Aktuelle Genrefilme

The Long Walk

Ich zitiere mal aus der Filmstarts Kritik:

Aber abgesehen von diesen heftigen Einschüben besteht „The Long Walk“ – wie schon der Titel verspricht – zu 95 Prozent aus einigen Dutzend junger Männer, die einsame Straßen entlangwandern und sich dabei über Gott und die Welt unterhalten. So wird den Horror-Fans im Kern ein astreines Dialog-Drama untergejubelt …

So ist es in der Tat leider und dann auch noch auf englisch gesehen, wenig verstanden, lag aber eher an der Aussprache. Laufen, reden, Kopfschuss, die ganze Zeit, keine Twists oder Besonderheiten und damit ziemlich langweilig.

Das beste waren die Reaktionen meiner Sitznachbarin die bei jedem Kopfschuss die Hände hochgerissen hat und schockiert war.

Weapons

Besser als “Bring her Back”, im Stil ein bißchen wie Timeline oder Vantage Point / 8 Blickwinkel. Am Anfang etwas unklar, klärt sich mit der Zeit auf. Man sieht einen Blickwinkel, dann Cliffhanger, im nächsten oder übernächsten Blickwinkel klärt sich das dann aber auf und am Ende sowieso. Ein reiner Mystery Krimi, kein Horrorfilm, auch kein abrupter Genrewechsel, der Stil bleibt die ganze Zeit so. Ich fand ihn fast gut, man muss sich halt drauf einlassen und Geduld mitbringen. Man sieht halt auch hier was ein gutes Drehbuch ausmacht. Die eine Szene war sehr krass und wohl für die BBFC 18 verantwortlich. Warum der bei uns ab 16, aber Bring her Back ab 18 ist (beide in UK ab 18) erschließt sich mir nicht. Barbarian fand ich aber insgesamt besser.

Es hieß auf dem Kinofest läuft mein Obscura Trailer nicht wegen der Vorgaben, war bei Long Walk auch so, aber vor Weapons lief er. Ich dann zu meinen Sitznachbarn: “Ja, das ist mein Festival”, schon waren sie interessiert.

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Bei „The Long Walk“ reicht mir der Trailer schon vollkommen aus, um zu erkennen, dass der Film pure Scheiße ist. Dazu reicht der IQ einer Kartoffel, um das im Kern zu erkennen.

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Na, da bin ich aber froh, dass mein IQ dann doch ein wenig höher ist, als der einer Kartoffel… Denn pure Scheiße, das ist „The Long Walk“ nun beileibe nicht. Dafür ein guter, wenn auch nicht grandioser Film. Mit einigen Makeln behaftet, aber doch recht ansehnlich, und gut erzählt. Und es kann ja nun auch nicht jeder Film so ein epochales, sich quasi ad hoc in die Filmhistorie einschreibendes Meisterwerk wie „In die Sonne schauen sein“. Aber vielleicht muss man ja auch dafür den IQ einer Kartoffel haben, um das zu kapieren. Ich weiss es nicht, denn ich bin keine. Kannste nix machen. :wink: :stuck_out_tongue:

Ich werd’ vielleicht im Laufe der nächsten Tage nochmal mehr zu „The Long Walk“ schreiben, und bitte hier im Forum eventuell mitlesende Kartoffeln, sich bis dahin in Geduld zu üben… :laughing:

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Also diese Kartoffel hier wird ihn sich auch demnächst ansehen und dann ihren Senf dazugeben. Hm, lecker, Kartoffel mit Senf.

