FFF 2024 - Fantasy Filmfest

Tag 3 in Stuttgart

12 Stunden Kino mit Filmstart um 13 Uhr, warum tue ich mir das nochmal an? Der erste Film bleibt die Antwort zunächst schuldig, aber zwei Highlights stehen noch an.

Aber zunächst bekommen wir als Vorfilm noch den unsäglich prätenziösen A MONSTER CALLED LOVE von der Züricher Filmhochschule vorgesetzt, man kann also getrost eine Viertelstunde länger schlafen.

SHE LOVED BLOSSOMS MORE
Meine Vorab-Prognose: Auch hier wieder eine herausragende Ästhetik, die offenbar nicht von der Qualität des Drehbuchs gematcht wird: „Arresting Visuals Compensate for Limp Characters“ (Disappointmantmedia). Ansonsten scheint der Regisseur (eigentlich Norweger) von Lanthimos inspiriert, nicht das schlechteste Vorbild. Und Dominique Pinon ist auch mit dabei. Aber eben auch wieder Arthouse, der sich in Trauer und Verlust suhlt.
Meine Kurzkritik: 1. Ich bin mehrmals kurz eingenickt. 2. Das hatte m. E. keine große Auswirkung auf das Filmverständnis. SHE LOVED… ist mehr visueller Trauertrip als kohärenter Film, der „Genuss“ könnte durch die vorherige Einnahme von Substanzen eventuell gesteigert werden, aber da kann ich nicht mitreden. 5.5/10

ELSE
Meine Vorab-Prognose: Das Konzept dieser ELSE klingt wahnsinnig interessant, die wenigen bislang sichtbaren Bilder sprechen für ein visuelles Erlebnis, ich hoffe, dass es auch eine Story gibt und nicht nur abstrakte Visuals.
Meine Kurzkritik: Eine emotional berührende Geschichte und inszenatorisch unglaublich stark von Farbgebung und visuellen Effekten bis zum exzellent horrenden Sounddesign – Bodyhorror als ASMR. Das Ende wird einigen zu esoterisch sein, ich fand es jedoch künstlerisch konsequent. Sehr sehens- und hörenswert! 7.5/10

PROJECT SILENCE
Meine Vorab-Prognose: Hui, weil eine Massenkarambolage ja für einen koreanischen Katastrophenfilm nicht ausreicht, packt man noch Giftgas und Kampfhunde in den Mix? Ich erwarte Humbug und CGI in katastrophalem Ausmaß, denke aber, wenn man sowas schon schaut, dann wenigstens im Kino.
Meine Kurzkritik: Für einen Film mit seinem Titel macht er ganz schön Lärm, natürlich um nichts, aber nach den beiden ruhigen Einstiegsfilmen kann ich diesen Katastrophenmumpitz mit seinen lächerlichen CGI-Hunden zum Wachbleiben gut gebrauchen. Ganz unterhaltsam und interessant, dass zumindest zwei Charaktere nicht ganz so eindimensional bleiben wie anfangs angenommen. 6/10

MALDOROR
Meine Vorab-Prognose: Puh, zweieinhalb Stunden französisches True Crime-Drama über den belgischen Kindermörder Marc Dutroux vom Regisseur von CALVAIRE und INEXORABLE. Kann man sich denke ich gut auch im TV geben.
Meine Kurzkritik: Als Ermittlungsthriller trotz Überlänge extrem fesselnd, leider schmälert die hinzugedichtete Räuberpistole etwas die Intensität des wahren Falls. 7/10

AZRAEL
Meine Vorab-Prognose: Postapokalyptische Horroraction, hmm, da gab es schon mehr Schund als Treffer, aber Samara Weaving ist das Ticket eigentlich meistens wert. Und „ohne Dialog“ heißt, dass es zumindest mal keine schlechten gibt. Die Kritiken bei IMDb, Rotten Tomatoes und Letterboxed pendeln sich alle bei „gehobenem Durchschnitt“ ein.
Meine Kurzkritik: Ich leide mit Samara Weaving, aber nicht wegen ihrer Rolle, sondern wegen des lahmen Films. Als hätte man Neil Marshalls CENTURION und THE DESCENT billig nachgedreht und neben Handlung und Charakteren auch noch die Spannung vergessen. A QUIET PLACE this is not. 4.5/10

3 „Gefällt mir“

Tag 3 in Nürnberg, der belgische Tag.

ELSE + MALDOROR

Sooner or later we will be someone…Else.
Liebe ist stärker als Krankheit.
Die Menschheit eine aussterbende Rasse.
Unaufgeregt, ruhig, ungemütlich, schmerzhaft, depressiv, verrauscht, mysteriös schleicht sich der Bodyhorror heran, setzt sich akustisch disonant quälend in unseren Gehirnen fest in Bildern grober Avantgarde, fluidem Daliismus und haluzinogenem LSD Rausch, immer schön düster, dreckig, körnig und imperfekt. Ein zähes Martyrium.
8 von 10 stöhnende Verschmelzungen.

