Aktuelle Genrefilme

Soweit ich Villeneuve laut in jüngerer Zeit geführten Interviews richtig verstanden habe, hatte er scheinbar sowieso vor, nach „Dune: Part Two“ eine kleine Pause einzulegen, und dann wohl eventuell auch erstmal was Anderes zu verfilmen…

Edit-To-Add: “ ‚„Dune Messiah“ should be the last „Dune“ movie for me,‘ he confirms. […] But right now, there are other types of movies Villeneuve wants to make, including an adaptation of Stacy Schiff’s „Cleopatra“, currently being written by Krysty Wilson-Cairns (1917), and a version of Arthur C. Clarke’s futuristic classic „Rendezvous With Rama.“ "

(Quelle: „TIME“-Interview vom 31.01.2024)

Für „Zone…“ gibt’s hier leider noch nicht die Möglichkeit der Kartenvorbestellung (ich denke mal, erst Montag nachmittag) - sobald die aber online geht, bin ich selbstschreibend auch mit dabei.

@todi : Sorry, Dich damit zu behelligen, aber vielleicht hast Du ja die Möglichkeit, aus thread-Übersichtlichkeitsgründen meine beiden posts hier zu einem einzigen zusammenzubaddeln?

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Eine Kinowoche mit zwei Filmen, die kaum unterschiedlicher sein könnten, obwohl beide Krieg und Genozid zum Thema haben.

THE ZONE OF INTEREST
https://www.ofdb.de/film/369584,919166,The-Zone-of-Interest/review/

DUNE PART TWO
https://www.ofdb.de/film/373438,919165,Dune-Part-Two/review/

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Ich habe gar nicht mitbekommen, dass Dune 2 schon angelaufen ist. :flushed:

Vielleicht sollte ich mir den am Wochenende mal ansehen. Dann muss ich mir aber erst nochmal schnell den ersten Teil reinziehen. Ich warte ja gespannt auf Koreedas Die Unschuld (21.03.) und Hamaguchis Evil Does Not Exist (18.04.).

Auweia, Messiah !

„Dune: Part Two“

(Denis Villeneuve / 2024 / Kino ( DCP ) / deutschsprachige Synchro / Erstsichtung)

Villeneuves erster „Dune“ von anno 2021 hat mir damals tatsächlich so gar nicht gefallen… zu nüchtern waren mir die Bilder, zu dröge ausgewalzt die Story, zu redundant-reprisenhaft die Narration. Und dabei liebe ich die literarische Vorlage seit meinem dreizehnten Lebensjahr abgöttisch. „Dune“ für „Game Of Thrones“-Fans, so in etwa lautete in condensed form mein damaliges Fazit - und ja, ich kann mit „Game Of Thrones“ tatsächlich rein gar nix anfangen…

… but my oh my, does this one surpass it’s predecessor in stellar ways… Ich werde mich morgen vormittag (bevor ich dann nach Hamburg aufbreche, um dort am Nachmittag noch „The Zone Of Interest“ zu schauen) nochmal ausführlicher dazu äussern, für heute aber nur soviel: Reingehen, sonst verpasst Ihr einen der vermutlich bildgewaltigsten und immersivsten Filme des Kinojahres! Ich freue mich jetzt schon wie doof auf die baldige 70mm-Zweitsichtung im Savoy in gut 9 Tagen.

Gute zwölf Stunden später folgt dann hier auch mein ausführliches review… Obwohl ich ja eigentlich bis zum 10. März mit der 70mm-Aufführung hatte warten wollen (gibt wohl bundesweit nur ganze drei 70mm-Kopien, lucky us, dass wir in Hamburg in den Genuß einer davon kommen), bin ich, nachdem sich herauszukristallisieren begann, dass so ziemlich alle meine Freunde (waren dieses Mal tatsächlich nur Cis-Männer dabei, die Ehefrau eines Freundes wäre zwar nur allzu gerne mitgekommen, nachdem die Beiden erst zu Wochenbeginn den 2021er-Vorgänger geschaut hatten … aber naja, irgendwer musste ja die beiden Töchter einhüten) ins Provinzkino hier bei uns in der norddeutschen Kleinstadt pilgern wollten, kurzerhand mit dem Bus direkt von der Arbeit zum Kinosaal gedüst. Ein Kino, in dem ich schon vor weit über vierzig Jahren meine ersten Filme sah, und über dessen immer noch andauerndes Fortbestehen ich tatsächlich heilfroh bin (auch, wenn ich dort mittlerweile - zum Einen meiner Vorliebe für Originalversionen, zum Anderen meiner Aversion gegen 08/15-Blockbuster-Kino wegen - nur noch selten einkehre). Der Saal war so gut wie ausverkauft, ich fühlte mich in meinem Kinosessel pudelwohl, und harrte gespannt der Bilder, die da über die Leinwand flimmern würden…

Bereits der Auftakt zum zweiten Teil von Villeneuves Adaption des Herbert’schen Sci-Fi-Epos ist phänomenal gestaltet - wenn im tieforange-gleißenden Licht einer partiellen Sonnen-Eklipse die Fremenkrieger:Innen bei ihrer Beseitigung einer Harkonnen-Patrouille den alten Weather Girls-Gassenhauer „It’s Raining Men“ auf tödlich-effektive Arrakis-Art neu interpretieren, dann setzt das gleich mal den Ton für die folgenden zweieinhalb Stunden. Perfekt inszeniertes High End-Kino, das mehr die Bilder als die Dialoge sprechen lässt, und sich trotz hoher Budgetierung und Top Design dem Hollywood mainstream und der gelackt-gefälligen Art der in eitel-einfallsloser Selbstreferentialität erstarrten MCU-und „Star Wars“-Schinken, von denen inzwischen ja jedes Jahr gefühlt fünf Stück rausgehauen werden, in seiner filmischen Auteur-Haftigkeit und bildlichen Autonomie konsequent verweigert. Was bei Villeneuves Sci-Fi-Interpretationen ja eigentlich immer schon der Fall war - mich aber weder bei „Blade Runner 2049“ (der mir damals viel zu verkapselt-autistisch schien) noch beim ersten „Dune“ so richtig abholen konnte („Arrival“ hab’ ich immer noch nicht gesehen). „Dune: Part Two“ ist aber tatsächlich der erste Villeneuve-Film seit „Polytechnique“, der mich wieder wirklich begeistern kann. Was zum Einen an der absolut formidablen Kamera-Arbeit liegt… dass Greig Fraser damals beim Vorgänger für Roger Deakins einsprang, kann man wirklich nur als absolut glücklichen Zufall bezeichnen… gerade im ersten Drittel des Films, wenn die betörende Schönheit der im Abend- oder Morgenlicht fremdartig faszinierend anmutenden Wüstenlandschaften in atemberaubenden Totalen eingefangen wird, hat der Film für mich seine, mit den an die (meine eigene Arrakis-Imago bis heute prägenden) prachtvollen Farb-Illustrationen von John Schoenherr (welche die ersten drei „Dune“-Bände meiner Heyne-Taschenbuch-Ausgaben zierten) erinnernden Aufnahmen, schönsten Momente. Als würde die Zeit für einen Augenblick stillstehen und man könnte für immer in der bizarr-otherworldly atmosphere dieser unwirklich-unwirtlichen Szenerie schwelgen.