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Hm… nach einem multimedialen Ereignis, was wohl die Motivation der Gesellschaft innerhalb dieser Dystopie stärken soll, sieht mir „The Long Walk“ im Trailer jedenfalls nicht aus. Ich sehe nahezu keinerlei Zuschauer, lediglich einen einzigen Kamerawagen mit einem fest integrierten Objektiv, was immer die gleiche Perspektive zeigt. Keinerlei Drohnen mit Kameras oder Aufnahmen mit Hilfe von moderner Satellitentechnik, keine sensationslustigen und hungrigen Reporter, die das Geschehen live mitverfolgen, keine jubelnde und fanatische Anhängerschaft des Long Walks, keine kranke, voyeuristische, herzlose Gesellschaft, die sich an den Spielen ergötzt, keinerlei fanatische Massen zu sehen, an den Straßenrändern lediglich mal 1-2 stille Jungen - das wars… und so weiter und so fort. Hinzu kommt der Long Walk soll auf Freiwilligkeit basieren. Wozu das Ganze? Und wo sind verdammt nochmal die Frauen?!

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Also nach meinem Verständnis liegen sowohl Land als auch Gesellschaft nach einem nicht näher erklärten “Krieg” in Trümmern. Die Atmosphäre eines in Teilen entvölkerten Landes, runtergekommener Gebäude und desillusionierten Menschen, von denen offensichtlich nur deshalb immer nur mal einzelne am Straßenrand stehen, weil sie einfach alles satt haben und die Läufer eher bedauern als sensationsgeil zu beklatschen, scheint gut eingefangen zu sein. (Zudem geht das Ereignis im Film ja auch schon viele Jahre). Warum keine Frauen mitmarschieren wird vielleicht im Buch erklärt, das ich leider nicht kenne. Sieht für mich alles schön kaputt und deprimierend aus, niemand wollte hier einen zweiten “Hunger Games”. The Long Walk hätte ich mir auf dem FFF sofort angesehen, spricht mich aus irgendwelchen Gründen total an. Ich freue mich auf den Film.

PS: “Weapons” und “Bring Her Back” waren bislang meine Highlights in diesem Jahr, mit großem Abstand zu allen anderen “Genre” Filmen. Hatte nur keine Lust hier lange Reviews zu schreiben. Bekommen von mir beide 8.5 Punkte.

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In meinen Augen würde das noch weniger Sinn ergeben. Wenn keiner an dem Long Walk interessiert ist, warum wird der dann überhaupt gemacht?

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Vielleicht damit das autoritäre Militär-Regime den Menschen sagen kann, daß sie einem in ihrem Sinne “Mutigen” bereit ist, ein Zuckerle zu geben ? Ich vermute mal das es im Buch da mehr Zwischentöne gibt, die zur Erklärung beitragen, aber natürlich ist es zunächst mal absurd. Nach Logik will ich aber gar nicht fragen.

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Das mit dem Zuckerle überzeugt mich nun rein gar nicht.

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Leute, bitte sprecht, mutmaßt und wertet doch nicht über Filme, die Ihr nicht gesehen habt, wie die Blinden über die Farbe. Wenn Ihr wissen wollt, um was es geht und wie es ausgeht, dann lest Euch doch den Wikipedia-Eintrag durch (Achtung, hier wird, wie dort üblich, auch das Ende verraten).

Oder schaut Euch den Film an, dann wisst Ihr auch, warum es keine Drohnen und kaum Zuschauer gibt und vielleicht könnt Ihr Euch dann auch denken, warum keine Frauen teilnehmen.

(Augenrollemoji)

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"I’m walkin’, yes, indeed / And I’m talkin’ ‚bout you and me
I’m hopin‘ that you’ll come back to me, yeah

I’m lonely as I can be / I’m waitin’ for your company
I’m hopin’ that you’ll come back to me"

(Fats Domino, „I’m Walkin’“)

„But I would walk five hundred miles / And I would walk five hundred more
Just to be the man who walked a thousand / Miles to fall down at your door“

(The Proclaimers, „I’m Gonna Be (500 Miles)“)

„He do the song about the sweet lovin’ woman / He do the song about the knife
He do the walk, do the walk of life / Yeah, he do the walk of life“

(Dire Straits, „Walk Of Life“)

„Every moment matters. Especially at the end.“

„The Long Walk“
(Francis Lawrence / 2025 / Kino (DCP) / englischsprachige Originalversion / Erstsichtung)

