So klingt es doch viel besser und da sind wir auch einer Meinung, keine Ahnung warum das mit der Diversität vorher unbedingt erwähnt werden musste ![]()
Was ist Becksrausch?
Zuviel davon:
…und ja, diese nachgerade besch…eidene Werbung (stammt wohl aus den 1950ern) habe ich mit voller Absicht ausgesucht.
Davon mal ab, ist Beck’s leider auch kein allzu gutes Bier, und das ist noch gelinde ausgedrückt. Schmeckt selbst für ein Pils nicht doll, eher charakterlos und ohne großartiges eigenes Geschmacksprofil, nicht erst seit der Übernahme der Brauerei durch Anheuser-Busch. Ich würde hier ein gutes IPA empfehlen - but well, that’s just my taste.
So - ich hab’ nun auch endlich mal einen der noch ausstehenden FFF 2024-Filme nachgeholt… und zwar "Azrael".
„An unforeseen future nestled somewhere In time
Unsuspecting victims, no warnings, no signs
Judgment Day, the Second Coming arrives
Before you see the lights, you must DIE !!!“
(Slayer, „South Of Heaven“)
" Even as the end’s complete / Finding strength in one’s defeat
Living in an endless score / Killing me with battled sores
I’m the one that’s sent to kill / Feeling all destructive will
Bring forth one dead soul decay / The end completes the final day!"
(Obituary, „The End Complete“)
The End Complete - Samara Weaving’s Höllenfahrt
Puuh…
Danach muss man erstmal kräftig durchatmen, und blind verschüchtert um sich tastend sich selbst vergewissern, dass man überhaupt noch da ist, dass überhaupt irgend so etwas wie eine (wie auch immer geartete) Realität existiert.
Eines gleich vorweg: Ich beneide Alle, die „Azrael“ im Kino gesehen haben, überaus darum.
Und bin gleichzeitig unendlich froh, dass ich selbst ihn dort nicht habe sehen können.
Denn ich weiss wirklich nicht, ob und wie ich eine solche Sichtung geistig unversehrt hätte überstehen können.
Was für ein brutal-brachialer Brecher, was für ein viszeral-vernichtender Totalabriss, was für ein wahnsinnig-zerschmetternder Höllentrip, was für ein nachtschwarz-finsterer Alptraum.
Mehrmals musste ich während der Sichtung unterbrechen, weil meine innere Anspannung einfach viel zu sehr am Limit war, weil ich das nächste Bild beinahe so sehr fürchtete, wie der Teufel das Weihwasser, weil jeder Schlag, jede Gewehrkugel, jeder Hieb mit der Machete so krass heftig reinhauten, als würden sie mich selbst fast nur um Haaresbreite verfehlen.
Scheiß’ doch auf das ganze Gemäkel, von wegen „Keine Story, kein Hintergrund, keine Charakterzeichnung, keine Motivation“, bla bla bla, Mi-Mi-Mi!
Scheiß’ auch auf Dialoge, inneren Sinn, Dramaturgie, narrative Entwicklung, all diesen ganzen überflüssigen Firlefanz!
„Azrael“ braucht diesen oberflächlichen Mumpitz überhaupt gar nicht, weil der Film ohne Umschweife genau dahin geht, wo es RICHTIG weh tut.
Wie filmisches Heroin, das Du Dir direkt in Deine Venen knallst, und das Dein Hirn in einen düster-dräuenden, Todes-ähnlichen Tiefschlaf versetzt, durchzogen von pestilenz-nebligen Alptraum-Schwaden, aus denen nie mehr zu erwachen Du allumfassende Angst verspürst.
Zeitweise hatte ich während dieser un-fucking-fassbar intensiven Sichtung das Gefühl, „Azrael“ wäre gar kein Film mehr, sondern eine wild wütende Bestie, etwas, was Dich in pechschwarzer Nacht urplötzlich aus dem Dunkel des Waldes heraus anfällt, Dir seine rasiermesserscharfen Zähne tief in die Halsschlagader gräbt, mit einem Ruck seines unförmig-monströsen Schädels große Brocken von warmem Fleisch aus Deinem Gewebe reisst, Deine Gesichtshaut im Höllenfeuer seines glutheissen Flammenatems zu schwärender Kohle versengt, und Deine pulsierenden Adern mit grünlich-galligem Gift vollpumpt.
Was für eine nachtmahr-artige Grenz-Erfahrung, was für ein eigener cineastischer Opfergang auf dem Altar des filmischen Höllenfürsten.
