Die Entwicklung des FFF

Interessanterweise hab ich gestern die Frage von mehreren Leuten gehört: Warum wird der und der Film auf dem Filmfest gezeigt? Untypisch.
Dem schließe ich mich an.

Bis jetzt hatte ich persönlich nicht gerade ein Händchen für gute Filme (dieses Jahr), dagegen die Herrschaften im Parallelfilm. Und diese Filme waren allesamt untypisch Beiträge für das Filmfest.
Seh nur ich das so, dass sich das Filmfest wo anders hin entwickelt als es die Ursprünge hat? Bin jetzt im 13. Jahr dabei und das fällt schon auf.

Ich weiß nicht, nur wenn man sich das Programm 2013 anguckt, so sind dieses mal sehr viele Filme dabei, die in den vergangenen Jahren nicht so stark vertreten waren, aber immer mehr am Kommen sind.
und wenn ich mir die Anfangsmoderation von der einen Frau noch einmal zu Gemüte führe: Wir haben auf eure Wünsche gehört und mehr Anspruchsvolle Filme ans Land geholt…weiß ich nicht, mit wem man da “spricht”.

Was haltet ihr davon?

Das nächste FFF 2014 kann ja auch wieder ganz anders aussehen. Es kommt immer wirklich darauf an, welche Filme verfügbar sind. Da gibt es Jahre mit vielen asiatischen Beiträgen, dann vielleicht ein Jahr später wieder sehr interessante Filme aus Europa. Spannende Filme, die auch noch ziemlich anspruchsvoll sind, würden dieses Festival auf jeden Fall aufwerten.
Ich habe allerdings erst gestern hier in Hamburg mit meinen Filmen angefangen und gleich mit “Devils Pass” gestartet, für meine Begriffe ein schlechter Filmstart.
In diesem Jahr beispielsweise sind viele Horrorkomödien auch vertreten, so z. B. “Fresh Meat” oder “Dirty Weekend” oder ich zähle auch “Cottage Country” dazu.
Herzliche Grüße aus Hamburg
Boris

Ich sags einfach mal so: In Stuttgart, welches lt. Rosebud-Aussagen eher Arthaus-Kino-Lastig ist, sind dieses Jahr die Dauerkarten zum ersten Mal nicht ausverkauft :grin:

Ich denke oftmals, dass sie ihre Wuensche auch aus unsere Wuensche projezieren. Am Ende wird aber die Auslastung 2013 entscheident sein, ob die sich erkennbar veraendernte Struktur fuer sie bezahlbar macht oder nicht.

wenn sie allerdings als “Genreware” weiterhin so Perlen wie offensichtlich Zombie Hunter anbieten, dann wirds wohl bald keine Genreware mehr geben g

Ich habe bisher noch niemanden (weder im Internet noch auf dem Festival) getroffen, der sich mehr Arthouse-Filme wünscht. Trotzdem wird dies von den Machern in den Ansagen immer wieder behauptet. Ich habe den Eindruck, dass da mehr der eigene Wunsch dahinter steckt, dem Festival mehr Relevanz und Anspruch zu verleihen, um aus der vermeintlichen “Schmuddelecke” herauszukommen.
Ich habe nichts gegen Arthouse-Filme und anspruchsvolle Dramen, schaue diese sogar sehr gerne, aber dafür kann ich auch auf die Berlinale und andere Festivals gehen. Damit würde das FFF für mich ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal verlieren.

Trotzdem bin ich mit der Filmauswahl in diesem Jahr sehr zufrieden. Bei den 8 Filmen, die ich bisher gesehen habe, war noch keine Gurke dabei. Und “In the Name of the Son” gestern in Berlin war ein echter Knaller.

Wie Sidschei frage ich mich auch eher bei einigen wirklich schlecht gemachten Genrefilmen, wie die es aufs Festival geschafft haben.

Also ich schau mir gute Dramen/Thriler etc. lieber an als irgendwelche B-Movies aus dem Bereich Horror/SF/Fantasy, von daher bin ich mit der Entwicklung des FFF in den letzten Jahren recht zufrieden, auch wenn mir dieses Jahr nicht so viele reine Dramen direkt ins Auge springen. (wie z.B. Eden letztes Jahr)

Was mich stört sind diese stark auf Kunst ausgelegten Filme, die Jahr für Jahr vertreten sind und mMn auch zunehmen. Filme wie “Upstream Color” sind für mich einfach nur ein Ärgernis (gesehen auf der Berlinale), sodass ich hoffe, dass dieser Sektor nicht weiter ausgebaut wird. Dann lieber ein paar Indie-Movies mit guter Story…

Ich habe ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich den Hass auf “Arthouse” Filme nicht ganz nachvollziehen kann, weil die anstrengenden Pseudo-Kunstfilme nach wie vor nur einen minimalen Teil des Programms ausmachen. Upstream Color meide ich, aber hey - dafür kann ich in solchen Quatsch wie “Big Ass Spider” oder “Makkhi” gehen :slight_smile: . Es gibt diese Filme noch beim FFF! Und es gibt mehr davon, als es Kunstfilme gibt.