Bevor hier nun noch mehr uninformierte Halbwahrheiten, krude Spekulationen und abstruse Theorien über die neueste Stephen King-Verfilmung „The Long Walk“ ausgebreitet, und wiedergekäut werden, dann hier mal einige Worte dazu von jemandem, die:der den Streifen dann auch wenigstens schon gesehen hat (@Herr_Kees wird dann alsbald sicherlich auch noch den einen oder anderen interessanten Satz dazu beizusteuern haben). Und sich dabei dann doch recht gut „unterhalten“ (so man dies denn im Angesicht eines solchen Themas, der deutsche (und unpassend-Shoah-relativierende) Titel der Romanvorlage war „Todesmarsch“, überhaupt so ausdrücken möchte) gefühlt hat. Wobei ich aber auch anmerken muss, dass der gleichnamige Stephen King-Roman damals Mitte / Ende der 1980er eines meiner liebsten King-Werke war und ist, und in meiner persönlichen Gunst gleichauf rangiert mit „Dead Zone“, „Carrie“, "„Misery“, „Christine“ und „The Dark Tower Volume 1: The Gunslinger“. Ich darob also äusserst kritisch an diese Film-Adaption herangehen, und einige Punkte bemäkeln werde, welche Euch selbst unter Umständen so ziemlich egal sein könnten. Und Eines gleich vorweg: Der Film „The Long Walk“ erreicht nie auch nur im Ansatz die düster-nihilistische, trist-niederschmetternde Endgültigkeit des Buches, auf dem er basiert. Was aber beileibe kein Nachteil ist. Mich selbst trotzdem ein wenig enttäuscht hat. Aber dazu kommen wir gleich noch.

Die Grund-Prämisse / Ausgangslage ist so simpel, wie sie gruesome ist: Fünzig Teenager-Jungen und junge Männer erhalten in einer nicht näher definierten U.S. of A. nach einem (Bürger:Innen?)Krieg und inmitten einer ökonomischen Krise die Chance, an einem medial inszenierten und als Spektakel den Massen zur Ablenkung dargebotenen Gewaltmarsch teilzunehmen. Die Regeln sind einfach und tödlich genug: Immer eine Schrittgeschwindigkeit von 3 Meilen die Stunde einhalten. Wer darunter fällt, erhält eine Verwarnung, nach weiteren 10 Sekunden eine zweite. Nach der dritten Verwarnung wird man ohne weitere Vorwarnung sofort erschossen. Ebenso, wenn man die entlang zu gehende Straße verlässt, oder anderweitig dem Marsch sich zu entziehen versucht. Man kann erhaltene Verwarnungen „abarbeiten“, wenn man pro erteilter Verwarnung eine Stunde lang geht, ohne eine weitere Verwarnung zu erhalten. Derjenige, der als Letzter übrigbleibt, ist der Gewinner, wird mit einer enorm hohen Summe Geld belohnt, und darf zudem einen zu erfüllenden Wunsch äussern. Der junge Ray Garrety beschliesst - entgegen dem ausdrücklichen Wunsch seiner besorgten Mutter - am „Long Walk“ teilzunehmen. Unterwegs und während der schier unendlich scheinenden Meilen lernt er andere Mit-Geher kennen, schliesst mit einigen von ihnen Bekanntschaft, und erhält in dem entschlossen-hilfsbereiten Peter McVries einen Freund fürs Leben - welches in Anbetracht der noch vor ihnen Allen liegenden Strecke, so lang sie auch sein mag, kurz genug sein könnte…