Maldoror serviert harte quälende True Crime Kost. Nach langjähriger Recherche und Produktionsdauer komprimiert auf 155 Min. Der Fall des Marc Dutroux eigenwillig interpretiert unter der Regie eines Fabrice de Welz. Jeder Streamer hätte diesen „Euro-Krimi“ wohl als 8x 20 Min. Event-Serie oder als 3x 50 Min. Miniserie verbraten. Hier gibt es alles in einem Rutsch, das ist doch praktisch. Sitzfleisch ist somit ebenso gefordert wie die Erinnerung an diesen scheußlichen Kriminalfall aus den 1990er Jahren. Mich haben die Inszenierung und der Jungermittler aka „good cop“ leider nicht gepackt, war mir alles zu lang, zu breit, zu tief und zu vorsichtig erzählt. Mag als Herzensprojekt für den Regisseur funktionieren, für den ungeduldigen Hobby-Kriminaler und streaming-verseuchten Serienkrimi Zuschauer wohl zu wenig glatt, zu wenig einfach und zu wenig oberflächlich. Trotzdem 6.5 von 10 ambitionierte Polizeiarbeitsfleißsternchen plus ein halbes Beatrice Dalle Gedächtnis Sternchen.

3 „Gefällt mir“

Freitag, der 13.

Vor lauter Rumgruschdln und Zeugs erledigen, hab ich den ersten Film She loved blossoms more zeitlich nicht mehr geschafft und laut Aussagen der anderen auch nix verpasst.

Mein Einstiegsfilm also Else
Ich denke, das ist der arthousigste Film dieses Jahr. Bodyhorror der eher subtilen Art, interessante Stilmittel mit verschwommenen Bildern (nicht mein Fall), ASMR, schwarz/weiß und die letzten Bilder waren toll. Man kann in dem Film eine Aussage zum Leben, Evolution, zweite Chancen sehen und philosophisch werden, oder sich einfach schrecklich langweilen. Ich hab ihm 3 Punkte gegeben, einfach schon weil ich den Film von der Machart her interessant fand.
Ihn früh zu platzieren war eine gute Idee. Im letzten Slot wär’s viel zu anstrengend gewesen.

Wäre gestern auch besser gewesen, die Jäger im frühen slot zu zeigen und Wake Up dann als Rausschmeißer. Für die Jäger hatte ich nach den zwei Prügelfilmen nämlich keinen Nerv mehr.

Project Silence
(Oder auch: who let the dogs out)
Hat mich positiv überrascht und hat den Tag definitiv aufgewertet. (Falls jetzt jemand aus unerfindlichen Gründen denken könnte, ich hätte ein Faible für unsere koreanischen Freunde, liegt er/sie richtig :grin: )
Hatte alles, was man von einem Koreaner erwarten darf: action, gute Schauspieler, den comic relief, bissi schnulzig, story ok - da wurde dieses Mal tatsächlich nicht zu viel aufgetragen. Nur die CGI Hunde waren echt mies.

Dann das centerpiece Maldoror
Basierend auf dem echten Fall Marc Dutroux. Die Centerpieces sind ja oft Deprifilme, so war ich auch hier, gerade als Mama, darauf gefasst, dass es heftig werden würde.

Allerdings lag der Schwerpunkt von diesem Film auf einem der ermittelnden Polizisten, sodass die grausamen Taten eher nebensächlich behandelt wurden.

Hätte an manchen Stellen kürzer sein können, war aber insgesamt ein sehr guter True Crime Film, der aber kein Dokumentarfilm ist.

Als Rausschmeißer dann Azrael
Sehr angenehm mal keine Untertitel lesen zu müssen. Dialog gab’s kaum, allerdings auch keine Erklärung, wer gegen wen und warum.

Mir kam’s vor wie eine Folge The Walking Dead meet the Whisperers mit nem Hauch Rosemary’s Baby.

Rennen kann Samara Weaving, das muss man ihr lassen.

Das Wetter ist echtes Kinowetter. Nass und saukalt.

3 „Gefällt mir“

Naja, das ist halt das harte Brot (gelegentlich ja durchaus auch wortwörtlich zu nehmen, wenn man sich Stullen von daheim einpackt, um überhaupt irgendwas zu beissen zu haben) der Dauerkarten-Inhaber:Innen. Ich selbst hab’ das Ganze tatsächlich auch nur ein einziges Mal mitgemacht - das war anno 1996, also schon gefühlte zwei Ewigkeiten her (mehr dazu siehe auch hier in diesem post (<— Link / Klick’ mich!)), und bin dann teilweise immer bei den schlechten Filmen („Sometimes They Come Back…Again“, „Hellraiser IV - Bloodline“) eingepennt. Was die Versorgungslage mit warmen Speisen anbelangt - da hatten wir bis zum FFF-Jahr 2018 hier in Hamburg auch bei nur extrem kurzen Pausen zwischen den einzelnen Filmen das Glück, dass bis dahin direkt neben dem Savoy-Festivalkino ein Asia Imbiss loziert war. Südostasiatische Garküche ist halt unschlagbar schnell zubereitet - in knapp unter 15 Minuten bestellt, bekommen und verzehrt, und dann gleich wieder nach nebenan, ins Dunkel des Kinosaals. Die haben dann aber leider dichtgemacht, seitdem ist das auch für mich als seit über 22 Jahren schon sich rein vegetarisch ernährendes Wesen nicht mehr so einfach, da auf die Schnelle noch was Warmes zu verputzen… Anyways, beste Grüsse nach Nürnberg, auch weiterhin gutes Sitzfleisch, viel Durchhaltevermögen, (möglichst) gute Filme und viel Spass!

