Letzter Film, den ich gesehen habe

Gebe ich Dir zu 100% Recht, die Szene mit den Visitenkarten war grandios umgesetzt. Es gab nur einfach zu wenig davon.

Zum Thema Brutalität fällt mir noch Sobota ein. Seit mittlerweile fast 2 Jahren liegt das Buch „Der Minus-Mann“ von Heinz Sobota ungelesen bei mir im Regal. Sein Roman, den er irgendwo im Knast in Marseille geschrieben hat, soll ziemlich harte Kost sein. Allein die Widmung zu Anfang des Romans: „Dieses Buch widme ich mir selbst“. Das geht ja irgendwie noch in Ordnung, direkt auf Seite 2, bevor der eigentliche Roman von Sobota beginnt, geht es direkt schon los: „Wenn einer nicht den Mut hat, seine Mutter zu ficken, sollte er wenigstens seinen Vater erschlagen“. Ich werde das Gefühl nicht los, dass American Psycho von Ellis, zumindest was den Härtegrad betrifft, dem Werk von Sobota unterlegen sein wird. Unzählige Eltern sperrten dieses Buch vor ihren Kindern weg. Meine Neugierde wächst immens. Gespannt bin, werde es demnächst mal angehen.

Ehrlich: Sollen wir einen Literaturthread aufmachen?

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Ähem, naja - eigentlich gibt’s einen solchen ja schon, zumindest in etwa - @Kumiho hat ja im Frühjahr schon hier (<— Link / Klick’ mich!) einen „Romane“-thread eröffnet. Ich für meinen Teil wäre auch überaus dankbar, wenn dann beizeiten vielleicht mal die ganzen posts zum Thema „American Psycho“ (keine Ahnung, warum die Diskussion immer wieder zu genau diesem Buch zurückkehrt… ich finde den nicht nur in Easton Ellis’ Œuvre, sondern ganz generell reichlich überbewertet, but well, that’s just my two cents. :wink: ) dorthin verschoben werden könnten…

…und noch dankbarer wäre ich, falls @Kumiho (oder meinetwegen auch @todi ) sich dazu durchringen könnte(n), den thread eventuell wirklich in „Literatur-thread“ oder etwas Ähnliches umzubenennen… dann könnte ich vielleicht auch bei Gelegenheit noch das eine oder andere Buch da featuren, was aber unter dem Oberbegriff „Roman“ dort und derzeit keinen Platz finden würde (sind auch beileibe (und zum Glück) längst nicht alle Werke der Literatur Romane, ne?).

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:thinking: Wenn Film und Buch verglichen wird, wäre da nicht der Thread Buch vs. Film passender? :thinking:

@die_Lachsschaumspeise dein Post zu The Electric State sollte da auch rein IMHO.

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Nunja, das Thema wurde wieder aufgegriffen, weil wohl ein Remake geplant ist … ich habe allerdings auch „Less Than Zero“ und „Blood & Guts in Highschool“ gelesen und mag die Verfilmung „Unter Null“ mit dem jungen Robert Downey Jr. und vor allem auch den Soundtrack.

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Harakiri (1962)

