mich. Klasse.

THE FUNERAL
4,5/10
Der inoffizielle Abschlussfilm. Aus der Türkei. Etwas NekRomantik. Undankbarer Sendeplatz. Undankbare Laufzeit. Eine lahme Zombiene. She’s a Man-Eater. Ne, nein danke. Ein weiterer unbrauchbarer „Rausschmeisser“.

Etwas ausführlicheres Fazit zu für meinen Geschmack eher durchwachsene bis schwache Nights kommt die Tage.

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Tag 4 in Stuttgart

Finaltag mit höchst unchristlichem Start um 12 Uhr mittags, aber passt ja zum "Vampir"film BITTEN. Meine Vorab-Prognose: Period Pieces sind meist nicht so meins, auch nicht mit Vampiren. Aber der Rezensent der Kino-Zeit war sehr angetan.
Meine Kurzkritik: LA MORSURE hat mir überraschend gut gefallen – eine stimmungsvolle Gothic Romance und ein intimes Coming of Age-Drama, dessen Genrebezug eine rein symbolhafte Rolle spielt. Dennoch sehenswert für geduldige Freunde des etwas anderen Films. 6/10

Danach dann CONCRETE UTOPIA. Meine Vorab-Prognose: Noch so ein überlanger Koreaner, noch dazu ein Katastrophenfilm. Ich hoffe, es wird nicht ähnlich katastrophal wie EMERGENCY DECLARATION. Die Kritiken (Metascore 73/100) sind allerdings vielversprechend: “Earthquake” crossed with “Lord of the Flies.” (Variety).
Meine Kurzkritik: Ein solider Thriller mit wenig subtiler Botschaft, mehr Survivaldrama als Katastrophenfilm, bei dem man sich zwei Stunden zurücklehnen und spannend unterhalten lassen könnte, wenn die Realitätsnähe nicht so ungeheuer deprimierend wäre. 6.5/10

Dann mit ODDITY endlich mal wieder ein Horrorfilm auf den FFFNights, dass ich das noch erleben darf! :wink: Meine Vorab-Prognose: Damian McCarthys CAVEAT war für mich einer der Geheimtipps der letzten Festivals. Von daher brauche ich auch keinen Trailer um hierauf gespannt zu sein.
Meine Kurzkritik: War McCarthys abstraktes Debut CAVEAT noch eine Masterclass in weirdem, verstörendem Horrorkino, so läuft ODDITY mit seiner simplen Kriminalstory mit Spukelementen deutlich konventioneller ab, zudem leider mit wenig überzeugenden Schauspielleistungen. 6/10

Und horrormäßig geht es auch mit LATE NIGHT WITH THE DEVIL weiter, Mensch heute trauen sie sich aber richtig was. Meine Vorab-Prognose: Abschlussfilm, seit Monaten auf meiner Watchlist, gute Kritiken, No-Brainer.
Meine Kurzkritik: Don’t believe the hype. Naja, zumindest nicht den ganzen. LATE NIGHT ist auf jeden Fall eine unterhaltsame, sehr authentisch gefakte atmosphärische „Livesendung“, nur als Horrorfilm hat er mich nicht erreicht. 6.5/10

Da das Prinzip „Abschlussfilm“ von Rosebud traditionell sehr frei interpretiert wird, kommen die Hardcoregucker noch in den „Genuss“ von THE FUNERAL.
Meine Vorab-Prognose: Untotenhorror aus der Türkei hat natürlich erst mal einen Exotenbonus. Die Kritiken vom Frightfest sind allerdings gemischt, Kim Newman fand ihn gut, auf Nerdly liest man „In the end, The Funeral feels like a short film idea spun out to far too long a length.“ Wahrscheinlich auch nicht die beste Wahl für den Slot.
Meine Kurzkritik: Und die dritte Festivalgurke. Als Komödie hätte die Story eine Chance gehabt, als düsteres Drama scheitert der Film allerdings an seiner unfreiwilligen Komik. In Stuttgart begleitet von einigen Walkouts. 3/10

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Zum Abschluss noch ein kurzes Gesamtfazit:

Kino, Personal und Moderationsduo Arthur & Jonas prima wie immer, die Tatsache, dass es im EM-Kino nicht mal im Foyer (!) Netz gibt, geschweige denn im Saal, immer noch ein pain in the a… . Der einzige Trailer, der nicht nervt, ist der von FURIOSA, Mann, freue ich mich auf den Film, bei den anderen bin ich unschlüssig, welches der cringeste ist: THE LAST KUMITE oder THE GARBAGE PAIL KIDS (WTF?!?). Andererseits natürlich herrlicher Schwachsinn.

