Der momentan auf Netflix laufende Leave the World Behind hat mich stark begeistert. Schade, dass sowas nicht auf der großen Leinwand gezeigt wird. Je weniger man weiß, desto besser.
Im Jahresrückblicksthread 2023 schon hoch gelobt, hier auch noch eine etwas ausführlichere Review zum womöglich besten deutschen „Thriller“ des letzten Jahres:
DAS LEHRERZIMMER
https://www.ofdb.de/film/367690,917169,Das-Lehrerzimmer/review/
The Holdovers
Was für ein wunderbarer Film, den ich gar nicht auf dem Schirm gehabt hätte, wäre er nicht für 5 Oscars nominiert worden. Es ist schade, das „The Holdovers“ seinen deutschen Kinostart erst Ende Januar hatte, und nicht bereits zur Vorweihnachtszeit, wäre diese „Dramödie“, eine Mischung aus Drama und Komödie, doch so richtig als Weihnachtsfilm prädestiniert gewesen.
Das zauberhaft-winterliche Setting von New England der 70er Jahre bildet zusammen mit der Filmmusik sowohl einen Augen- als auch Ohrenschmaus. Der Film nimmt sich 134 ungewöhnlich lange aber ebenso extrem kurzweilige Minuten Zeit, seine anrührende Geschichte zu erzählen und die in dieser Story vorkommenden, großartigen Menschen ausführlich zu charakterisieren.
Wieder einmal ist es Alexander Payne („Sideways“) gelungen, einen künstlerisch wertvollen, facettenreichen Film zu produzieren, bei dem man sowohl lauthals lachen als auch weinen kann.
Dabei ist der Film gespickt mit lustigen Einfällen und scharfem Dialogwitz, der mir besonders gut in der englischen Originalversion gefallen hat, in der ich mir „The Holdovers“ angesehen habe.
Paul Giamatti spielt, wie bereits in „Sideways“, erneut einen etwas skurrilen Lehrer und Außenseiter, dessen zunächst hassenswerte Rolle in krassem Kontrast zu den anderen Protagonisten steht, wie z.B. der afro-amerikanischen Köchin Mary und dem renitenten Schüler Angus, deren zufällig zusammengewürfelte Gemeinschaft gezwungen ist, die Weihnachtsferien
in einem verlassenen und schlecht geheizten Land-Internat zu verbringen …
Seit einigen Jahren ist das endlich einmal wieder ein Film, in den ich mich bereits nach 20 Minuten schockverliebt habe. Dieses Gefühl hatte ich zuletzt bei „Nomadland“ und „Into The Wild“.
„The Holdovers“ dürfte bei mir zukünftig zum Weihnachts-Kultklassiker avancieren und ich hoffe wirklich das der Film am 10. März wenigstens einen von den fünf Oscars abräumen wird, für die er mehr als zu Recht nominiert wurde.
Jetzt im Kino, z.B. im Cinestar Frankfurt, dort gibts auch weitere Filminfos online.
Die Oscarverleihung wird in der Nacht vom 10. auf den 11. März live bei Pro7 übertragen.
Damit zwischen White Nights und Nights der Stoff nicht ausgeht, hier eine kleine internationale Genrerundschau – mit empfehlenswerten Beiträgen aus Mexiko, Kanada und Indonesien…
BELZEBUTH
https://www.ofdb.de/film/310702,913621,Belzebuth/review/
SLASH/BACK
https://www.ofdb.de/film/362398,917170,SlashBack/review/
THE QUEEN OF BLACK MAGIC
https://www.ofdb.de/film/347922,913643,The-Queen-of-Black-Magic/review/
…sowie weniger empfehlenswerten, aber immerhin interessanten Filmen aus Frankreich, Deutschland und USA.