Über die opulenten Kostüme, die spektakuläre Lichtsetzung, den superben Schnitt und das wuchtig-wummernde Sound Design brauchen wir hier auch weiter keine Worte verlieren - besser kann man sich das tatsächlich kaum vorstellen. Pauls Ritt auf dem Sandwurm beispielsweise ist dermaßen grandios-immersiv eingefangen, zwischen Subjektive und third person perspective changierend, dass man beinahe vermeint, den Wüstensand im eigenen Gesicht zu spüren und die Staubwolken um Eine:N selbst herumwirbeln zu sehen. Und, wo wir schon dabei sind: Alle Sandwurm-Fans und Shai-Hulud-Anbeter:Innen werden sich auch dieses Mal wieder ein wenig enttäuscht sehen… wie schon im Vorgänger sind auch hier die wenigen Auftritte des Bringers des Lebens auf wenige Minuten Filmdauer begrenzt. Wer also mehr von den ikonischen Giganto-Wüsten-Seegurken sehen möchte, muss sich wohl auch weiterhin mit David Lynchs Verfilmung begnügen - wo die Würmer ja schon derart prominent und all over the place ge-featured werden, dass man meinen könnte, sie seien die eigentlichen Protagonisten der Geschichte.

Was die vielen kleineren und größeren Änderungen an Herberts Story angeht, welche Villeneuve auch dieses Mal (mehr noch als im ersten Film) vorgenommen hat - der überwiegende Anteil davon tut dem Streifen überaus gut, bzw. ist bei einer derart episch-ausufernden literarischen Vorlage natürlich auch gar nicht zu vermeiden. Chanis erweiterte Rolle als ungläubig-kritische Antagonistin zu Pauls (durch die Bene Gesserit’sche Missionaria Protectiva und Jessica’s mütterlichen Beschützerinnen-Instinkt sowie ihr kühl kalkuliertes Macht-Taktieren maßgeblich vorangetriebene) Emporstilisierung als außerweltlicher Erretter und Revolutions-Anführer bildet einen willkommenen Gegenpol zur stellenweise schon beinahe albern-absuden Anbetung der restlichen Fremen (hier vor Allem verkörpert durch Stilgar), die an einer Stelle sogar an Monty Pythons’ „Life Of Brian“ (<— Link zur entsprechenden Szene) gemahnt (wie viele Kritiken nicht müden werden zu betonen). Nur leider sind sowohl ihre inneren Konflike als auch ihr externes Ausagieren derselben nicht wirklich nachvollziehbar skizziert. Das Ganze bleibt leider eher kurz angerissen denn konsequent auserzählt (was auch nicht hilft, ist, dass sie im Grunde genommen nur zwischen zwei verschiedenen Mimiken hin- und herwechselt - entweder süss-verliebt lächelnd oder grimmig-düster dreinstierend). Ebenso verhält es sich mit Pauls innerer Zerrissenheit ob seines ihm vorgezeichnet zu scheinenden Pfads, seinem Zweifeln am und Hadern mit dem eigenen Schicksal und zuletzt doch bereitwilligen Annehmen der Führungsrolle und dem damit verbundenen Machtanspruch - mit allen daraus erwachsenden negativen Konsequenzen (dem aufziehenden Dijad der Fremen, welcher alsbald das gesamte besiedelte Universum erfassen und Abermilliarden Menschen das Leben kosten wird). Ich pflege zu sagen: „Wer niemals in der Wüste gewesen ist, kennt sich selbst nicht wirklich!“ Vielleicht ist denjenigen von Euch, welche längere Zeit in der Wüste verbracht haben, das ja auch bekannt: In der totalen Einsamkeit und absoluten Stille, welche man dort erfährt, verschwindet nach und nach Alles Andere, bis man schlussendlich vollkommen auf sich selbst zurückgeworfen ist. Diese vollkommene Begegnung mit dem eigenen Ich, dieser Moment der subjektiven Klarheit, kann sowohl wie ein Schock als auch wie ein Endlich-nach-Hause-Kommen wirken… für Viele ist es wohl von Beidem etwas. Hier hat Villeneuve meines Erachtens die große Chance verpasst, genau solch einen luziden Moment des eigenen Sich-Selbst-Gewahr-Werdens für Paul (den ich in Herberts Buch implizit ver- und ausgehandelt sehe - nicht zuletzt durch seine Spice-induzierten Mögliche-Zukunfts-Visionen) in die filmische Erzählung einzubauen… und das ist wirklich ein Jammer. Denn so bleibt seine individuell-gesellschaftliche Entwicklung vom zögerlich-zweifelnd seinen Platz Suchenden hin zur entschlossen-demagogischen Führerpersönlichkeit und zum rücksichtslos-rabiat vorgehenden Machtmenschen bei Villeneuve leider doch sehr sprunghaft und nicht wirklich überzeugend. Ebenso verhält es sich für mich, by the way, mit der Liebesgeschichte zwischen Paul und Chani. Das ging mir Beides - Wüsten Zelt Love Story und auch „Paule heisst er, ist Fremenmeister, Im Sietch gleich um die Ecke“ - viel zu hoppla-hopp, und reichlich überstürzt. Aber, wie schon erwähnt, bei einer so vielschichtig-prallen Buchvorlage müssen nunmal zwangsläufig Abstriche gemacht werden, auch wenn die Story schon in zwei jeweils gut zweieinhalb Stunden lange Filme aufgeteilt wurde. Die gesamte Fülle von Herberts Meisterwerk mit seinem komplex-verschachtelten Polit- und Sozialsystem, dem umfangreich-allumfassenden world building und seinem ausladend-überquellenden Konvolut an philosophical and sociocultural musings ist halt wirklich nur äußerst bedingt ins Medium Kinofilm(e) übersetzbar. Insofern bleibt das Buch in all seinem Ideenreichtum und seinen weitausgreifenden Kritiken an Machtverteilung und Herrschaftssystemen in meinen Augen eigentlich auch weiterhin unverfilmbar. Was die Umsetzung der Kerngeschichte angeht, ist Villeneuves ambitionierte Vision aber definitiv die bislang beste. Und die key plot points arbeitet er auch weitaus klarer als im Buch heraus.