3 „Gefällt mir“

Willkommen im Club. Das mit den Pausen ist manchmal echt eine Herausforderung. Viel Spaß mit deiner ersten Dauerkarte. :star_struck:

2 „Gefällt mir“

Uff - nachdem ich erst um drei Uhr nachts den Weg gen Bettstatt fand (my bad, ich weiss, ich weiss…), nach gerade mal fünf Stunden Schlaf nun schon wieder up and (not really) going. Der Wecker hatte eigentlich erst erst um neune klingeln sollen, aber ich war um acht bereits wach. Grrrr - da helfen dann wohl nur wieder Unmengen an Koffeinaufnahme per Flüssigkeitszufuhr. Gott The Great Cthulhu sei gedankt für dieses lebensrettende Naß called Kaffee! :coffee:

Und nachdem August in diesem Jahr wirklich so schnell verging, als wäre er „sipped away like a bottle of wine“ (Taylor Swift), war ich noch gar nicht auf einen Temperatursturz, wie wir ihn hier im Norden Anfang der Woche hatten, vorbereitet. Tagsüber geht das zwar noch, und bewegt sich das Thermometer so um die 15, 16 Grad Celsius, aber nächtens fallen die Werte dann auf nicht mehr als 4, 5 Grad! Da ich in der Schlafphase ungern auf Frischluftzufuhr verzichten mag, habe ich mir zu Wochenbeginn prompt eine fiese Erkältung zugezogen (kein CoViD immerhin, I checked myself), und stolper’ nun arg verschnupft durch die weite Welt. Von daher, so sehr ich mir an manchen Abenden auch ein eiskaltes IPA wünschen mag, mein Gaumen könnte die bittersüssen Fruchtnoten im Abgang momentan eh nicht rausschmecken. Ebenso wär’s wohl mit einer leckeren Carménère (bevorzugt aus Chile), die hier in meinem norddeutschen Kaff aber sowieso nirgends aufzutreiben ist. Das ist dann auch einer der wenigen Nachteile eines Kleinstadtlebens - eine vernünftige Weinhandlung (oder überhaupt eine Weinhandlung) sucht man hier leider vergebens. Luxusprobleme, I know. But problems nonetheless. Muss ich halt doch wieder zum REWE, und dort eine 6 Euro-Flasche kalifornischen Cabernet Sauvignon erstehen, von dem ich zumindest sicher weiss, dass sein Bukett mir einigermaßen schmeichelt.

Aber eigentlich wollte ich ja auf was ganz Anderes hinaus: Nämlich bloß noch erwähnen, dass ich mir gestern nachmittag noch Tickets für das schwermütige „Handling The Undead“ und den keine Gefangenen machenden kasachischen „Steppenwolf“ gekauft hatte (neben auch noch dem „Beetlejuice“-double feature am Sonntag in etwa einer Woche und dem erneuten re-screening des Original-1984er-„Terminator“). Ihr könnt Euch also auf noch zwei weitere wüst und ziellos umher mäandernde Endlos-Texte aus meinen Tippfingerchen freuen! :wink: :rofl: :crazy_face: Nein, aber im Ernst: Ich glaube, mit dem monolitischen Text-Ungetüm zu „Else“ hab’ ich mein Limit in diesem Jahr schon erreicht, wenn nicht bereits arg überschritten. Meine weiteren Wort-Ergüsse dürften dann hoffentlich weniger ausufernd ausfallen. But well, we’ll see hot it goes!

Wie auch immer: Euch Allen ein schönes Wochenende, den Forenmitgliedern aus den Städten, in welchen der FFF-Zirkus gerade gastiert, hoffentlich schöne Film-Entdeckungen, und ein paar grauselig-spannende Stunden im Kinosaal, plus nette real life-Fachsimpeleien! Wir lesen uns…

Ach so, mir ist grad’ noch eingefallen: Hamburg hat morgen abend Koen Mortier zu Gast, anlässlich des „Skunk“-screenings! :smiley: fett vorfreu! @XhellbroX : Soll ich Dir eventuell ein Autogramm besorgen (Lies: Möchtest Du eins haben?), oder hast Du gar schon eines, oder ist Dir das sowieso schnurzpiepegal? Und falls ja, mit oder ohne Widmung (den genauen Wortlaut einer eventuellen Widmung müsstest Du mir dann gegebenenfalls natürlich noch zukommen lassen, entweder per PN, oder sonst hier im thread)? Hätte nur leider kein Exemplar von „Ex Drummer“, was ich dafür erübrigen könnte / im Austausch anbieten würde… sowohl meine „Kino Kontrovers“-DVD inclusive Soundtrack-CD als auch das Blu Ray-Mediabook sind beide schon lange vergriffen, und werd’ ich dementsprechend auch nicht weggeben - würde dann einfach ein Photo von Mortier aus dem I-Net runterladen, und zwecks Signierung ausdrucken. Naja, ist bloß ein Angebot, kannst mir ja sonst mal mitteilen, ob, bzw. was Du davon hältst.