Was die Filmauswahl angeht, war dies für mich die mit Abstand schwächste FFF-Veranstaltung seit ich mich zurückerinnern kann. Ich war schon im Vorfeld ob einiger Titel etwas skeptisch, habe aber auf dem Festival auch schon einige positive Überraschungen erleben dürfen. Nur leider nicht dieses Jahr. Von 17 Filmen konnten lediglich fünf dem Horrorgenre zugeordnet werden, das ist glaube ich ein neuer Rekord. Nicht falsch verstehen, mein Herz schlägt auch für Arthouse, Thriller, Action und Komödien. Aber diesmal waren einfach zu viele öde Dramen und unlustige Komödien dabei, die sich das Genremäntelchen nur ganz lässig über die Schulter gezogen hatten.

Mit gutem Gewissen empfehlen kann ich eigentlich nur LOVE LIES BLEEDING, STING, THE SOUL EATER und LATE NIGHT WITH THE DEVIL, der Rest war höchst durchschnittlich, warnen würde ich nochmal ausdrücklich vor THE INVISIBLE FIGHT, L’EMPIRE und THE FUNERAL, aber die Geschmäcker sind verschieden, macht Euch selbst ein Bild.

Insbesondere nach den tollen White Nights waren diese Nights aber eine ziemliche Enttäuschung. Ich hoffe auf Besserung und, ja, tatsächlich mehr Horror und weniger Amateurkram beim Herbstfestival.

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Boy Kills World 6/10
(Bot genau das, was der Trailer ‚versprach‘. Darf mich also nicht
beschweren. Leidlich unterhaltsamer CGI-Overkill, der einfach kein
Ende nehmen will, für Computerspielfreaks wohl Pflichtprogramm,
für mich immerhin noch okay. Kumpel, der eigentlich auf so’n
Quatsch voll abfährt, fand den indes - gelinde gesagt - kacke.
Hauptsächlich wegen der zu schnell und leider oft grottig
geschnittenen Fights und des CGI-Bluts, was tatsächlich
immer sch…e aussieht.

Wie die Explosionen und sonstigen CGI-Unfälle im nervigen FURIOSA-Trailer. Sorry, aber das ist schon armselig was heutzutage von den (Major)Firmen
alles durchgewunken wird. Scheint aber offensichtlich niemanden zu stören.
Aber das ist eine andere Geschichte…

COBWEB 8/10
(Toller Kontrast zum hibbeligen, zappeligen Kasperltheater davor. Gemütliche, bisweilen herrlich bissige und regelrecht entspannt und angenehm old-schoolig inszenierte Screwball Farce im Stile einer Boulevardkomödie, welche mit schön überzeichneten, überkandidelten Figuren ganz generell eine glänzende Satire aufs Filmemachen an sich abgibt und mit einem superb aufgelegten, spielfreudigen Cast punkten kann. Hatte ich so nicht auf dem Zettel. Wahrscheinlich aber eher was für die Ü 50-Fraktion, die es auch mal etwas geschmeidiger mag. Ein echtes sympathisches Highlight, an welchem auch ein Billy Wilder seinen Spaß gehabt hätte.)

CONCRETE UTOPIA 8,5/10
(Festival-Highlight! War keine Sekunde zu lang, passendes
Ende und glaubhafte Figuren & Szenarien (leider). Von Kitsch
m.E. überhaupt keine Spur. 'Nuff said!)

Und das wars dann auch schon…Rest für mich uninteressant.

Dafür gabs im Anschluss noch im Corso ein schönes Double Feature,
zum Einen Hitchcocks DIAL M FOR MURDER in 3D und den wirklich
großartigen CIVIL WAR von Alex Garland als perfekten Abschluss.

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Nun ja. Willkommen im Club.

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Meine Einschätzungen vorab zu den besprochenen Filmen decken sich fast zu 100% mit den Rezensionen. Jedenfalls sind in Frankfurt die meisten Filme nicht mal zur Hälfte verkauft, gibt sogar noch welche bei denen nur einige wenige Plätze belegt sind, und dies 3 Tage vor Start. Das spricht wohl Bände. Freue mich trotzdem auf ein paar der Titel.

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Mein Fazit aus Köln

Zu Kino, Stimmung, Publikum, Hype und Heimeligkeit dort habe ich ja schon oft genug etwas gesagt. Das ist toll, das macht Spaß. Da findet wenn er will jeder Anschluss.

Der FFF-Boom in der Domstadt liegt sicher an der Summe vieler Dinge: von dem Luxuskino samt idealer Lage über die bunt gemischte Filmauswahl der letzten Jahre bis hin zum freundlichen, familiären, (positiv-)freakigen Genrefanpublikum. Bestimmt auch an etlichen YouTubern, Influencern und bekannten Szenegesichtern die regelmäßig vor Ort sind. Das darf man in der heutigen Zeit sicher auch als gute Promo ansehen.

