FWN 2023 - Fantasy Filmfest White Nights

In Nürnberg findet das große FFF vom 20. bis 27.09. statt und die Nights finden vom 20. bis 23.04. statt.

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Endlich mal wieder durchweg gut besuchte Vorstellungen in Stuttgart, nur der letzte Film schwächelte etwas, war wohl zu anspruchsvoll und zu spät.

LA TOUR/LOCKDOWN TOWER gefiel mir überraschend gut, eine altbekannte soziale Versuchsanordnung, aber selten so düster und nihilistisch gezeigt wie hier.

HIT BIG war für mich der Tagestiefpunkt, eine unlustige Komödie, die gerne ein finnischer FARGO wäre, aber total versäuft.

EVIL EYE ist ein schöner Oldschool-Hexenhorror, der den Zuschauer mit allen Tricks manipuliert, eine unterhaltsame und atmosphärische Märchen-Geisterbahn.

PROJECT WOLF HUNTING war die erwartete Schlachtplatte ohne Sinn und Verstand, quasi THE SADNESS mit MGs, bzw. THE WITCH mit Gore galore. Wirkte angestrengt und anstrengend.

PRISON 77 war zum Abschluss dann nochmal ein richtiger Film mit Handlung und Relevanz, ein stilistisch wertiges Gefängnisdrama, bei dem der Kampf gegen die systembestimmende Restdiktatur Francos im Vordergrund steht. Hier kommt die Spannung noch von innen.

Reviews folgen.

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Soft and Quiet
Man hat mich der Film aufgeregt. Wenn ich nicht mitten drin gesessen wär, wär ich nach der Anfangsszene geflüchtet. So ein Gebrüll. Wackelkamera. Blöd. Wobei das Kaffeekränzchen ja noch interessant war mit den Stammtischvorurteilen und Sprüchen. Was aber dann abgeht, wie jemand gesagt hat, wie ein Autounfall, bei dem man wegschauen will, aber nicht kann.

Limbo
Wahnsinnsfilm, total intensiv, minimalistisch. Spannend, emotional. Dafür geht man ins Kino.

Nights in München vom 20. bis 23.04. Im city

Nocebo
Eigenartig. Aber nicht schlecht.

Wurde auch für Hamburg bestätigt. Der Eröffnungsfilm wird EVIL DEAD RISE sein.

FFF in HH dann 20. - 27. September.

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Kurzes, intensives Wochenende, leider nur Zeit für 5 Filme.

EVIL EYE
Altmodischer Grusler im positiven Sinne, hübsche kleine Effekte. Sympathisch. 6,5/10

PROJECT WOLF HUNTING
Tatsächlich, abseits von Zombie-Filmen a la BRAINDEAD hab ich kaum je einen blutigeren Film gesehen. Die Story ist natürlich strunzdoof und natürlich vollkommen wurscht, und ich traue mich zu sagen, mich hat das gut unterhalten, aber vielleicht muss ich das mit meinem Therapeuten mal nachbesprechen. 7/10

SOFT AND QUIET
Alles aus der Blumhouse-Schmiede wird gekuckt, schon mal klar. Aber das war wirklich ein schwerverdauliches Brett, filmisch 1A umgesetzt als One-Take, und wer da die Wackelkamera beklagt, ist offensichtlich nicht entsetzt genug vom Narrativ des Films; und sage jetzt keiner, das, was die Damen da so konsequent und unausweichlich treiben, sei unglaubwürdig oder überzogen. In Zeiten, da sich der Faschismus in vielen Ländern als erstaunlich untot erweist, ist S and Q ein wichtiger Film, der weh tut, er muss es sogar. 8,5/10

