Aktuelle Genrefilme

Habe vorhin im Kino LA BÊTE/THE BEAST geschaut, und wenn ich auch noch ein ganzes Stück über den Film nachdenken muss, bevor ich ihn bewerten will, kann ich doch jetzt schon sagen, sowas habe ich noch nie gesehen: Als der Film seine letzte Einstellung beendet und man mit dem Beginn des Abspanns gerechnet hat, ging im Saal stattdessen das Licht an und auf der Leinwand wurde ein großer QR-Code eingeblendet, zusammen mit dem Text „crédits génériques“. Und das war’s. Zum Glück habe ich den Code gescannt – damit konnte man sich dann zumindest auf seinem Handy den Abspann angucken. In dem mittendrin noch eine komplette Szene versteckt war! :astonished: :laughing:

Ich meine, okay, der Film ist wirklich sehr sehr lang, und es war dann auch schon kurz vor Mitternacht, aber trotzdem … wenn das der neue Standard werden sollte, dann weiß ich auch nicht mehr.

https://www.imdb.com/title/tt14407336/

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Witzig, hab ich gestern auch gesehen! Ist m. E. aber eher ein Kritikerfilm mit großen Ambitionen und Ideen, die er für mich nicht erfolgreich zu einem stimmigen Ganzen verknüpfen konnte. Review folgt die Tage im „Aktuelle Genrefilme“ Thread. Ist ja schließlich quasi SciFi. Vielleicht. Irgendwie.

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Lief er denn bei dir mit Abspann (auf der Leinwand) - oder ebenso kastriert wie hier?

Ebenso. Hab auch den Link noch gespeichert:

Ich empfand das aber nicht als Kastration, sondern mal als echt coole Idee – mit Bonusbelohnung für Neugierige.

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Bertrand Bonellos „La Bête“ lief bei uns in Hamburg ja schon vor über einem Jahr auf dem Filmfest HH 2023, wo @Frank ihn auch gesehen hat (siehe dazu auch hier ), und ihn wohl ähnlich wahrgenommen hat wie @Herr_Kees. Ich war damals nach dem Ansehen des „Trailers“ (= einer kurzen Szene aus dem Film) für mich selbst zu dem Schluss gekommen, dass ich für meinen Teil, so gerne ich Léa Seydoux auch sehen mag, den Film skippen würde. Hatte da erst kurz zuvor Bonellos „Zombi Child“ gesehen, und fand den streckenweise zwar ganz nett, mit vielen interessanten Ideen, und teilweise wirklich schönen und stimmungsvollen Sequenzen, unterm Strich dann aber auch nicht auf ganze Linie überzeugend.

Interessant. Geht mir ganz und gar nicht so. Für mich ist der Abspann elementarer Bestandteil eines Films (erst recht, wenn er auch noch eine zusätzliche Szene enthält), und ich finde es so schon schlimm genug, wenn Hinz und Kunz meint, gleich nach dem letzten Bild aufspringen und den Saal trampelnd verlassen zu müssen. Eine Krankheit, von der man bei Filmfestivals ja zumeist weitgehend verschont bleibt. (Außer in Sitges, wo man mitunter den Eindruck gewinnen kann, die Leute rennen dem Abspann in Panik davon.) Ich will einen Film komplett auf der Leinwand sehen, wenn ich ins Kino gehe. Ansonsten könnte ich ihn auch gleich auf dem Handy bzw. Tablet schauen…

Was die Bewertung des Films angeht, teile ich deine Meinung dagegen weitgehend. Seine narrative Struktur ist zunächst sehr schwer zu erschließen, und man wird den Eindruck nicht los, dass diese Komplexität gewollt ist. Die letzte Sequenz (mit Incel und Erdbeben) ist dagegen dann sehr spannungsvoll umgesetzt, was den Film – zusammen mit der wieder mal tollen Léa Seydoux) bei mir auf insgesamt noch 6/10 Punkten bringt.