Ein absolutes Meisterwerk! Was unter der Regie von Masaki Kobayashi entstanden ist, ist schlichtweg phänomenal. Jede S/W Aufnahme im Film ist ein wahrer Genuss. Die Handlung dreht sich um einen verarmten, herrenlosen Samurai bzw. Ronin namens Hanshiro Tsugumo, der in der Zeit der Edo Periode vor dem Haus eines mächtigen Samurai Clans erscheint und um die Erlaubnis bittet, Seppuku zu begehen. Während er auf die Erfüllung seines Wunsches wartet, offenbart sich durch seine Geschichte bzw. Rückblende, die eigentlichen Umstände und die tragischen Beweggründe von ihm. „Harakiri“ ist nicht nur rein visuell ein faszinierendes Werk, Kameraführung und Bildkomposition, auch im Hinblick zu Licht und Schatten, sind tatsächlich an wirklich jeder Stelle des Films pure Perfektion. Was „Harakiri“ aber ganz besonders auszeichnet ist die komplexe und interessante Erzählstruktur bzw. die eigentliche Geschichte im Film und seine tiefgründige Charakterentwicklung der Hauptdarsteller. Aber vor allem steht seine scharfe Kritik an den gesellschaftlichen Normen und dem Ehrenkodex der Samurai im Fokus. Harakiri prangert wie kein anderer Film die Ungerechtigkeit, Heuchelei und Scheinmoral innerhalb eines Systems an, welches sich nach außen hin versucht in strahlendem Glanz zu wahren bzw. zu präsentieren, inwendig aber längst verrottet ist. Die einzelnen Charaktere im Film sind allesamt vielschichtig und gut ausgearbeitet. Zentrale Figur ist aber Hanshiro Tsugumo, dem eigentlichen tragischen Helden der Geschichte. Tatsuya Nakadai geht in der Rolle des Hanshiro Tsugumo vollkommen auf. Seine Performance ist schier unglaublich und über allem erhaben. Attribute wie Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Mut, Tapferkeit, Stolz, Ehre, Aufbegehren und Empathie zeichnen seinen Charakter aus. Der Score ist ebenfalls klasse, eine der besten Leistungen eines der größten japanischen Komponisten. Alles in allem: "Harakiri“ ist für das Kino, was die besten Dramen und Tragödien von Shakespeare für die Literatur sind. Shakespeare ist für mich ganz klar die Nummer 1. Seine Werke, ganz besonders seine Dramen und Tragödien, sind die bedeutendsten Werke der Weltliteratur. „Harakiri“ verkörpert höchste künstlerische Leistung, ist zutiefst bewegend und tragisch wie eben die besten Stücke von Shakespeare. Wer das Werk noch nicht gesehen hat, verpasst etwas im Leben. Ein wahres Meisterwerk. Erhaben und schön. Der Film unterhält nicht nur, sondern regt auch zum Nachdenken an. Nicht nur der beste Samuraifilm aller Zeiten, sondern einer der besten Filme aller Zeiten! Absolute Empfehlung. Klare 10+/10

Friedhof ohne Kreuze (1969)

Sehr interessanter Italo Western von Robert Hossein, koproduziert von Frankreich und Italien, gedreht wie üblich in Almeria. Der Film ist Sergio Leone gewidmet, dem Godfather des Italowestern, der auch selbst im Film in einer Szene Regie führt. Dario Argento wird in den Credits der italienischen und deutschen Fassungen aufgeführt, nicht jedoch in der französischen Fassung. Laut Robert Hossein soll Dario Argento am Drehbuch mit nur ein paar kurzen Dialogzeilen beteiligt gewesen sein. „Friedhof ohne Kreuze“ besticht mit seiner ungewöhnlichen Atmosphäre und visuellen Ästhetik. Robert Hossein spielt selbst die Hauptrolle des wortkargen und unterkühlten Einzelgängers mit schwarzen Lederhandschuhen, der sich in einer Geisterstadt eingenistet hat. Neben ihm glänzen Michèle Mercier, Daniele Vargas, Serge Marquand, Guido Lollobrigida und Anne Marie Balin, ihre Performance ist ebenfalls lobenswert. Sergio Leones Einfluss ist auf gewisser Ebene, zumindest stellenweise, in Hosseins Film zu spüren. Trotzden betrachte ich Hosseins Werk als eigenständig. Der Film kombiniert klassische Italowestern Elemente mit einer eher düsteren, staubigen Atmosphäre, die fast schon ins Surreale übergeht. Mir hat die Kinematographie in „Friedhof ohne Kreuze“ sehr gut gefallen. Der Score ist ebenfalls klasse. Der Film gehört eher zu den ruhigeren Vertretern des Italowesterns. Dialoge sind bis auf das Wesentliche reduziert, besonders im Bezug zum Protagonisten, auch die Gewalt im Film ist vermindert. Auf einem gewissen Level vermittelt das Werk ein Gefühl der Einsamkeit und Bitterkeit des Lebens. In meinen Augen ist „Friedhof ohne Kreuze“ ein herausragender Vertreter des Italowestern Genres. In meiner Top 10 der besten Italowestern aller Zeiten ist Hosseins Werk definitiv vertreten. 9/10

Die voraussichtlich letzten Reviews des Jahres: Ein Frühwerk von Jennifer Reeder (PERPETRATOR), ein asiatischer Arthousethriller mit Josh Hartnett, eine abgefahrene BATTLE ROYALE-Variante von Takashi Miike und als Geheimtipp einer von Bela Bs liebsten Horrorfilmen.