Was für eine unter kaum auszuhaltenden Qualen und unvorstellbaren Schmerzen erfolgte eigene Wiedergeburt in den tiefsten Abgründen des Hades, im lodernden, alle Vernunft und alles Verstehen auslöschenden Schlund des ewigen Infernos.
Ein Film, der Dir heftiger in die Magengrube fährt, als der Basslauf in Death’s „Zombie Ritual“, der tausendmal boshafter röchelt und grunzt als Lars-Göran Petrov in Entombed’s „Left Hand Path“, der härter reinhaut als die Bass Drum in Bolt Thrower’s „The IVth Crusade“.
Nein, man muss nicht mit Death und Doom Metal aufgewachsen sein, und die Musik von Morbid Angel, Carcass, Obituary, Unleashed, Possessed, Slayer, Cathedral und Cannibal Corpse lieben, um diese gnadenlos-unvergessliche Höllenfahrt von Film zu mögen.
Aber es hilft vermutlich ungemein dabei. Denn „Azrael“ ist letztlich nichts Anderes, als ein Bewegtbild gewordener Old Skool-Death Metal-Song. Eine den kümmerlichen Verstand sprengende äusserste filmische Grenze, von hinter der es keine Wiederkehr mehr gibt.
Gehuldigt sei den apokalyptischen Höllenpriester:Innen bei Rosebud, die uns diese satanisch-schwarzmagische Scheußlichkeit an filmischer Verdammnis auf dem FFF kredenzten.
Gelobpreiset im Namen des Leibhaftigen seien all Jene, welche ihr eigenes Seelenheil und ihre gottgegebene Unschuld dafür hingaben, um für uns Unwürdige diese pechschwarze Perle eines verfluchten cineastischen Alptraums zu erschaffen.
In den Flammen ewiger Pein sollen all die erbärmlichen Heid:Innen brennen, welche seine grauenhaften Wunder, seine schreckliche Schönheit und seine völlige geistige Umnachtung verheissenden, Bild gewordenen endlosen Qualen nicht zu würdigen und zu lobpreisen wissen.
Was für ein infernalisches Biest von Film.
Bow down before „Azrael“, or begone forever more.
"Satisfy the urges with a quick and mindless set
Falsify the data as a hard truth goes unmet
Rectify the image as your word and mind are barred
Crawling on your hands and knees as a war torn world is scarred
Patronize the living in a dark and dying world
Recognizing evil as a darkened tale unfolds
You will find yourself living in the dark
Fearing your every move
And as your heart beats
Pounding out your chest
You’ll find your only choice is death!"
(Obituary, „Dying of Everything“)
Also wenn ich das so lese, stelle ich fest, dass du Filme völlig anders siehst/hörst/erlebst als ich.
Ich fand Azrael ganz gut, interessant, weil fast ohne Worte. Ich fand nur die Szene mit dem Truck merkwürdig, wo kam der her, sind die in einem abgeschlossenen Terrain und die unsrige reale (?) Welt gibt’s noch.
Allerdings lief der Film im Nacht-Slot, da ist man auch nicht mehr ganz aufnahmefähig für solche Filmexperimente.
Eben, der (fast) völlige Verzicht auf gesprochenes Wort hat dem Film umso Vieles zum Vorteil gereicht, weil er sich und wir Zuschauenden mit ihm uns dadurch einfach umso mehr auf diese unglaublich intensive Erfahrung, die für mich selbst beinahe schon eher einem miterlebenden Dabeisein, statt nur einem blossen Zuschauen, gleichkam, konzentrieren können. Weil er uns durch den bewussten Verzicht auf Hintergrund, Dramaturgie und Story die Unmittelbarkeit des Gezeigten soviel eindrücklicher mitempfinden lässt. Und in Verbindung mit diesem dröhnend-immersiven Sound Design hat mich das heute aber sowas von einfach nur weggepustet…
Ja, die Szene mit dem Pickup-Truck-Fahrer hat mich ein wenig an Shyamalans „The Village“ erinnert… Von wegen „Are you one of the survivors?“ Aber absolut gar keine Ahnung, von was genau er da gefaselt hat, das sie und die Anderen überlebt haben sollen - der Dritte Weltkrieg, eine Art Zombiekalypse, irgendeine Krankheit / Pandemie, den völligen Zusammenbruch einer sozialen / staatlichen Ordnung? Könnte letzten Endes alles Mögliche gewesen sein… ist für mein eigenes filmisches Erleben aber nicht weiter wichtig gewesen. Der Film hat mich einfach nur brutal in den Schraubstock genommen, hart am Schlafittchen gepackt, und unbarmherzig hinter sich hergeschleift… Was für eine krasse Nummer!!!