@die_Lachsschaumspeise ZOMBI CHILD habe ich bis heute mehrfach verpasst, aber den davor liegenden Film des Regisseurs, NOCTURAMA, habe ich damals im Kino gesehen. Mein Fazit aus dem April 2017:

„NOCTURAMA von Bertrand Bonello (HAUS DER SÜNDE) ist ein hoch stilisiertes, kunstvoll inszeniertes Statement zum Zustand der westlichen Gesellschaft, ihren überkochenden inneren Konflikten und ihrem möglicherweise in sich selbst angelegten Untergang – nicht frei von plumpem Symbolismus, als punktgenau choreografiertes Terror-Ballett jedoch mindestens zur Hälfte extrem fesselnd und bemerkenswert anders, intensiver, kraftvoller als übliche Arthouse-Ware.“

… was für LA BÊTE so leider nicht gilt.

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Ein kleines Review-Roundup mit fast ausschließlich brandaktuellen Genrefilmen passend zum wichtigsten Feiertag des Jahres für „diese Foren“. Happy Halloween!

SALEM’S LOT (2024)
https://www.ofdb.de/film/366040,943028,Salem’s-Lot-Brennen-muss-Salem/review/

IN A VIOLENT NATURE
https://www.ofdb.de/film/377134,943030,In-a-Violent-Nature/review/

EXHUMA
https://www.ofdb.de/film/379014,943033,Exhuma/review/

HUMANE
https://www.ofdb.de/film/379188,943032,Humane/review/

LA BETE
https://www.ofdb.de/film/372135,943027,The-Beast/review/

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„Salem‘s Lot“
SALEMS FLOP

Ich bin ein „Vampir“ Fan. Sicherlich sehe ich deshalb so manchen Film des Genres etwas verklärter und bewerte mitunter großzügiger, als es vielleicht angemessen wäre. Selbst die alten „Dracula“ Filme mit Christopher Lee aus den 70ern können mich bis heute entzücken. Daher war ich auch auf die Neuverfilmung eines meiner Stephen King Lieblingsromane, „Salem‘s Lot“, sehr gespannt. Ich wollte den Film wirklich mögen. Aber leider kam es anders.

Es ist zwar schon eine Weile her, das ich das Buch gelesen habe, doch bin ich mir fast sicher das der Film sich nur ganz grob an der literarischen Vorlage von Stephen King orientiert. Besonders vermisst habe ich, daß wirklich überhaupt nichts zur Vergangenheit des Protagonisten Ben Mears gesagt wird und seine Person in der Neuverfilmung weder Tiefe noch Charisma besitzt. Dies gilt allerdings auch für die anderen Charaktere der Geschichte, die einfach zu oberflächlich und mit mangelnder Charakterzeichnung auftreten.

Bestimmt war Tobe Hoopers 3-Stunden Verfilmung von 1979 auch kein Meisterwerk. Aber der damals als „Miniserie“ für das TV konzipierte Film hatte alleine schon wegen seiner Länge viel mehr Tiefe und vor allem Atmosphäre als das Remake von 2024. Ich habe ihn mir diese Woche noch einmal angesehen, weil ich richtig Bock drauf hatte, aber auch um zu gewährleisten den Film retrospektivisch in einem nicht zu verklärten Licht zu sehen. Im Gegensatz zu der Neuverfilmung hatte ich dann auch richtig Spaß.

Das Remake jedoch wirkt, ich muss es leider so sagen, einfach lieblos hingerotzt. Der Film ist weitestgehend spannungsarm, wirkt generisch und, man verzeihe mir das kleine Wortspiel, blutleer. Die Darsteller bleiben fast alle blass, sogar noch vor ihrer Verwandlung in einen bleichen Vampir. Der Film wirkt insgesamt billig, zu glatt, hat keine wirklichen Highlights und noch dazu den ödesten „showdown“ der jüngsten Filmgeschichte. Ich dachte nur „Dieses Ende ist jetzt nicht Euer Ernst, oder ?“

