FFN 2024 - Fantasy Filmfest Nights

Ich nehme stark an, der wurde von vielen bewertet, die den irgendwann mal gesehen haben. Oder war tatsächlich jemand aus dem Forum bei der Vorstellung im Zeiss Großplanetarium dabei?

Ist schon live gegangen und kann mich Deinen Worten und Deiner Bewertung nur anschließen, hat mir ebenfalls gut gefallen, dieses schweiß- und blutdurchtränkte Liebes-Drama mit Road Movie Feeling ohne Road.

Hab mir für Tag 1 in Nürnberg ein A24 Double Feature gegönnt: Love Lies Civil War.
Der Eröffnungsfilm war sehr gut besucht, nur 8 Trailer vorneweg und eine gewohnt persönliche Einleitung unseres Nürnberger Hosts und „Gastgebers“. Die Stimmung war nicht überschwänglich hippelig, sondern eher entspannt neugierig und somit dem Slow Moving Opener entsprechend.

Danach gings rüber ins kleine gemütliche OV Kino 8 zu den Presse Journalisten im amerikanischen Civil War, die sich mutig und heroisch Ihren Weg über die Breitbildwand durch heftige Scharmützel, Sniper Duelle und Gefechte bis ins Weiße Haus „shooten“. Immer mitten im Geschehen, dicht an unseren Presseleuten wird man quasi als stiller zweiter Beobachter durch den Film geführt, getrieben, gefahren und geballert, mal lyrisch malerisch, mal schroff brutal, mal mit Tränen in den Augen, mal hoffnungsvoll überschwänglich bis hin zu tiefer Traurigkeit und als emotionale Zugabe gibts noch einen tiefen Schlag in die Magengrube. Einige Bilder lassen in der Tat leichte „Apocalypse Now“ Vibes aufkommen, aber Civil War ist trotzdem anders und macht sein eigenes Ding und das macht er sehr gut und hoffentlich werden nicht die Falschen durch den Film noch angespornt! In Zeiten von Ukraine Krieg und Nahost Konflikt, ist der Film sicher kein leichtes Unterfangen. Aufgrund des soliden bis herausragenden Casts und der ausgesprochen ästhetischen Bildsprache möchte ich hierfür trotzdem gerne 8 von 10 „Schüsse“ abfeuern.

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Scarfies hat mir damals auch gefallen. Den würde ich auch gerne noch einmal sehen, aber keine Ahnung wie ich da ran kommen soll. Wo hast du den denn gesehen?

Siehe meinen Post oben, gibt‘s auf YouTube :wink:.

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„I’m sorry that I killed you, Daddy!“

Die obenstehende Titelzeile hat mit der Filmhandlung an sich rein gar nichts zu tun, sondern stammt aus einem der Comics, die Charlotte’s gestresster Ersatz-Papa nach ihren Vorgaben für sie zeichnet… warum sie dort oben steht? Nun, dazu kommen wir gleich noch… und wenn ich „gleich“ schreibe, dann - Überraschung !!! - meine ich dieses Mal tatsächlich auch gleich. Ist ja auch mal schön, wenn man sich zur Ausnahme wirklich mal kurz fassen kann und keine Endlos-Bleiwüsten / Buchstabensalate postet. Das schont sowohl meine Tipp-Fingerchen als auch Eure Aufmerksamkeitsspanne. :wink: Also: „Sting“ ist ein putzig-possierliches creature feature im 80s-Style, ein netter Nachmittagsfilm für (ich glaub’, das wurde hier schon von anderen User:Innen erwähnt) die ganze Familie (inclusive sechs Monate altem Kleinkind :smile: :crazy_face: ). Mit einigen schönen „A L I E N S“-Hommagen und „Terminator“-Gedenkmomenten, Familienkonflikten und fiesen Arachnoiden-Angriffen. Wie gemacht für zehn- bis zwölfjährige Kiddies, die mit ihren besten Freund:Innen einen gruselig-gelungenen Kinonachmittag mit jeder Menge Popcorn, eiskalter Coca Cola und Schau-ich-jetzt-lieber-weg-oder-doch-hin-„Uäääh!“-Momenten verleben möchten. Dass ich selbst seit Jahrzehnten schon nicht mehr in diese Zielgruppe falle - geschenkt! Hab’ mich dennoch ganz köstlich amüsiert. Der Mehrfach-Ansehwert ist hier zwar so gut wie gar nicht gegeben, aber fürs einmalige Schauen war’s doch 'ne nette back in time-Gaudi. Ging voll okay.