Wenn ich den FFF-Jahrgang von vor 10 Jahren mit dem aktuellen vergleiche, fällt mir auf, dass es damals mehr “reinrassige” Horrorfilme und mehr asiatische gab. Arthouse gab’s damals aber auch schon.

Kann es sein, dass wir momentan einfach in einer Horror-Flaute leben? Selbst aus Asien kommen mehr Polizeifilme und Dramen als dass es mal ordentlich splattert. Und die Gruselecke ich zwar nach wie vor vertreten, aber die alleine reicht halt nicht aus. Stattdessen werden Horrorelemente lieber mit Komödien und Thrillern vermischt. Die können auch gut sein, aber die emotional wirklich “heftigen” Filmen sind seltener geworden. Und deshalb kommt es einem vielleicht so vor, als wäre das gesamte Festival nicht mehr so etwas besonderes wie früher.
Nur liegt das am Festival oder an den Filmemachern? Mangelt es nicht einfach momentan an wegweisenden Horrorfilmen?

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Zwerg-im-Bikini am 24.08.2013 15:02 ]

Wenn ich da noch an Filme wie z. B. “Wrong Turn 5” denke oder in Planung die beiden “Final Destination” Filme Teil 6 und Teil 7, auch von “Cold Prey” ( die Teile liefen ja auf dem FFF ) ist ein weiterer Film geplant, alles Filme mit den richtigen Horrorelementen. Nur diese Filme müssen dann aber auch gezeigt werden. Wenn man sich dann noch an die ganze Reihe der Filme “Freitag, der 13.” mit dem Killer Jason erinnert, auch da soll in absehbarer Zeit ein weiterer Film gedreht werden.
Mit der Entwicklung des FFF bin ich aber durchaus zufrieden, wenn wirklich dann Filme wie “Cheap Thrills” oder “Big Bad Wolves” das versprechen, was sie auch halten, dann entwickelt sich das Festival in die richtige Richtung.
Gruß Boris

Am 24.08.2013 14:59 , Zwerg-im-Bikini schrieb:


Kann es sein, dass wir momentan einfach in einer Horror-Flaute leben?
Aus meiner Sicht heraus gesagt kurz und knapp: Nope :wink: Denn ich seh derzeit und schon einige Monate mehr „Horror/Mystery“ als in so manch vergangener Zeit.

aber die emotional wirklich "heftigen" Filmen sind seltener geworden.
Da stimm ich allerdings zu :wink: Aber die emotional heftigen Filme waren aber schon immer eher rar gesaeht, oder nicht?

Sid

Ich meinte eher… hmm… wie soll man das beschreiben… Filme, die ich nicht mit meiner Mutter gucken würde :wink: .

Ich habe nicht den besten Überblick über aktuelle Filme, aber die letzten Jahre habe ich das Gefühl, dass es zwar (vielleicht immer noch wegen Paranormal Activity) genug Mystery/Geister/Dämonenfilme gibt, und auch nach wie vor Found Footage, aber dass es ansonsten eher mau aussieht. Und die sind halt dahingehend aufs Mainstreampublikum ausgelegt, dass sie zwar wohlig gruseln, aber nicht überraschen oder für Diskussionen sorgen. ich mag solche Filme, aber sie heben sich nur noch selten voneianander ab, und das finde ich etwas schade.

Und die anderen Horror-Genres… ich habe zuletzt kaum herausragende Slasher oder Splatterfilme gesehen. Die, die mir einfallen, waren Horrorkomödien oder Parodien.
Und auf Fortsetzungen habe ich wenig Lust… Wrong Turn 5 wird mich sicher nicht aus den Socken hauen :wink: .