Auch die Abwesenheit der spacing guild als einem der entscheidenden Machtblöcke (dessen politischer Einfluß ja ganz wesentlich von der Verfügbarkeit des Spice Melange abhängt) ist zwar bedauerlich, fällt aber auch nicht zu sehr ins Gewicht. Dass stattdessen die Bene Gesserit-sisterhood nun mehr in den Fokus rückt, ist einerseits konsequent und auch nur folgerichtig, in Anbetracht ihrer Rolle als eine Art Frauen-Geheimbund bzw. „Hexenzirkel“, dessen Mitglieder mit typisch „weiblichen“ Waffen und Mitteln (Intriganz, Fortpflanzung und Sex(ualität)) im Hintergrund die Geschicke des Universums steuern, natürlich aber auch nicht so ganz unproblematisch. Wobei dies Alles ja auch schon in der Vorlage so angelegt ist, und auch bereits dort oft kritisiert wurde. Die Szenen mit Léa Seydoux als Lady Fenring gehören für mich jedenfalls zu einem der (vielen) heimlichen Highlights des Films. Wie Seydoux es schafft, in den nur wenigen Minuten ihrer screen time sogar dem als eiskalt durchgeknallter, psychopathisch-mordlüsterner Harkonnen-Zögling Feyd Rautha fabulös aufspielendem Austin Butler mit ihrer enigmatisch-herausfordernden Art die Kinoleinwand streitig zu machen, ist einfach nur großartig. Wobei sie bei der sinnlich-distanzierten Umgarnung des Arena-Killers von mir aus gerne noch ein kleines bisschen mehr und entschiedener die FemDom hätte raushängen lassen dürfen. Überhaupt, die ganze Giedi Prime-Sequenz: In ihrer mittels Schwarzweiss-Infrarot-Kameras aufgenommenen, kaltweiß schimmernden Fremdartigkeit einer der inszenatorischen Prachtmomente. Und die abschließende B-Day-Parade mit ihren gigantomanischen Truppenaufmärschen und den bizarr-grotesken Raumfahrzeugen der Harkonnen (welche, gigantischen metallenen Mollusken ähnlich, in ihrer abstoßend-anekelnden Gestaltung an die halluzinogenen Fieberträumen entsprungenen creature designs der From Software-Videospiele („Elden Ring“, „Dark Souls“, „BloodBorne“) erinnern) eine abnorm anmutende Mischung aus „Triumph des Willens“-Reichsparteitags-Aufmarsch und mutant monster-Alien-Planet einer x-beliebigen „Rick and Morty“-Episode…

Rebecca Fergusons acting als Lady Jessica hat mich dieses Mal weitaus mehr beeindruckt als noch im 2021er-„Dune“ (wo sie mir irgendwie viel zu weinerlich-schwächlich rüberkam). Ihre entschlossen-manipulative Interpretation der Fremen reverend mother kam meiner Vorstellung von Jessicas Persönlichkeit jedenfalls bedeutend näher als die fürsorglich-zögerlich-mütterliche Herzogsgattin, welche sie noch im Vorgängerfilm gab. Wie sie mit bohrend-unheimlichem Blick durch die Gänge und Korridore von Sietch Tabr schlich und beständig flüsternd-geheimnisvolle Zwiesprache mit ihrem ungeborenen Kind hielt, mit der bewusstheitlich voll erwachten Alia Ränke und Pläne schmiedete, das war schon große Klasse. Etwas bedauerlich aber, dass sie ob ihrer Schwangerschaft leider nur zur großen Manipulatorin, die aus den Schatten heraus agierte, verdammt war. Was mich dann auch zu meinem mit Abstand größten Kritikpunkt in Sachen „Abweichungen von der Buchvorlage“ bringt - dem „Neun-Monats-Problem“. Dass nämlich Alia den ganzen Film über nicht geboren wird, sorgt nicht nur dafür, dass wir auch dieses Mal wieder kein „I love you, Harah“ aus dem Munde der Neugeborenen zu hören bekommen - nein, es dampft den Zeitraum, in welchem sich Pauls persönliche Transformation vom zaghaften Nachwuchs-Fremen zum charismatisch-entschlossenen Revolutionsanführer vollzieht, ja auch von mehreren Jahren auf allerhöchstens acht bis neun Monate ein… und macht diesen Prozess ob seiner kurzen Zeitspanne in meinen Augen dadurch gleich nochmal unglaubwürdiger. Zudem hätte ich, nicht nur weil Alia mein absoluter Lieblingscharakter des ganzen „Dune“-Universums ist, es natürlich weitaus lieber gesehen, wenn sie und nicht ihr Bruderherz den eigenen Großvater mittels des Atreiden Gom-Jabbar vom Leben zum Tode befördert und dann im Anschluß noch die verwundeten Sardaukar auf dem Schlachtfeld zwecks Wassergewinnung getötet hätte. Aber gut, auch das eine Design-Entscheidung, die mich zwar außerordentlich schmerzt, mit der ich aber leben kann. Anya Taylor-Joys cameo-Auftritt war mir dagegen entschieden zu kurz! Mehr Alia für Alle !!! Dennoch natürlich die besten dreißig Sekunden des ganzen Films. Bin jetzt schon super gespannt auf ihre Rolle in „Dune Messiah“ - auch wenn’s bestimmt noch drei oder vier Jahre dauern dürfte. Hoffentlich baut Villeneuve ihren Charakter auch noch aus. Mehr Alia für Alle !!! :wink:

Selbst wenn sich jetzt vielleicht Vieles von dem, was ich mir da wieder zusammengereimt habe, irgendwie doch sehr nach Krittelei und Gemoser anhört - für mich in seiner Gänze ein absolut vereinnahmendes und umwerfendes Kino-Ereignis, beinahe schon nicht nur ein Erlebnis, sondern ein involvierend-intensives Erleben dieser für mich persönlich das Genre der Science Fiction wie kaum ein anderes Werk definierenden Welt und Saga. Bessere 166 Filmminuten wird man dieses Jahr wohl kaum im Kinosaal verbringen können… wobei: Wenn Alles so läuft, wie von mir erhofft, dann dürfte „Furiosa“ in meiner persönlichen Gunst Denis Villeneuves Mammut-Epos wohl mal eben mit Raketen-Turbo und schwarzglänzendem eye war paint links überholen und meilenweit im Wüstenstaub hinter sich lassen… aber hey, das ist eben die geballte Power von George Miller und Anya Taylor-Joy !!! :heart_eyes: :heart_eyes: :heart: :heart: … da kommt dann auch ein „Dune“ nicht hinterher.

Das Endbild von „Dune: Part Two“ zeigt Chanis finster-verkniffenes Gesicht, nachdem sie sich voller Enttäuschung von ihrem former lover, welcher sich (nicht ganz so) urplötzlich als knallhart kalkulierender, für seinen eigenen Machtanspruch über Leichen gehender, faschistoid-fanatische Züge aufweisender Diktator in spe entpuppt hat, abgewandt und sich alleine auf den Weg in die Wüste gemacht hat. Es wird spannend sein zu sehen, ob und wenn ja, inwieweit Villeneuve sich traut, sich im kommenden „Dune Messiah“ noch weiter von den Buchvorlagen zu lösen und ihrer Figur mehr Autonomie und Selbstbestimmtheit zuzugestehen. Zu wünschen wäre es unbedingt.