So, und wie schon versprochen komm’ ich nun auch noch mal zu obigem „Comic im Film“-Zitat… Denn all Denen, die hier im Forum nach einer Fortsetzung (möge sie nun „Stings“, wie von @Leimbacher-Mario vorgeschlagen (was zugegebenermaßen ein kongenialer Titel wäre), oder auch ganz anders heissen) verlangen, kann ich für meinen Teil nur zurufen:

„Ja, seid Ihr denn jeck? Ich will nur eines (und zwar am Besten sofort):“

„Fang Grrrl - The Movie“ :heart: :+1: :smiley: :wink:

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Auch wenn er am ersten Abend wegen Terminüberschneidungen leider nicht dabei sein konnte - der Blogger und FFF-Veteran Torsten Dewi a.k.a. „Wortvogel“ wird auch an diesem Wochenende wieder von den Münchner FFF-Nights berichten - finden könnt ihr seine lesenswerten An- und Einsichten dann immer hier an dieser Stelle (<-- Link / Klick’ mich!). Die reviews der Filme des Vortags gehen meiner Erfahrung nach i.d.R. meist um die Mittagszeit des Folgetags online.

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Eines vorne weg: die 2 Franzosen heute waren definitiv nichts aufheiterndes. Puuh. Der eine ein downer, der andere geht an die Nieren.

Zum Einstieg gab’s die
Weird Kidz
Der Zeichenstil hat mir nicht so gefallen, aber schön, dass ein Zeichentrickfilm läuft. Die story ist nicht neu. Ganz nett erzählt. Wie sagte der Regisseur so schön beim Einspieler: ein wenig Horror, ein wenig creature feature, coming of age und eigene Erfahrungen. Pluspunkte gibt es dafür, dass das ein Familienprodukt mit viel Liebe zu Film und Herzblut ist. Die Musik fand ich auch sehr gut.

Meanwhile on Earth
Ein sehr poetischer downer mit toll gemachten Zwischendrin-Animationen. Tolle Aufnahmen. Würde ich tatsächlich zu meinem heutigen Highlight küren. Die Musik war in diesem Fall zwar passend, aber nicht meines.

The Invisible Fight
Exotenbonus, da aus Estland.
Seine 115 Minuten merkt man. Fand ich ganz nett, mit lustigen Einfällen, etwas zu religiös und zu wenig (abwechslungsreichem) Kungfu und zu lang.

Sting
Zu wenig Spinne. Dafür zu viel Familiendrama. Trotzdem unterhaltsam, weil die Kinderdarstellerin gut gespielt hat und es sehr interessante, skurrile Nebencharaktere gibt. Nicht zu verachten sind auch die Kills der Spinne.

The Souleater
Die story wurde ohne Geschnörksel straight und spannend erzählt. Zwei Ermittler, der eine arbeitet an einem Fall vermisster Kinder, die andere an den brutalen und sehr blutigen Morden, treffen in einem kleinen Dorf aufeinander, und beschließen, zusammen zu ermitteln. Ein wenig background zu den beiden gibt es, aber das Hauptaugenmerk wird auf die Geschichte gelegt. Man kann irgendwann erahnen, was es mit dem Seelenfresser und den Kindern auf sich hat und dieses Thema geht mir dann doch an die Nieren. Vor allem wenn vieles, wie hier, nur angedeutet wird und dann das Kopfkino beginnt

Fand den heutigen Tag ganz gut und abwechslungsreich. So kann es gerne weitergehen.

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@Michaela: Groot-Shirt hin, Hornbrille her: Wird das denn eventuell an diesem Wochenende doch noch was mit der real life-Zusammenführung von Dir und @splattercheffe ? Oder ist da dieses Mal gar nix geplant? Die beiden umtriebigsten Münchner f3a-Forenmitglieder müssen ihre cineastischen Superkräfte doch auch in echt mal gemeinsam entfalten können… :wink: :smile:

Gute Frage, würd auch gerne wissen wollen, wer der Wortvogel ist.