1 „Gefällt mir“

Wird ne interessante Paarung: The Substance und danach Scared Shitless.

Was mich auch etwas entsetzt: wie kann das das 38. FFF sein, wenn wir gefühlt doch erst das 30. Jubiläum gefeiert haben?

Heut ist auch der Tag der langen Filme. Puuh.

2 „Gefällt mir“

Das ist ja mega süß von Dir!!! :scream: Leider bin ich an Autogrammen so gar nicht interessiert. Das letzte Mal hab ich mir einen Drumstick 2003 in Frankfurt von der damals Newcomer-Emo-Band „The Used“ signieren lassen. Inzwischen sind die populär und das wäre wohl echt was Wert. Mit 20 Jahren hab ich den Stick einfach bei Ebay verscherbelt, um mir neue Konzerttickets kaufen zu können! HAHAHA

Leider ist hier in München Koen Mortier nicht zu Gast. Hätte gerne am Q&A teilgenommen. Bin allerdings so gar kein Fanboy generell. Hatte schon mit Xavier Gens, Norman Reedus, Sean Patrick Flanery und Jason Mewes persönlich Kontakt, ohne dass es damals Smartphones für Selfies gab! Würde auch jetzt keine machen!

Freue mich unfassbar auf SKUNK morgen in München, da ich auch riesiger Fan der Band Amenra bin. Die Bandmitglieder sind persönlich gesehen viel entspannter als die genannten Promis by the way!

Hab mein Ex Drummer Shirt schon frisch gewaschen bereit gelegt. Daran werde ich zu erkennen sein :wink:

p.s.: Die Kino Kontrovers- BluRay von Ex Drummer befindet sich in meiner Sammlung. Das Mediabook von 22.mai hab ich wieder verkauft. Hat es leider nicht in meine Bestenauslese geschafft. Trotzdem wirklich guter und audiovisuell unfassbarer Film!

Hab das Gefühl, dieses Jahr wird das FFF jeden Tag besser.

Heute alle fünf Filme geschafft.

Mermaid Legend
Schön, auch mal einen älteren Film zu sehen. Mit einem auch heute noch aktuellen Thema: Umweltschutz. Zumindest am Rande, denn eigentlich geht es um eine Frau, die den Tod ihres Mannes rächt. Da spritzt das Blut, Teile der Anatomie werden verpixelt, man wird gut unterhalten. Tolle Unterwasseraufnahmen.

Blood Star
Kleiner dreckiger Film, der mir gut gefiel. Hab ausnahmsweise mit dem.Mädel mitgefiebert, fand den Sheriff echt fies und die Landschaftsaufnahmen schön. Auch wenn man diese story so schon xmal gesehen hat, seh ich lieber sowas auf dem FFF als irgendwelche verschwurbelten arthouse coming of age Filme. So ganz pauschal gesagt.

Parvulos
Director’s spotlight
Starker Film, tolle junge Darsteller, definitiv ein Highlight und zum Ende hin, hab ich tief durchgeatmet, sonst wär ein Tränchen geflossen. Für Tierfreunde eventuell etwas herausfordernd, grade am Anfang, dann nicht mehr.

The Substance
Ausverkauftes Kino, Demi Moore spielt mutig und stark, zum Ende hin too much und style over substance. Dennis Quaid als Superarsch sollte nicht unerwähnt bleiben. Der Film hat mich nicht ganz abgeholt trotz zahlreicher Zitate von Lynch, Kubrick und Cronenberg. Vielleicht hatte ich auch einfach zu hohe Erwartungen. Der Film verdient die Bezeichnung Body Horror. Mir war’s danach schlecht.

Scared Shitless
Genau sowas gehört in die midnight madness. Kurz, knackig, witzig mit erstaunlich gutem Dialog (wie ich finde, auch wenn der Satz „Shit happens“ zu oft gebraucht wird) und Soundtrack.

So, die Ausbeute steigt
T-Shirt und Beutel
Erica von Stranger Things
Eine Deadline (lag zum Mitnehmen im Foyer)
Eine Spritze mit der Substanz sowie gelber Trinkbeutel.

Verlosungen gab es bisher keine.

5 „Gefällt mir“

Joa, alles klar… ich selbst bin ja auch nicht so der Autogramm-Fan. Die einzigen Signings, die ich in Ehren halte, sind von den RAMONES (beim allerletzten BRD-Konzert 1996 in Hannover geholt, leider wollte mein Lieblings-RAMONE Joey uns keine Unterschrift auf die Konzertkarten geben… ist nur breit grinsend an uns vorbeimarschiert - naja, damals hatte er ja, glaub’ ich, schon seine Krebsdiagnose), Judith Butler (wenn ich so an ihre antisemitischen Tendenzen der letzten Jahre denke, wird’s mir da aber auch gleich ein bisschen gruselig), Diamanda Galás und HR Giger (in der 1985er-Erstauflage vom „Necronomicon 2“). Ich hab’ ihn heute abend aber schon mal vorsichtig angesprochen, ob er mir (bzw. Dir) ein Autogramm geben würde, er war nämlich schon da (und Fabrice Du Welz noch - das war auch ganz putzig, die beiden Herren Regisseure haben 'ne ganze Weile lang geschnackt und gefachsimpelt). Also, er hätt’s gemacht… :wink: Sehr netter und umgänglicher Zeitgenosse, so auf den ersten Eindruck.