„The Spice must flow!“

P.S.: Ich werd’ ja nicht müde zu betonen, dass ich Hans Zimmer immer noch und auch weiterhin für einen der größten Filmmusik-Verbrecher auf Gottes The Great Cthulhus weitem Erdenrund halte - einfach, weil er ohne Rücksicht auf Verluste mit seinem tinnituserzeugend-trötenden Gedröhne und penetrant-pathetischen Getöne so ziemlich jeden seiner movie scores gnadenlos zukleistert… aber selbst das hat mich dieses Mal nicht wirklich aus der Fassung gebracht. Weil: this time around hat’s irgendwie gepasst - wie der thumper auf die Sanddüne, if you will… :wink:

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Das geht schon in Ordnung und dürfte wieder ein echter Action-Knaller werden. Mehr freuen würde ich mich als Fan der allerersten Stunde (der 1981 NICHT ins Kino reingelassen wurde und sich den ersten Film erst ein paar Jahre später auf VHS „besorgen“ musste, hust hust) aber über einen neuen ECHTEN MadMax. Und es wäre schön, wenn der zu meinem Entsetzen bereits in der Eröffnungssequenz von „Fury Road“ geschrottete V8 bis dahin auch wieder gerichtet ist :wink:

SS-Mitglieder, die Fliederblüten ausreißen

„The Zone Of Interest“

(Jonathan Glazer / 2023 / Kino (DCP) / deutschsprachige Originalversion / Erstsichtung)

Den grauenhaftesten Moment meines gesamten bisherigen Daseins erlebte ich an einem sonnigen und (viel zu) warmen Spätnachmittag im Oktober 2005. Es waren nicht mehr viele Besucher:Innen auf dem Gelände unterwegs, und ich stand allein in einer der wenigen noch verbliebenen Original(Stein-, denn die Holzbaracken waren nach dem Kriegsende so gut wie alle wegen Seuchengefahr und zum Zwecke der Brennholz-Verwertung abgerissen worden, und sind auch nur wenige wieder rekonstruiert worden)-Baracken im Vernichtungslager Birkenau des Staatlichen Polnischen Museums und Gedenkstätte Auschwitz. Da überkam mich urplötzlich ein stiller Schrecken, durchfuhr mich ein namenloser Horror, wie ich ihn noch nie gekannt und seitdem auch nicht wieder erfahren habe. Für einen kurzen Augenblick war mir die drückend-schwere Präsenz der Absenz gewahr - das Nicht-Mehr-Dasein all jener aber- und abertausender Menschen, welche an diesem fürchterlichen Ort ihr Leben lassen mussten. Diese pure, totale Gegenwart der Nicht-Existenz sovieler Verstorbener war nicht bloß die kaum irgend begreifbare Vorstellung von etwas lange Zurückliegendem, nein, sie war konkrete Realität, eine gegenwärtige Tatsache, der ich mich stellen musste. Was in seiner überfordernden Allumfassendheit schier unmöglich schien. Auschwitz ist nicht bloß ein begehbarer Ort, es ist - über seine Funktion als Gedenkstätte hinaus - tatsächlich der größte Friedhof Europas. Nur dass dort die Gräber weder Namen tragen noch die Toten jemals Ruhe finden können.

Drei von Jonathan Glazers bisherigen Lang-Spielfilmen haben Leerstellen zum zentralen Thema. In der trist-traurigen Elegie „Birth“ ist es die Leere, welche der Tod eines geliebten Menschen hinterlässt, und das Unvermögen (und vielleicht auch die Unmöglichkeit), diesem Verlust einen angemessenen Raum geben zu können. Das kongenial-surreale Identitätsdrama „Under The Skin“ von 2013, in dem nach dem erfolglosen Ausagieren diverser normativer Weiblichkeits-Konstrukte die Hauptfigur sich schlussendlich selbst eine Fremde bleiben muss (siehe hierzu auch die Mehrdeutigkeit und ursprüngliche Bedeutung des Begriffes „alien“ in der englischen Sprache), da sie in Ermangelung einer adäquaten Repräsentations-Möglichkeit ihres inneren Selbst keinerlei Existenz-Grundlage mehr hat, und infolgedessen sowohl als performative Idee als auch als physische Entität in Flammen aufgeht ( „This Girl Is On Fire“, the other way 'round), beschäftigte sich mit der Vorstellung von „Frau“ als „das Andere“ und der Nicht-Erfahrbarkeit und damit auch Nichtlebbarkeit ihrer Selbst. Und in Glazers neuem Film ist die Leerstelle gleich eine millionenfache. Es geht um eines der größten Menschheitsverbrechen überhaupt, und um die Unsagbarkeit ebendieses Verbrechens. Es geht um die Shoah.

Die SS-Wachtürme mit den markanten Spitzdächern im Stammlager Auschwitz (dem sogenannten „Arbeitslager“, dessen zynisch-euphemistische Betitelung durch das spöttisch-verächtliche Motto „Arbeit macht frei“, das an dem weltweit bekannten Torbogen über dem Haupteingang prangt, noch verstärkt wird) sind (oder waren es zumindest im Jahre 2005 noch) der Öffentlichkeit normaler Weise nicht zugänglich. Allerdings finden dort ja auch des Öfteren Dreharbeiten für Film- und Fernseh-Dokumentationen statt. So war es auch bei einem meiner drei oder vier Besuche im Stammlager. Ein italienisches Kamerateam war gerade auf / in einem der Wachtürme, welche in regelmäßigen Abständen an der Außenmauer errichtet worden waren, zugange, und ich ergriff kurzerhand die Gelegenheit und fragte, ob ich nicht einmal für einen kurzen Augenblick mit nach oben kommen könne. Nach einer bejahenden Antwort fand ich mich gleich schon in der Ausblickskanzel des Turms wieder - und musste mich (aus eigenen Stücken) quasi sofort wieder nach unten begeben. Als ich nämlich realisierte, dass die Perspektive, welche ich dort oben einnahm, just dieselbe war, welche die Wachmänner vor Jahrzehnten auf das Lagergelände gehabt hatten. Eine Anmutung, die in ihrer perversen Absurdität für mich schlicht nicht auszuhalten war.

Es ist schön zu sehen, dass Glazer sich auch in seinem neuen Werk stilistisch treu geblieben ist. Auch hier - wie schon im nunmehr auch schon über zehn Jahre alten Vorgängerfilm „Under The Skin“ - dominiert wieder eine spröde, spartanisch-skizzenhafte Narration, illustriert durch sperrig-unzugängliche Bilder, die mehr verbergen als sie enthüllen, und an ein, zwei Stellen dann ins vollkommen Abstrakte abgleiten (besonders im Gedächtnis bleibt ein Moment, als der gesamte screen sich tiefrot verfärbt und währenddessen ein unheilvoll-basslastiges Dröhnen den ganzen Kinosaal erfüllt). Die Dialoge bleiben oftmals nur undeutlich und schwer verständlich, der Ton verwaschen-nuschelig, wie von weit weg abgenommen. Mit Sicherheit ein gewolltes Stilmittel. Denn was die Figuren sprechen und sagen, das kennen wir so oder oder ähnlich eigentlich schon aus -zig anderen Filmen und Dokumentationen zum Thema. Es hilft schlichtweg nicht dabei, das Ganze weitergehend verstehbar zu machen. Auch das in der Mitte des Films eingeflochtene Gedicht des real überlebt habenden KZ-Häftlings Joseph Wulf wird nicht über gesprochenes Wort vermittelt, sondern seine einzelnen Silben in musikalische Klaviertöne übersetzt. Im Angesicht des ultimativen Grauens muss die Sprache versagen, sie verliert ihre deskriptive Funktion, weil das, was zu beschreiben wäre, unmöglich schreib- und schon gar nicht be-schreib-bar sein kann. Der Prozess von Chiffrierung und anschließender De-Chiffrierung muss hier notwendigerweise an einen Endpunkt kommen. Die Shoah an sich ist selbst eine nicht fassbare Leerstelle, und die Unmöglichkeit einer auch nur irgendwie angemessenen formalen Darstellung sowohl das Zentrum als auch der narrativ-diskursive Modus des Films. Wenn wir das scheinbar ach so normale Familienleben der mustergültigen Ariersippe Höß in direkter Nachbarschaft zur Hölle des (bildlich vollkommen ausgeblendeten, und nur auf der Tonspur - als doch gleichzeitig immer mitlaufenden und gegenwärtigen - vernehmbaren) Lager-Alltags beschauen, dann ereignen sich die (von den eigentlichen Handelnden meist gar nicht so wahrgenommenen) Disruptionen en passant, werden fast schon unterschwellig eingestreut - hier spielen die Kinder mit den heraus gerissenen Goldzähnen der Insass:Innen, da verteilt Hedwig Höß aus dem Raubgut stammende Babykleidung an ihre polnischen Bediensteten und probiert danach vor dem Spiegel einen Pelzmantel an. Mal wird das Blut von den Sohlen der Schaftstiefel gewaschen, dann wieder raucht Rudolf Höß im Garten eine Zigarre, während hinter ihm der Schlot des Krematoriums düstere Rauchschwaden gen Himmel bläst… und immer sind da die gellenden Schreie, die knallend die Stille durchbrechenden Schüsse, das heisere Hundegebell und die schroff gebrüllten Befehle von jenseits der Mauer. Gerade diese eingestreute Beiläufigkeit des Schreckens ist es, die uns als Zuschauende ob ihrer subtilen everyday-Normalität mehr verunsichert, als es jede in your face-Darstellung des sattsam bekannten Shoah-Bilderkatalogs jemals könnte. Das Perfide daran ist, dass der Film uns die Perspektive der Hößs aufzuzwingen scheint, und obwohl Alles in mir beständig dagegen anarbeitete, was eine wahnsinnige innere Anspannung erforderte, so hatte doch auch ich zwei, drei Momente, in denen ich für einige Sekunden schlichtweg vergessen habe, was hier immer im Hintergrund mitschwang. Zu konstatieren ist, dass diese einerseits hochartifizielle, andererseits bildlich vollkommen konkrete Darstellung wohl eine der wenigen halbwegs angemessenen Herangehensweisen an die äußerst problematische und auch filmhistorisch doch schwer belastete Thematik ist. Glazer entgeht damit zumindest der Falle, in die schon viele Filmemacher:Innen vor ihm getappt sind. Weder erliegt er einer verkitschten Romantisierung des Topos, wie einst Spielberg in „Schindlers Liste“, noch begeht er den fauxpas einer Bagatellisierung des Mordens durch repetitiv-abstumpfende Gewöhnungseffekte wie beispielsweise in den Erschießungs-Szenen von Artur Brauners und Jeff Kanews „Babij Jar - Das vergessene Verbrechen“. Er zeigt so gut wie nichts - und sagt doch Alles. Gerade und vor Allem auch im Nicht-Sprechen. Wo Worte versagen, wo selbst Bilder nichts mehr darstellen können, da bleiben nur noch Töne, und gelegentliche Weiß- und / oder Schwarzblenden als schroff-konsequente Markierung von erzählerischen Abbruchkanten, von diskursiven Brüchen, nach denen es trotzdem irgendwie weitergehen muss - so unmöglich das auch scheint.

Das Ehepaar Höß wird von Glazer als die zwei einander bedingenden Pole der arischen deutschen Volksseele skizziert. Christian Friedel spielt den sogar in seiner Freizeit stets adrett und wie aus dem Ei gepellt auftretenden Lagerkommandanten als einen der penibel-kleinlichen Ordnungswut verpflichteten, in mechanistisch-straff-durchorganisierter und auf reine Effizienz getrimmter Weise den industriellen Massenmord ausführenden Karrieristen, für den Befehle nicht zu hinterfragen, sondern bloß pflichtbeflissen auszuführen sind, mit größenwahnsinnigen Allmachts-Phantasien („Ich habe mir vorgestellt, wie ich den ganzen Ballsaal vergasen würde“) und einem pathologisch-wahnhaften Sauberkeitsfimmel gekennzeichnet. Sandra Hüller - in einer weiteren tour de force-Performance par excellence - gibt seine „Königin von Auschwitz“ titulierte Ehefrau als sprunghaften Stimmungsschwankungen unterliegende (mal albern-überdreht kichernd, mal frivol-ausgelassen turtelnd, dann wieder wutbebend plump-teutonenhaft grimmig dreinstapfend), von Biedermeierscher Brutalität geprägte herrsch- und kontrollsüchtige unbeholfene Übermutter, die ihre Launen am untergebenen Personal ausläßt („Wenn ich wollte, dann würde mein Mann Deine Asche im Handumdrehen auf den Feldern verteilen!“) und über ihre ehemaligen jüdischen Nachbar:Innen beim Kaffeekränzchen mit den befreundeten Ehefrauen der anderen SS-Chargen oder dem Gartenplausch mit der eigenen Mutter lästert. Anhand des banal-barbarischen Alltagslebens von Rudolf und Hedwig Höß sowie ihrer Kinder dekliniert der Film exemplarisch das Verhalten der Blut-, Boden- und Biodeutschen Gesamtbevölkerung des NS-Staates durch. Sie haben sich an ihren jüdischen Mitbürger:Innen bereichert, haben sie denunziert, diskriminiert, deportiert, haben sie nicht nur ihrer Existenzgrundlagen, sondern schlussendlich Allem, was sie als menschliche Wesen ausmacht - sogar des eigenen Namens, indem sie im Lageralltag auf bloße Nummern reduziert wurden - beraubt, ihnen Alles genommen, was sie hatten, bis auf das bloße nackte Leben - und ganz am Ende dann auch noch das. Und sie haben so getan, als ob das Alles mit ihnen selbst gar nichts zu tun gehabt hätte, als ob das etwas wäre, was sich außerhalb ihres eigenen Lebens und Er-Lebens ereignet hätte, ganz ohne ihr Zutun und ihre eigene Verstrickung darin. Nur einmal - kurz vor Schluss - ereilt Höß dann doch ein kurzer Moment des Unwohlseins, des Sich-Beinahe-Übergeben-Müssens, als ihm klar wird, dass er - nach einer kurzen Episode der kommissarischen Verwaltungstätigkeit in Berlin - wieder an den Ort der massenhaften Vernichtung, nach Auschwitz, zurückkehren muss, und was das wirklich bedeutet. Aber - auch diese Episode sinnbildlich für die deutsche Volksgemeinschaft der damaligen Zeit - er schüttelt diese kurze Verunsicherung sogleich wieder ab, und schreitet weiter voran in die Dunkelheit. Was getan werden muss, das muss getan werden. They walked in Line.

Ganz am Filmende blendet der Film über in die Gegenwart… an einen Ort, den auch ich ein einziges Mal in meinem Leben besucht habe. Er zeigt das einzige in Auschwitz noch verbliebene intakte Krematorium, unweit des Stammlagers gelegen. Die in Birkenau erbauten Krematorien wurden alle noch vor Kriegsende gesprengt (eines während eines Aufstands der Insass:Innen, die anderen von der SS selbst bei der Räumung des Lagers, um die Spuren des Massenmords zu verwischen), und sind somit nur noch als Ruinen erhalten. Der Raum, in welchen die zur Vergasung bestimmten Menschen kurz vor ihrer Ermordung eingepfercht wurden, scheint einerseits doch recht klein (kleiner zumindest, als ich ihn mir zuvor vorgestellt hatte), und ist dann angesichts seiner Funktion doch um so Vieles zu groß. Als ich dort unten stand, nur wenige Meter unter der Erdoberfläche, und doch soweit entfernt von Allem, was einer menschlichen Zivilisation auch nur ansatzweise gleichkommt, da wollte Alles in mir nur noch, dass ich diesen Ort sofort und auf der Stelle verlasse. Etwas in mir zog sich zusammen bis zu dem Punkt, dass mich eine ungeheure Bedrückung befiel, schwerer als jeder Stein, belastender als jedes Gewicht. Ich bin geblieben. Weil ich es - meiner inneren Überzeugung nach - musste.
Am anderen Ende des Raumes waren metallene Schienen in den Boden eingelassen. Sie führten aus der Gaskammer heraus in einen kleinen Nebenraum. Es gab dort eine Art Drehplatte (zumindest erinnere ich das so), sodass die Loren mit den Leichen der Ermordeten sich in einem Winkel von etwa 90 Grad drehen, und bis ganz an die beiden Verbrennungsöfen fahren ließen. Dort befand sich je eine Art metallene Bahre, auf welcher sich die Leiche abladen und dann in den Ofen schieben ließ.

Ein Mitglied unserer Reisegruppe erzählte später, dass draußen bei den Stufen, die zur Gaskammer herabführten, sich von der SS installierte metallene Fußabtreter zur Säuberung der Schuhsohlen vor dem Hinabstieg zur eigenen Hinrichtung befunden hätten. Ich habe das nicht persönlich überprüft. Es ist auch nicht wirklich wichtig.

„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“ (Paul Celan, „Todesfuge“)

Stanley Kubrick hatte ja einst selbst einen Film über die Shoah drehen wollen, und scheiterte dann aber daran. Das Projekt blieb - umfangreicher Vorarbeit zum Trotz - letztendlich unvollendet. Glazers Werk füllt auf seine ganze eigene Art zumindest diese Leerstelle in Kubricks Vermächtnis - wenn es das, was das nie realisierte Vorhaben hätte sein können, nicht sogar noch übertrifft.

Wenn die Kamera die Reinigungskräfte im Staatlichen Polnischen Museum Auschwitz bei der Säuberung der Krematoriums-Interieurs zeigt, wenn lautes Staubsauger-Rauschen durch die Hallen mit den deckenhohen Glasvitrinen voller Schuhe, Koffer und Gehhilfen tönt, wenn die Putzkolonne die endlos lang scheinenden Korridore voller Fotos von Opfern des millionenfachen Mordens, welches sich an diesem Ort vor bald achtzig Jahren ereignete, wischt, dann wird klar, dass Auschwitz kein einfach nur irgendwo in der Nähe von Krakau lozierter Ort auf der Landkarte ist, den man be- und aufsuchen kann, sondern ein multidimensionaler Raum ist, der sich bis in unsere Gegenwart erstreckt. Die Dimensionen von Auschwitz - und damit auch der gesamten Shoah - sind keine schlichtweg dreidimensional-räumlichen, ihre Ausdehnung erschöpft sich auch nicht einmal in der vierten, also zeitlichen Dimension. Sie reichen hinüber bis in unsere gesamtgesellschaftliche Erinnerung, sind fest verankert im menschlichen Kollektiv-Gedächtnis. Auschwitz ist - aller drohenden Gefahr der Erstarrung in einer museal-erinnerungskulturellen Geronnenheit zum Trotz (gerade jetzt, wo nach und nach die letzten noch lebenden Zeitzeug:Innen Eine:R nach dem / der Anderen sterben) - die Gegenwart einer Vergangenheit, die nicht vergehen kann, die nicht vergehen darf, die als Mahnung und Fingerzeig bestehen bleiben muss und wird. Es ist unser Aller Erbe als Menschheit, ein Erbe, das an unsere eigene (Mit-)Menschlichkeit gemahnt - und wir werden bis ans Ende unserer Tage damit leben müssen, egal, ob wir uns entschliessen, dieses Erbe anzutreten, oder es ablehnen. Wir werden es niemals vollständig begreifen oder nachvollziehen können, das können nur Jene, welche damals dort waren (auf der einen oder anderen Seite). Alles, was wir tun können, ist, dieses Erbe so gut als möglich zu verwahren, es an die, welche uns nachfolgen werden, weiterzugeben, und - wider alle Vergeblichkeit - nicht aufzuhören, seine Umrisse ansatzweise zu erahnen versuchen. Dieser Film ist, in all seinen nebeneinander stehenden Vignetten, die in der Zusammenschau das Gesamtbild eines größeren Grauens ergeben, ein kleiner, aber dennoch fundamental wichtiger Beitrag dazu.

Jetzt schon einer der bedeutendsten Filme des Kinojahres.

Es folgt nach dem Ende des Films kein Bild mehr, das sich irgendwo im Abspann versteckt halten würde. Nur die umheimlich-beklemmende, dissonant-divergierende Soundcollage von Mica Levi, die in ihrer dämonisch-aufheulenden Kakophonie des Schreckens wie die Heimsuchung einer nicht-vergehenwollenden Vergangenheit in der Gegenwart anmutet, läuft auf der Tonspur weiter, bis die letzten weißen Buchstaben über den schwarzen Grund gelaufen sind. Danach ist Stille.

Bis das Saallicht aufscheint.

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Sehr starke Review, Respekt.

Hier eine andere auf youtube, die ich gut fand

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Dune Part 2 Startwochenende Deutschland:
610.000 Besucher
Einspiel ca. 7,5 Mio. Euro
716 Kopien
Kino Charts Platz 1

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Soooo… meine Endlos-Ausführungen zu „Dune: Part Two“ nun endlich mal zu Ende gebracht… mal schauen, ob mir dann am Sonntag abend nach der Zweitsichtung überhaupt noch irgendwie was an sinnvollen Ergänzungen dazu einfällt…wollte jetzt eigentlich noch ein paar Gedanken zu „The Zone Of Interest“, welche es aus Platzgründen und aber auch, weil’s nicht so recht zum restlichen Text gepasst hätte, nicht in meinen obigen Bleiwüsten-Buchstabensalat geschafft haben, hier reinschreiben… bin dafür jetzt aber schon zu müde, und hole das dann hoffentlich per re-edit irgendwann morgen oder spätestens übermorgen nochmal nach. Gut’s Nächtle ! :yawning_face: :zzz:

Breaking news: „MaXXXine“, Ti Wests und Mia Goths „X“-Sequel, hat jetzt auch einen offiziellen U.S.-Starttermin - es ist der 5. Juli 2024. :smiley: Siehe dazu auch hier (<— Link / Klick’ mich!). Einen neuen Trailer oder so gibt’s bislang aber (noch?) nicht… FFF2024-main event material? :+1:

Edit: Laut Kommentar-Sektion unter dem vorher hier verlinkten deadline-Artikel handelt es sich bei der Person, welche Mia Goth wegen angeblich durch sie am „MaXXine“-Filmset erlittener Körperverletzung verklagt hat, um einen überführten Betrüger, der auch schon wegen diverser anderer Delikte Probleme mit der Staatsgewalt und den Justizbehörden gehabt haben soll. Ich hab’ den Link deswegen mal lieber rausgenommen… das ist mir irgendwie Alles zu suspekt.

Alex kommentiert zu „DUNE Part II“

JA!, die Verfilmung von Denis Villeneuve’s DUNE war sensationell. Mir fehlten aber einige dramaturgische Elemente, mehr Hintergründe und mehr BILDER zu der Raumfahrergilde, einige Erklärungen zu den „Harkonnen“ und vor allem die kongeniale Filmmusik aus der alten Verfilmung von David Lynch. Hans Zimmer mag einer der ganz Großen in Hollywood sein, seine Musik löste bei mir aber definitiv nicht die Gänsehaut aus, wie TOTO das 1984 vermochten. Zu generisch und gewollt klang das für mich.

„Dune 2“ ist ein bombastischer Film, konzentriert sich zu 80% aber leider nur auf die „Fremen“ und deren soziologische Situation. Es fehlen die „Mentaten“ vollkommen, einige wichtige Szenen zu den „Harkonnen“ und was sie im Detail der Familie „Adreitis“ antun, und gänzlich fast alle Hintergründe zu der „Raumfahrergilde“ und was das „Spice“ mit ihnen anrichtet. Wie hier die wirklich ganz großen, emotionalen und traurigen Momente der Romanvorlage verschenkt wurden ist unverzeihlich.

DUNE hätte man mit einer detailierteren Erzählung, die weniger Schwerpunkt auf die „Fremen“ legt, und mit mehr Melodram in den Zenit der SF-Filme liften können. Diese Chance wurde aber leider verschenkt. Sehr schade. Von mir nur 7 von 10 Punkten, sorry.

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Wer nach den beiden gewichtigsten Filmen des Jahres mal wieder Lust auf etwas unbeschwerte, leicht dämliche Unterhaltung hat, ist beim ersten Solo-Projekt von Ethan Coen wahrscheinlich genau richtig:

HENRY JAMES’ DRIVE-AWAY DYKES
https://www.ofdb.de/film/373500,920125,Drive-Away-Dolls/review/

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The Revolution Will Not Be Fremen-ized - More Chani For All Of Us !

„Dune“-Double Feature

„Dune“

(Denis Villeneuve / 2021 / Blu Ray / OmeU / Zweitsichtung)

„Dune: Part Two“

(Denis Villeneuve / 2024 / Kino ( 70 mm ) / englischsprachige OV / Zweitsichtung)

Letzten Sonntag war bei mir D-Day - wobei das „D“ natürlich für den Namen von Frank Herberts epochal-monumentaler Soft-Sci-Fi-Buchreihe steht. Um die Mittagszeit dann vor dem Aufbruch ins Savoy-Kino also flugs noch mal den ersten Teil reingezogen… was mich dann zumindest ansatzweise ein bisschen mit dem Film versöhnt hat. Wenn man schon weiß, worauf Villeneuve im Nachfolger hinauswill, dann machen manche zuvor eher kritisch gesehene Auslassungen, Streckungen und Reckungen in hindsight doch etwas mehr Sinn… dennoch über seine gesamte Laufzeit mich immer noch leicht ermüdend, da doch so einige Themen und Szenen mir auch jetzt noch arg breitgetreten und Pathos-pasteurisiert erscheinen. Vieles gefiel mir dieses Mal aber auch bedeutend besser als noch bei meiner past-mitternächtlichen Erstsichtung vor gut zwei Jahren (die Sandwurm-Attacke auf den spice harvester / der (bedauerlicher Weise doch etwas unvorteil zusammengestutzte) Gom Jabbar-Test, etc. pp.). Aber sei’s drum, als Einstimmung auf den erneuten Kinobesuch von Teil Zwei und für eine filmische Gesamtschau machte dieses Sichtungs-refreshment durchaus Sinn und Spaß.

„Part Two“ auf - der im Gegensatz zum örtlichen Provinzkino beinahe schon gigantisch anmutenden - GROSSEN Leinwand als 70 mm-Kopie natürlich kaum zu toppen, und für mich persönlich wohl das ultimative Sichtungs-Erlebnis des Streifens. Der Sound wummert grad’ mal Alles weg, die Bilder überwältigen sämtliche Zellen der Retina. Dürfte als audiovisuelles, alle Sinne gleichzeitig stimulierendes Over The Top-Gesamtpaket in diesem Kinojahr wohl nur schwer zu schlagen sein, aber warten wir mal Ende Mai ab… fett vorfreu !

Was die Story angeht, so habe ich meinen weiter oben stehenden, gleich nach der Erstsichtung gemachten Ausführungen eigentlich nur noch wenig hinzuzufügen… ich schrieb ja damals schon, dass ich die vielen Kürzungen und Streichungen von etlichen Pro( & An-)tagonist:Innen, ganzen Machtblöcken und diversen (more or less) wichtigen (Neben-)Handlungssträngen als durchaus bedauerlich und schmerzhaft empfand, und gehe einerseits in der Hinsicht auch mit Alexander d’accord, dass diese narrative Verschlankung den Film als solchen und schlussendlich auch die Villeneuvesche Bebilderung des „Dune“-iverse © eines Gutteils seiner weltenumspannenden Komplexität, schillernden Vielfalt und psychedelisch-picturesquen Multidimensionalität und Mehrdeutigkeit beraubt (es wird ja tatsächlich im Laufe von gut fünfeinhalb Stunden Film-Laufzeit noch nicht einmal das ja nun wirklich bedeutsame Spice cycle erläutert) - bin aber andererseits auch weiterhin der Meinung, dass ebendiese Verengung auf ein Kernanliegen dem Streifen letztendlich guttun, weil alles Andere schlichtweg das Korsett gesprengt hätte. Und man hat ja bei David Lynchs sich böse verzettelt habender Version des Stoffes gesehen, wohin es führen kann, wenn man versucht, viel zu zuviele Aspekte gleichzeitig in eine filmische Adaption eines derart facettenreichen Ausgangs-Materials zu quetschen. Aber ja, auch mir tut es in der Seele weh, dass Villeneuves ge-streamlined-te Auslegung von Herberts literarischer Vorlage die (bei Lynch ja beinahe schon zu opulent bebilderte) jegliche Grenzen sprengende weirdness und sociocultural abundance (die morphologischen Mutationen der Navigator:Innen, das bewußtseinsverzerrende Potenzial des Spice Melange, die kalkuliert-klimaktischen Ränkespiele der vielen diversen Einflußgruppen und deren politisch-ökomonische Interdependenzen) derart skalpellhaft-präzise weggeschnitten hat und dadurch das im Buch noch ausufernd-verzweigte, mehrschichtig-verflochtene Narrativ, welches auf den gedruckten Seiten seine Faszination größtenteils ja auch gerade durch diese Komplexität gewann, doch recht eindimensional und begrenzt erscheinen lässt. Eine Zusammenführung der beiden fast schon gegensätzlichen filmischen Pole von Villeneuves klar-luzider Konkretisierung und Lynchs barockhaft-sinnlicher Abgedrehtheit würde ich mir dennoch als nur sehr schwer umsetzbar vorstellen - schon gerade auch im Gewand von mehreren Kinofilmen (und seien sie auch noch so stundenlang). Alljenen Fans, die sich, so wie @Alexander, wieder mehr vielfältige Verrücktheiten im „Dune“-Kosmos wünschen, sei daher, falls nicht ohnehin schon bekannt, an dieser Stelle der Extended Spicediver Cut von Lynch’s „Dune“-Verfilmung ans Herz gelegt (gibt’s nicht nur als Bonus-Material in den neueren deutschen Veöffentlichungen, sondern als ge-upscaled-te Version mit besserem Bild tatsächlich auch auf youtube… siehe auch hier gleich im Anschluß):