Tag 2 in Nürnberg war für mich heute ein Triple Feature:
Abigail + Sting + Soul Eater.

Wenn man mal so von dem normalen „Horror“ Standard Kinoprogramm zu unseren Festivalfilmen wechselt, merkt man erstmal, was es da für einen krass gewaltigen Qualitätsunterschied gibt. Danke Rosebud.

Abigail hätte ich mir echt sparen können, was war denn das für ein generisches lustlos heruntergekurbeltes „Schema F“ Filmchen? Story passt auf einen Bierdeckel, reiches Ballerina Töchterchen wird entführt und verschleppt, das große Erpresser Geld winkt und dann kommt es anders als der Otto-Normal-Kinogänger denkt. Der Cast agiert grottig bis debil, das zierliche Tanzpüppchen, das künstlich und ungelenk zu Swan Lake Klängen tanzt, entfaltet sein wahres Ich und dann gibts obendrauf sogar noch etwas unmotivierten und völlig übertriebenen Splattereinsatz, doch leider viel zu spät, denn da hat der Gorehound schon das Kino verlassen, wenn er überhaupt drin war. Das Ganze wurde wahrscheinlich wirklich am Set von „Ready or Not“ gedreht, die Farbgebung und Kulissen sind nahezu identisch. Am besten schnell wieder vergessen, war ein Ausrutscher, bloß flux wieder rüber zu den Nights. Ärgerliche 2 von 10 explodierende Körper. Am liebsten hätten all die Hohlbirnen-Schauspieler gleich zum Auftakt explodieren können, aber gut.

Jetzt kommt „Charlotte“ gesprochen „Scharlett“ aus Australien und die hat als Kindschauspielerin wirklich mal großes Potential und eine Ausstrahlung, die hätte diesen gesamten Abigail Cast wahrscheinlich in Grund und Boden gespielt.
„Charlotte loves Spider“ aka „Charlotte und ihr kleiner STING“. Was für ein liebevoll arachnophober Aussi Beitrag, fast zum Verlieben, für jung und alt und mit Herz und Blut. Da merkt man mal, was passiert wenn ein Regisseur und sein Cast so richtig Bock und Freude haben, einen Film zu drehen. Alleine schon der liebevoll und einfallsreich inszenierte Vorspann und „Prolog“ haben mich perfekt eingestimmt und neugierig gemacht. Der Film verbindet wunderbar seine horrible Storyidee mit dem charmanten Cast, seinen technischen Raffinessen (die Kamera ist immer auf Wanderschaft, dabei aber sehr geschmeidig und einfühlsam) und einer minimalen aber effektiven Soundgestaltung und Musikuntermalung und ganz viel warmherzigem Witz. Mein Highlight des Tages, dafür 8 von 10 krabbelnde Spinnenbeine und ja, für die Fortsetzung STINGS sind die Karten schon gebucht :grinning:

Zu dem Soul Eater will ich vorerst mangels Zeit nur soviel sagen: Sehr breitwandig, chic, highclass aber auch langatmig, zäh, klischeehaft ausgeführter Franzosen Hinterwald Krimi, den man zu Genüge aus zahlreichen europäischen Streaming Krimiserien schon kennt, (vergleiche die nahezu identische Netflix Serie „Black Spot“), der vorhersehbar ist, der aber schon etwas tiefer und expliziter unter die Haut geht als ein TV Tatort, aber für den Spätabendslot zu einschläfernd ist und besser am Nachmittag aufgehoben gewesen wäre.
Trotzdem 7 von 10 verschwundene Kinder :cry:

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Also ich fand zumindest die erste Hälfte super. Spannend, bischen Mystery, noch relativ unvorhersehbar (es sei denn man hat den Trailer gesehen) und mit einigen kleinen „schlauen“ Hints (Ölgemälde, usw) die einen auf die richtige Fährte führen könnten… sehr enttäuschend dann (mal wieder) die generische letzte halbe Stunde, die dem liebevollen Aufbau so gar nicht gerecht wird und nur noch auf platte Action setzt die man schon tausend mal gesehen hat. Richtig wütend macht mich der Trailer, der alles verrät. Auf jeden Fall meiden, solltet ihr Abigail doch noch sehen wollen.