Filmausbeute war heute… naja, es fing super an („Mermaid Legend“), wurde dann gut („Blood Star“), und dann… ja, dann kam „The Substance“. Und: Es ging mir ähnlich wie @Michaela … er hat mich emotional nicht so richtig gepackt (muss er ja aber auch gar nicht, nur dann hätte ich da aber gern noch a bissl mehr food for thought gehabt), und zum Ende hin leider doch ziemlich verloren. Ich könnte auch noch nicht mal sagen, woran genau das denn nun gelegen haben könnte, denn die einzelnen Zutaten hätten in der Summe durchaus ein leckeres französisches Gericht zum perfekten Nachkochen :wink: ergeben können - Absolute powerhouse performances von sowohl Demi Moore als auch Margaret Qualley, auch Dennis Quaid in der Rolle des schmierig-abgefucked-ten TV-Produzenten (dass der auf den schönen Namen „Harvey“ hörte, war wohl auch kein Zufall) hat toll aufgespielt, superbe Kamera-Arbeit, herausragender Schnitt, auch das Sound Design, colour grading, die prosthetics, Kostüme, Ausstattung / Set Design, Requisite: Alles tippy-toppy und 1A - aber der zündende Funke wollte nicht überspringen, irgendwie hat da das letzte Quentchen gefehlt. In all seinem style hat er dann letzendlich irgendwie, irgendwo die substance vermissen lassen. „Revenge“ mochte ich damals anno 2018 jedenfalls 1000-mal lieber. Auch wenn man Fargeats Wut gerade auch im Finale durchaus hat spüren können, und die vielen vielen Zitate und Anspielungen („Society“, „The Fly“, „The Thing“, etc. pp.) total liebevoll umgesetzt und eingebaut wurden - mehr als ein guter, durchaus auch sehenswerter Film kommt für meine Wenigkeit dabei leider leider nicht rum. Ich will das gar nicht mal dem Streifen selbst ankreiden, aber so recht zusammengefunden haben „The Substance“ und ich leider nicht. Aber hey, Moores und Qualleys Klon-Charaktere im Film selbst ja auch nicht. Naja. Morgen vormittag / mittag dann bestimmt auch ein etwas ausführlicherer Bericht dazu, sowie auch weitergehende Anmerkungen zu „Mermaid Legend“ und „Blood Star“. Unterm Strich war „The Substance“ heute zwar der mit Abstand beste Film, aber die anderen beiden haben mir soviel viel mehr Spaß gemacht… Ich hätt’s mir anders gewünscht, aber es ist nunmal, wie’s eben ist. Von den goodies hab’ ich nur die Kugelschreiber-Spritze mitgenommen, Katheterbeutel haben wir auch auf der Arbeit schon genug rum(f)liegen. :wink: :laughing: Auch da haben mir damals die pinken Plaste-Sternchen-Ohrhänger besser gefallen.

Davon ab war’s aber ein schöner Tag, hab’ viele bekannte Gesichter wiedergesehen und auch zuvor noch nicht bekannte Menschen kennengelernt und mit denen sehr nett geschnackt. Also ich kann das mit den Schwierigkeiten, auf dem Festival mit Anderen ins Gespräch zu kommen, für meinen Teil nicht bestätigen. Aber da ist ja auch Jede:r ein wenig anders gestrickt, glaub’ ich. Gesehen / gesprochen habe ich unter Anderem (mit) @todi , @Frank , @Brain3ug , @Umelbumel, Ed und Michael vom Savoy Film Club, und auch mit diversen anderen Festival-Besucher:Innen. Wobei ich immer noch nicht so ganz im Festival-feeling bin… aber kommt die Tage dann bestimmt noch. Jetzt erstmal dickedoll auf „Skunk“ und Koen Mortier vorfreuen.

6 „Gefällt mir“

Tag 4 in München…

MERMAID LEGEND
Japanische Exploitation aus den 80ern - da kommen Jugenderinnerungen hoch, als man gewisse Filme noch in gewissen Videotheken von gewissen(losen) Videotheken-Mitarbeitern unter der Ladentheke zugeschoben bekam :wink:. Muss man also unbedingt mitnehmen, obwohl ich den Samstag gerne als Ruhetag genommen hätte.
Tja, was soll ich sagen? Ich finde die Japaner ungemein freundlich, wie sie voller Überzeugung bäuchlings voran einer lieblichen Dame gegenübertreten, die einen spitzen Stock vor sich trägt. Wirklich sehr zuvorkommend, wenn man ein Blutbad braucht! Und die Dame hatte aber auch allen Grund dazu. Ansonsten war MERMAID aber auch sehr poetisch, Unterwasserszenen und Titel und so. Ich muss zugeben, was Exploitation betrifft, war ich zu dieser Zeit auch Härteres gewohnt. Trotzdem auch sehr süß, dass man kucken darf, wenn spitze Stöcke in Gedärme eindringen, aber Hardcore-Szenen dann verpixelt werden müssen… Ich gebe zu, diese Diskrepanz werde ich nie ganz verstehen, auch wenn ich damit bittschön nichts über meine bevorzugten Sehgewohnheiten ausgesagt haben will, weder in die eine oder andere Richtung. (Wir sind ja hier unter uns.) Poetische 6/10 von mir.