Ich brauch’ halt nicht immer ‚ne Story, oder so - Wenn ein Streifen so gnadenlos reinhaut, wie „Azrael“ das heut‘ nachmittag bei mir getan hat, dann ist das manchmal das grösste filmische Geschenk von Allen. Und nein, das muss auch beileibe nicht Jede:r nachvollziehen können. Ich zum Beispiel kann ja auch nicht wirklich verstehen (bzw. nachempfinden), was Leute denn an Filmen wie „Strange Darling“, „I See You“, "Diner" oder dem 2019er „Freaks“ so finden… Geschmäcker sind halt verschieden, ne? Oder, wie wir hier oben im Norden zu sagen pflegen: „Wat den een sien Uhl, is den annern sien Nachtigall!“
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Nun ja… ich habe mir „Azrael“ nur wegen dem Regisseur E.L. Katz auf dem FFF gegeben, weil sein „Cheap Thrills“ absolut klasse war. „Azrael“ war eine pure Enttäuschung für mich, dazu fällt mir ein Spruch aus einem anderen Thread zu einem Review ein: „Azrael is a burn out tire floating in an ocean of piss.“ Wohl wahr.
Nee, nee, das zitierst Du falsch: „Azrael“ is a burning hellfire glowing in an ocean of blood." ![]()
Siehste, nu isses (wieder) richtig…
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Ne… du meinst „Braindead“. Das Werk von Peter Jackson hat damals neue Maßstäbe gesetzt. „Braindead“ verbindet auf einzigartige Weise schwarzen Humor mit schockierenden und blutigen Horrorszenen. Diese Mischung macht den Film sowohl unterhaltsam als auch unvergesslich. Ein wahrer Klassiker und Meisterwerk der Filmgeschichte. Von „Azrael“ wird in ein paar Jahren kein Hahn mehr nach krähen.
„Braindead“ ist zwar sicherlich ganz nett, und in seiner völligen over-the-top-Inszenierung auch wirklich die Krone und gleichzeitig der Schlusspunkt jedweden Fun-Splatters, erreicht in meiner Wahrnehmung aber nichtmal im Ansatz die beklemmende-bittere, abgrundtief böse Intensität von „Azrael“… Und ein „Meisterwerk“ isser für mich sowieso schon mal gar nicht. Letztlich sind beide Filme aber viel zu verschieden, sowohl von der Machart, als auch vom Tonfall her, als dass ich da überhaupt irgendeine Parallele ziehen / einen wie auch immer gearteten Zusammenhang sehen würde.
…und ob in-was-weiss-ich-wievielen Jahren irgendein gockeliges Federvieh nach einem Film, den ich ganz fest in mein kleines Cineast:Innen-Herz geschlossen habe, krähen wird, oder nicht, das war mir immer schon egal, ist mir immer noch egal, und wird mir auch in Zukunft schnurzpiepegal sein.
Eben, weil es für meine eigene Wert- oder Nichtwertschätzung eines Films absolut gar keine Rolle spielt.
Aber das hatten wir ja neulich erst.
Ich habe - im Booklet des Mediabooks - noch ein paar Passagen zu den Hintergründen von „Azrael“ gefunden - keine Ahnung, ob Dich das überhaupt interessiert.. Falls ja, dann siehe einfach nachfolgende Bilder (Zwecks besserer Lesbarkeit einfach auf dem Bild doppelklicken):
Quelle: Playzockerreviews - „Azrael“- Mediabook-Unboxing - youtube-Video
Geiler Kommentar unter’m Video:
„Warte auf Teil 2 - „GARGAMEL - Die Sonne der Finsternis“, wo Margot Robbie in einer futuristischen Großstadt gegen Plastikandroiden und blinde telepatische Kuttenmönche der „Sehenden“ Sekte kämpft. Dabei entdeckt sie auf der Flucht in der leeren Hochhausmetropole immer mehr Gadgets, mit denen sie sich verteidigen kann.“
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Ich finde, Du übertreibst.
Genau, wie der Film selbst ja auch… Summa summarum: Dat mutt so! ![]()
„Braindead“ lief übrigens 1997 auf dem FFF. Uncut. Da hatte das FFF noch Geschmack. ![]()
Hier mal ein kleiner Auszug:
- Scream
- Kissed
- The Frighteners
- Fudoh: The New Generation
- Saviour of the Soul
- Mike Mendez’ Killers
- Retroactive
- The Odd One Dies
- Black Mask
- Nirvana
- Le Doberman
- Grosse Pointe Blank
- City of Industry
Specials:
- Bram Stoker’s Dracula
- Dracula
Hommage an Peter Jackson:
- Braindead
- Bad Taste
- Heavenly Creatures
- Meet the Feebles
Retrospektive Dario Argento:
- Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe
- Die Neunschwänzige Katze
- Opera
- Das Stendhal Syndrom
- Suspiria
- Tenebrae
- Vier Fliegen auf grauem Samt
OMG… das war ein unglaublich fantastischer Jahrgang des FFF! Mir kommen die Tränen, wenn ich die damalige Zeit mit heute vergleiche…
Gute alte Zeiten!