Wenn ich mir alleine den Jahrgang 2003 ansehe, finde ich da drin:

Ju-On 1+2, Freddy vs Jason, Duel Project, Inner Sense, Dark Water, Beyond Re-Animator, House of 1000 Corpses, Undead, Cabin Fever, Wrong Turn, They, May, Identity…

Das waren nicht alles Topfilme, aber es gab doch noch mehr im klassischen Horrorbereich, woraus man schöpfen konnte. Und nicht bloß Standardkost. Inzwischen freue ich mich zwar immer noch sehr auf die Horrorfilme, aber nach den Festivals ist es ganz oft so, dass andere Genres mich positiver überrascht haben, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Eben weil aus der klassischen Horrorecke so wenig Innovatives kommt.
Aber es ist ja immer so mit den Trends, da kommt bestimmt bald wieder etwas neues…

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Zwerg-im-Bikini am 24.08.2013 15:53 ]

Ich bin bisher immer noch auf meine Kosten gekommen, auch wenn es manchmal vorher nicht so aussieht.

Ich möchte Chainz aber widersprechen: ich möchte nicht mehr Dramen oder Thriller auf dem Fantasy Filmfest sehen, auch wenn diese gut unterhalten. Da seh ich mir lieber B-Movies aus dem Bereich Horror und SF an. Denn das sind meiner Meinung nach eher die Filme, die zum FFF passen.

Mir gefallen auch die Horror-Parodien und Komödien. (Wie halt auch einen OSS 117 oder Cash)

Schade finde ich auch, dass die Asiaten offenbar auf dem Rückzug sind. Was mir bei den Franzosen allerdings egal ist.

Vor einigen Jahren wurde rumgemeckert, dass es zu splattrig wird, letzens waren es zu viele Zombie- und Found-Footage-Wackel-Kamera-Filme, nun zu viele Klappstuhlfilme. Ich denk mal, es allen recht zu machen ist einfach nicht möglich. Und man muss als Veranstalter halt auch nehmen, was man kriegen kann - so erhielt ich mal auf meine Frage, ob man nicht mehr Vampirfilme zeigen kann, etwas genervt die Antwort: dann dreh halt einen selber. Wenn Vampire grad nicht in sind, gibt’s halt auch keine entsprechenden Filme. Wenn Zombies gerade nicht tot zu kriegen sind, dann gibt’s halt mehr Zombie-Filme.

Ein paar wenige möchten Retrospektiven, aber dann wird das Kino nicht voll und es rentiert sich für die Veranstalter nicht. Was ich persönlich schade finde. War schon ein Erlebnis, Christopher Lee mal auf der großen Leinwand als Dracula zu sehen. Oder mal einen kleinen Eindruck von Cronenbergs Werk zu bekommen.

Und, auch wenn ich mich wiederhole, viele von uns sind ja schon 10 oder mehr Jahre dabei, da ist es schwierig, noch was neues zu entdecken, weil “hat man schon gesehen”, “nichts neues”, “typische Klischees”. Bei jahrelangen Fans fallen dann halt Filme wie “Don’t be afraid of the dark” durch, weil es für uns eben eher durchschnittlicher Horror ist, falls man aber neues Publikum anlocken will, dann dürfte so ein Film gerade richtig sein, da er ja auch mehr oder weniger bekannte Namen hat und eher dem mainstream-Geschmack entspricht.

Kommt halt auch darauf an, wohin die rosebuddies wollen, ob sie sich von einem eher kleineren, unbekannten Genrefestival weiter entwickeln wollen zu einem größeren, bekannteren Festival, das breiter gefächert ist und somit ein größeres Publikum anspricht. (Wogegen allerdings die mangelnde Werbung spricht).

Ich denke, dass sich nicht nur das Festival ändert, sondern auch die Festivalgänger. (Man ist ja schließlich nicht ewig 20, oder ?)

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Michaela am 24.08.2013 19:33 ]

Ich seh das wie meine Frankfurter Kollegin: Der Anteil von “anspruchsvollen” Filmen hat in den letzten Jahren zwar zugenommen, macht aber nur einen kleinen Teil des Programms aus.
Pogopuschel hat mit seiner Aussage, dass diese Tendenz vor allem die Wünsche des Teams wiederspiegelt, sicherlich Recht. Für mich macht aber gerade die Mischung aus reinen Spaßfilmen und ambitionierteren Streifen das Besondere des FFF aus.
Außerdem ist es ganz nett bei dem Thema auch auf den ein oder anderen Film verweisen zu können, der z.B. in Cannes oder Sundance lief. In meinem Bekanntenkreis wird das FFF leider überwiegend als “subkulturelle Veranstaltung” wahrgenommen. Gegen diese Einschätzung kämpfe ich nun seit fast vier Jahren an :slight_smile:

Am 24.08.2013 15:49 , Zwerg-im-Bikini schrieb:

Ich meinte eher… hmm… wie soll man das beschreiben… Filme, die ich nicht mit meiner Mutter gucken würde :wink: .