Noch dazu kopiert Regisseur Gary Daubermann bei der Umsetzung einiger Szenen vollkommen ungeniert von großen Vorbildern wie „Bram Stokers Dracula“, über „Lost Boys“ bis hin zu „Mein Nachbar, der Vampir“. Irgendwie wirkt fast jede Szene wie ein „copy & paste“ bekannter Vorbilder. Abgekupfert, kopiert und zusammengeklaut. Da sind überhaupt keine eigenen Ideen, die dem Remake wenigstens den Geschmack einer eigenen Interpretation gegeben hätten, geschweige denn, den von Stephen King in seinem Roman wirklich ausgesprochen gruseligen Ideen Folge leisten würden, sieht man von einigen wenigen Details einmal ab.

Die Settings sind zu geleckt, der Schnitt des Films miserabel, und die Akteure agieren allesamt von der ersten Minute an unglaubwürdig, als wüssten sie sowieso schon, das sie es mit Vampiren zu tun haben werden. Da hatte sogar der nunmehr 45 Jahre alte und für das TV produzierte Film mehr Klasse.

Es verwundert mich deshalb auch nicht, daß der Film auf IMDB nur einen Score von 5,6 erreicht. Am treffendsten brachte es ein frustrierter Kritiker auf den Punkt, der schrieb „Why did they even bother to make this movie ?“. Genau.

Für mich das überflüssigste und ärgerlichste Remake neben „Speak No Evil“ in diesem Jahr und eine der bislang schlechtesten King-Verfilmungen. Spannungsarmer, richtig käsiger, Mainstream „Horror“. Taugt allenfalls noch dazu an Halloween mit der neuen Freundin im Kino Händchen zu halten und rumzuknutschen. Denn viel verpassen wird man dabei nicht.

3/10 Punkten

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Terrifier 3
The ART of Horror.

Die beste und intellektuellste Review zu diesem Film hat Dominic Saxl bereits geschrieben. Extrem analytisch und voll fundiertem Filmwissen kann man dieser Kritik zweifellos folgen, sie bringt es auf den Punkt. Wer aber jetzt noch nicht auf meiner Schleimspur ausgerutscht ist, darf gerne auch noch meinen Senf dazu lesen.

Hart, härter, „Terrifier 3“ - „Freitag der 13.“ meets „Texas Chainsaw Massacre“ meets „The Strangers“ meets „The Evil Dead“. Aber der Vergleich hinkt, denn mit dem krotesk-abartigen „Art the Clown“ tritt eine der fiesesten Figuren der jüngsten Slasher-Filmgeschichte auf die Bühne, die Jason Voorhees und Leatherface im Vergleich fast nur noch so aussehen lassen, wie aus einer Schultheateraufführung zu Halloween.

Denn „Terrifier 3“ löst einfach jedes Versprechen ein, das uns in den vergangenen Jahrzehnten so viele „Horrorfilm“ nur vorgaukelten, aber nur selten erfüllten. Dabei ist der dritte Teil der Reihe um Längen besser und auch teurer produziert, wie die beiden Vorgänger. Und trotz seiner für einen Horrorfilm immer noch sehr langen Spieldauer, langweilt der Film nicht eine Sekunde.

„Terrifier 3“ ist diabolisch, unfassbar brutal und nahezu unerträglich in seinen Härten. Ich kann wirklich viel ab, aber es gab mehr als nur eine Szene, bei der sogar ich mal kurz wegschauen musste. Hier werden Grenzen überschritten und es gab die ein oder andere Szene bei der ich dachte „Das bringen die jetzt nicht!“. Aber doch… sie „bringen“ es. Abgrundtiefer Irrsinn galore.

„Terrifier 3“ ist jedoch keine reine Aneinanderreihung von übertriebener Gewalt. Ich bin, im Gegensatz zu Dominic, wirklich der Meinung, das der Film nicht nur extrem verstörend, sondern auch in Teilen durchaus spannend ist. Es hat schon was, wenn sich „Art the Clown“ wie selbstverständlich neben irgendwelche Menschen an eine Bar setzt, und anfängt in seinem riesengroßen „Geschenkesack“ herumzugraben, während man sich fragt, welche Mordmaschine er jetzt wieder daraus hervorziehen, und wer sein nächste Opfer sein wird. Mich hat es jedenfalls dabei „gegruselt“.