Zwar habe ich (mittlerweile) sowohl alle Argento als auch Peter Jackson -Filme gesehen, und Bram Stoker’s Dracula zählt sowieso zu meinen Lieblingsfilmen, aber was echt krass ist : Außer „Doberman“, „Frighteners“ und „Scream“ habe ich bis heute keinen der gelisteten Filme gesehen, weil ich 1997 nicht auf das FFF gehen konnte. Schaut aber spannend aus.
Um aber nicht gänzlich off topic zu gehen : Azrael hat mir sehr gut gefallen, siehe dazu meine Review. Braindead hingegen war eigentlich ein „no brainer“ (haha, nettes Wortspiel) der damals halt wegen seiner so noch nie zuvor gesehenen Splatterausbrüche beeindrucken konnte. Die Filme miteinander zu vergleichen finde ich jedoch Mumpitz, da sehe ich so gar keine Parellelen.
Witzig, kam mir beim Schreiben meiner Review damals doch sofort der SLAYER song „Angel of Death“ in den Sinn, den ich dann auch sofort zitieren musste. Wobei der von Dir zitierte „South of Heaven“ auch super passt.
Es geht um die Aussage von die_Lachsschaumspeise im Posting oben:
„Azrael“ is a burning hellfire glowing in an ocean of blood." ![]()
DAS… ist „Braindead“ in Reinform.
Da solltest du dringend ein paar Filme nachholen. Durchforste gerade selbst das online Archiv des FFF und mir ist ebenfalls aufgefallen, dass ich einige sehr gute Filme übersehen bzw. verpasst habe. Damals in den 90er Jahren gab es auf dem FFF in Köln noch das Split Programm verteilt auf 2 Kinos. Meine zu der Zeit tagte das FFF im wesentlich kleineren Metropolis Kino. Das Residenz Kino mit seiner erhabenen Kinoleinwand kam erst viel später. Jedenfalls bin ich absolut überrascht wieviel großartige Filme auf dem FFF vergangener Tage gezeigt wurden. Neben 1997 sind ebenfalls sehr stark die Jahrgänge des FFF von 1992, 1996, 1994 und 1999. Absolute Empfehlung! Das waren noch Zeiten.
Ich weiß, ich weiß… „durchforste“ auch regelmäßig, war neulich bei 2007 u.f. hängen geblieben und hab mir einige Filme, die ich seinerzeit ebenfalls verpasst hatte, nachgeholt, zu einigen auch hier unter der Ruprik „Letzter Film…“ etwas dazu geschrieben. Es gibt/gab so viele tolle Sachen. Insgesamt geht es mir aber so wie Dir, ich war „früher“ stärker beeindruckt. Und NEIN, nicht weil ich jetzt ein alter Sack bin der „schon alles mal gesehen“ hat, sondern weil es seinerzeit wirklich beeindruckende Filme gab, die mich heute noch komplett umhauen, wenn ich sie nach gut 20 Jahren zum ersten mal sehen darf.
Ich darf mal ein fettes Lob an unseren @todi aussprechen, für seine Arbeit hier und das wir auf diese Datenbank zugreifen können, die wahrlich großartig ist. Eine Quelle nie versiegenden Vergnügens für mich.
Ich bin jetzt erst bei dem Jahrgang 2000 angekommen, habe aber jetzt schon allein 5 Filme entdeckt, die ich übersehen hatte und mir in jedem Fall auf BD/DVD zulegen werde. Natürlich gibt es auch Meisterwerke ab 2000 bis heute zu bestaunen, da bin ich wirklich mal gespannt, was da noch alles auf mich zukommen wird bzw. zu bestaunen gibt. Und sehr schön, dass sich jemand die Mühe gemacht hat alle Jahrgänge des FFF mitsamt Filmen, Beschreibungen und Bewertungen in ein online Archiv zu packen. Hut ab! Das gab es früher in der Form nicht, habe noch die alten Programmhefte gesammelt, da fehlen mir leider einige wenige Hefte aus den 80er und 90er Jahren.