LIMBO
Aaah, aber das war mein Highlight. Schon klar, wenn man genrebedingt was meckern will, kann man das machen, aber selbst für die Meckerer gilt zweifelsohne die schlichtweg atemberaubende visuelle Qualität. Könnt Ihr Euch erinnern, dass Blade Runner bei der erstmaligen Kinoauswertung gefloppt ist? Dann hat er sich zum verehrten Kultobjekt entwickelt, und die nächsten zwei Jahrzehnte sahen die Hälfte aller Sci-Fi-Filme alle so aus wie Scotts Masterpiece. Denselben Tipp gebe ich auch für LIMBO ab, natürlich auf heutiger Realität geschuldetem kleinerem Niveau und der asiatischen Herkunft wegen - aber ich fress einen Besen, wenn dieser Film nicht visuell seine Spuren im Action- und Thriller-Genre der nächsten Jahre hinterlässt. Dabei werden seine Vorbilder und Inspirationen im Noir des vorigen Jahrhunderts (und ich meine die goldenen 40er und 50er!) nicht nur durch das monochrome Schwarz-Weiss benannt, sondern wer aufpasst, entdeckt sogar ein Zitat aus „Der Dritte Mann“… glorreich und mutig und großartig, und den halben Punkt Abzug gibt’s wirklich nur, weil die Storyline eigentlich… egal ist. Weil man ins Kino geht, zuallererst zum SCHAUEN! 9,5/10

NOCEBO
Gut gespielt, glaube ich (wenn ich Eva Green kucken kann, geht meine Objektivität flöten), ordentlich inszeniert, kleines Voodoo-Teil mit Sozialkritik, quasi die ausgefeilte, gute Variante dieses unsäglichen Jeans-tötet-Leute-Films, wie hieß der noch, Slaxx oder Jaxx oder so?
Leider ein nicht unwesentlicher Nachteil, der mir die Lust ein bisschen nahm: nach zehn Minuten und einer gewissen Dialogzeile war klar, wie der restliche Film abläuft, das fand ich schade. Aber das muss ja nicht jedem so gehen. 6,5/10

White Nights vorbei. Bei den Nights dann bitte kein Winter mehr.

SONNTAG in Köln

Solides Kino- und Couchwetter draußen. Weiterhin nette, warme Stimmung innen.
Die Grußworte der Macher sind süß, auch wenn sie in den seltensten Fällen Mehrwert haben.
Der „Scream 6“-Trailer macht Lust drauf und Ghostfaces Ferngespräch aus NYC ans FFF ist cool.
Pausenplanung und Zeitplan heute eher chaotisch und uncool. Aber sonntags findet man in direkter Umgebung ums Residenz eh wenig zu essen.
Die Daten der weiteren FFFs in Köln sind bekannt. Glaube gleich mit München und HH. Evil Dead Rise wird die Nights eröffnen. Geil.

SOFT & QUIET
8/10
Für mich der (womöglich etwas polarisierende?) Ü-Hit des Festivals. Man spürt in jeder Minute, was die Regisseurin damit meint, wenn sie hier einen ihrer (tief in der Realität verankerten) Alpträume darstellen wollte. Menace 2 Society. Einer der (gesellschaftlich) gruseligsten Filme seit langem - und das ohne klassischer Horror zu sein. Home Invasion-Grauen. „Victoria“ trifft KKK-Kaffeeklatsch. Haneke-Vibes. Packend, intensiv, anstrengend für Nerven, Magen, Herz. Was für ein fieser, moderner „Hexenzirkel“/Hetzenzirkel…

LIMBO
7,5/10
Audiovisuell Gourmethappen und Gedicht, atmosphärisch absolut dicht. Ein Neo Noir-Serienkillerchiller wie aus dem Lehrbuch irgendwo zwischen Ridley Scott und David Fincher. Inhaltlich, thematisch und geschichtlich hapert’s und mäandert’s mir für wirklich Meisterliches aber etwas zu stark. Dennoch: eine mögliche 4K kommt ins Haus!

NOCEBO
7/10
Pillen, Psyche, Philippino-Voodoo. Durchaus Ähnlichkeit zum gestrigen „Evil Eye“. Ähnliche Message wie der „Slaxx“ vor ein paar Jahren. Überdurchschnittlich gespielt, kein Wunder mit Frau Green. Durchaus unterhaltsam, spannend und gewieft. Leider im falschen Seitenverhältnis und mit abgeschnittenen Untertiteln. Das sollte nicht passieren oder währenddessen noch korrigiert werden. Aber war jetzt auch kein Gamebreaker und nur ein wenig die Rückblenden betroffen.