Francis Lawrence’s, auf einem Script von JT Mollner („Strange Darling“) basierender Film hält sich erfreulich eng an die Roman-Vorlage. Da wo er bestimmte Aspekte weglässt, tut er das meist aus der Focussierung auf das Kern-Thema des Streifens zweckdienlichen Gründen. So sind hier die Seitenstreifen und Gehwege entlang der sich endlos bis zum fernen Horizont erstreckenden Straße beispielsweise nicht mit tausenden und abertausenden von die Geher anfeuernden Zuschauer:Innen-Mengen und -Massen gesäumt. Was der Geschichte zwar eine durchaus interessante zweite Ebene in Bezug auf die massenmediale Darstellung und das Inszenieren von derlei Events als Spectaculum nach dem Motto „panem et circenses“ gegeben hätte, aber auch allzu stark von dem wirklichen Topos, nämlich dem walk als soziale Metapher, welche den persönlichen Umgang mit den Hürden des gesellschaftlichen Miteinanders und den je individuell verschiedenen gegenseitigen Umgang unter den daran beteiligten Mitmenschen symbolisiert, abgelenkt hätte. Denn alleine dafür, für diese Versinnbildlichung des Marsches als Gang durchs eigene Leben, sind die knapp 100 Minuten des Films beinahe schon zu kurz. So dass es schon einem kleinen Wunder gleicht, dass und wie Lawrence und Mollner hier nahezu alle relevanten Schlüsselmomente des Romans unterbringen, und perfekt platzieren können. Auch die vielen verschiedenen Charaktere, die hier ja mehr Archetypen mit je unterschiedlicher Art und Weise des Umgangs mit dem Marsch selbst, und den an ihm teilnehmenden anderen Gehern verkörpern, sind allesamt gut getroffen, und werden von ihren jeweiligen Schauspielern glaubhaft dargestellt. Da ist Stebbins the rabbit, Barkovitch der Killer, Hank Olson, Art Baker, Collie Parker, und und und… Auch Judy Greer als Rays zu Tode sich sorgende Mutter und Mark Hamill als grimmig-grausamer Major machen hier eine wortwörtlich gute Figur. Absolut herausragend aber, und alle Anderen an die Wand, bzw. bis über die dritte Verwarnung hinaus spielend, ist David Jonsson als Peter McVries, der hier mit seiner mitreissend-energetischen Art an das Fiebrig-Rastlose eines jungen Bruce Springsteen erinnert, und beinahe den ganzen Film auf seinen Schultern mit seinen Füßen trägt. Eine echte Ausnahme-performance!

