FFN 2025 - Fantasy Filmfest Nights

Der Fischmensch stinkt vom Kopf her

…glücklicherweise aber nicht dieser Film. „Orang Ikan“ ist mal wieder einer dieser kleinen, mit sehr wenig Budget, dafür aber umso mehr Liebe für’s althergebrachte, klassische Genre-Kino gedrehten Filme, die nichts, aber auch wirklich gar nichts, irgendwie weltbewegend anders machen als ihre grossen Vorbilder (in diesem Falle „Creature From The Black Lagoon“ und „Enemy Mine“) und diesen auch in keiner einzigen Einstellung auch nur ansatzweise das Wasser reichen können (was sie ja aber auch gar nicht wollen), die aber einfach nur Spaß machen, anzuschauen. Und manchmal - zumal an einem sonnigen Samstag nachmittag - reicht sowas ja durchaus auch schon aus, um einfach nur eine gute Zeit im Kino zu haben. Klar ist die Ausleuchtung, gerade auch in den Nachtszenen, grottenschlecht bis hundsmiserabel, natürlich sind hier weder Kamera, noch Schnitt oder Effekte, und auch nicht die Kostüme, state of the art - ist das Alles aber immer noch ausreichend genug, um die Genre-kundigen Zuschauer:Innen die perfekt passende, nicht zu lange und nicht zu kurze Laufzeit von gut achtzig Minuten über mit launigem Amüsement bei der Stange zu halten. Die beiden sich zuerst bis aufs Blut hassenden Kontrahenten, welche im Angesicht eines gemeinsamen, übermächtig anmutenden Feindes sich gezwungen sehen, ihre Vorurteile zu überwinden und zusammen arbeiten zu müssen, das gar nicht mal so grausliche, eher komisch als gruselig anmutende, jederzeit als man in a rubber suit erkennbare Monster, die schnörkellos-geradlinig inszenierte und routiniert abgespulte 08/15-Geschichte: All das kennen wir schon. Alle das lieben wir aber auch - zumindest, wenn man (so wie ich) seit Kindertagen schon ein Herz und eine Schwäche für diese Art von 1950er-creature feature flicks hat. Die abgelegen-archaische Dschungelinsel gibt dabei ein passend urtümliches Setting ab. „Orang Ikan“ ist ein feiner kleiner low budget-Film, der nicht so tut, als würde er das monster movie-(Sub-)Genre-Rad neu erfinden, der um seine Schwächen weiss, sich für diese aber auch nicht schämt (und auch gar nicht schämen muss), von dem Einer:Einem nach dem Verlassen des Kinosaals zwar absolut nichts längerfristig im Gedächtnis haften bleibt, mit dem man aber zuvor für knappe eineinhalb Stunden einfach nur Spaß im Kino gehabt hat. Und auch, wenn der titelgebende Orang Ikan so stocksteif daher watschelt, als hätte man ihm gerade einen Besenstiel in den Fischmenschen-Arsch gerammt, und bestimmt auch mindestens dreizehnmal zu oft die altbekannte „Predator“-victory pose einnimmt, und es zudem wirklich absolut hirnverbrannt blödsinnig ist, dass fast der gesamte vorhergegangene Film am Ende nochmal ge-recapped wird - Spaß gemacht hat’s trotzdem. Passt scho’ so! :+1: Kein Film für die Ewigkeit, aber für einen netten FFN-Nachmittags-Slot.

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