Es fällt mir zugegebenermaßen recht schwer diesen Film zu bewerten. Reduziert auf das, was Terrifier ja bloß sein will, nämlich reiner, purer, ungefilterter Horror in Reinkultur, ist das Ding für mich eine glatte 10/10. Der knallharteste, „beste“, konsequenteste, ungeschönteste, extremste Horrorfilm schlechthin. Kotztüten not included.

Braucht man sowas, muss man das haben ? Sehen wir es halt als „Kunst“. Es dürfte sehr schwer werden, diesen Film im Genre noch mal zu toppen. Allerdings öffnet uns „Terrifier 3“ am Ende des Films ein Tor zu einer Art „Cliffhanger“, der sehr an das Ende von „Evil Dead 2“ erinnert und alle möglichen Wege für einen (bereits geplanten!) 4. Teil offen hält. Wir dürfen gespannt sein. Happy Halloween.

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Er nimmt sich zumindest einige Freiheiten. Wobei ich den neuen Showdown im Autokino ziemlich gelungen und „King like“ fand.

https://screenrant.com/salems-lot-2024-movie-book-changes-differences/#

Ich hatte ehrlich schon immer Probleme damit, wie King seine zuvor filigran und komplex aufgebauten Geschichten, am Ende immer in einem simplen Ende explodieren lies. Das gilt auch für viele seiner Bücher. Aber in dieser Verfilmung kommt es besonders billig.

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Ich bin, um ehrlich zu sein, ratlos, was Terrifier (3) betrifft. Bisher konnte ich ganz gut ohne. Dazu muss ich sagen, dass ich „Art the Clown“ optisch wirklich „unangenehm“ finde. Vom ersten Mal, als ich ihn gesehen habe. Desweiteren geb ich ansonsten nicht viel auf „Horror Clowns“. Obwohl ich Horror Fan bin, fand und finde ich Clowns in dem Genre wirklich ziemlich beschissen. Als Kostüm, in Filmen, in Geisterbahnen, ich konnte den „Schrecken“ nie nachempfinden.

Und jetzt kommt „Art the Clown“ ins Spiel. Inzwischen ein ganz schöner Hype um die Figur, das lässt sich nicht mehr verleugnen. Aber aus den unterschiedlichen Rezensionen werde ich einfach nicht schlau.

Meine Wahrnehmung: Terrifier 1: Art the Clown noch nicht wirklich etabliert (hatte die Figur nicht schon vorher irgendwo Gast-Auftritte?). Der Film an sich, nicht besonders sehenswert. Billig? Kein Plan. Teil 2: Hat eine Note gesetzt. Heftig. Zu drüber? Besonders die eine Szene. Teil 3: Bolzt rein. Dreht die Gewaltspirale hoch. Alle wollen ihn sehen. Alle sehen ihn.

Aber was, unterm Strich, bekomme ich überhaupt zu sehen? Gibt es eine Story? Wer ist „Art the Clown“? Um was geht’s? Ich check’s nicht. Aneinanderreihung von Gewaltexzessen? Alexander sagt nein. Hab ich allerdings schon mehr als einmal anders gehört. Ich fürchte, ich muss den Selbstversuch starten.

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Bin da zu 100 Prozent bei Dir! Obwohl ich grenzüberschreitende Filme liebe (Subconscious Cruelty, A Serbian Film, Nacho Cerda’s Aftermath, Trauma usw.) kann ich TERRIFIER vor allem wegen der lächerlichen Figur „Art The Clown“ bisher nichts abgewinnen. Selbst mein Tätowierer Axel hat mich letzte Woche darauf angesprochen, dass er zu Halloween TERRIFIER 3 sich im Kino anschaut. Axel liebt ansonsten den alten krassen Scheiss wie Maneater mit George Eastman von Joe D’Amato.