Mir hat Abigail Spaß gemacht. :grin: Fand jedoch, dass die erste Hälfte zügiger hätte sein können.

Mir fällt auf, dass sich das Publikum unterscheidet, zwischen FFF und normalem Kino. Hat ich grad bei Abigail. Da kommt eine Gruppe Jugendlicher, die Jungs machen einen auf harte Kerle und die Mädels kreischen dann. Außerdem lauthals Popcorn essen oder quatschen.

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@splattercheffe
Bis du dermit der knallgelben Umhängetasche?

Der @splattercheffe hat heuer bei den Nights ein terminliches Debakel:
Wegen Arbeit Freitag/Samstag und ganz frischem Familien-Nachwuchs (zweimal vierbeinig) schafft er nur vier Filme. Mein „Rein-Luren“ in eure Kritiken bisher hat mich darob ein wenig beruhigt, auch wenn ich natürlich allen wünsche, dass sie ständig nur supertolle Filme sehen… Jedenfalls hab ich bemerkt, dass zumindest die vier Filme anscheinend ne glückliche, gute Wahl waren.
Denn der erste war nämlich der Eröffnungsfilm LOVE LIES BLEEDING.
Und, meine Güte, war ich begeistert!!! (Insofern gut, dass ich und @Michaela uns nicht direkt danach getroffen haben… :wink:)
Das war natürlich insofern weniger überraschend, als ich solche Stoffe einfach liebe. Wie sagte Rainer bei der Ansage mit Augenzwinkern: Ihr steht ja alle auf romantische Liebesfilme… Ihr werdet eine gute Zeit haben!
Und so war es auch. Ich war schon nach einer halben Minute sowas von dabei - Kameraführung, Sound…
Die von euch schon genannten Referenzen (WILD AT HEART, THELMA UND LOUISE, DRIVE) gehören allesamt zu meinen Lieblingen, ich würde noch als die offensichtlichste das Wachowski-Debüt BOUND hinzufügen, auch so ein kleiner Genre-Bastard…
Ed Harris mit der besten Frisur seit Javier Bardem in NO COUNTRY FOR OLD MEN und Riff-Raff in ROCKY HORROR. Stewart war toll, aber ich fand die mir bisher ehrlich gesagt unbekannte Katy O’Brian sogar noch besser. Diese Sommersprossen…
Dazu einige WTF-Momente (der beste von Harris, ihr wisst, was ich meine), die elegante beiläufige historische Einbettung erst im letzten Drittel (bis dahin verortet man sich im Trump-Land, im Bible Belt), die glaubwürdigen Gewalt-Ausbrüche, lakonische Komik - für mich ist LOVE LIES BLEEDING ein instant classic, wie er im Buche steht! 10/10

@Michaela:
Gelbe Umhängetasche… nein, leider nicht. Ich hab meist einen Adidas-Rucksack dabei! Und wenig Haare auf dem Kopf!
Morgen bin ich jedenfalls beginnend mit BOY KILLS WORLD am Start. Vielleicht sehen wir uns ja?

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Na toll auch, wie gut, dass ich den nicht sehen konnte - streu’ doch ruhig noch mehr Salz in meine filmfanatischen Wunden… :wink: :grin:

Nee, so schlimm isses zum Glück ja doch nicht… ich weiss aus recht sicherer Quelle, dass der wohl hier bei uns in HH wohl irgendwann dann auch nochmal laufen wird, und dann vermutlich auch ohne die doofen deutschen Untertitel… Die von Dir gemachte „Bound“-Konnexe ist mir beim Lesen der ersten Berlinale-reviews auch als Erstes in den Sinn gekommen, hab’ den damals auf dem FilmFest Hamburg gesehen… was für ein klasse Streifen - immer noch der einzige mir bekannte Film von den Wachowski-Schwestern, den ich wirklich mag.