KNIVES AND SKIN
https://www.ofdb.de/film/319153,937193,Knives-and-Skin/review/

I COME WITH THE RAIN
https://www.ofdb.de/film/172906,945621,I-Come-with-the-Rain/review/

AS THE GODS WILL
https://www.ofdb.de/film/270351,945628,As-the-Gods-Will/review/

PROXY
https://www.ofdb.de/film/249406,947756,Proxy/review/

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Le Cercle Rouge aka Vier im roten Kreis (1970)

Meisterwerk! Jean Pierre Melville ist für mich der interessanteste Filmemacher aus Frankreich. Ich liebe seiner Gangsterfilme und „Le Cercle Rouge“ gehört definitiv zu seinen Besten. Obwohl Melville nie direkt Teil der Nouvelle Vague war, die in den späten 50er Jahren aufkam, war er schon bekannt für seine experimentellen Erzähltechniken, innovative Kameraführung und seinem Bruch mit traditionellen filmischen Konventionen. In meinen Augen ist Melville sogar ein Vorreiter des modernen, französischen Kinos und beeinflusste viele Regisseure der Nouvelle Vague, darunter Truffaut und Godard. Melvilles Filme weisen eine stilisierte Erzählweise und eine visuelle Ästhetik auf, die die Nouvelle Vague inspirierten. Jedenfalls zeichnet sich „Le Cercle Rouge“ durch seine stilistische Brillanz aus. Melville nutzt präzise Bildkomposition und hat einen fantastischen Cast an seiner Seite. Dazu gehören Alan Delon, André Bourvil, Gian Maria Volonté, Yves Montand, Paul Crauchet und Paul Amiot. Alan Delon ist in der eher schweigsamen Hauptrolle über allem erhaben. Alle schauspielerischen Leistungen bewegen sich auf einem sehr hohen Niveau, aber die von Alain Delon, der die Hauptrolle spielt, ist an Coolness kaum zu überbieten. Seine Darstellung eines coolen, aber komplexen Charakters trägt zur Intensität des Films bei. „Le Cercle Rouge“ kombiniert Elemente des Kriminal- und Heistfilms, auch stehen Themen wie Freundschaft, Loyalität und Schicksal im Fokus. Der Film bewegt sich langsam, wird aber nie langweilig. Für mich ist „Le Cercle Rouge“ eines der bedeutensdten Werke innerhalb des Gangster/Heist Genres. Die klassischen Elemente diesen Genres werden unter Melville modernisiert, gleichzeitig entwickelt Melville aber eine eigene, unverwechselbare Handschrift. Melville ist für mich ganz klar die Nummer 1 der besten Regisseure aus Frankreich. Er gehörte nicht direkt zur Nouvelle Vague, sein Einfluss auf die Bewegung und die nachfolgenden Generationen von Filmemachern sind meiner Meinung nach aber unbestreitbar. Mich erinnert Melville irgendwie auch an Roland Klick, dem Filmemacher der 60er, 70er und 80er Jahre aus Deutschland, der leider im Aufkommen des „Neuen deutschen Films“ etwas untergegangen ist. Klick hat zwar einige herausragende Filme und Projekte realisiert, er war aber nie zentraler Vertreter des „Neuen deutschen Films“ wie z.B. Fassbinder, Herzog oder Wenders. Klick hat oft mit unkonventionellen Erzählstrukturen und filmischen Techniken gearbeitet, was seinen Filmen häufig eine besondere und eigenständige Note verliehen hat. Nicht ganz so stark wie bei Melville, aber fast schon wie dieser. Melville und Klick sind jedenfalls in meinen Augen beides exzellente Filmemacher, die mit neuen Ideen und experimentellen Ansätzen in der Filmgeschichte ihren eigenen Platz einnehmen. Wer „Le Cercle Rouge“ noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachholen, ansonsten verpasst man etwas in seinem Leben. Ein wahres Meisterwerk der Filmkunst. 10/10

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Da habe ich mich missverständlich bzw. falsch ausgedrückt, leider kann ich den Text im oberen Posting nicht mehr bearbeiten. Deshalb nehme ich mal eine Korrektur hier vor. Es sollte heißen:

„Die klassischen Elemente diesen Genres werden unter Melville modernisiert.
Melville entwickelte schon vorher eine eigene, unverwechselbare Handschrift.“

Merry Christmas.