SATANS SLAVE 2: COMMUNION
6/10
Mehr Beton, mehr Budget, mehr Beten. Also auch besser als der Vorgänger? Nicht wirklich. Mir zu grau, episodisch, sprunghaft, unkonzentriert. Dennoch 'ne Geisterbahngaudi.

GOOD BOY
5,5/10
Ich liebe Hunde. Katzen aber fast noch mehr. Das spielt aber kaum eine Rolle bei meiner Meinung zu „Good Boy“: erste Hälfte und Grundidee sehr lustig und anders. Viel Lachen im Saal und bizarre Situationskomik. Zweite Hälfte, wenn’s dann ernst wird und die Fronten geklärt sind, kommt leider nicht mehr viel und wird’s fast etwas enttäuschend. Daher eher ein One-Trick-Doggy.

Und die letzten zwei

Satan’s Slaves
Paar jumpscares. Story auch ok. Fand allerdings die dunkle Ausleuchtung und die Blitze ziemlich anstrengend.

Good Boy
Anfänglich nordisch charmant. Aber wir wären nicht auf dem FFF, wenn das so bliebe. Besser als erwartet. Leicht ungemütlicher Rausschmeisser.

Wir sehen uns im April.

+1. Das war einfach nur die pure Masterclass. Bei aller visueller Pracht sollte man aber nicht die furiose Kameraarbeit, die grandiose Leistung von Yase Liu (die hierfür zurecht mehrfach ausgezeichnet wurde), die fantastische Kamerarbeit (die ‚Verfolgungsjagd‘ nach dem Autodiebstahl → einfach nur Wahnsinn) sowie das phänomenale, minimalistische und präzise Sounddesign (Musik von Kenji Kawai) vergessen. Das alles überragende Highlight. Die 9,5 passt schon!

Genau wegen Filmen wie diesem geh ich (noch) zum FFF…

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Tag 2 in Stuttgart beginnt mit SOFT & QUIET, den man für sein Thema und seine Machart gut finden kann, der allerdings aufgrund der komprimierten Zeit eine nachvollziehbare Entwicklung der Eskalation schuldig bleibt. Und hätte man hier nicht ausnahmsweise die Geschlechter verdreht, es wäre ein höchst belangloser Film daraus geworden, den man so schon zig mal gesehen hat.

LIMBO ist auf jeden Fall das visualle Highlight des Tages, wobei er mir ein bisschen zu sehr nach SEVEN schielt und storytechnisch äußerst schwach ist. Dafür punkten die ewig lange, großartig gefilmte Verfolgungsjagd in den Hinterhöfen Hongkongs sowie Yase Liu als Wong To, die hier wohl mehr traumatisierende Erfahrungen durchmachen muss als jede andere Frau in einem Genrefilm.

NOCEBO ist leider genau so platt wie der Vorgänger VIVARIUM vom selben Regisseur. Selbst wenig genreerfahrene Zuschauer sind dem Film stets meilenweit voraus. Entweder interessiert sich Lorcan Finnegan nicht für Spannung und Überraschungen oder er hält sein Publikum für dumm. Schön anzuschauen dank Eva Green, aber letztlich ärgerlich.

Yoko Anwars SATAN’S SLAVES 2 schert sich schließlich gar nicht mehr um eine Story, da es die in der Geisterbahn ja auch nicht braucht. Die Spukszenen sind allesamt kompetent inszeniert, aber es gibt viel Leerlauf davor und dazwischen, der Film bleibt episodisch und endet im reinen Schwachsinn. Passt von der Location her wunderbar zu LOCKDOWN TOWER.