Sowas wie „Human Centipede“, dessen zweiter Teil nach Aussagen auf FB nicht mehr gezeigt wurde, weil es zu „viel Haue fuer das Zeigen dieses Filmes gab?“

Das ist fuer mich schon eine klare Aussage, wohin sich das FFF entwickelt. Vor 10 Jahren waere der gelaufen. Denn WO bitte sonst soll man solche Filme zeigen und sehen (koennen) als in der Midnight Madness des FFF? Aber sowas passt halt in der Entwicklung einfach nicht mehr ins Programm, irgendwie. Und, btw: Wenn man „Horror-Filme“ schon in die „per Definition“ Arthaus-Ecke stecken moechte, dann gehoert gerade der zweite Tausendfuessler definitiv in diese Ecke!

Ich werde jedenfalls das „Cinestrange“ in Dresden echt im Auge behalten und ein Wechsel des Festivals in den naechsten Jahren nicht ausschliessen. Immerhin zeigen die auch den neuen Chucky. Einen Film, den ich auch auf dem FFF einfach erwartet haette.

Ich denke halt auch, dass sich das FFF zumindest teilweise an eine neue Ausrichtung richten moechte, die es aus der Schmuddelecke rausholt und eventuell sogar mal „Foerdergelder“ dann als „Belohnung“ erhaelt.

Sid

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Sidschei am 24.08.2013 20:31 ]

Ich denke auch, dass sich die Veranstalter eine Neuausrichtung des Festivals wünschen, und das nicht erst seit diesem Jahr.

Den Hinweis, das das Filmangebot es nicht zulässt das Programm wie gewohnt zu führen, halte ich für weitestgehend unzutreffend.
Sicher gibt es keine Garantie dafür jedes Jahr ein passendes Musical am Start zu haben wie Repo oder Reefer Madness z.B. Sicherlich schwankt auch von Jahr zu Jahr die Auswahl an Vampirfilmen. (So ist das mit den Subgenres).
Aber wer mal einen Blick auf die Programme anderer Festivals wirft - ich denke hier insbesondere ans Biff, die Nippon Connection, Cinestrange - sieht auch das die Auswahl mit dem FFF gewiss nicht erschöpft ist. (Die Wunschlisten von Dvdscot listen da ja auch schon einige potenzielle Kandidaten.)
Auch was die Asia Filme angeht, gut, wir hatten unsere Auswahl, aber irgendwie auch schade, das es weder der neue Sion Sono,Kioshi, oder Mike zum FFF geschafft haben.

Auch fällt auf, das die Auswahl an Animes und Fantasy ständig schrumpft. Seit 2008 (so lange bin ich dabei) meine ich mich zu erinnern, jedes Jahr mindestens 2-4 Animes/Fantasy Filme im Programm gehabt zu haben (Earthsee, Waltz, Scanner Darkly, Snoop’s Horror, Suicide shop, Renaissance u.a.)

Und so gibt es auch sicherlich Horrorfilme, die lediglich nicht mehr im Suchraster liegen.

Arthaus Filme waren in irgendeiner Form immer dabei, aber die jüngere Entwicklung weist tatsächlich eher in seichtere Gefilde.

Für mich ist eine Wandlung oder zumindest eine starke Unbeständigkeit des FFF klar erkennbar.

Ich weiß noch gar nicht konkret, wie ich zu dieser Entwicklung stehe, aber ich bin der Ansicht, das dem FFF eine deutlichere Struktur gut täte.

Momentan zerbröckelt und zerfasert diese nämlich. Auf Dauer ist das gar nicht gut.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Frank am 24.08.2013 21:47 ]

Am 24.08.2013 20:15 , DonJuon schrieb:


Pogopuschel hat mit seiner Aussage, dass diese Tendenz vor allem die Wünsche des Teams wiederspiegelt, sicherlich Recht. Für mich macht aber gerade die Mischung aus reinen Spaßfilmen und ambitionierteren Streifen das Besondere des FFF aus.