Die Karten für’s große FFF im September sind schon fast weg - das sagt denke ich alles. Da gibt’s (zumindest in Köln) kaum Argumente gegen den eingeschlagenen Weg. Und ich gehe den weiterhin gerne mit!

Kleine Kritikpunkte: Sonntags ist’s etwas schwer mit dem Essen im Umkreis; die Temperatur/Klimaanlage im Kino ist enorm schwankend; man kriegt’s weiterhin nicht hin eine längere, 45-60-minütige Esspause am frühen Abend einzubauen und die restlichen Pausen auf ein Minimum zu kürzen; die DK’ler könnte man auch in ihren Reihen sitzenlassen zwischen den Filmen.

Nun aber zum Wichtigsten: den Filmen! Tja, und was soll ich sage… vielleicht: Man kann sie nicht alle gewinnen?! Denn nachdem mir die White Nights Anfang des Jahres gefallen haben wie lange nicht mehr, gab’s für meinen Geschmack nun wieder einen klaren Qualitäts- und Druckabfall. Alles sehr subjektive Eindrücke. Aber ich muss die Nights 2024 als schwächsten Ableger seit langem betiteln. Was aber natürlich nicht heißt, dass der September mich nicht umhauen wird/kann. Jetzt im April gab’s jedenfalls weniger Horror und Fun denn je, viele Ü-Eier, die leider nicht qualitativ nach oben explodiert sind und ihr Potenzial nie ganz ausschöpfen konnten. Eine Menge Dramen und Durchschnitt. Wenig, eventuell gar kein Überhit. Aber das passiert wie gesagt mal. Sollte es nur nicht zu oft.

„L’Empire“ hätte eine surreal-geniale Parodie sein können - war für mich aber völlig daneben.
„The Invisible Fight“ hätte ein abgedrehter Grindhouse-Kung Fu-Exotenkulthit werden können - übertreibt es mit seiner Anwesenheit aber maßlos.
„The Roundup 4“ ist wiedergekäut.
„Sting“ und „Oddity“ spielen ihr Ding routiniert, gut, effektiv, aber vollkommen „by the book“ runter.
„Meanwhile On Earth“ und „The Funeral“ sind unglaublich öde. Wie viele Titel auch in Sachen Schnitt, Tempo und Länge Fehlentscheidungen.
„Gattaca“ läuft nur in einer Stadt. Retrorevivals scheinen eh kein Thema zu sein.
„Cobweb“ und „Concrete Utopia“ sind Qualitätsfilme und unglaublich wertig aus Korea - ich würde die aber dennoch auf dem FFF jederzeit gegen fetzige Genreware (s. Hardline Festival in Regensburg) eintauschen. Zumindest in diesem Rahmen.

Und eine solche etwas böse und gespitzt ausgedrückte Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Diese Kritik ist wie gesagt höchst subjektiv und ich halte dem FFF weiter freudig die Stange, bin unendlich froh das es in Köln ist - aber manchmal muss man auch auf Wunden drücken, damit heilende Maßnahmen anlaufen können oder man einfach nicht weiterhin in Messer rennt…

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Ich bin noch ein relativ „neuer“ FFF-Besucher. Speak no Evil war im Herbst 2022 mein erster Film. Seitdem immer in Köln dabei gewesen!
Es ist wirklich toll und die Stimmung sehr gut. Das Kino hervorragend. Schaffe es zeitlich immer nur für 3-4 ausgewählte Filme. Dieses Mal „Love Lies Bleeding“, „Oddity“ und „last night with the devil“. Haben mir alle 3 gefallen, wobei „Oddity“ nicht 100% meins war.

Was ich aber eigentlich loswerden wollte, ist ein kleiner Kritikpunkt, wofür das FFF
als Veranstalter nichts kann:
An Snacks werden im Residenz kleine Chipstüten verkauft, was im Kino wirklich total nervig ist. Schlimmer als jede Popcorn / Nachos-Orgie (die es dort zum Glück auch nicht gibt). Aber während meiner FFF-Zeit erlebe ich es (leider) immer wieder, dass es von vorne, hinten, rechts und links die ganze Zeit raschelt - dadurch dass die Flossen alle paar Sekunden in die Chipstüte „rumwühlen“. Ich habe absolut nichts gegen Snacks im Kino aber das ist bei Atmosphäre einfach sehr sehr nervig.

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Zum Einstieg in Berlin gab’s statt The Weird Kidz den Amy Winehouse Film, Meanwhile on Earth hab ich mir auch gespart (richtigerweise wie ich hier rausgelesen habe) und los ging’s dann mit

The Invisible Fight 5/10

Ja, was war das denn?! Am Ende des Films bleibt einfach ein großes WTF auf der Stirn stehen. Der Film ist viiieeeel zu lang, zu klamaukig, teilweise echt nervig aber irgendwie auch lustig, musste ein paar Mal echt laut lachen. Absoluter No-Brainer, macht mit viel Bier bestimmt mehr Spaß.