GOOD BOY sah auf den ersten Blick aus wie eine skurrile Komödie, entwickelt sich jedoch mehr in die unangenehme Richtung des letztjährigen FRESH. Ein schön galliger Rausschmeißer, der aber noch etwas Biss, bzw. „Fass!“ vertragen hätte.

Reviews folgen.

Fazit: Guter Filmquerschnitt ohne wirkliche Highlights, aber auch ohne Totalausfälle. Highlights: PRISON 77 und LIMBO, Lowlights: HIT BIG und NOCEBO. Für den größten Horror sorgte an den zwei Tagen allerdings die Best-of Roxette Playlist, die im EM-Kino vor jedem Film rauf und runter lief.

FF Nights in Stuttgart: 20.-23.04.23
FFF in Stuttgart: 20.-27.09.23

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Sorry, aber der größe Horror dürfte mit Abstand der unfassbar dämliche, kindische und unsagbar unlustige SHAZAM-Trailer gewesen sein… Peinlicher gehts echt nicht mehr. Zum Fremdschämen

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Bibberkalt ist es in Köln geworden, vor allem in den Abendstunden. Ein Glück, dass ich dieses Mal alle Filme mitgenommen habe, das hat zumindest das Pausenüberbrücken erspart. Ausführliche Reviews kommen Ende der Woche, deshalb hier nur mal ein erstes Stimmungsbild:

Lockdown Tower
Prämisse faszinierend, Umsetzung holprig, ohne Sympathieträger und befremdlich mit künstlicher Distanz aufgebaut. Gab einige Lacher in Köln, vor allem hinsichtlich den völlig absurden Zeiträumen, in denen die Handlung spielt.

Hit Big
Für mich der Tiefflieger des Festivals. Nicht annähernd so kultig wie es sein will, eiert herum und vertrödelt zuviel Zeit mit Belanglosigkeiten. Genre-Bezug???

Evil Eye
Erfrischend und überraschend. Nimmt sich selbst nicht die ganze Zeit ernst, macht großen Spaß. Horror aus Kinderaugen. Toller Twist am Ende. Starkes Ding!

Project Wolf Hunting
Für den Moment sicherlich unterhaltsam und eine Schlachtplatte, wie sie so oft gefordert wird. In drei Jahren wird das allerdings kaum noch eine Notiz wert sein. Gehobener Durchschnitt.

Prison 77
Ich mag es nur sehr ungerne, wenn Filme ohne Genre-Bezug auf dem FFF laufen. Aber das hier ist so verdammt gut (wie Marshland damals), dass ich gerne dafür gekommen bin. Packend, erzählt sich von selbst, macht es leicht, einzutauchen.

Soft & Quiet
Stummes Highlight. Aufwühlend, überraschend, nebensächlich, aufrüttelnd, stark eingefangen und erzählt. Plakativ wie immer bei Blumhouse, aber erzählerisch weit über dem, was da sonst so kommt.

Limbo
Habe mich die ganze Zeit gefragt, ob der Film in Farbe auch so gut ankommen würde. Ähnlich wie Shadow damals. Trotzdem: absolut solide und hinreißend eingefangen.

Nocebo
Völlig absurd und unglaubwürdig (wieso schaut keiner mal nach, ob es vorherigen Schriftkontakt mit Diana gab???). Macht dank der tollen Besetzung doch noch Spaß, aber man muss einige Ungereimtheiten hinnehmen. Starkes und überraschendes Ende.

Satan’s Slaves 2
Ähnlich überdurchschnittliches Niveau wie der erste. Storytechnisch mau, als Geisterbahn kompetent.

Good Boy
Toller Rausschmeisser, stellt interessante Fragen, hat DEN Schockmoment des Festivals parat. Klasse.

Insgesamt: super zufrieden. Tolle Auswahl, Vielfalt, Stimmung, Publikum. Wie immer klasse in Köln, aber so ein starkes Programm gab es lange nicht mehr für mich. Auch The Tower habe ich trotz mieser Bewertung gerne geschaut. Nur Hit Big … hätte nicht sein müssen.

