„If it gets your family to accept me, I will play the shit out of checkers!“
„Ready Or Not“
(Matt Bettinelli-Olpin & Tyler Gillett / 2019 / Internet-Stream / englischsprachige OmeU / Erstsichtung)
"Gun blast, think fast, I think I’m hit
My girl pinched my hips to see if I still exist
I think not, I’ll send a letter to my friends
A born again hooligan only to be king again
Ready or not, here I come, you can’t hide
Gonna find you and take it slowly
You can’t run away from these scars I got, oh, baby
Hey, baby, 'cause I got a lot, oh, yeah
And anywhere you go, my whole crew gonna know, oh, baby
Hey, baby, you can’t hide from the block, oh, no"
(Fugees, „Ready Or Not“ )
Hatte ich damals auf dem FantasyFilmFest 2019 ausgelassen / geskipped, wollte ich aber immer nochmal nachholen… Nun, da Teil 2 vor der Tür zum Kinosaal steht, war’s dann aber auch wirklich mal allerhöchste Eisenbahn… Und, was ich soll ich hier noch lang und GROSS drum herum reden, will meinen schreiben: Der hat bei mir leider mal so gar nicht gezündet. Schade drum, wo man doch soviel mehr aus dieser eigentlich ja ganz guten Grundidee hätte machen können, als dieser nette (tatsächlich auch viel zu nette) „Ich heirate eine Familie (aber leider die grundfalsche)“-jump, shoot and run-comedy horror thriller. Alleine schon wie hier das Interieur des weitläufig-verwinkelten Gutshauses wahrhaft verschwendet, und schon von seinen räumlichen Ausmaßen her überhaupt gar nicht ins Bild gesetzt, und genutzt wird, ist sträflichst verwerflich! Man möge sich als Vergleich nur mal den grandiosen „Livide“ anschauen, in dem das Haus beinahe schon ein eigener Charakter ist… Dazu kommen dann noch eine nur leidlich interessante, recht vorhersehbare und mehr so vor sich hinplätschernde Narration, eher platt-schablonenhafte Figuren, die aber auch nicht wirklich vernünftig ausgespielt werden, sondern halt einfach bloss irgendwie so da sind, weil halt irgendwer irgendwie da sein muss, sowie ein stellenweise wirklich grässliches und potthässliches color grading from out of cinematographer’s hell… diese scheusslich grünblauen Farbtöne, diese miese in verschmuddelt-verwaschenen Pseudo-Primärfarben ersaufende Suddel-Kolorierung - Bäääh Igitt-Igitt! Der einzige Lichtblick (natürlich) die wie immer ganz wunderbar aufspielende Samara Weaving, die aber bei so einem hanebüchen-albernen Schmarr’n von Drehbuch leider auch nichts mehr retten kann, weil da partout nichts mehr zu retten ist. Nee, nee, das war leider nix. Stellenweise noch so halbwegs okayer Durchschnitt, über weite Strecken aber eher zum Vergessen lahm. So 'n büssch’n wie eine vorige Hochzeitsnacht, wenn es in selbiger statt geilem heissem, animalisch-verschwitzten „Jetzt sind wir endlich frisch vermählte Eheleute und ficken trotzdem wie zwei gerade eben erst Verliebte“-Sex im Ehebett doch nur ein laaaangweiliges „Hasch mich, ich bin die Ballerbraut!“-Verstecken und Versterben-Spielchen gibt. Statt Ringelpietz mit Anfassen bloss Topf- und Kopf-(Ein-)Schlagen. Naja. Wenn’s um das Thema „Samara Weaving rennt wie wild durch die Gegend und muss zusehen, wie sie am Leben bleibt“ geht, dann ist da der düster-brachiale, finster-brutale „Azrael“ sowieso der hehre Goldstandard für mich - Und dem kann dieses Film gewordene laue Lüftchen nichtmal im Traum das Wasser reichen. Nun habe ich aber schon Kinokarten für die übermorgen nacht im Hamburger FFF-Stammkino „Savoy“ stattfindende (Vor-)Mitternachtsvorstellung des Sequels. Bleibt nur zu hoffen, dass jenes dann etwas besser, oder wenigstens nicht ganz so schlecht ist, wie dieses maue, mediokre „Die Braut, die sich zwar traut, Dir dafür aber später noch den Schädel einhaut“-Vermählungs-Debakel (Die meisten Vorab-Kritiken sagen zwar eher das Gegenteil, aber abwarten). Ich werde dann am Sonntag Bericht erstatten. Aber von diesem durchschnittlich-unerquicklichen Streifen hier, da will auch mein cineastisches Ich die sofortige Scheidung, und eine endgültige Annullierung aller Filmfan-Ehe-Gelübde, sowie alsbaldigste Auflösung der abgegebenen Genre-Gourmet-Treueschwüre!