ZOMBI CHILD
https://www.ofdb.de/film/325990,912795,Zombi-Child/review/
SCHLAF
https://www.ofdb.de/film/338449,917625,Schlaf/review/
THE NINES
https://www.ofdb.de/film/124671,911127,The-Nines-Dein-Leben-ist-nur-ein-Spiel/review/
Weil nun auf Netflix habe ich mir gestern Gran Turismo angesehen. Der Film hat ja auch noch relativ gute Kritiken bekommen, was ich so gar nicht nachvollziehen kann. Der Film hat mir absolut gar nichts gegeben. M.E. ein sehr generischer Film mit unglaublich viel Product Placement.
Es ist ja toll zu versuchen, ein Spiel zu verfilmen, was eigentlich keine Handlung hat, sondern nur realistisch sein will. Aber ob man da so viel Geld reinbuttern muss für das Ergebnis? Ein Indie hätte es für so ein Projekt ja auch getan.
Ich fand die Handlung viel zu vorhersehbar, die Figuren zu oberflächlich und es gab keinen richtigen Tiefgang. Es kam mir vor, als würde ich einfach einen extrem langen Werbeclip sehen.
Vielleicht ist es für Gran-Turismo-Spieler ein schönes Geschenk, aber vielleicht lieber keine Spiele mehr, die eigentlich keine Handlung haben, verfilmen.
Ich muss mal die ketzerische Frage stellen, ob du dich vorher mit dem Film beschäftigt hast. All deine Punkte sind halbwegs valide, aber (genau wie die Handlung) absolut vorhersehbar. Nicht falsch verstehen bitte.
Für mich war GT mittelmäßiges Popcornkino.
Nein, ich habe mich nicht vorher mit dem Film auseinandergesetzt. Ich war früher immer am Überlegen, mal Gran Turismo zu spielen, weil es so realistisch sein soll. Aber ich fand Need for Speed immer interessanter und bei Gran Turismo wurde immer gesagt, mit Controller ist das nur das halbe Erlebnis. Man sollte sich auch Lenkrad und Gas-/Bremspedal anschaffen. Da habe ich es gelassen.
Und bei dem Film dachte ich mir halt, mal sehen…
Habe mir gestern Die Unschuld (Monster) von Hirokazu Koreeda angesehen. In der Harmonie übrigens.
Und damit es hier festgehalten ist: Die Reihe unter dem Balkon ist Reihe 5 und bei Reihe 6 sollte man auch vorsichtig sein. Und auf dem Balkon sollte man mit den zwei Stufen für Reihe 12 (ganz vorne) vorsichtig sein. Nicht, dass man tatsächlich stolpert und runterfällt.
Die Unschuld ist jedenfalls hervorragend. Mindestens 9/10. Vielleicht auch 10/10. Bewertungen sind nicht so meins. Anfangs erinnert der Film ein bisschen an Hunt mit Viggo Mortensen. Am Schluss dann an Keigo Higashinos Unter der Mitternachtssonne.
Hab mir neulich endlich mal Bullet Train gegönnt. Sieht sehr nach einem Guy Ritchie Film aus, Irrungen, brutale Szenen und dazwischen schlurft Brad Pitt durch die Szenerie. War ganz unterhaltsam.
Damsel
Hauptsächlich wegen Millie Bobby Brown angesehen. Hatte allerdings was gänzlich anderes erwartet. Hab da wohl was verwechselt, mit Szenen, in denen sie z. B. als feine Dame erklärt, wie man Tee drinkt. Hatte also ein period piece erwartet und keinen fantasy film mit Drachen. ![]()
Die Anfangssequenz fand ich stark, wär definitiv was für die große Leinwand gewesen. Der Rest des Films spielt hauptsächlich in der Drachenhöhle. Nervig war, dass sie doch etwas viel rumgeschrieen hat. Wenn ich auf der Flucht bin und mich verstecke, bin ich doch leise. Ansonsten aber relativ wenig dumme Entscheidungen seitens der Hauptfigur. Gibt Pluspunkte. MBB hat ihre Damsel in distress auch gut gespielt. Beim Rest des casts hat man natürlich auf die derzeit übliche Diversität geachtet, passt aber.
Das Drachendesign fand ich gelungen und man sieht ihn auch. Sehr schön.