Nun lebt ein Film, in welchem die Charaktere die allermeiste, bis im Grunde genommen ganze Zeit über nichts Anderes tun, als beständig einen Fuß vor den anderen zu setzen, und sich dabei miteinander zu unterhalten, ja hauptsächlich und nahezu ausschliesslich von seinen Dialogen. Die hier zwar gut geschrieben, aber gerade zu Beginn für non native speakers leider nicht immer, und allzu oft nur sehr schwer verständlich sind. Weshalb ich eingangs manche entscheidenden Gespräche bisweilen leider auch nicht bis auf ihren letzten Grund mitverfolgen konnte. Das bessert sich im Laufe des Fortgangs des Films zwar, ist aber dennoch ein wenig schade. Denn gerade das psychologische Element in den zwischenmenschlichen Beziehungen, die je anderen, subjektiv verschiedenen Verhaltensmuster gegenüber den weiteren Teilnehmern und Umgangsweisen untereinander, machen ja das spannende Element von „The Long Walk“ aus. Da gibt es Jene, die aus reinem Egoismus andere Mitgehende solange provozieren, bis diese einen Fehler begehen, der sie das Leben kostet, da sind Andere, die altruistisch und empathisch ihren Leidensgenossen helfen, und sie unterstützen, wo und so gut es eben geht, und da gibt es auch Solche, die stoisch wortkarg einfach nur mitgehen, ohne sich großartig um die Anderen zu kümmern. Was daraus für Konflikte, Krisen und Probleme, aber auch Chancen, Freundschaften und Solidargemeinschaften erwachsen und entstehen, das ist der eigentliche Kern dieser trist-traurigen, aber oft auch tröstend-hoffnungsvollen Geschichte über einen Marsch durch eine verlassen-verlorene Welt, in der wir uns oft wie Fremde fühlen, bis wir der Tatsache gewahr werden, dass wir diesen Gang nicht alleine machen, sondern es noch viel Andere gibt, die uns auf diesem Weg begleiten. Und dass es sich zu Mehreren oft besser und angenehmer geht, als mutterseelenallein und ganz auf sich selbst gestellt. Von daher macht „The Long Walk“ über weite Strecken (<-- pun intended) im Großen und Ganzen schon so ziemlich Alles richtig. Bis, ja bis der ewig lang anmutende Gewaltmarsch irgendwann dann doch an sein Ende kommt, so wie ja auch jeder Film irgendwann an sein Ende kommen muss. Und da nimmt der Film dann einige, zwar nicht ganz so entscheidende, aber doch problembehaftet-diskussionswürdige Änderungen zu seiner Buch-Vorlage vor. Zum Einen gewinnt hier nicht Ray, sondern Peter den Marsch. Was tatsächlich überhaupt nicht weiter schlimm, und in Anbetracht der um sovieles besseren schauspielerischen Leistung David Jonssons eigentlich auch nur folgerichtig ist. Zudem es ja auch das Ende in seiner grundlegenden Form und Konsequenz gar nicht großartig verändert, nur einen Charakter durch einen anderen austauscht. Was dann aber wiederum in meinen Augen bedeutend problematischer wirkt, ist, dass Peter dann als seinen Wunsch den zuvor während langer Gespräche auf dem Marsch offenbar gewordenen Wunsch Rays, den Major erschiessen zu wollen, wenn er denn gewinnen sollte, äussert, und erfüllt. Nicht nur wirft dies ein ganz anderes Licht auf Peters Charakter, und Wesen, nein, es deutet das eher poetisch-allegorische Ende des Buches (in dem die Hauptfigur selbst nach dem Gewinn des Marsches einfach immer weitergeht, weil sie nicht anders kann und besser zu tun weiss), in eine konkret-reale Handlungsoption um. Widerrechtlich-grausame, sich nur vermittels militärischer Gewaltherrschaft an der Macht haltende Despoten, einfach abzuknallen, und zu erschiessen. Was Alex Garlands „Civil War“ noch als kaum zu rechtfertigenden Gewaltakt, der im Grunde genommen nichts ändert, sondern nur das Prinzip von Gewalt als probatem Mittel zur Lösung von sozialen Problemen weiter fortschreibt, problematisiert, das wird hier in „The Long Walk“ eben mal so legitimiert. Womit der Film beinahe schon sich selbst, und all die diesem IMHO unpassenden Ende vorausgegangenen Qualen und Opfer, ad absurdum führt. Und ich beinahe darauf wetten würde, dass für diesen unnötig-unappetitlichen Ausrutscher mal wieder script author JT Mollner, der mit dem peinlich-blödsinnigen „Strange Darling“ ja immerhin schon den für mich selbst schlechtesten Film des letzten Kinojahres abgeliefert hat, verantwortlich zeichnet. Aber, sei es, wie es ist: „The Long Walk“ ist eine über den Großteil der mit ihm durchschrittenen und abgelaufenen Distanz eine durchaus strapaziös ansehnliche, parabelhaft-erschöpfende tour de force, nach deren Ansehen Einer:Einem beinahe schon selbst die Füße schmerzen. Es ist nur so überaus schade, dass er sich auf seinen allerletzten Metern dann doch noch so sehr verstolpert, und lang hinfällt, wo er doch eigentlich selbst nach dem Abspann immer noch stoisch weitergehen könnte. Mit blutig-kaputt gelaufenen Füßen, und müden Augen und Geist, aber hoch erhobenen Hauptes. So aber bleibt er ermattet im Dreck liegen, dem kalten Regen unerbittlich ausgesetzt, während wir mit schweren Schritten an ihm vorbei ziehen, und einigermaßen ernüchtert aus dem Kinosaal ins Licht des Foyers tapsen.