THE SUBSTANCE
Soviel zum Ruhetag:
Zweiter Pflichtfilm für heute. Der meistgehypte dieser Saison.
Zurecht? Ja. Schon.
Aber.
Vorab, meine Wertung lautet: 7,5/10. Keine sonst von mir gerne verteilte Höchstnote, aber doch recht hoch, weil Coralie Fargeat halt schon sehr viel richtig macht. Besetzung klasse. Demi Moore spielt sich selbst, so ehrlich dürfen wir sein. Margaret Qualley auch. Dennis Quaid in höherem Alter auch (Sorry, Dennis). Sehr, sehr mutig für so einen großen Film, speziell natürlich von Demi Moore, denn die Thematik lässt gar nichts anderes zu, als dass sich die Körper extrem detailliert ohne Hüllen zeigen. Die Effekte sind allesamt so, dass (wie Daniel Schröckert schon im Vor-Gruß meinte) sie Rob Bottin zur Ehre gereicht hätten, sie steuern gar auf Höhepunkte zu, die man seit Carpenters THING wirklich vermisst hat.
Der Film hat eine sehr schlichte Logik, die die Handlung vorantreibt, aber diese ist auch wirklich bestechend. Eigentlich ist von Anfang an völlig klar, was passieren wird, warum es passieren wird, wann es passieren wird. Demi Moore spricht das Warum sogar aus, ich spoilere es nicht, aber genau das ist das einzig Entscheidende, was die Storyline braucht.
Und genau das ist der Haken, warum ich doch, obwohl bestens unterhalten, mit leichter Ambivalenz aus SUBSTANCE rausgehe. Zuletzt bleibt nämlich das Gefühl, einen Film über das spezielle Schicksal einer Demi Moore-Figur gesehen zu haben.
Das ist aber eigentlich falsch. Es handelt sich nämlich um eine Thematik, die nahezu die ganze Welt so funktionieren lässt, wie sie nunmal ist. Und das ist nichts Schönes oder Gutes. Doch die Gelegenheit, die Rolle der, respektive den Blick auf die Frau, besser: den Frauenkörper in (nicht nur) unserer Gesellschaft zu reflektieren, lässt SUBSTANCE zugunsten der Oberfläche, sprich: der Effekte verstreichen. Was vielleicht der Einordnung ins Genre gut tut, aber ihn zumindest für mich eine höhere Wertung kostet.
Den offensichtlichen Wortwitz mit dem Titel spare ich mir, dafür ist er doch zu gut. Aber Mann, wieviel besser hätte er sein können?

6 „Gefällt mir“

Hach, was stimmt mich das zufrieden, dass ich doch nicht die einzige Person bin, die von „The Substance“ lange nicht so geflashed war, wie erwartet / erhofft… ich hatte beinahe schon befürchtet, ich wäre hier die absolute Minderheiten-Meinung, und darob dann zum Foren-Pariah gestempelt. :wink: :laughing: Stattdessen scheinen wir uns ja (fast) Alle weitestgehend einig zu sein (@Michaela und auch @splattercheffe, auch @Frank schien beim kurzen Meinungsaustausch nach dem Kino nicht ganz so begeistert)… fehlt eigentlich nur noch das abschliessende Verdikt von @Herr_Kees … :wink: Aber ich stimme in den Chor mit ein: Da hätte soviel mehr drin sein können, nein, drin sein müssen! Aber eine Sache muss ich Fargeat - bei aller Kritik - dann doch lassen: Die Konsequenz und Chuzpe, mit der sie ihr Ding hier bis zum (bitteren) Ende knallhart und ohne Rücksicht auf Verluste oder irgendjemandes Meinung durchzieht, die hat schon was.

Tag 4 und Halbzeit in Stuttgart

Das mit dem Kurzfilmscreening ist eine total schöne Idee, aber bei aller Liebe und Anerkennung „unserer“ Film-Aka – ich muss meine Kräfte einteilen. Zwar weckt mich meine Bio-Uhr ohnehin spätestens gegen 8, aber mit etwas Frühsport, wenigstens einer gesunden Mahlzeit am Tag, kurz mal ins Internet schauen (das EM1 ist legendärerweise komplett offline) und Anfahrt reicht es mir gerade mal unentspannt zum 13 Uhr Beginn.