Sting 7/10

Dafür dass ich vor Spinnen eigentlich keine Angst habe war dieses Exemplar hier durchaus furchteinflößend :wink:. Stimmungsvoller Spinnenhorror, routiniert inszeniert. Gut.

Riddle Of Fire 8/10 Blueberry Pies

So gut wie nichts drüber gelesen und mich einfach im positiven Sinne überraschen lassen. Sehr sympathisches Feel Good Movie mit Stand By Me Vibes, schönen 16mm Bildern (hätte nicht gedacht dass 16mm Film so gut aussehen kann), guten Darstellern und tollem Soundtrack (für die Idee die Cannibal Holocaust Theme für die Kuchenback-Szene zu verwenden gibt’s noch nen extra Punkt, bin fast aus dem Kinosessel gerutscht :smile:). Auf jeden Fall ein mehr als gelungener Einstieg in den Samstag.

Boy Kills World 7/10

Wie erwartet ein schön hartes B-Movie der besseren Sorte. Tempo, Action, Kamera passt alles, wer an John Wick seine Freude hatte wird sich auch hier wohlfühlen. Bier aufmachen, Hirn ausschalten und ab geht die Lutzie.

Cobweb 5/10

Puh, mir war der Film persönlich zu lang. Auch ein wenig zu langweilig. Zwar eine nette, originelle Idee, gute Schauspieler und Optik, auch nicht wirklich schlecht aber irgendwie sprang der Funke nicht über.

Suitable Flesh 6/10

Ganz nett, aber viel verschenktes Potential, da hätte man mehr draus machen können. Kruder Mix aus Softporno und Horror, durchaus unterhaltsam, aber auch nichts was lange hängen bleibt. Und irgendwie hatte ich bei Heather „Rollergirl“ Graham die Ganze Zeit eine Kreuzung aus Marcia Cross und Nicole Kidman vor meinem geistigen Auge :wink:

Bitten 3/10

Wollte ich eigentlich auslassen, hätte ich auch mal besser machen sollen. Nee sorry, blutleerer, langweiliger Gothic-Kitsch mit einer kaum vorhandenen Story und bedeutungsschwangerer Symbolik. Bin fast eingeschlafen. Aber schön gefilmt immerhin.

Concrete Utopia 8/10

Völlig zu Recht Südkoreas Oscar Beitrag und was für eine Wucht von Film. Schön auch dass hier weitestgehend auf den üblichen Korea Kitsch verzichtet wurde und man quasi zwei Filme zum Preis von einem bekommt: ein packendes Endzeit-Gesellschaftsdrama gespickt mit einer spannenden Kriminalgeschichte. Kunstvoll und visuell beeindruckend.

Oddity 9/10

Mein persönliches Highlight.
Gelungene Mischung aus Horror und schwarzem Humor, die Jump Scares sitzen, kurzweilig und super unterhaltsam.

The Funeral 5/10

Nicht ganz so langweilig wie Bitten aber auch nicht wirklich besser, dafür umso blutiger (Pluspunkt). Der Film, eher Road-Movie als Horror, plätschert so vor sich hin, hat hin und wieder ein paar schöne schwarzhumorige Momente, tut ansonsten nicht weh und hat mich müde genug gemacht, um wunderbar einschlafen zu können :wink:.

Hätte noch gerne Late Night With The Devil gesehen, war aber leider zu spät beim Ticketkauf und da war der schon ausverkauft.

Fazit: Durchwachsenes Programm, das teilweise nichts mehr mit dem klassischen FFF zu tun hat. Ich vermisse die Kantigkeit früherer Tage, wo auch mal ein Ittenbach lief, die Härte eines Inside oder I Saw The Devil, kontroverses wie Irreversible oder Martyrs und einen richtigen Banger wie es zum Beispiel MaXXXine gewesen wäre. Vielleicht gibt’s diesen ja mit The Onania Club beim Hauptfestival im Herbst?! :wink: We’ll see…

Zusammenfassung

Dieser Text wird ausgeblendet

9 „Gefällt mir“

Vermissen glaube ich viele von uns. Werden solche Filme aber überhaupt noch gemacht ?

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Zum Teil schon (wenn auch nicht immer auf hohem Niveau) und wenn nicht dann gibt es andere Alternativen. Immerhin wird im September ein harter Film laufen.

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Jetzt, wo die Nights dann langsam auch in den wirklich wichtigen, oh, ich meinte natürlich den restlichen Kleinstädten beginnen, sei vielleicht auch mal ein Blick auf die Statistik erlaubt:

https://f3a.net/f3astats.php?op=highscore&s=f3a&y=2024&event=fantasyfilmfestnights

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