Als damals ALL HALLOWS’ EVE (2013) in den USA fürs Heimkino rauskam hab ich mir diesen Schrott angesehen und mit 3/10 Punkten als miesen C-Movie-Horror abgetan.

Hatte damals ja keine Ahnung, dass aus diesem billigen Müll so ein Franchise entstehen sollte. Jahre aus dem Blick aus dem Sinn. Plötzlich mit TERRIFIER 2 & 3 in aller Munde.

Dachte immer das ist jetzt so ein Gen-Z, TikTok-Hype. Fand auch schon bei THE SADNESS und PROJECT WOLF HUNTING die Kontroverse völlig overhyped.

Um mich zu schocken muss da schon ein anderes Kaliber ran und erst recht, um mich nachhaltig zu verstören.

Also spoilern mag ich jetzt nicht. Aber das „Rätsel“ um die Hauptfigur war, zumindest in Teil 3, für mich ein Teil des „Spaßes“, Jedenfalls ist es bestimmt nicht falsch, den Film als „kompromisslos“ zu bezeichnen. Auf dem FFF liefen schon so viele „Slasher“, die für mich vollkommen grundlos abgefeiert wurden, und jetzt hat endlich mal jemand einen guten gemacht, da verstehe ich die Zurückhaltung irgendwie nicht. Erwartet halt besser keine stringente Story mit klar definiertem Charakter und viel Erklärung um dessen Motivation, die werdet Ihr nicht bekommen :wink:

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Ah, so war das. Wollt doch sagen, die Figur trat doch schon vorher irgendwo in Erscheinung.

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Terrifier 3, wie die Vorgänger bereits (Teil 2 hatte immerhin hier und da noch einen netten Einfall) vor allem eins: todlangweilig und inszenatorisch komplett lumpig. Verstört hat mich daran auch nix, man wartet einfach immer auf den nächsten stupiden Kill und lässt das halt über sich ergehen. Verstehe den Erfolg gar nicht, aber gut, jeder wie er mag.

Ich auch - und das wird auch so bleiben, Hype hin, ziemlich geiler 80s-look her…

Ja, lass’ sie doch einfach… man muss ja nun auch nicht jeden Quatsch mitmachen, bloss weil Alle da reinrennen, als gäb’s keine anderen Filme mehr. :wink: Ich hab’ mich jedenfalls a bissi schlau gemacht über den Film, und muss halt sagen, dass mir ebenjenes, was „Terrifier 3“ in den Augen Vieler nun so dermaßen „drüber“ erscheinen lässt, also diese ganzen exzessiven, möglichst viele Tabus (die ja aber in Wahrheit schon gar keine Tabus mehr sind) brechen wollenden Ultra-Extremo-Gewaltszenen, reichlich schnuppe ist, und ich sowas echt nicht mehr brauche, wenn es denn die main attraction eines Film darstellt - und das ist hier ja wohl ganz klar der Fall. Hab’ wirklich kein Problem mit extremer Gewaltdarstellung, aber die sollte dann ganz gerne büddechöön auch in irgendeinen Kontext eingebettet sein, und nicht nur für sich stehen / als reine „Gaudi“ (bei der Einer:Einem dann aber immer auch das Lachen im Halse steckenbleibt, eben weil sie so dermaßen böse und grausam inszeniert ist, das haben ja sowohl @todaystomorrow als auch @Alexander beide schon sehr schön herausgearbeitet, und betont) daherkommen. Für mich ist das jedenfalls mal so gar nix, und ich lass’ den gerne aus. Womit ich aber auch niemand Anderer:Anderem sein:ihr „Vergnügen“ daran nehmen / absprechen will. Allein: Ich persönlich hätt’s dann doch ganz gerne entweder etwas subtiler, oder aber wenn schon derbe volle Kanne in your (=my) face, dann bitte aber nicht mit so krassen Brutalitäten, die direkt aus Bret Easton Ellis’ „American Psycho“ stammen könnten (und damals bei dessen Verfilmung ja auch aus gutem Grund weggelassen worden sind), und mich allein schon beim blossen Darüber-Lesen eher anwidern, denn ansprechen. Hab’ auch das Gefühl, ich hätte das Alles so oder ähnlich auch schon gesehen, in anderen Filmen, und damals auch dort und da schon nicht für so richtig dolle befunden. Wenn das nicht irgendwie „problematisiert“ wird, sondern einfach nur so immer und immer wieder ein Schmacko-Fatzo-Ach-wie-geschmacklos-und-(möchtegern)-tabubrechender Kill nach dem anderen rausgehauen wird, dann möchte ich das auch gar nicht sehen. Sollen und dürfen sich gerne Andere daran delektieren, ich bleib’ da lieber weg. War schon bei „A Serbian Film“ so, ist heuer auch nicht anders… Tabubrechen um des Tabubrechens willen, und Gewaltdarstellung nur um ihrer selbst willen, ist jedenfalls nichts, was mich persönlich heutzutage noch in einen Film locken würde. Eher im Gegenteil.