Noch ein kleiner Nachtrag zu
Soft and Quiet.
Thema hochbrisant, keine Frage.
Mich hat die Kameraführung genervt, auch das leicht schwankende Bild. Die Darstellerinnen absolut nervig. Und dass die Handlung dann am Ende so dunkel ausgeleuchtet war. Die gefühlt minutenlange Einstellung am Ende hätts auch nicht gebraucht.

Wäre sicherlich gegangen, wenn ich nicht so mittendrin gesessen hätte.

Was ich allerdings sehr gut fand, war der Kaffeeklatsch. Der wirkte sehr echt. Auch der Dialog war treffend, auch wenn oder gerade weil dieser so plakativ war. Und man sich vielleicht ertappen konnte, den einen oder anderen ähnlichen Gedanken auch schon gehabt zu habem.

Die darauf folgende Eskalation fand ich dann aber wenig nachvollziehbar. Und einfach nur nervig.

Und zu Limbo
Den Film fand ich super. Perfekt für die große Leinwand. Die story ist natürlich das übliche Klischee und das Verhalten einiger Protagonisten nicht das schlaueste, aber die Umsetzung und das Inszenesetzen war klasse. Viel trug auch zur Stimmung bei, dass der Film schwarz/weiß war und der Regen. Passt zu der melancholischen Sicht auf Hongkong. Mein absolutes Highlight.

In Köln hat Matthias mehrfach die guten Besuchszahlen in Köln erwähnt, teilweise war es auch Supervoll (Project und Limbo quasi ausverkauft), das Foyer kam zwischen den Filmen sichtlich an seine Grenzen. Aber ganz klar lieber so als andersrum. Die Ansagen von Matthias sind jedes mal ein Highlight. Obskure Insider-Hinweise zum Kölner Kulturleben inklusive. Das macht richtig Laune. Die mehrfach erwähnten schönen Füße des Hundedarstellers in Good Boy haben wir allerdings nicht gesehen, kamen die überhaupt vor? :smiley:

Zu den Filmen hat mir insgesamt noch ein richtiger Lacher gefehlt (Hit Big hatte vermutlich diesen Slot inne, hat aber nicht funktioniert) und Scifi wäre noch cool gewesen. Außerdem waren alle Filme, die um die 120 Minuten gingen schlicht zu lang. Denen hätte eine Kürzung sichtlich gut getan. Einzige Ausnahme ist prison 77, der hätte auch noch 2 Stunden länger gehen dürfen.

Nun im Einzelnen:

Tag 1

Mit Lockdown Tower ging es finster los, die anfängliche dichte, bedrohliche Atmosphäre, das nicht greifbare Nichts außen rum, das soziale Gefüge, die Zutaten waren da, aber leider gab das hinten raus einfach nichts. Dazu ein paar Merkwürdigkeiten wie funktionierender Strom und Wasser trotz vollständiger Leere außenrum?! Und diese Zeitsprünge… und klar… Zur Nahrungsaufnahme werden Haustiere gezüchtet, das ist ja effizienter, als die Nahrung für die Haustiere direkt zu konsumieren, wtf?. Da wäre viel mehr drin gewesen, hätten sie das Drehbuch zu Ende geschrieben… Leider gurkig. 3/10

Hit Big war leider kein Big Hit. Der Anfang war noch irgendwie skurril / funny, aber das verläuft sich alles nirgendwo hin, nur wenige Gags zünden wirklich, er will irgendwie kultig und ein bisschen edgy sein, aber das geht nicht auf. Viel verschenktes Potential und vieeeel zu lang. immerhin nicht ganz so finster wie die meisten anderen Streifen am Wochenende. Trotzdem noch ein kleines Gürkchen. 3,5/10

Der Ausflug ins Hexendorf von Evil Eye ist schön bebildert und sehr gut gespielt. Man fühlt mit der großen Schwester durchgängig mit und möchte einfach nur zurück in eine vernünftige Zivilisation :smiley: . Die Effekte konnten sich auch sehen lassen und auch wenn der Film jetzt kein Meisterwerk war, so war es am ersten Tag auf jeden Fall das erste kleine Highlight. 6,5/10

Project Wolf Hunting war nur in einer Disziplin Highlight: Wie unrealistisch kann Blut spritzen? Jeder Schnitt wie ein Stich in eine geschüttelte Bierdose. Dafür fette Soundeffekte und zumindest in der ersten Hälfte ein interessanter Story Ansatz. Auf dem Spannungshöhepunkt, als sich beide Gruppen gegenüber stehen und ein wirklich gutes Taktik-Ding draus hätte werden können, kommt aber das Monster und splattert in 5 Minuten 90% des Casts gegen die Wand. Joah, wir haben uns gefragt, wer überhaupt noch übrig ist :smiley: . Er war definitiv sehr brutal, aber dabei irgendwie auch stumpf. Auch hier wäre mehr drin gewesen. Auch hier wäre kürzer womöglich besser gewesen. 6,5/10

Zum Abschluss des Tages gab es dann mit Prison 77 das absolute Highlight des Festivals. Da kann ich wirklich nur Danke sagen. Es ist schon was länger her, dass ich im Abspann kurz feuchte Augen bekam, aber der hat mich echt erwischt. Unfassbar gut umgesetzt, fantastisch gespielt (inklusive haus des Geldes Star), Setting, Story, Bezug zur Realität, einfach alles da, besser geht es kaum. Einer der wenigen Filme wo ich auch von Minute 1 bis Ende vollständig hellwach gebannt zugeschaut habe. Hoffentlich bleiben auch solche Filme (Siehe auch Ted K) weiterhin Teil des Programms. Absolute Anschau-Pflicht. 9,5/10

Tag 2

Ich hatte die Ansage zu Soft & Quiet nur halb gehört und daher falsch verstanden. Ich dachte es geht in dem Film um eine „klassische“ Frauenbewegung. Ich glaube so hat der Film aber noch besser funktioniert, weil ich wirklich dachte, wtf reden die da? Das Hochpeitschen bis zur Eskalation wurde hervorragend umgesetzt, super gespielt und der One-Take macht es alles realistischer. Ein Kumpel, der das erste mal dabei war dieses Jahr sagte danach er war kurz davor rauszugehen, war ihm zu krass. Ist auch krass, die letzte Szene ist aber sehr heilsam, das Wissen, dass sie wahrscheinlich alle vor Gericht landen werden ist nötig gewesen. Könnte vielleicht sogar in Schulen - ok eher in Unis gezeigt werden und kann ich mir auch als Theaterumsetzung vorstellen. 8/10

Habe viele Vorschusslorbeeren für Limbo mitbekommen, der Look war auch wirklich deftig, der Film ist so richtig Noir, auch Stimmungsmäßig. Hier wurde ein Sieben-Vergleich gemacht, den kann ich total nachvollziehen, grade der ganze Regen am Ende drückt da mit rein. Hervorragend gespielt, teils sehr hart, aber auch echt dreckig / hoffnungslos / kaputt. Und auch zu lang. Und auch nicht völlig rund. Finde ihn aber mit einem Tag Abstand besser als gestern direkt danach. Würde ihn gern mal mit Syncro sehen um bei den Bildern zu bleiben. 7/10

Nocebo funktioniert nur, wenn man sich wirklich darauf einlässt, hat ein wichtiges Thema und auch keine so verkehrte Grundidee. Aber so richtig überzeugen konnte er auch nicht. Super gespielt ist er allemal, die Background Story bedrückend, das Ende heftig aber unerwartet. Auf jeden Fall keine Gurke. Eben Mittelfeld. 6,5/10

Nicht so richtig überzeugen konnte mich der viel zu dunkle Satan’s Slaves 2. Zu einem fand ich die Story völlig wirr, zu anderem ist auch der wieder mindestens 30 Minuten zu lang. Erst spät nimmt der Film endlich Fahrt auf, hat dann auch ein bisschen Geisterbahn zu bieten und ein paar nette Effekte, aber das reicht noch nicht für einen guten Film. 5/10

Zum Abschluss gab es mit Good Boy einen kleinen Streifen, schmale 75 Minuten, zumindest haben Die verstanden, dass ihre Story auch nicht mehr hergibt ;D. Die erste Hälfte war ganz unterhaltsam, ein bisschen skurril und ein paar Lacher gab es auch. Die zweite Hälfte war dann auch ganz ok, das Ende allerdings komplett unrealistisch und läpsch. Aber sei es drum, immerhin war er nicht langweilig. 5/10

Und jetzt heißt es warten, bis endlich die Nights offiziell angekündigt sind und ich mir die nächste Dauerkarte snacken kann :smiley:

Schöne Zeit euch!

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Welchen Schockmoment meinst du? Ich ahne es, bin aber unsicher ;D

Ja, da ahnst du schon richtig :smiley: Es ist dieser eine Satz, der ganz unverhofft an einer bestimmten Stelle fällt und alles auf den Kopf stellt.

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Ja, das spricht für Dich, würde ich sagen. Aber ich finde etwa die Weltsicht von Reichsbürgern auch wenig nachvollziehbar. Und nervig.
Das meinte ich mit meiner Aussage, so ein Film zum Thema muss halt weh tun, weil man erkennen kann, wie verbreitet ein gewisser Schlag an Menschen offensichtlich immer noch ist: von daher, im Kontext des Films leider doch nachvollziehbar in der Eskalation.

Vielleicht fand ich die Eskalation auch deshalb nicht nachvollziehbar oder übertrieben, weil die Damen erstmal relativ normal daherkamen. Die eine wünscht sich Kinder und kriegt keine (zum Glück vermehrt sich sowas nicht auch noch), die andere ist, vielleicht auch zu Recht, enttäuscht, dass sie nicht befördert wurde, die dritte ist beim ersten meeting eigentlich nur zum Kuchenessen da. Kim fand ich z. B. sehr echt. Das ist so jemand, den man trifft, abhängt, Spaß hat. Auch dass solche rassistischen Sätze in so einem Zusammenhang fallen können, find ich nachvollziehbar. Das Treffen hatte den Zweck eines „Make White America Great Again“, aber dann, typisch Kaffeekränzchen, hat man auch über andere Dinge gesprochen. Also hat das auf mich gewirkt, als suche man Gleichgesinnte. Aber dann so schnell zur Tat schreiten? Gruppendynamik spielt natürlich eine Rolle. Und die eine ist ja voll abgedreht. Was ich unglaubwürdig fand.

Ich seh schon, dass die Regisseurin ein wichtiges Anliegen hat und das mit teils drastischen Bildern zeigt, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen.

Aber mich haben diese Tussis meist genervt, ebenso die schwankende Kamera.

Aber das ist ja das Gute, dass dem einen was gefällt und dem anderen nicht. :kissing_heart:

Ich glaub, da bleib ich lieber bei den Klassikern wie „In der Hitze der Nacht“, „Wer die Nachtigall stört“ :wink:

Ich finde, das gehört alles geblurt, bzw. in einen eigenen Thread mit Spoilerwarnung. Das Thema Rassismus wurde sowohl im Programmheft als auch auf der IMDb Seite des Films bewusst ausgespart. Die offizielle Inhaltsangabe lautet

„Playing out in real time, an elementary school teacher organizes a mixer of like-minded women, when she encounters a woman from her past, leading to a volatile chain of events.“

Abgesehen davon empfand auch ich sowohl Setting als auch Motivation der Protagonistinnen durchaus realistisch und nachvollziehbar, mir fehlten allerdings ein paar Entwicklungs-Zwischenschritte innerhalb dieser 90 Minuten, für die aufgrund des Onetake-Gimmicks keine Zeit war.

Ich fand grade die Eskalation total nachvollziehbar, weil:

Ab hier spoiler.

Die Damen haben sich erst in entspannter Runde getroffen und dann, nach vorsichtigem Einstieg, gegenseitig immer weiter hochgepeitscht, sich in Rage geredet, Grenzen abgetastet. Der Höhepunkt war dann der Hitlergruß. Als sie im Geschäft waren konnten sie sich dann anhand der beiden Kundinnen weiter anstacheln und wollten sich gegenseitig in ihrer Reaktion und ihrer Krassheit übertrumpfen. Das Gipfelte dann im Hausbesuch, der eigentlich gar nicht so heftig intendiert war. Als aber dann plötzlich die Frauen nach hause kamen begann erneut das „ich bin krasser“ Ding und sie steigerten sich immer weiter rein, hatten aber in keiner Art geplant, was dann als „Unfall“ passiert ist. Es war eine Verkettung von gegenseitigem Pushen und unglücklichen Zufällen, die zur Eskalation führte. Fand ich schon plausibel umgesetzt, natürlich immer mit entsprechender worst case Abzweigung.

Lockdown Tower {2022, Guillaume Nicloux}
Prämisse ist prinzipiell ganz gut und der Beginn verspricht Rätselraten mit Aussicht auf Gewalt. Allerdings wird die Grundidee nie richtig erweitert und so tritt der Film überwiegend auf der Stelle. Optisch ist das Szenario im Hochhaus ganz interessant gestaltet, aber es passiert einfach kaum was, es gibt zu viele Charaktere und man hat keine Hauptpersonen, an denen man sich orientieren kann. Gewaltausbrüche gibt es kaum und irgendwie ist alles zusammenhanglos und in Versatzstücken ohne großen Gesamtzusammenhang inszeniert. Ende auch enttäuschend. Eher misslungene Sozialstudie als Spannungskino.
4,5/10

Evil Eye {2022, Isaac Ezban}
Gruselig-schönes mexikanisches Hexenmärchen, in der eine Stadtfamilie auf dem Land das Fürchten lernt. Ist optisch cool gemacht und hat mit der Großmutter eine faszinierend bösartige Hauptfigur. Der Verlauf der Geschichte ist gelungen, sie steigert sich schön und hat ein cooles Finale. Charaktere sind inklusive der Kinder gut gewählt. Wer auf gut gemachtes, eher traditionelles Gruselkino steht, liegt hier richtig.
7/10

Project Wolf Hunting​ {2022, Kim Hong-sun}​
Sehr hoher Blut- und Gewaltlevel. Da werden keine Gefangenen gemacht. Diesbezüglich kommt man auf jeden Fall auf seine Kosten. Wäre auch nur ein klein wenig dieser Energie in die anderen Bereiche investiert worden, wäre es ein Traum gewesen. So gibt’s außer der Blutwurst nicht viel Positives zu sagen. Geschichte zweckdienlich, Charaktere austauschbar. Was aber am schwersten wiegt, ist die über weite Strecken fehlende Spannung. Das enge Szenario auf dem Frachter wird so gut wie gar nicht genutzt. Keine raffinierten Jagden durch verwinkelte Gänge und Räume, kein Spiel mit Licht und Dunkelheit. Es wird gemetzelt um des Metzeln willens, was zwar teilweise faszinierend ist, über die Laufzeit von zwei Stunden alleine aber nicht reicht. Sollte man aber auf jeden Fall mal gesehen haben.
6/10

Limbo {2021, Soi Cheang}
Ein Abtauchen in die dunkle, stinkende Seite von Hongkong. Optisch ist das Ding eine absolute Augenweide. Irre gute Schauplätze, geniale Kameraeinstellungen und -bewegungen. Man kann sich gar nicht sattsehen an manchen Bildern, egal ob betörend schön oder faszinierend schmutzig. Es gibt einen ganzen Haufen irre guter Szenen. Gewalt, Verfolgungsjagden zu Fuß in unwegsamem Hintergassengelände. Die Geschichte ist prima, die Darsteller toll und unterlegt wird alles mit einem mal wieder formidablen Score von Meister Kenji Kawai. Muss man sehen, wenn man für Hongkong-Kino was übrig hat.
9/10