Für mich persönlich immer noch die favorisierte Fassung des 1984er-Films, welche als beinahe perfektes Amalgamat aus damaliger Kinofassung und erweiterter TV-Ausstrahlung allerlei (wenn auch längst nicht alle) Unstimmigkeiten, Schnitt-Katastrophen und narrative Ungelenkigkeiten ausbügelt, und in meinen Augen das Sichtungs-Nonplusultra der Lynchschen Vision darstellt…

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DANKE. Dachte schon ich sei der einzige, der das so sieht. Auf den Satz „fast schon gegensätzlichen filmischen Pole von Villeneuves klar-luzider Konkretisierung und Lynchs barockhaft-sinnlicher Abgedrehtheit“ muss man auch erst mal kommen :smiley: Im Prinzip geht es mir mit den „alten“ Batman Filmen im Vergleich zu Chris Nolans Batman genau so. Die neuen Filme sind mir einfach zu glatt und schwach ausgestattet.

Ich bin rückblickend sogar extrem enttäuscht von DUNE. Totaler „style over substance“, die Story ist regelrecht primitives „Gut gegen Böse“, damit es auch der letzte Depp im Kino kapiert. Sträflich. Habe mich stellenweise sogar gelangweilt. Den Vergleich mit David Lynchs Film, den viele hier ja nicht mochten, finde ich anstrengend. Aber für die damaligen Möglichkeiten war es ein grandios unterhaltender Film mit mehr space travel, Navigatoren, Raumfahrergilde und einigen perversen Harkonnen-Momenten.

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Ich mag tatsächlich beide Filme (auf ihre jeweilige Art und Weise) ganz gerne - wenn ich aber gezwungen wäre, mich für einen von beiden entscheiden zu müssen, dann wäre das - aller Umstimmigkeiten, Umgereimtheiten und schnitt-technischer Unzulänglichkeiten zum Trotz - aber dennoch immer noch und weiterhin die Lynch-Version. Einfach auch deshalb, weil dessen synästhetisch-superstitionaler Surrealismus meinem persönlichen Empfinden des „Dune“-Kosmos mehr entgegenkommt als Villeneuves episch-breitbildleinwandige Mammut-Saga. Und es Lynch IMHO auch weitaus besser gelingt, eine ganz eigene Magie der Bilder zu erschaffen. Alleine schon das verzaubernd-entrückte Zusammenspiel von filmisch-fotografischer Erhabenheit und ätherisch-sakraler Musik in der Raumschiff-Sequenz, in welcher der Exodus der Atreiden von Caladan geschildert wird, war für mich als dreizehnjähriges kiddy damals im Kinosaal dermaßen beeindruckend, daß ich auf den Film auch heute noch nichts kommen lasse. Und die episch-monumentale Filmmusik von Toto dann tatsächlich auch der allererste Soundtrack, den ich mir auf Vinyl-LP gekauft habe. Leider aber inzwischen nicht mehr mein Eigen nenne. Wobei die Deluxe-Veröffentlichung von PLAION Pictures wenigstens eine Soundtrack-CD beinhaltet, AFAIK.

Bei „Batman“ (und auch bei „Spider-Man“) sind mir Burtons (und Raimis) liebevoll-detailreiche Interpretationen auch weitaus lieber als die pathetisch-(möchtegern-)bedeutungsschwangeren Auslegungen von Nolan und Co. Vor Allem auch deshalb, weil deren überdreht-überschwängliche Plastizität in ihrer farbenfroh-prallen Übermütigkeit für mich der Comic-Vorlage doch bedeutend näherkommt als die schwermütig-symbolhaft aufgeladenen Neuverfilmungen.

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Hatte ich zwar einem Freund erzählt, dabei aber vergessen es hier zu erwähnen. Denn auch der soundtrack der neuen Filme berührt mich einfach nicht. Da kribbelt nix, wo hingegen bei Toto ständig eine Gänsehaut war, auch bei der von Dir erwähnten Raumsprung-Sequenz, die ich mir neulich noch mal auf youtube in der Langfassung (mit dem mutierten Navigator) angesehen habe.

Naja, das ist eben das Problem mit Hänschen Zimmer - der haut mit seinem obligat-penetranten Dröhn-Score einfach jeden Film zu, egal, ob’s irgendwie passt oder nicht. Mein Lieblings-Zitat in der Hinsicht deshalb auch immer noch aus dem „The Creator“-review drüben auf critic.de: „Hans Zimmer hanszimmert wie eh und je vor sich hin […]“ :wink: :smile: Ich versteh’ darum auch immer noch nicht, wieso der (fast) aller Orten und von so Vielen immer dermaßen abgefeiert wird. Wobei es bei „Dune: Part Two“ für mich dieses Mal tatsächlich irgendwie gepasst hat. Aber natürlich trotzdem bei Weitem kein Vergleich zum emblematisch-ikonenhaften Toto-score.

P.S. / Edit-To-Add: Weil ich gerade eben zufällig drauf gestossen bin: Hier nochmal speziell für @Alexander :wink: ein doch ziemlich krasser Komplett-Verriss des neuen Villeneuve-„Dune“ von Michael Bendix drüben auf filmstarts.de:

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Mit etwas zeitlichem Abstand hier noch mehr „Sekundärliteratur“ zu THE ZONE OF INTEREST: Die Cannes und NYFF Pressekonferenzen (teilweise interessant), das offizielle Making of (sehr aufschlussreich) und die original Zeugenvernehmung von Hedwig Höß beim Auschwitz-Prozess 1964 in einer anderen Sache (absurd bürokratisch).

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Ah cool, dankechööön… die beiden press conferences sind mir selbst zwar schon bekannt, das Making Of allerdings noch nicht, werde ich mir irgendwann demnächst dann nochmal zu Gemüte führen - und ob und falls ja, wann ich mir die Höß-Befragung geben will und werde, muss ich dann spontan mal entscheiden. Das erfordert ja doch ein wenig Fokussierung und attenzione.

Weil’s grad so gut passt - hier noch der Link zum Special-Podcast zu Glazers neuem Werk drüben bei critic.de:

Hab’s vor ein paar Tagen mal so nebenbei gehört, fand’s soooo wahnsinnig aufschlussreich dann allerdings auch wieder nicht, aber eventuell interessiert’s ja doch den Einen oder die Andere…

Edit-To-Add: Plus auch noch der Vollbild-Podcast zu „The Zone Of Interest“ inclusive eines Interviews mit Rudolf Höß-Darsteller Christian Friedel (ab Minute 3:04), sowie einer interessanten „Shoah im Film“-Analyse mit der Filmkritikerin Anke Leweke und dem Filmwissenschaftler Dr. Marcus Stiglegger (ab Minute 19:05), abrufbar / anzuhören auf Deutschlandfunk Kultur:

Erstaunlicherweise gar nicht, es geht hier (leider) um eher banale Fragen und Aussagen zu einem anderen Fall, soweit ich das einschätzen kann, soll Höß‘ Krankheitsvertretung belastet werden.

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