Was genau verleitet Dich jetzt zu dieser Schlussfolgerung, wenn ich fragen darf? FOMO? Neugier auf den Hype? Oder doch was ganz Anderes? Wie auch immer, interessiert mich einfach, weil Dich, wenn ich das richtig interpretiere, der Film an sich ja auch eher nicht so wirklich anzusprechen scheint… Würd’ gerne Deine Meinung dazu lesen, nachdem Du ihn dann gesehen hast. Falls Du ihn denn sehen solltest. Gerade auch, weil ich ihn halt nicht anschaue.

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Neugierde, schätz ich. Aber eigentlich hast Du Recht, ich brauch das nicht wirklich.

Ja, der Hype ist enorm. Ich glaub, gerade bei der Tiktok Generation trifft der Film einen Nerv. „Hast Du Terrifier gesehen? Ultra krasser Scheiß!“. Wobei, „krass“ sagen die ja gar nicht. Dann werden Kurz Clips geteilt, reactet und was weiß ich nicht noch alles. Für die Produktion dahinter ein lukratives Geschäft. Die Figur „Art the Clown“ ist ein ziemlich starker Charakter. Der kommt an und lässt sich gut vermarkten. Teuer sehen die Filme auch nicht aus. Ist ein bisschen so wie dieser kleine Saw Dödel auf dem Dreirad. Hat der eigentlich nen Namen? Ja, Saw find ich auch kacke. :smile: Auch den ersten. Mir gefällt der Schnitt und der Sound nicht. Aber jetzt schweife ich wohl ab. Was ich eigentlich sagen wollte, diese Figur aus Saw hat es ebenfalls ins allgemeine Horror Gedächtnis gebracht und was folgte waren bis jetzt zehn(?) Fortsetzungen. Wahnsinn.

Also wenn ich so drüber nachdenk, ne brauch ich eigentlich nicht. :smile:

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Das Buch von Ellis ist grandios. Besser und härter als der Film. Das Buch erschien 1991 und wurde 1995 in Deutschland von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert. Vollkommen bekloppt. Immerhin nicht öffentlich in Deutschland verbrannt worden . 2001 wurde es wieder freigegeben. Ellis bester Roman. American Psycho traf genau den Zeitgeist von damals und ist immer noch aktueller denn je.

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Yo, weiss ich doch alles… war damals tatsächlich das erste (und bislang auch einzige) Buch, das ich kaufte, was indiziert war, und die Buchhändlerin erstmal aus dem Lager holen musste. Wobei: Mittlerweile gefällt mir die Verfilmung eigentlich genauso gut wie der Roman ('ne ganze Zeitlang mochte ich sie sogar lieber). Mein Lieblingsroman von Ellis isses aber nicht - das war, und ist auch immer noch „Glamorama“, und danach dann „The Informers“. „American Psycho“ kommt auf meiner persönlichen B.E.E.-Hitliste erst auf Platz vier, noch hinter „The Rules Of Attraction“. Sind aber alles gute bis sehr gute Bücher, IMHO („Less Than Zero“ natürlich auch).

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