Ich muss da noch ergänzen, dass ich dieses Jahr bisher mit den 10 Filmen hoch zufrieden bin. So eine gute Ausbeute ganz ohne Gurke oder zumindest einen Langweiler hatte ich noch nie. Darunter sind dann auch ein eher ruhige Dramen wie „Byzantium“ (wenn auch eine Art Vampirfilm), der schräge „Wrong“, eine Coming of Age Film wie „I Declare War“, ein fast dokumentarischer Hard-SF-Film wie „Europa Report“ oder ein Kannibalenspaß wie „Fresh Meat“.
Ich liebe dies Abwechslung im Programm durchaus.

ich würde gerne noch mal auf das thema retrospektiven (von michaela angesprochen) zurückkommen. die waren mal im programm des fff standart und haben ganz erheblich zum niveau und atmosphäre des fff beigetragen. (ich erinnere mich gerne an brian yuzna oder dario argento, die dann auch persönlich anwesend waren) das hatte klasse und sorgte für eine gewisse festivalatmosphäre, die leider fast gänzlich geschwunden ist.

Leider waren die Retrospektiven vor meiner Zeit (bin seit 2007 dabei), aber vor einigen Jahren gab es mal so ein Double Feature mit zwei Christopher Lee-Filmen, das fand ich toll. Ich denke, so eine Retrospektive würde viel zu einer wirklichen Festival-Atmosphäre beitragen, die jetzt nur bedingt vorhanden ist (kann da insoweit nur für Köln sprechen). Dem Stammpublikum würde es vermutlich gefallen, viele andere dürften sich aber weniger angesprochen fühlen. Unter kommerziellen Aspekten wärs also vermutlich ein Flop, daher glaube ich nicht, dass Rosebud sowas nochmal auf die Beine stellt.

Am 25.08.2013 01:03 , reese schrieb:

ich würde gerne noch mal auf das thema retrospektiven (von michaela angesprochen) zurückkommen. die waren mal im programm des fff standart und haben ganz erheblich zum niveau und atmosphäre des fff beigetragen. (ich erinnere mich gerne an brian yuzna oder dario argento, die dann auch persönlich anwesend waren) das hatte klasse und sorgte für eine gewisse festivalatmosphäre, die leider fast gänzlich geschwunden ist.

In den letzten Monaten wurden in fast allen deutschen Kinos die 35mm Projektoren entfernt. Zum Jahresende wird die Auslieferung von Filmkopien eingestellt. Die großen Kinoketten haben diesen Schritt, bis auf wenige Ausnahmen, längst vollzogen.

Zu den Retros haben Rosebud nun ja wirklich schon oefters einfach gesagt, dass das Interesse zu gering - quasi nahezu nur Dauerkartenbesitzer waren anwesend - und die Lizenzkosten zu hoch und vor allem teils auch zu kompliziert.

Was da unterm Strich wirklich “wahr” ist, muss man sich irgendwie zusammenpuzzeln; aber es duerfte schon einfach Fakt sein, dass nur wenige 9 Euro zahlen werden um einen Film zu sehen, den man in jedem Heimkino betrachten kann.

Allerdings scheint das Cinestrange im Gegenzug damit ja auch guten Anklang zu finden, haben die aber auch immer den entsprechenden Gast dabei… Wahrscheins liegt die Wahrheit wieder irgendwo in der Mitte.

Ich persoenlich finde zwar, dass sie zur Festival-Atmo durchaus beitragen, vermisse sie aber nicht wirklich. Denn ich wuerd mich wohl nur selten fuer einen Retro-Film entscheiden, wenn dagegen ein neuer laeuft, den es ggfs noch nicht mal auf DVD/BR gibt.

Ich würde wohl auch eher einen neuen Film einer Retrospektive vorziehen. Da müsste es schon einer sein, der total von der Kinoaufführung profitieren würde… Braindead oder die Rocky Horror Picture Show würde ich mir schon gerne mal mit Gleichgesinnten vor der großen Leinwand geben :slight_smile: .

Dass sich das Fantasy Filmfest in den nächsten Jahren verändert bzw. weiterentwickelt, das finde ich voll in Ordnung. Von diesen 66 Filmen in diesem Jahr gibt es immer für jeden Geschmack etwas. Ich glaube die Verantwortlichen von Rosebud sind natürlich sehr bemüht, eine Vielzahl an Filmen zu präsentieren, um auch eine hohe Flexibilität gewährleisten zu können.
So einen Film wie z. B. “In the Name of the son” zu zeigen hat ja auch eine gewisse Aktualität, wenn man sich einmal überlegt, was in den letzten Jahren in Kirchen so alles passiert ist. Solche Filme bestehend aus Tragedy und Comedy gibt es auch nicht häufig.

Man muss nicht immer einer Meinung mit den Verantwortlichen dieses Festivals sein, aber an dieser Stelle einmal meinen großen Respekt an Rainer Stefan und seinen Mitarbeitern von Rosebud, die uns jedes Jahr wirklich ein tolles Festival vorbereiten.
Gruß Boris