Obwohl der Film hauptsächlich in einer Höhle spielt, war es nicht dunkel. Mich nervt es nämlich tierisch, wenn ich nicht sehen kann, was los ist.
Bildtechnisch/Landschaftsaufnahmen-technisch durchaus ein Film für die große Leinwand.
Hatte mir das auf Deutsch gegeben, weil ich zu müde war für das Original und nebenbei noch was anderes gemacht hab, so dass Untertitel keine Option waren. Der, zumindest im Deutschen, Dialog ist doch recht hölzern, wurde auf „alte“ Sprache gemacht, zwischendrin aber dann wohl lustig gemeinte one liner.
Alles in allem ganz nett, für Fans von Frauenpower
oder MBB. Auch das Ende des Films konnte überzeugen.
Am 26. April startet auf Netflix auch die Serie Goodbye Earth, ebenfalls eine Adaption einer Geschichte von Kotaro Isaka, wie Bullet Train.
Millie Bobby Brown ist für wie Tom Cruise. Sehr selbstverliebt und empfänglich für jeden scheiß. Wenigstens glaubt sie nicht mehr, dass die Erde flach ist.
Sowas kommt von zu häufigem Terry Pratchett - Konsum ! Hach wäre das toll, wenn sie aus seinen Büchern endlich mal eine richtig gute Produktion machen würden.
Ach was, mir total fucking sch…ssegal. Die kann von mir aus gerne glauben, was sie will, solange sie nicht auf die Idee kommt, an meiner Haustür zu bimmeln und mich damit bekehren zu wollen. Die Zeugen Jehovas, die mich vor Ewigkeiten mal zusabbeln wollten, bereuen vermutlich heute noch, jemals den Klingelknopf neben meinem Namensschild gedrückt zu haben… geredet habe dann nämlich fast die ganze halbe Stunde, die sie vor meiner Wohnungstür verbracht haben, fast nur ich, und ihnen erstmal lang und breit geschildert, wieso, weshalb, warum ich nicht an die Existenz Gottes (oder des flying spaghetti monster ) glaube. Irgendwann haben sie dann die Segel gestrichen und sind unverrichteter Missionierungsdinge und mit langen Gesichtern wieder von dannen gezogen…
Mit einem Bekannten von mir hatte ich auch mal eine lange Diskussion über Will Smith und dessen Scientology-Zugehörigkeit, nachdem er damals lauthals verkündete, sich deswegen „I Am Legend“ nicht ansehen zu wollen. Nun ist Hubbards Psycho-Hirnwäsche-Verein ja selbstredend der allerletzte Kuhmist, dafür müssen wir nicht South Park gesehen haben, und IMHO tatsächlich auch gefährlich, aber: Zum Einen lässt Smith das in seinem Endzeit-Isolationismus-Drama ja zu keiner Sekunde irgendwie raushängen, zum Anderen ist mir das doch völlig wumpe, was für einem halbgaren Quark der in seiner Freizeit anhängt, insofern er das für sich behält und nicht Anderen damit auf den Senkel geht. Soll’n se doch von mir aus Alle glauben, was sie wollen - Who am I to judge? Tut ja auch Keiner:Keinem weh.
Etwas anders sieht’s für mich dann aber wieder bei Leuten vom Schlage eines Roman Polanski, Dieter Wedel, Gérard Depardieu, Harvey Weinstein oder Benoît Jacquot aus, weil: Die haben anderen Menschen bewusst und in voller Absicht Schmerzen und Leid zugefügt. Drum schau’ ich bei den Meisten davon auch ihre Filme nicht mehr (im Falle Polanskis beispielsweise alle Filme, die er nach 1977 gemacht hat - was a bissi schad’ ist, weil ich „Pirates“ ziemlich gut fand, und den eigentlich ganz gerne mal wieder sehen würde, aber auch wenn den Opfern damit nicht geholfen ist, ich hab’ da halt meine Prinzipien…). Und gehe auch nicht mehr ins Kino, wenn ein neuer Streifen von Quentin Tarantino oder Robert Rodriguez läuft, weil: „Fuck those who call themselves a friend and don’t lift a finger!“. Darüber kann ich mich aufregen, und sollten mal bedeutend mehr Leute sich echauffieren, anstatt über irgendwelchen harmlos-putzigen flat earth theory-homeschooling-Kokolores.
Brown und Cruise können von mir aus den abgedrehtesten Quatsch-Theorien nacheifern, wenn sie das mit sich selbst ausmachen, und weiterhin gut schauspielern / in tollen Filmen mitwirken.
Kore-Edas „Monster“ hab’ ich heute tatsächlich auch gesehen… ich werd’ jetzt aber erst mal Abendbrot verknuspern, und meine Gedanken dazu dann später noch hier rein-editieren…
Vielleicht sollte man sich vor LATE NIGHT WITH THE DEVIL den „Vorläufer“ GHOSTWATCH ansehen – einer der ersten „Found Footage“-Filme seiner Art, der an Halloween 1992 im britischen Fernsehen für Unruhe gesorgt hat. Gibt es aktuell als UK-DVD für rund 10 Euro sowie auch als schöne Bluray Edition.
CHALLENGERS
Obwohl genrefremd, hat mich dieser Film doch so sehr beeindruckt, emotional getouched und kurzweilig unterhalten, dass ich zumindest ein paar Worte hier verlieren möchte. Inhaltlich gibts nicht all zu viel zu holen, Dreiecksgeschichte halt, aber dafür ist der Film optisch und akustisch ein echter Leckerbissen und „knallt“ am besten im Kino und ich meine damit nicht nur die Tennisbälle.
Wer gerne Zendaya sieht, wer gerne Tennis aus ungewöhnlichsten Perspekiven mit vollem Drive sieht, Wer gerne Zendaya emotional zwischen zwei drahtigen Männern mäandern sieht, wer gerne die pure Lust und Freude des Filmemachens eines Meisterregisseurs sieht, wer gerne ästhetisch komponierte Kameraeinstellungen sieht, wer gerne Schweißperlen in ultra Slow Motions sieht und wer nicht zuletzt gerne einen EBM industrial NIN-hear-a-like Soundtrack hört, der kommt hier voll auf seine Kosten und sollte schnellstens in das Atmos Kino seines Vertrauens rennen und sich das Ballern der Bälle, das Hämmern des Sounds und dazu die feine Mimik und Gestik des verliebten Trios auf größtmöglicher Leinwand geben, rentiert sich, Spiel, Satz und Sieg in nur 2h.
Da kann man mal locker aus der Hüfte 8 von 10 Tennisbälle raushauen.
The Dark And The Wicked (2020)
Hach ist das schön, wenn man ganz unerwartet plötzlich über solche Filme „stolpert“, die aus irgend einem Grund bislang an einem vorbei gegangen sind.
Eindlich mal wieder ein atmosphärischer Film zum GRUSELN. Hat fast ein bischen was von „When Evil Lurks“, mit seiner nie richtig zu greifenden „Manifestation“ des Bösen (oder des Teufels?) auf einer einsamen Farm in Texas. Nimmt sich viel Zeit, seine Charaktere zu beschreiben und baut den Spannungsbogen sehr langsam auf. Umso intensiver wirkt der Film dann in der zweiten Hälfte. Hat mich richtig fertig gemacht, und das passiert nur noch selten.
7.5/10
Der letzte, mal wieder wunderbar deprimierende Gaspar Noé mit Dario Argento:
VORTEX
https://www.ofdb.de/film/354254,918903,Vortex/review/
Zweimal Zeitschleife, einmal als unangenehmer Horror und einmal als liebevolle Romantikkomödie (bei amazon) umgesetzt:
KOKO-DI KOKO-DA
https://www.ofdb.de/film/324358,923748,Koko-di-Koko-da/review/
THE MAP OF TINY PERFECT THINGS
https://www.ofdb.de/film/349756,924280,Sechzehn-Stunden-Ewigkeit/review/
Und noch ein Found Footage TV-Horror, der als „Inspiration“ für LATE NIGHT WITH THE DEVIL durchgehen dürfte:
HISTORY OF THE OCCULT
https://www.ofdb.de/film/345805,926593,History-of-the-Occult/review/
CIVIL WAR
Wie erfrischend anders war DAS DENN ? Mein Kandidat für die nächsten Oscars. Du wirst ohne jegliche Erklärung, ohne langweile Einleitung, ohne unnötige Vorgeschichte in eine Geschichte einfach REINGESCHMISSEN. „IST HALT SO! KOMM KLAR DAMIT!“.
Hammer. Was mir am besten gefallen hat war das in keinster Weise „politisiert“ wurde. Kämpfen hier „Linke“ gegen „Rechte“ oder ist es umgekehrt ? Was sind eigentlich die Beweggründe der Milizen ? Wer sich in den USA auskennt weiß das eine Allianz aus California und Texas politisch wie Wasser und Öl wäre. Vollkommen absurd, wie auch viele der bizarren Szenen dieses Films. Manchmal unlogisch, manchmal extrem hart und psychisch eigentlich grausamer als physisch.
Was Menschen sich gegenseitig antun können, wenn die hauchdünne Schutzmauer des vermeintlichen Schutzes der Gesellschaft fallen wird, dürfen wir hier sehen und ertragen. Dabei riechen die Anleihen an „Apocalypse Now“ hier aus jeder Ecke nach verbranntem Fleisch. Hochaktuell. Traurig. Ganz harter, wichtiger, toller Stoff. Einer der besten Filme des Jahres. Aber mehr „arthouse“ als Action. Und das war sehr gut so.
DEMENTIA 13
YES! Ich hab es in meinem nunmehr 56. Lebensjahr ENDLICH geschafft diesen „most wanted“ (?) Film von Francis Coppola (damals im Vorspann noch OHNE „Ford“) nachzuholen. Sein erst ZWEITER Film von 1963. Und in schwarzweis, ohne Farbe und ohne „Dolby Stereo“ ![]()
Aber Spaß beiseite. Das war Pflichtprogramm, aber kein schlechtes. Wie hier mit einem Minimalbudget und großartigem Cast eine richtig fiese Mischung aus „Früh-Horror“ und „Film Noir“ gezaubert wurde hat schon was. Das dabei mit den damals gängigen Konventionen gesprengt wurde, und sich der Film, ähnlich Hitchcock’s „PSYCHO“, in der Mitte um 180 Grad dreht (mehr will ich nicht verraten) war mutig und begeistert noch heute. Ich war erst versucht zu glauben, das vielleicht Hitchcock diese „Idee“ hier von dem damals ja noch sehr unbekannten Coppola abgeklaut hat, aber dem ist natürlich nicht so. „Psycho“ kam 3 Jahre zuvor ins Kino.Also hat sich Coppola evtl. von Psycho beeinflussen, oder nennen wir es mal „inspirieren“, lassen.
„Dementia 13“ hat natürlich Fehler zuhauf. Über diese sehen wir aber mal mit einem Schmunzeln hinweg. Der damals erst 24 (!) Jahre junge Regisseur hat hier richtig klasse abgeliefert. Zu gut ist das Gebotene, zu intensiv sind die an die von mir geliebte „schwarze Serie“ erinnernden b/w pictures, zu bizarr im guten Sinne ist die Geschichte, zu hingebungsvoll die Schauspieler.
Für 1963 war der Film ganz bestimmt extrem „hart“ und verstörend und wirkt an manchen Stellen sogar noch 60 Jahre später sehr „unbequem“.
Es gibt ein Remake das ich noch nicht kenne aber dringend nachholen muss. Ich bin gespannt!
Bleibt die Frage : Was genau soll „DEMENTIA 13“ bedeuten ?
6.5/10
„Kuutamosonaatti“ - Muttertag II
Die finnische Antwort auf einen der übelsten und nach 10 Sekunden seinerzeit sofort von der FSK konfiszierten Horrorfilme der frühen 80er.
Hat mit „Muttertag“ natürlich soviel zu tun wie Vatertag. Aber Spaß beiseite.
„Muttertag“ war in den frühen 80er Jahren einer der richtig kranken und diese Zeit der Horrorfilme prägenden Beiträge des Jahrzehnts. Sowas wird heute nicht mehr gemacht. Ich erinnere mich noch, das wir an den Film seinerzeit nur über „Umwege“ herankamen, weil er halt auf dem „Index“ stand, was unser Interesse an dem Ding nur noch mehr befeuerte.
Was die Finnen da 1988 nachgelegt haben sollte man als eigenständiges Werk verstehen. Das ist eine Art „Backwood Slasher“ im tiefen Schnee. Passieren tut eigentlich nicht wirklich viel und sogar das Ende enttäuscht. Trotzdem war das ein so herrliches „underground“ Vergnügen, so abartig gut in seiner 100% unkommerziellen Art und Weise, das ich nicht aufhören wollte zu schauen. Weniger spannend als faszinierend wegen seiner wortkargen Inszenierung. Ein Hingucker auf jeden Fall durch seine Protagonistin. Ein Film der nicht „weh“ tut, von dem man aber erwartet hätte, das er es tut.
Aus heutiger Sicht extrem sexistisch und undenkbar in mancher Hinsicht. Eigentlich nur etwas für cineastische Paläontologen die an Ausgrabungen richtig übler und kaum bekannter Horrorstreifen Interesse haben.
Aktuell hab ich halt Bock uralten Mist nachzuholen, der mir damals verwehrt wurde.
4/10
The Fun House aka „Kabinett des Schreckens“ , Tobe Hooper, 1981
Weiter ging es mit unserem „80er Jahre Horrorschrott-Marathon“ von Filmen, die wir damals nicht sehen konnten oder durften.
Ich mag Tobe „Chainsaw“ Hooper, hab wohl die meisten seiner Filme gesehen. Nicht alle waren wirklich gut. Dieser auch nicht. Aber man möchte die Lücken ja schließen, will die Filme nachholen, die man seinerzeit aus dem ein oder anderen Grund nicht sehen konnte.
Ich erinnere mich das 1981 sogar im Radio (!) für kurze Zeit Werbung für diesen Film lief. Ich wollte „Kabinett des Schreckens“ unbedingt sehen, durfte aber, wie so oft, mit meinen damals 14 Lenzen nicht ins Kino „rein“. Schade eigentlich, denn 1981 hätte mich der Film vielleicht noch beeindrucken können. Heute nicht mehr.
Ich liebe Rummelplätze und finde die Idee, einen Horrorfilm auf einem Rummelplatz spielen zu lassen, genial.. Ich glaube das sowohl Stephen King als auch Clive Barker sich der Thematik bereits in zahlreichen ihrer Romane angenommen haben. Und auch in den eher modernen „American Horrorstories“ spielt eine meiner liebsten Geschichten auf so einer altmodischen Vergnügungs-Show. Das Setting bietet einfach zu viele Möglichkeiten um sich austoben zu können.
Tobe Hooper macht dann auch reichlich Gebrauch davon. Sinistre Freaks, Unheimliche Gestalten und in Schatten gehüllte Attraktionen bis hin zur „Geisterbahn“ ziehen uns in eine unheimliche Geschichte rein ..
Leider ist die Umsetzung etwas ungelenk geraten. Vielleicht ist der Film auch einfach schlecht „gealtert“, ich weiß es nicht. Jedenfalls wurde ich nur mäßig „gegruselt“, auch wenn die Atmosphäre passte. Dies wäre mal ein Film bei dem ich mich über ein gut gemachtes „Remake“ freuen würde. Die Geschichte bietet unendlich viele Möglichkeiten, aber Hooper hat sie damals nicht wirklich komplett ausgelotet, auch wenn das „Monster“ sehr ambitioniert in Szene gesetzt wurde.
So wirkte der Film für mich wie das klebrige Naschwerk, das ich mir letzte Woche auf unserem „Rummel“ gönnte. Es schien früher irgendwie besser zu schmecken. Schade.
4.5/10