Ninja Terminator (1986)

Eine Ninja Action Trashgrante vom Feinsten! Es ist mit Abstand der beste Godfrey Ho Film, den ich aus seinem Oeuvre gesehen habe. Richard Harrison ist in Höchstform. Seine unterkühlte Performance ist wahrlich bewundernswert. In Zusammenarbeit mit Godfrey Ho legt er sich hier mächtig ins Zeug. Ich sehe ihn von allen anderen Darstellern unter Ho immer noch am liebsten. Harrison is the Man! Unter der Regie von Cut and Paste Master Godfrey Ho ist wahrlich ein faszinierendes Werk entstanden. In Ninja Terminator kommen die Actionsequenzen bzw. Ninja Kampfsequenzen erstaunlicherweise sehr gut rüber. Stellenweise sogar lustig, aber dennoch allesamt sehr gut choreographiert. Es gibt sehr viele Ninja Szenen zu bewundern, die recht energiegeladen daherkommen, gewürzt mit vielen Schwertkämpfen, akrobatischen Einlagen und echten Wurfsternen. Früher in den 80er Jahren wurden Benz Sterne abgebrochen, in Ninja Terminator sind die erstaunlicherweise echt. Ninja Terminator von Godfrey Ho ist extrem unterhaltsam, sehr temporeich inszeniert und es gibt jede Menge an Ninja Action zu bewundern. Das Werk strotzt vor einer hohen Anzahl von Ninja Fights. Wer auf harte Ninja Kost gewürzt mit einer gewissen Portion Humor und Ironie steht, wird voll auf seine Kosten kommen. Ninja Terminator ist der glatte Wahnsinn. Das Werk rockt total und sticht von den über 20-30 Ninja Filmen von Godfrey Ho, die er innerhalb kürzester Zeit kreiert bzw. abgedreht hat, ganz besonders hervor. Diejenigen, die in ihrem Herzen jung geblieben sind, werden dieses Godfrey Ho Werk lieben und zu schätzen wissen. Ansonsten geht auch ein Six Pack Bier, da flutscht der Film um einiges besser. Höchstwahrscheinlich. Jedenfalls werden Fans des asiatischen B-Action Ninja Kinos vollkommen begeistert sein. Ich wurde trotz des falschen Bildformats köstlich unterhalten. Absolute Empfehlung. 8-9/10

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Charlie the Unicorn (2005)

Einfach nur Exzellent! Ein Kurzfilm vom Feinsten von Ausnahmetalent und Independent Animator Jason Steele. „Charlie the Unicorn“ handelt von einem Einhorn was von einem blauen und einem rosa Einhorn überredet wird mit ihnen eine Reise zum magischen Candy Mountain zu unternehmen. Auf dem Weg dorthin passieren einige unerwartete Begegnungen und Abenteuer. Und die Geschichte nimmt einen äußerst bizarren Lauf. Was das Werk von Jason Steele ganz besonders auszeichnet, ist die gesunde Portion an skurrilen und schwarzen Humor, sein charmanter und sympathischer Charakter Charlie, der einem sehr schnell ans Herz wächst, die oftmals skurrilen Dialoge und die unerwarteten Wendungen ganz besonders im Bezug zum Ende des Films. Der Animationsstil ist auf den ersten Blick eher recht einfach gehalten, aber dennoch sehr effektiv und einprägsam. Das Werk versprüht jede Menge Charme und Herzblut. Ich habe wirklich jede Sekunde des Films genossen. „Charlie the Unicorn“ punktet vor allem von Jason Steeles kreativem Storytelling, seinem charmanten Protagonisten und dem einzigartigen Humor. Im Fokus stehen ebenfalls Themen wie Freundschaft, Vertrauen und die Enttäuschungen im Leben. Jason Steele konzipierte den Film in kompletter Eigenregie. Jason Steele zeichnete „Charlie the Unicorn“ mit Adobe Photoshop und animierte ihn mit Adobe Flash, heißt es. Außerdem verlieh er seine Stimme nicht nur Charlie, sondern auch den beiden anderen Einhörnern. Mittlerweile habe ich „Charlie the Unicorn“ über 10x gesehen und es wird nie langweilig. Ich amüsiere mich jedesmal immer noch köstlich. „Charlie the Unicorn“ schlug im Internet wie eine Bombe ein. Ganz besonders als der Film auf Youtube hochgeladen wurde. Klicks befinden sich mittlerweile im oberen zweistelligen Millionenbereich. Jason Steeles Werk ist längst Teil des Internet Kulturerbes. Es gibt einige Fortsetzungen von „Charlie the Unicorn“, aber keine übertrifft den Charme des Originals von 2005. Zumindest in meinen Augen und Ohren. Eines der besten Kurzfilme aller Zeiten. Absolutes Meisterwerk. 10/10

Nosferatu (reguläre Preview lang im Vorlauf gekauft), der vorletzte Film war auch Nosferatu (Sneak Preview) - was aber alles andere als ein Problem - was für ein genialer Film, in vielschichtiger Weise!

Kommt heute dran. Fand Willem Dafoe in Shadow of the Vampire schon genial.

Ich sag nur Murnau. Kaum zu toppen.

Komme auch gerade aus Eggers edler Untotenparade, ein Best-of der Vampirfilmhistorie, wie gewohnt wunderbar gefilmt, aber leider auch wieder sehr artsy distanziert. Immerhin der erste „Urvampir“ mit Vlads Hardcoreschnauz. Review folgt demnächst im Genrefilmthread.

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Bei mir gestern auch Nosferatu.

Cinematographisch 1a, richtig Gothic-Horror, nimmt sich Zeit, war mir manchmal zu dubkel ausgeleuchtet. Athmosphärisch gesehen fand ich den Film super.

Lily Rose Depp fand ich eher mittelmäßig bis gut (man kann ihren Papa im Gesicht erkennen, wenn man genau schaut). Was mich etwas ablenkte, und das hat weder was mit dem Film noch ihrem schauspielerischen Talent zu tun, war ihr hoher Haaransatz. Das ist aber nur meine eigene Empfindung).

Willem Dafoe war, wie erwartet, das Sahnehäubchen des Films.

Bill Skarsgård war nicht wiederzuerkennen. Evtl. leichte Pennywise vibes.

Sehr schön fand ich manche Szeneneinstellungen in Anlehnung an Murnaus Nosferatu.

Grinsen musste ich als Bridgerton-Fan natürlich bei „Let’s make haste“.

Was ich, hoffentlich klingt das jetzt nicht negativ, sehr erholsam fand, war, dass man auf einen erzwungenen diversen cast verzichtet hat.

(Bei The Last Voyage of the Demeter hat mich das irgendwie schon gestört, dass man da erstens eine Hauptfigur dazuerfindet und halt dann auch entsprechend besetzt - aber gut, fällt auch unter künstlerische Freiheit.)

Insgesamt aber eine sehr gute Umsetzung von Nosferatu (alias Dracula) und definitiv eine Sichtung wert.

Hab aber wohl allmählich zu viele Draculas gesehen, als dass mich die story noch richtig mitreissen kann.

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Robert Eggers Nosferatu soll laut seiner Aussage als Extended Cut im Juni 2025 auf BD/DVD weltweit erscheinen. Sein Werk, wahrscheinlich die Rohfassung des Films, soll bei Testvorführungen ca. 3 Stunden lang gewesen sein. Stoff für die längere Fasssung fürs Heimkino scheint also genügend vorhanden zu sein. Werde mir aber auch die ca. 132 Min. Version bei Gelegenheit mal im Kino auf großer Leinwand anschauen. Gespannt bin.

Und The Last Voyage of the Demeter von André Øvredal, fand ich gar nicht mal schlecht, der hat mir recht gut gefallen. Eine Art von Kammerspiel, das fast ausschließlich auf einem Schiff spielt. Basiert auf einem Kapitel aus Bram Stokers Roman „Dracula“. Der Film zeichnet sich durch einen sehr guten Spannungsaufbau, einer dichten Atmosphäre, coolen Soundeffekten und gut gezeichneten Charakteren aus. Die können allesamt überzeugen. Durchaus gelungen die deutsche Synchronisation. Liegt bei mir um 8/10. Empfehlung.

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Bin ja selber auch ein ganz großer Dracula Fan. Hab mir neulich zum zigsten mal die Verfilmung von Coppola mit Anthony Hopkins, Winona Ryder usw. angesehen, die ich immer noch fantastisch finde, auch wegen der Settings, Dramaturgie und der tollen Musik. Ich gebe Dir allerdings Recht, die Geschichte ist halt schon lange auserzählt und wenn man bei einem Film bereits vorher weiß „was passieren wird“ mindert das für mich i.d. Regel den Genuss. Trotzdem freue ich mich wie Bolle auf „Nosferatu“, der die Geschichte ja doch wieder etwas anders erzählt.