Jedenfalls schön, mal wieder was von Dir zu lesen… obwohl, ich muss grad’ groß rumtönen, bin ja auch nicht unbedingt dafür bekannt, hier in schönster Regelmäßigkeit aufzuschlagen. Wobei in letzter Zeit ja doch eher öfter vor Ort. Kann sich aber demnächst durchaus auch wieder ändern.

The magical quest of the Three Immortal Reptiles, aided by the princess of the Enchanted Blade, to get hold of a speckled blue egg

Am Anfang von „Riddle Of Fire“ hab’ ich fast die Krise gekriegt… diese grässlich-hässlichen 70s-Alternative-Folk-Öko-Eso-Nippes-Kitsch-Interieurs mit ihrer unansehlichen-überkandidelten Art und ihren Sehnerv-beleidigenden Ätzfarben waren wirklich kurz davor, mir den letzten Nerv zu rauben. Ich kann solcherlei Geschmacksverirrungen der peinlich-fremdschämhaften Sorte einfach nicht allzulange ertragen… wo sind denn da die Innenarchitekt:Innen und Raumausstatter:Innen, wenn man sie mal wirklich braucht. Zum Glück verlagert sich der Streifen dann alsbald in die freie Natur, kurz bevor ich Gefahr lief, mir meine wenigen noch verbliebenen Haare ob all der großen und kleinen Einrichtungssünden büschelweise auszureissen. Die drei Dreikäsehochs von der ländlichen Dirtbike-Gang, welche doch eigentlich nur das Wochenende über mit ihrer Okama Gamesphere, ähem, Otomo Angel-Videospiel-Konsole, daddeln wollen, sehen sich gezwungen, ob der Erfüllung der kulinarischen Gelüste von Hazel’s und Jodie’s den lieben langen Tag im Bett rumlungernder und vor sich hinkränkelnder, aber dennoch ungemein verfressener Mom, irgendwie an einen Blaubeerkuchen zu kommen, um von ihr das Passwort für den Fernseher verraten zu bekommen… was sie in Konflikt mit versoffenen Westentaschen-Cowboys, mit knallhartem Faustschlag ausgestatteten Wilderer-Hexen, anmaßend-arroganten Kleinstadt-Barbesitzern und sogar den örtlichen Gesetzeshütern bringen wird. Aber zum Glück gibt’s ja Paintball Shotguns, Eidechsenfuss-Talismane und knallbunte Handy-Wetter-Apps - damit lässt sich so ziemlich jedes Problem im sommerlich-verschlafenen Hinterland von Wyoming lösen.

Den Preis für Originalität wird Weston Razoolis Magical Reality-Teenie-Fantasy-Coming-Of-Age-Summer-Fairytale mit Sicherheit nicht gewinnen… im Grunde ist das hier ein ziemlich schamloser rip off der „South Park“-Episode „Towelie“, mit jeder Menge „Stand By Me“-Referenzen, „Pippi Langstrumpf“-vibes und „Spy Kids“-Anklängen, gefilmt im Look der 1970er-Disneyfilme wie „Herbie“ oder „Elliot, das Schmunzelmonster“. Wäre ja aber auch nicht weiter schlimm, wenn der Streifen dann wenigstens in Sachen Szenenaufbau, Dramaturgie, Kamera oder Schnitt ein bisschen professioneller oder prägnanter wäre. Isser aber dummer Weise nicht… und verschenkt somit sein durchaus vorhandenes Potential, seinen alltagsmagisch-naturhaften Charme und kindlich-naive Begeisterung versprühenden Esprit ein ums andere Mal. Was jammerschade ist, denn in manchem, leider viel zu selten vorkommendem Moment lässt sich immer wieder erahnen, wieviel mehr da an cine magic drin gewesen wäre. Der krisselig-knallige, verwaschen-vergilbte 16mm-Look mag vermutlich auch nicht Jeder / Jedem gefallen, ist IMHO der sonnendurchflutet-verschwitzten, träumerisch-trägen Nachmittags-Atmosphäre aber durchaus zuträglich. Und auch das amateurhaft-unbekümmerte Agieren der kindlichen Darsteller:Innen-Riege verleiht dem Geschehen eine ganz eigene Anziehungskraft. „Riddle Of Fire“ schafft es aber trotz seiner unbeschwert-kindheitsmagischen Ausstrahlung dennoch nicht, über seine gesamte Laufzeit zu begeistern…dafür zieht er sich einfach viel zu sehr hin. Ein strafferes Narrativ, effektiveres Skript, durchdachterer Szenenaufbau und pointierterer Schnitt hätten hier wahre Wunder gewirkt und den Film vom leicht irren, schluffig-wirren Kuddelmuddel seiner besseren Durchschnittlichkeit wegbewegen und zu einer kleinen feinen, knuffig-putzigen Indieperle aufscheinen lassen können. Aber so schade es um die vertane Chance auch ist - Eines immerhin gelingt „Riddle Of Fire“ mit Leichtigkeit: Er macht ungemein Lust auf einen Urlaubstrip durchs ländlich-abgeschiedene Wyoming ! Gerne auch auf Dirtbikes, aber vielleicht doch besser ohne Paintball Guns… :wink:

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Heute war der Tag der langen Filme.

Riddle of Fire
Netter Kinderfilm, von einem Regisseur, der noch nicht so ganz auf dem Plan hat, wie Filmemachen geht. Die Kinderdarsteller fand ich recht natürlich. Die story etwas hanebüchen, aber mei. Witzig fand ich die gestrickten Hauben. Und mal wieder schöne Landschaften.

Ich bin ja Filmen gegenüber meistens sehr tolerant eingestellt und gehe zum FFF, um Filme zu sehen, die ich übersehen würde oder denen man die große Leinwand vergönnt. Beim FFF möchte ich aber nicht unbedingt einen Kinderfilm sehen, wie Riddle of Fire, da der ja gar keine fantasy, thriller, horror oder science fiction Elemente hat. Bisschen Folklore halt.

The Empire
Von dem hatte ich mir deutlich mehr versprochen. Der trailer wirkte wie eine typisch französische Komödie. Irgendwo steht auch was von science fiction Parodie. Nur - was wurde denn parodiert? Wo war der Witz? Paar Schmunzler, ja. Auch hier schöne Bilder, aber viel zu lange Einstellungen. Und laaaang. Und très bizarre. Und, was mir normalerweise nie im Kino passiert, ich musste echt aufpassen, dass ich nicht einschlafe. Puuuh. Allerdings nette Idee hinsichtlich der Raumschiffe.

Oddity
Endlich Horror, hat mich auch ein paar Mal voll erwischt. Wir haben hier zwar eine relativ simple story, die aber effektiv umgesetzt wurde. Mir hatte damals Caveat auch schon gut gefallen, vom gleichen Regisseur. Danach war ich definitiv wieder wach.

Cobweb
Kang-Ho Song brilliant. Die Film im Film Idee gut umgesetzt. Auch die anderen Schauspieler sehr gut. Man erhält, wie so oft bei den Koreanern, einen hochwertigen, perfekt gemachten Film. Allerdings habe ich mich auch bei diesem Film gefragt, warum beim FFF? Berlinale, Münchner Filmfest, eventuell in arthouse Kinos, ja. Aber FFFN? Und das, obwohl ich koreanische Filme und Serien liebe und mich natürlich freue, dass ich sie im Kino sehen kann.

Tja, und die Spinnensequenz am Ende passt dann ja doch zum Festival

Und zum Schluss noch
Suitable Flesh

Ja, äh, ok. Fleischeslust gab’s viel. Storymäßig etwas unausgegoren, aber ich hab mich über Barbara Crampton und Jonathan Schaech gefreut.

Zwischendrin ein paar Worte mit dem Wortvogel gewechselt. Und @splattercheffe wir sehen uns morgen :+1:kann mich ja einfach beim Eingang neben die Karten-Checker stellen vor Boy kills World :grin:

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SUITABLE FLESH

Fand ihn unterhaltsam aber er hätte viel mehr Potenzial gehabt. Angesichts dessen, das er die 80er Gefilde von Brian Yuzna und Stuart Gordon betritt und auf eine Vorlage von H.P. LOvecraft zurückgreift fand ich es besonders schade, das seine Optik so glattgebügelt und die Erotik zwar mit effekt bombast inszeniert aber ansonsten sehr zurückhaltend ist. Auch seitens der Story gäbe es verbesserungsbedarf. Dafür überzeugt die Chemie zwischen Graham - die ich großartig fand und Barbara Crampton. Überhaupt gefiel er mir schauspielerisch. Und einige lustige One-Liner obendrauf. 5,5/10

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Ultrakurzer Lagebericht aus HH :

„La Morsure“ (a.k.a. „Bitten“) war einfach nur wunderwunderwunderschön. :heart: :heart: :heart: Ich hab’ während der Vorstellung dreimal Tränen vergießen müssen, vor lauter Angerührtsein und Ergriffenheit… genau wegen solcher Filme gehe ich auf’s FFF. Vielen vielen Dank nochmal @Herr_Kees und @Leimbacher-Mario - ich fand ja schon den Trailer total toll, aber erst beim Zwischen-den-Zeilen-Lesen Eurer reviews wurde mir klar, dass das vermutlich genau meine Sorte Film sein dürfte - und so war’s dann auch. Hättet Ihr Beiden also nicht so schöne Worte geschrieben, hätt’ ich mich wohl nicht noch zum spontanen Karten-Erwerb durchgerungen, und den vermutlich doch noch verpasst gehabt. Darum: Tausend In-den-Staub-Niederwerfungen und ein dickes merci beaucoup fürs textliche Zum-Ticketkauf-Anstiften. :clap: :+1:

„Late Night With The Devil“ war stilistisch und vom look her eine Wucht, aber was dann das Endergebnis angeht - da ging’s mir dann leider in etwa wie @Herr_Kees - der wird dem ganzen im Vorfeld entfachten Hype IMHO nicht mal ansatzweise gerecht. Nettes Filmchen, ganz putzig gemacht, muss ich für meinen Teil aber nicht nochmal schauen.

…und „Cenaze“ (a.k.a. „The Funeral“) hab’ ich dann schweren Herzens leider sausen lassen, und meine Karte an ein Pärchen, das gerade an der Kasse stand, verschenkt - auch wenn der Vielen hier und anderswo ja nicht so zugesagt hat, ärgert mich das trotzdem ein bisschen. Alleine schon, weil ich weiss, dass ich den mit ziemlicher Sicherheit wohl nirgends anders mehr zu sehen bekommen werde… aber da ich halt morgen früh um spätestens halb sechs wieder hoch muss (Frühdienst…), hab’ ich da dann doch lieber die motorisierte Mitfahrgelegenheit aus HH raus wahrgenommen, statt nach dem Filmende noch bis 0:30 Uhr auf den Zug zu warten, und dann endeffektiv erst gegen 01:30 Uhr schlafen zu gehen. Man wird ja auch nicht unbedingt jünger…

Werde mich dann vermutlich spätestens am Dienstag nachmittag nochmal ausführlicher zu den beiden heute gesehehen Filmen (und dann vermutlich auch endlich mal zu „Concrete Utopia“) äussern. Für hier und jetzt erstmal „Gut’s Nächtle!“, und Euch Allen noch 'nen schönen Abend, und einen guten Start in die neue Woche.

…aber die einzige Frage, die mich wirklich beschäftigt: Hat das nun endlich mal geklappt, mit dem persönlichen Kennenlernen von @Michaela und @splattercheffe ??? :wink: :smiley: :question:

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LATE NIGHT WITH THE DEVIL

Interessante, sehr gut dargestellte Figuren und stilsicher in der Umsetzung. Für mich aber trotz ordentlichem Aufbaus nicht wirklich fesselnd. Der Übergang in den Exzess kam dann viel zu abrupt und das Ende, die letzten ca. 20 MInuten, wirken beliebig und hätten sonst was als Begründung/Hintergrund erzählen können. Auch frage ich mich wer oder was da am Drehbuch gewerkelt hat. Vollkommen overhypter Film der aber vermutlich nicht allzu lang für Gesprächsstoff sorgt. Vielen Showmastern, die sinnbildlich für die Zeitverschwendung des modernen Menschen stehen, würde ich allerdings mal eine solch intensive Erfahrung wünschen. 5,5 oder 6/10.

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