P.S.: @Kumiho und seiner neulich erfolgten ChatGPT-Eingabe, die Länge meiner Texte betreffend, sei Dank, habe ich für mich persönlich die beinahe perfekt passende Länge für eine vermutlich weitaus bessere, dann aber von wohl kaum Jemandem zu Ende geschaut werdende „The Long Walk“-Filmadaption ersonnen: So acht bis neun Stunden sollte / müsste der dann schon laufen. Am Besten ohne Pause dazwischen. Das wäre für die Zuschauer:innen selbst wohl beinahe so ein schmerzhaft kaum zu bewältigender ordeal, wie für die Geher im Film. Und würde vermutlich jede Menge entnervter walk outs (<— pun also intended) provozieren. Der / die Sieger:Innen, welche dann nachher als Letzte im Kinosaal übrigbleiben sollten, könnten dann ja Kino-Freikarten gewinnen, oder Popcorn auf Lebenszeit. Und von mir aus auch einen Wunsch freihaben. Aber dann vielleicht besser keine Karabiner in griffbereiter Nähe haben.

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King scheint in seinem Erstlingsroman alles richtig gemacht zu haben, eben genau das, was ich oben angedeutet bzw. die für mich fehlenden wichtigen Elemente im Trailer bemängelt habe, sollen im Buch teilweise enthalten sein. King schrieb „The Long Walk“ als mediales Spektakel in einer nicht allzu fernen Dystopie. Zum Glück! Das ergibt nämlich durchaus Sinn. Alles andere eher nicht. In Kings Roman sollen viele Menschen in dieser völlig korrupten und kranken Gesellschaft dem Spektakel zujubeln, auch an den Straßenrändern.

„We see a camera mounted on one of the tanks, tracking the group for the television audience as it marches on, but the roads are spookily empty. Whereas in the novel, everyone in this totally corrupt society cheers on the spectacle, in the film, the locals are not allowed to watch…“

Quelle: slate.com / Beitrag von Rebecca Onion

Eben genau diesen Fanatismus und die fanatischen Massen habe ich im Trailer vermisst und sollen übrigens auch nicht im Film enthalten sein. Leider!

Im Prinzip ist Kings Roman „The Long Walk“ der Vorreiter von „Die Tribute von Panem“ aka „The Hunger Games“.

Ich werde mir den Film definitv sparen, anstelle dessen mir aber direkt das Buch von King zulegen. King scheint alles richtig gemacht zu haben, der Film dagegen nicht. Gespannt auf das Buch bin.

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Sorry, aber das geht zu weit. Man wird doch mal im Vorfeld seine Erwartungen und Meinungen ausdiskutieren dürfen ? Exakt das machst Du doch auch vor jedem Fantasy Filmfest in Form Deiner “Prognosen” ? Zumindest ich habe “The Long Walk” ja auch nicht mal bewertet.

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Lustige Formulierung, wenn auch wahrscheinlich (Mutmaßung!) unbeabsichtigt.

Was ich meine, sind keine Erwartungen oder Meinungen, sondern Annahmen über einen Film, der bereits im Kino läuft, auf mehreren Kanälen durchbesprochen ist und auf einer Vorlage beruht, die jahrzehntealt ist. Wenn es Euch interessiert, dann informiert Euch doch oder schaut den Film und ich meine jetzt vor allem @alex_wintermute , der den Film ja komplett abkanzelt, nur aufgrund des Trailers.

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@ Herr_Kees

Also deine herausgerissenen Zitate von Alexander und mir im letzten Post bilden einen völlig falschen Kontext ab. Auf meinen Satz „Das mit dem Zuckerle überzeugt mich nun rein gar nicht.“ hat Alexander sich mit seiner Aussage „Sorry, aber das geht zu weit.“ nicht bezogen, was man als Leser falsch interpretieren könnte. Sein „Sorry, aber das geht zu weit.“ bezieht sich nicht auf mich, sondern eben auf dich. In dem Punkt gebe ich Alexander übrigens recht. Im Vorfeld darf man durchaus seine Erwartungen und Meinungen kundtun. BTW basieren meine Aussagen nicht auf reinen luftleeren Raum, sondern auf einen langen Trailer und (späteren) Informationen zum Film (siehe Statement von Rebecca Onion) und anderen sowie Informationen zur Vorlage, nämlich dem Roman von King. Also mal schön locker bleiben…

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Ganz genau. Wir wollten hier ja kein Referat schreiben, sondern lediglich spekulieren und unsere Interpretation der Geschehnisse (auf Basis der uns zur Verfügung stehenden Informationen) teilen. Hier im Forum wird doch ständig polemisiert und spekuliert, auch über Filme die bereits laufen. Mag ja sein das der schon auf “mehreren Kanälen” besprochen wurde, aber ich will hier ja nicht von anderen Leuten abschreiben, sondern meine Empfindungen teilen.