Aber heute entschädigen die meisten Filme doch so für einiges:

MERMAID LEGEND
Meine Vorab-Prognose: Ah, ein Throwback in selige CAT III Zeiten! Ein Meisterwerk wird uns da sicher nicht erwarten, aber sicher eine schöne Abwechslung zum stark arthouselastigen Programm.
Meine Kurzkritik: Ein seltsam schöner Film, dem Poesie wichtiger ist als Realismus – das ist heute auch im Genre selten geworden. MERMAID LEGEND lässt sich nicht an heutigen Maßstäben messen, auch nicht an den üblichen Genremaßstäben der 80er, es ist ein ganz eigener Bastard, ein Film, der zärtliche und gewalttätige Momente vereint, der sich Zeit nimmt für Momente des Trauerns und ebenso lange auf ein absurd ausgedehntes Massaker draufhält. Aber Splatterfreunde beware – das hier ist kein zweiter GUINEA PIG! 7/10

(Für alle, die sich über die überdeckten Stellen bei den Sexszenen wundern: In Japan war die Darstellung von Schambehaarung (!) lange Zeit untersagt und wurde sozusagen „verpixelt“. Das ging sogar so weit, dass Importzeitschriften wie der Playboy von Zollbeamten per Hand an den entsprechenden Stellen „verschrabbelt“ wurden, so erzählte man mir zumindest bei einem Japanbesuch Anfang der 90er.)

BLOOD STAR
Meine Vorab-Prognose: Das klingt nach einem coolen kleinen Thriller, Texas Noir Style. Ich erwarte zwar keinen zweiten HITCHER, aber das Setting ist genau meins, wie auch schon beim diesjährigen THE LAST STOP TO YUMA.
Meine Kurzkritik: Das Katz-und-Maus-Spiel, das den größten Teil des Films beherrscht, hält die Spannung auf einem guten Level, im Finale driftet der Film leider in ein dämliches Klischee ab. Daher: kein wirklich einfallsreicher „Texas Noir“, aber immer noch ein solider, sehr unterhaltsamer Thriller. 7/10

PÁRVULOS
Meine Vorab-Prognose: Die vorigen Filme von Isaac Ezban (THE SIMILARS, EVIL EYE) waren immer liebevolle Genre-Hommagen, auch wenn sie mich beide nicht vollends begeistern konnten. Bestimmt einen Blick wert.
Meine Kurzkritik: Ein Film zwischen den Stühlen, der Familiendrama, Coming-of-Age, Endzeitthriller und Zombiekomödie zugleich sein will und doch kein Subgenre so richtig bedient. Als x-ter Endzeitfilm mit Infiziertenthematik nicht einfallsreich genug, als ungewöhnlicher Familienfilm ok. 5.5/10

THE SUBSTANCE
Meine Vorab-Prognose: Ohne Frage mein meist erwarteter Film des Festivals. Ohnmachtsanfälle und Drehbuchpreis in Cannes – viel besser kann man mir einen Film eigentlich nicht verkaufen. Obwohl ich REVENGE nicht so abgefeiert habe wie viele andere.
Meine Kurzkritik: Coralie Fargeats „Frauentausch“ hat einen extrem hohen Sättigungsfaktor, hier gibt es von allem viel zu viel, aber das ist genau richtig. Die Frage ist nur: Ist das noch Bodyhorror oder schon Ageism? 8/10

SCARED SHITLESS
Meine Vorab-Prognose: Da ist sie also, die diesjährige Ekel-Funsplatter-Komödie. Ich hoffe, dass der Humor nicht ganz so fäkal und pubertär ausfällt, wie ich mir das angesichts der Filmbeschreibung vorstelle.
Meine Kurzkritik: Wer auf Furzwitze und Dadrock steht, sollte sich hierfür sofort ein Ticket besorgen. Aber der Film hat auch genügend Charme und trockenen Humor, um darüber hinaus für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen. Ein guter Rausschmeißer für heute. 6/10

6 „Gefällt mir“

Haha, na abschließen tun dieses Jahr immer noch Frankfurt und Köln! Ja klar, wäre auf jeden Fall mehr Substanz in der Substance drin gewesen, aber Mme Fargeat ist nicht Mme Ducournau und nach REVENGE, der ja quasi nur Style war, hatte ich jetzt nicht viel mehr (und schon gar keinen zweiten TITANE) erwartet und bin mit der Ausbeute äußerst zufrieden. Ausführliche Review kann man jetzt auch schon nachlesen.

1 „Gefällt mir“

Ich WUSSTE es! Deswegen hab ich den aber sowas von ausgelassen. Man kann als erfahrener FFF-Gänger ja zwischen den Zeilen lesen, und da hat mir eine einzige schon gereicht. Danke für die Bestätigung!

Da fällt mir ein, ich wollte noch ein neues Verb anlässlich von MERMAID einführen:
Japaner in solchen Filmen bluten nicht. Sie fontänen. Ich find das super.

Schön, wie Du die Dinge immer so trocken auf den Punkt bringst :wink:

Das stimmt auf jeden Fall, dafür hat sie meine volle Sympathie.
Ich weiß nicht, jedenfalls löst SUBSTANCE bei nahezu allen irgendwas aus. Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn alle Städte durch sind, da ein Spezial-Thread entsteht :slightly_smiling_face:. Würde ich goutiren!

3 „Gefällt mir“

Ohhhh ja, so ist es.
Auch so ein Ding: wäre im Programmheft nicht TITANE erwähnt worden, hätte das SUBSTANCE wenigstens in meiner Bewertung sicher gutgetan. TITANE ist der um so viel bessere Film mit tausendmal mehr Tiefgang, ein Vergleich sicher auch unfair.

3 „Gefällt mir“

Yepp, ebendas (dass Ducournau um sovieles radikaler und schonungsloser zu Werke geht) hab’ ich nämlich auch gedacht… In Sachen „Revenge“: Well, let’s agree to disagree. Ich fand’ den nämlich gar nicht nur Style, sondern, wenn auch vielleicht nicht gehaltvoller als die üppig völlereihafte Essens-und Inhalte-Schlacht von „The Substance“, so aber doch stringenter, und irgendwie mehr auf den Punkt. Und das geile Schlussbild von „Revenge“ hat Fargeat aus meiner Perspektive mit ihrem ganzen sophomore flick sowieso schon mal gar nicht toppen können. Und wenn der in Cannes und überall sonst auch noch so frenetisch abgefeiert wurde.

Edit-To-Add: Oh jaaaaa - mit Blutfontänen hatten wir’s heute aber mal so wirklich - nicht nur in „Mermaid Legend“, beim Finale von „The Substance“ ja auch noch. Hab’ ich auch sehr genossen, muss ich zugeben. Viele im Publikum mussten darüber auch ungläubig lachen.

2 „Gefällt mir“

Tag 4 in Nürnberg, Tag der Blutfontänen.

MERMAID war eine Offenbarung!
Danke, Danke, Danke für die Wiederentdeckung und Restaurierung dieser Filmperle, an Rosebud für die Aufnahme ins Programm und Rapid Eye Movie für die Einreichung.
Liebe, Rache, Sex und Blutfontänen!
Ein bayerischer Defiliermarsch, ein Wiener Walzer und zum Schluß eine zur 1-zackigen Stechwaffe modifizierte Harpune zelebrieren das Grande Finale in Rot.
Ästhetische Screenshots für die Ewigkeit.
Ein bildhübsches Gesicht in tiefer Verzweiflung und wilder Entschlossenheit, blutverschmiert und ein Blick zum Niederknien. Erinnerungen werden wach an:



Ein liebevoll sehnsüchtiges Zusammenspiel von Klavier und Oboe, von Fischergatte und Tauchernixe.
Wie schön, einfach und effektiv war in den 1980er Jahren doch das Filmemachen, das sich dabei Zeitlassen, das Genießen von simplen aber einprägsamen Einstellungen, ohne Stress oder Schnittgewitter.
Mermaid war für mich eine beruhigende und seelenreinigende Zeitreise zurück in meine Entdeckerzeiten des japanischen Kinos.
8 von 10 gurgelnd spritzigen Blutfontänen, plus 1 FFF Retrospektive Punkt, plus 1 Wiederaufführungspunkt.

THE SUBSTANCE
You Are One. We Are Many.
Deshalb nahezu ausverkauft in Nürnberg.
Die Logikfrage stellen wir nicht, sondern lassen uns lieber von Raunen und Staunen, Gaffen und Glotzen, Lachen und Schmunzeln, bis zum neverending Ende treiben. Meine kurzweiligsten 140 Min. ever und ein Film geschaffen und geeignet für die Ewigkeit und Kandidat für mögliche Awards und viele Top Bestenlisten. Ein Film, der es geschafft hat mit einem Schlag meine Erinnerungen aus vielen Jahrzehnten Filmgeschichte in sich zu bündeln, angefangen mit Basket Case über Das Ding zu Braindead oder Society, Subconcious Cruelty


bis hin zu Enter the Void Vibes und ich liebe ja dicke
fette Titel über die gesamte Leinwand.
10 von 10 glitschige Metamorphosen.

Und zum Abschluss gab es noch eine launige kurzweilige Shitless Midnight Madness mit Toiletten Klamauk, billigen Witzen, Furzalarm und slitherartigen WC Würmern. Die Handschrift des Special FX Künstlers und Prosthetic Gurus Kostanski war dabei nicht zu übersehen und gab der kleinen Horrorcomedy den nötigen professionellen Biss. Ein locker lässig aufspielendes Cast trägt die kleine Vater+Sohn Klempner Episode sehr unterhaltsam und schnell ins Ziel.
7 von 10 bissige Toilettenwürmer.

6 „Gefällt mir“

Meine (wenigen) Besuche dieses Jahr werde ich wohl verkraften können, wenn mich alle erwischen wie THE SUBSTANCE. Je länger ich über den Film nachdenke, desto besser gefällt er mir. Auch wenn es kein totaler Herzensfilm ist, gefällt mir so viel an ihm. 140 Minuten und irgendwie gibt es kaum Dialoge, Charaktere oder unnötiges Erforschen was nun hinter diesem oder jenem stecken könnte, das ist dem Film vollkommen egal und stürzt sich von Nahaufnahme auf Nahaufnahme, von Exzess zu Exzess. So viele Körper! Stahlharte Körper, weiche Körper, kaum noch fassbare Körper. Wundervoll… :heart:

5 „Gefällt mir“