Tranig Pixie Dumm Girl
„Bonjour Luc! Na, wie gehts?“
„Ah, la condition de le monde, c’est terrible!“
„Ja, schrecklich, mit dieser ganzen CoViD-Pandemie, und Allem. Kannste denn zur Zeit überhaupt drehen?“
„A oui, isch habe ein ganz neues Proschekt am Start.“
„Ah, interessant, erzähl doch mal. Worum gehts?“
„Alors, da ist dieser junge Mann, der hasst einfach Alles. Seine Arbeit, c’est stupide, seine Wohnung, seinen Chef, tout la vie, c’est la merde! Hängt ihm Alles zum Hals raus, ah? Und dann, un jour, da lernt er so eine Schnecke kennen…“
„Moment, Moment, Luc… ‚Schnecke‘? Du meinst, eine Frau, oder?“
„Ah, oui, oui, Sag’ isch doch. Und la fille jeune, ah, sie ischd… wie sagt man? Ein wenig verrückt, un peu fou. Farfelu, et tres spontané. Und er verknallt sisch gleich in sie, und nach un quart d’heure, schie schon machen amour…“
„Warte mal, Luc! Das geht mir jetzt aber Alles viel zu schnell. Was hat denn diese junge Frau denn überhaupt so für Eigenschaften, was für eine Funktion hat sie denn für die Geschichte, und was bedeutet sie dem Mann?“
„Ah, schie soll ihm helfen, schu finden, la magique de la vie. You know - ich hab in letzter Scheid ja nullement essen gehen können, oui? Da hab ich mir immer vom Chinois beschtelld, le dîner… und in die biscuits de bonheur, da waren schoooo viele kluge Lebensweisheit. Isch hab die alle aufgehoben, und auch mein Kalender, den hab isch nun selbst abgerisse. Isch hab’ ja nun temps. Ah, tres bon, beaucoup des dictons. Dasch sagt schie ihm alles.“
„Also, ich weiss ja nicht, Luc. Das hört sich für mich Alles ziemlich abgedroschen und schwer versimplifizierend an. Darauf kann man doch keine weibliche Hautrolle aufbauen. Was macht sie denn noch so, diese junge Frau?“
„Ah, c’est complément egal! Weissch Du, die soll doch nur dumm grinsen, und blöd gucken, und ab unn schu mal - wie sagt ihr allemands? - ihre Titten in die Kamera schlenkern, unnhd nackisch embrasser les arbres. La érotique francaise, oui?“
„Oh Mann, Luc - das sind doch keine hinreichenden Charakter-Eigenschaften.. und auch keine Handlungsweisen, die Du im 21. Jahrhundert einer weiblichen Hauptfigur zuschreiben solltest. Das ist doch, entschuldige bitte, ganz platter Sexismus, und allerübelster Chauvinismus!“
„Ah, toutes les allemands - Ihr scheid alle, non romantique!“
„Hmmm… ich weiss nicht. Aber gut - was passiert denn sonst noch so, in Deinem Film?“
„Ah, schie bringt ihm bei, schwimme, in le swimming pool. Un schie is complement furieuse, contre un Jäh-Gerr. Weil, er meurtre les animales innocentes. Und schie Beide, les deux manger un Hamburger, en coucher de soleil… in Sonnenuntergang…“
„Äh, warte mal kurz, Luc. Hamburger sind doch teilweise auch aus toten Tieren gemacht. Wie kann sie die denn essen wollen, wenn sie kurz vorher noch vollkommen ausgeflippt ist, weil Einer unschuldige Tiere auf der Jagd getötet hat?“
„A oui, toutes les cineastes, sont crétins… Dasch merken die doch gahr nischd. Und wenn sie dann noch mit ihre Titten in die Kamera…“
„Mensch Luc, jetzt hör’ doch mal auf mit Deiner Brust-Fixierung! Aber vielleicht hast Du recht, ich glaube auch immer mehr und mehr, dass die avisierte ideale Zielgruppe für Deinen Film wohl in der Mehrzahl Idiot:Innen sein müssen. Wie soll er denn überhaupt heissen, der Film?“
„Ah, exactement wie les protagonistes…„June et John““
„Das klingt mir aber verdächtig nach „Jules et Jim“ von Truffaut… Hast Du denn gar keine Angst, mit einem solchen Meisterwerk eines Genies des Kinos verglichen zu werden?“
„Ah, non, non - moi, c’est le plus grand génie de cinema, absolutement magnifique!“
„Ah ja, verstehe… Du hör’ mal, Luc, ich muss dann jetzt auch Schluss machen, hab’ noch was zu tun. War aber wirklich nett, mal wieder mit Dir zu plaudern. Alles Gute, Du, und viel Glück mit Deinem neuen Film. Bis dann, Auf Wiederhören!“
„Oui oui, merci, et à bientôt!“
(Legt auf, wählt umgehend neue Nummer)
„Allo? Salpêtrière, psychiatrische Abteilung? Ah oui, ich würde gerne einen akuten Fall von gemeingefährlichem cineastischen Größenwahn und völliger filmischer Realitätsverblendung melden… Ich bin mir nicht sicher, ob die Person noch ganz zurechnungsfähig ist… le nom? Luc Besson… Oui oui, le directeur… Ja, aber bitte beeilen Sie sich. Ich befürchte, dass Monsieur Besson sonst in Bälde etwas tres horrible auf le monde de cinema loslassen wird…“
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