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Na gut, dem wird und will ja wohl auch niemand widersprechen - wenn dann aber das Teilen von Empfindungen darin gipfelt, dass, Zitat: „[…] [schon] der Trailer vollkommen aus[reicht], um zu erkennen, dass der Film pure Scheiße ist.“, dann ist das ja bereits kein bloßes Teilen von Empfindungen mehr, sondern eine ganz klar (ab-)wertende Vorverurteilung… noch dazu von Jemandem, der sich neulich erst in einem anderen thread ebenfalls (und mit Recht) vehement darüber ausgelassen hatte, wie denn jemand, der offensichtlich vom japanischen Kino nur sehr geringe Ahnung hat, sich denn erdreisten könne, dieses in vorverurteilender Art und Weise so dermaßen abzukanzeln - nun aber auf Basis von Halbwahrheiten, den wiedergekäuten Meinungen Anderer, und nach Ansicht eines gerade mal 2 Minuten dauernden Trailers zu einem ganze 100 Minuten langen Film, sich dazu hinreissen lässt, eben genau dasselbe zu tun (wahrlich unfassbar!, kann ich dazu nur sagen :wink: ). Nämlich uninformierte Vor-Urteile, ohne tatsächliche Kenntnis des Films, den er da so selbstgerecht im Vorfeld runtermacht, abgeben. Was man ja gerne machen kann, sich dann aber dementsprechende Kritik, zumal, wenn man selbst oft und gerne mal in diese Richtung sich ereifert, wohl oder übel gefallen lassen muss. Kommt halt immer drauf an, wer das macht, und wie. Deine eigene Rolle dabei bestand ja im Wesentlichen nur darin, dem Affen (<— was ich hier übrigens bitte nicht als wortwörtlich so zu verstehende Beleidigung interpretiert haben möchte, sondern halt nur als bloßen Bestandteil des Sprichworts, welches nunmal so lautet) beständig Zucker zu geben. Aber auch da: Bringt ja nicht viel, sich da zuvor schon so dermaßen das Gehirn drüber zu zermartern. Geht am Besten halt rein, und schaut es Euch an, dann seid Ihr schlauer. Und könnt danach auch bedeutend besser, und vor Allem auf Basis von tatsächlichen Fakten und Werturteilen, weiter diskutieren.

P.S.: In Bezugnahme auf den von @alex_wintermute auch weiterhin inkriminierten Punkt zitiere ich mich mal eben selbst, von weiter oben:

„Francis Lawrence’s, auf einem Script von JT Mollner („Strange Darling“) basierender Film hält sich erfreulich eng an die Roman-Vorlage. Da wo er bestimmte Aspekte weglässt, tut er das meist aus der Focussierung auf das Kern-Thema des Streifens zweckdienlichen Gründen. So sind hier die Seitenstreifen und Gehwege entlang der sich endlos bis zum fernen Horizont erstreckenden Straße beispielsweise nicht mit tausenden und abertausenden von die Geher anfeuernden Zuschauer:Innen-Mengen und -Massen gesäumt. Was der Geschichte zwar eine durchaus interessante zweite Ebene in Bezug auf die massenmediale Darstellung und das Inszenieren von derlei Events als Spectaculum nach dem Motto „panem et circenses“ gegeben hätte, aber auch allzu stark von dem wirklichen Topos, nämlich dem walk als soziale Metapher, welche den persönlichen Umgang mit den Hürden des gesellschaftlichen Miteinanders und den je individuell verschiedenen gegenseitigen Umgang unter den daran beteiligten Mitmenschen symbolisiert, abgelenkt hätte. Denn alleine dafür, für diese Versinnbildlichung des Marsches als Gang durchs eigene Leben, sind die knapp 100 Minuten des Films beinahe schon zu kurz. So dass es schon einem kleinen Wunder gleicht, dass und wie Lawrence und Mollner hier nahezu alle relevanten Schlüsselmomente des Romans unterbringen, und perfekt platzieren können.“

Was man ja durchaus und mit Fug und Recht auch gerne anders sehen kann, nur einen Film ohne eigene Kenntnis desselben schon alleine deswegen, und aufgrund von einigen wenigen Bildern und Szenen aus einem minutenkurzen Trailer pauschalisierend als „pure Scheiße“ runterzumachen, das ist, mit Verlaub, dann tatsächlich mal „wahrlich unfassbar“. :wink: Und da darf man sich dann auch nicht wundern, wenn man als Diskussionsteilnehmer:in dann nicht mehr wirklich ernstgenommen wird.

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Mag sein, dass meine erste Aussage zu „The Long Walk“ etwas überzogen gewesen ist, aber offensichtlich habe ich recht behalten im Bezug zum Trailer und dem Fehlen des Fanatismus und der fanatischen Massen im Film, die in Kings Roman und Vorlage aber zum Glück enthalten sind. Faszinierend auch, dass ausgerechnet du dich hier zu einer Art von Moralapostel aufschwingst und mich nur wegen einer überzogenen Aussage im ersten Post maßregelst, im gleichen Zug aber vor nicht allzu langer Zeit das Werk „Cannibal Holocaust“ von Deodato als Dreck und Schmutz abstempelst. Wahrlich unfassbar, :wink:

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Du hast meine damalige Aussage zu „Cannibal Holocaust“ nicht mal im Ansatz begriffen… Was ich meinte war eben gerade nicht, dass der Film als solcher „Dreck und Schmutz“ sei, sondern das er das in und vom ihm Gezeigte auf auf eine seine Zuschauer:innen gleich mit besudelnde Art und Weise darstellt, weil eben wir Alle mit gemeint sind, in unserer widerlich-sensationlüsternen Art und Weise, Mord und Totschlag zu konsumieren, dass mir danach nach einer Dusche zumute war, um eben all diesen dargestellten Dreck und Schmutz abwaschen zu können / wollen. Dass Deodatos Film gerade auch deswegen in meinen Augen ein Meisterwerk darstellt, welches nun aber ausgesprochen schwer im Magen liegt, und beileibe nicht einfach zu konsumieren ist, habe ich dabei zwar nicht an- und ausgeführt, hielt ich aber auch nicht für weiter notwendig. War es aber offenbar doch.

„Gemaßregelt“ habe ich Dich im Übrigen schon mal gar nicht - Weder stünde mir das in irgendeiner Art und Weise zu, noch würde ich das überhaupt wollen. Lediglich Deine ja auch nicht zum ersten Mal hier offenbar gewordene, nun ja, nennen wir es mal von einem Extrem („Meisterwerk“) ins Andere („pure Scheiße“) verfallende Art und Weise der Einschätzung / Bewertung von (Dir bislang sogar vollkommen unbekannten) Filmen zu kritisieren gewagt. Und wie und wo mich dabei als „Moralapostel“ geriert haben soll, das könntest Du mir bei passender Gelegenheit gerne nochmal so detailiert verdeutlichen, dass auch ich es dann verstehen kann.

Hmmm - mich beschleicht immer mehr und mehr das ungute Gefühl, dass es Dir vor Allem darum zu gehen scheint: Recht zu haben, und Recht zu behalten. Anstatt an einer offenen, auch die Meinungen und Standpunkte Anderer respektierenden Art und Weise der Diskussion über Filme interessiert zu sein. Ich würde mich zwar freuen, wenn diese meine Sichtweise mich trügen sollte, aber zeitweise werde ich diesen Eindruck einfach nicht so ganz los… Woran das wohl liegen mag, und könnte? :thinking: