Aktuelle Genrefilme

Ah, THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS habe ich übrigens Dienstag auch schon in der Pressevorführung gesehen. Ich war selbst in meinen Hey-Days als Comicfan, als ich noch Kind und Jugendlicher war, nie ein großer Freund der Fantastischen Vier, warum auch immer. Haben mich emotional einfach nie so erreicht wie das Gros der sonstigen Marvel- und erst recht der DC-Helden. Ein bisschen hab ich das auch bei dieser Verfilmung jetzt wieder gespürt. Ging mir persönlich einfach alles nicht so nahe. Da war SUPERMAN kürzlich doch ein ganzes Stück, persönlich, wirkmächtiger.

Davon abgesehen aber: Der Film findet den fast perfekten Tonfall und es gelingt ihm erstmals, die Figuren und ihre Eigenheiten adäquat auf die Leinwand zu bringen. Die bisherigen F4-Verfilmungen waren ja, neben GREEN LANTERN, so was wie die Pariahs der Superhelden-Adaptionen, was sich insbesondere in der Darstellung der Figur des Johnny Storm gezeigt hat. Der war auf der Leinwand bislang immer ein kaum erträglicher „Player“ der untersten Schublade - und der neue Film schafft es erstmals, ihn stattdessen als den smart-ironisch gefärbten „Checker“ abzubilden, der er in den Comics immer war.

Generell sind die Figurenzeichnungen und ihre Verkörperung durch die Darsteller das größte Pfund des Films. Endlich erleben wir die Helden-Familie als die Charaktere, als die sie auch in den Vorlagen aufgetreten sind. Vor allem Reed Richards ist von Pedro Pascal perfekt getroffen, aber auch Ben Grimm (Ebon Moss-Bachrach) kann erstmals wirklich überzeugen.

Davon abgesehen, ist das gesamte Look & Feel in seinem Retro-Futurismus perfekt gelungen. Man kann kaum anders, als das gesamte Produktionsdesign zu bewundern - das ist schon sehr nah dran an WANDAVISION, dessen Regisseur Matt Shakman ja auch hier verantwortlich zeichnet.

Insofern: sehr cool und sehr angenehm unterhaltsam. Problematisch höchstens, dass hier in der Story Momente eingefügt werden, die große emotionale Schwere haben sollen. Und sich das irgendwo sehr mit dem postmodern-ironischen Grund-Habitus beißt. Der für eine gewisse grundsätzliche Distanz sorgt, die mit theoretisch herzzerreißenden Plot-Elementen kollidiert. (Und es geht mir dabei nicht etwa um „Mein Gott, die Welt geht unter!“-Schocks. Die funktionieren in Superheldenfilmen heutzutage natürlich sowieso nicht mehr.)

Dass man außerdem mit Galactus gleich den größtmöglichen Gegenspieler verbraten hat, ist eine andere Fragwürdigkeit. Was soll danach noch kommen? (Antwort: Doctor Doom.) Andererseits wurde jetzt ja tatsächlich lange genug nach ihm gerufen :wink:

Fazit: Gelungener Film, der Fans der Figuren vermutlich noch deutlich mehr Begeisterung bescheren dürfte als mir. Retro-Futurimus sah jedenfalls noch nie so gut aus wie hier. Und die zugehörige Werbekampagne war selten so stimmig! 7/10 Punkten.

PS: Nach dem Abspann sitzen bleiben.





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Das geht mir ständig so und liegt vermutlich daran, das fast alles schon mal auf die ein oder andere Weise gezeigt wurde. Allein das austauschen einiger Schauspieler und Set-Designs macht halt noch nicht wirklich einen neuen und guten Film. Deswegen verstehe ich auch den Hype um den neuen Superman überhaupt nicht, zumal ich mir David Corenswet eher als John Boy in einer Neuverfilmung der „Waltons“ vorstellen könnte. Aber ich schweife ab, zu dem Film schreib ich irgendwann mal was, wenn ich mich aufraffen konnte mir den vielleicht doch noch anzusehen. Auf den nunmehr auch dritten Aufguss von F4 habe ich nach D.S. Review oben allerdings richtig Bock.

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Recht lesenswerte Kritik zu Julia Durcournaus in Cannes ja eher zwiespältig bis verhalten aufgenommenem und gerade in Wroclaw gezeigtem „Alpha“ drüben auf critic - und auch im dortigen Text wird der Streifen eher ambivalent besprochen (!!! ACHTUNG Leichte Spoiler !!!):

Keine Ahnung, ob Dir das bei der Entscheidungsfindung, ob Du für die neuen „F4“ ein Ticket lösen magst, oder eben nicht, weiterhilft, aber Torsten Dewi a.k.a. Wortvogel war auch recht angetan (ebenso wie übrigens auch vom neuen „Superman“):

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Dark Nuns

Gestern in Deutschland erschienen. Glaube, ich war für den Film nicht in der richtigen Stimmung. Fand den nicht gut. Es gab zwar viele Verweise auf The Priests, aber der Film ist schon ziemlich anders. Er fokussiert sich thematisch ziemlich stark auf die Ungleichheit zwischen Mann und Frau im Katholizismus. Denn die Frauen dürfen zunächst keine Exorzismen durchführen. Ich kann mich an The Priests kaum noch erinnern, aber ich meine, der Film spielt fast nur in dem Zimmer, wo der Exorzismus durchgeführt wird, und man sieht den gesamten Film über nur drei Figuren, Kim Yun-seok, Gang Dong-won, und Park So-dam. Da ist dieser Film schon sehr anders. Aber irgendwie habe ich bei Dark Nuns nicht verstanden, warum die Figuren das tun, was sie tun, und was bei den ganzen Szenenwechseln passiert. Ich fand, den Film fehlt es massiv an Athmosphäre.

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Wer hätte gedacht, dass es von PREDATOR mal eine Buddy-Actionkomödie geben würde! Aber fein, kommt diesmal sogar ins Kino.

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FANTASTIC FOUR

Jetzt habe ich mir den neuen „Fantastic Four“ auch angesehen, und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht, obwohl ich sehr skeptisch war, da ich mit den letzten Filmen aus dem „Marvel Universum“ nicht mehr so wirklich viel anfangen konnte. Zu sehr haben sie sich meiner Meinung von dem entfernt, was ich in meiner Kindheit und Jugend an den Comics mochte.

Nun sieht man im Rückspiegel die Dinge natürlich häufig anders als sie wirklich waren und ich hatte damals natürlich auch nicht das Geld, mir regelmäßig alle Hefte der von mir sehr geschätzten Superhelden zu kaufen, zumal ich auch noch andere Comics liebte. So sind meine Erinnerungen verblasste Momentaufnahmen einzelner Hefte die auf einen 10-jährigen natürlich anders gewirkt haben mögen, als vielleicht heute retrospektivisch auf einen 57-jährigen alten Knacker.

Dennoch war ich damals schon mehr ein Fan der „Marvel“ Geschichten um die „Rächer“, „X-Men“, „Spiderman“ und „Fantastic Four“, weniger ein Sammler der DC Comics, wobei der DC „Batman“ da die große Ausnahme war und bis heute mein favorisierter „Superheld“ ist. Der er ja eigentlich wegen seiner Verletzlichkeit nicht ist, und gerade das mag ich dann halt bei Marvel, das es auch diese sehr verletzlichen, gar nicht über SO viel Superkraft verfügenden „Helden“ gibt. Wenn, wie bei Superman, einfach ALLES möglich ist, dann wird es mir meistens schnell langweilig. Und das mag vielleicht auch ein kleiner Haken am neuen F4 sein, das die Fanta Vier vielleicht über einen kleinen Ticken des „irgendwie ist ja immer einfach ALLES möglich“ zuviel verfügen, Space Travel bei lightspeed und „wir beamen eben mal nen Planeten weg“ inklusive.

Den neuen F4 empfand ich dann auch mehr als sehr guten Science Fiction Film, denn als Marvel-Epos. Das Gebotene haut einen schon vom Sockel, das fast schon psychedelische Sixties Set-Design im „Retro-Future-Look“ ist grandios (Alleine die riesigen Bildschirme, die aussehen wie Röhren Fernseher!). Aber auch die Charakterzeichnung der einzelnen F4 war noch nie in einem der vorherigen F4 Filme (die ich nicht wirklich mochte) besser und es ist schön, das der Film eine Laufzeit von fast 2 Stunden hat und sich trotz bombastischer Action auch Zeit für sehr ruhige Momente nehmen darf.

Das die Story sich dann auch noch endlich der Herkunft und der Tragik des „Silver Surfers“ annimmt ist ebenfalls auf der Haben-Seite zu verbuchen. Es hat mich auch überhaupt nicht gestört das DER Surfer jetzt weiblich ist, obwohl ich diesen Wokismus normalerweise nicht sehr schätze und finde, man sollte Figuren so belassen, wie sie sich der Zeichner seinerzeit ausgedacht hat. Aber es störte nicht, zumal endlich die Geschichte des Silver Surfers als bereits in den uralten Comics benanntem „Herold“ von Galactus erzählt wird. Ja, GALACTUS hat ENDLICH seinen Auftritt. Was für eine Offenbarung, darauf musste ich jetzt annähernd 50 Jahre meines Lebens warten. Ich finde, besser hätte man das filmisch auch nicht umsetzen können. Die Erinnerung an den Comic wo das passiert ist mir selbst heute noch präsent, ist eingebrannt in meinen Erinnerungen an eine tolle Zeit mit jedem Monat frischen Comics. Diese Inszenierung war bombastisch, fett, audiovisuell überwältigend, dramatisch, düster, mehr geht nicht. Danke dafür. Und soweit meine Lobhudelei für diesen Film.

Was mir weniger gefallen hat ist die etwas SEHR unkomplizierte und vor allem Überraschungs-arme Storyline. Ok, was erwartet man bei so einem Film, sicherlich nicht 10 Punkte auf der Anspruchs-Skala. Aber ein paar mehr „twists and turns“ hätten es dann vielleicht schon sein dürfen. Die Geschichte ist extrem linear erzählt und passt auf einen Bierdeckel. Simples Popcorn-Kino das die Fans der alten Comics, also auch mich, allerdings extrem zu befriedigen vermochte. Ich bin da übrigens sehr d‘accord mit der Filmkritik von Herrn Dewi, aka Wortvogel, die ich als Lektüre hier noch mal empfehle. Der Mann hat sich mit der Geschichte der zahlreichen F4 Verfilmungen so richtig auseinandergesetzt, danke für den Artikel.

Nur eines ist mir immer noch nicht ganz klar : Warum „First Steps“ ? Der Film behandelt die Anfangsjahre der F4 doch nur ganz kurz und steigt dann wesentlich später in die Geschichte der Gruppe ein.

Mein Lieblingszitat aus dem Film ist dann „Wir werden Euch beschützen!“. Und vielleicht sind es solche Sätze und eine Sehnsucht nach „Superhelden“ in diesen schwierigen Zeiten, die eine tiefe Sehnsucht nach Frieden und Beschützern im Zuschauer befriedigen.

Ich gebe jedenfalls fette 8/10 Punkten für den gefühlt besten „Marvel“ Film seit sehr sehr langer Zeit.

„In meiner Comic-Strip-Phantasie
Ist die Welt so klar wie nie
Im All wimmelt es von Superhelden
Amerika schläft ruhig - Gute Nacht!
Der Amoklauf des Zeitmutators wird gestoppt
Ein Photonenangriff wir abgeblockt
Die schönen Dummen in den Popkostümen
Gewinnen jede Schlacht
You can go to the movies
And watch!“

SUPERHELDEN (Rasen durchs All)
SUPERHELDEN (Rasen durchs All)

EXTRABREIT, „Superhelden“, 1982

PS: Wer hätte damals gedacht das dieser song aus 1982 einmal SOWAS von wie Arsch auf Eimer auf einen F4 Film passen würde ?

PPS: Wie gerne hätte ich mehr Wörter in diesen Text eingebaut, als die geschäumte Lachsspeise es vermag. Aber irgendwie war es genug :smiley:

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Wikipedia sagt dazu: „The subtitle references the film’s ideas of optimism and space exploration, but Shakman said it also has additional meanings.“

Ich persönlich dachte mir ja, das „First Steps“ bezieht sich einfach auf Baby Franklin. Das hat auch ein Artikel gemutmaßt, der vor Erscheinen des Films veröffentlicht wurde: https://comicbook.com/movies/news/the-fantastic-four-full-title-first-steps-franklin-richards/

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He he he - Darauf habe ich schon die ganze Woche über gewartet, gehofft und hingefiebert (@Alexander wohl aber eher aber nicht)… Wolfgang „Wolle“ M. Schmitts hochamüsanter und wunderbar kurzweiliger „The Fantastic Four: First Steps“-Total-Verriss auf youtube:

Und ich hatte mir zuvor auch schon gedacht, dass Schmitt auch auf diese Sixties-Nostalgia-Retrofuturismus-Sehnsuchtswelle focussieren, und den Streifen mit Schmackes in die Tonne treten würde. Danke, damit bin ich bereits bestens bedient, und weiss jetzt schon, dass mir das Ansehen des Streifens selbst wohl nicht einmal halb soviel Spass machen würde, wie das beinahe die gesamte Laufzeit über von einem fetten Grinsen begleitete youtube-viewing dieser geistreich-spitzzüngigen Analyse. Ganz grosses Kritiker:Innen-Kino, merci beaucoup!

P.S. / Edit-To-Add: Nach der Argumentation des Videos lässt sich der Untertitel „First Steps“, in Anwendung auf aktuelle zeitgeschichtliche mainstream-Diskurse, durchaus auch noch anders, soziokulturell-globalpolitisch deuten / verstehen - nämlich als die ersten Schritte in einen neuen Kalten Krieg (der dann unter Umständen irgendwann auch „heiss“ werden könnte… was „F4“ in seinem „Luftkampf“-Finale ja auch schon vorwegzunehmen scheint). Sign O’ The Times.

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Wie kommt er bitte auf den Vergleich bei der symetrischen Raumaufteilung von „The Fantastic 4“ zu Stanley Kubricks Meisterwerk „2001: A Space Odyssey“, bei ca: 1.01 Minute? Den Vergleich empfinde ich als beleidigend. Zwischen Kubricks Meisterwerk und dem 08/15 MCU Film liegen Welten! In „2001“ sind die Korridore lang, gerade und symmetrisch, was eine sterile, unpersönliche Atmosphäre schafft. Die Farbpalette im Raumschiff ist meist in Weiß- und Grautönen gehalten, was Reinheit und gleichzeitig aber auch Kälte vermittelt. Klare Linien, geometrische Formen und Symmetrie dominieren die Szenen in der Discovery, was den Eindruck von Ordnung, Kontrolle und Rationalität verstärkt. Kubricks Design betont auch die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine sowie die Überwachung und Kontrolle, siehe das übermächtige Auge von HAL 9000. Das rote Auge ist ein wiederkehrendes visuelles Element in dem Film und ein Symbol für HALs überwachende Präsenz und totaler Kontrolle.

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Ich fand den (noch) besser als du. Traurig und doch unterhaltsam, lustig und doch tiefgründig. Featured ein paar großartige Musikstücke. Kenne die Literaturvorlage nicht. Und dann kommt mein Nickname noch teils im Filmtitel vor. :sweat_smile:

Ich war lange nicht so mitgenommen und hatte gleichzeitig ein breites Grinsen auf dem Gesicht, als ich das Kino verlies.

9 von 10

The Life of Chuck - muss man da Weinen? So überemotionale Filme vertrag ich zur Zeit nicht.

Ich bin auch nah am Wasser gebaut und musste es nicht - die erstaunliche Emotionalität und Tiefe, Größe wie Intimität kam für mich nicht unbedingt direkt im Filmmoment sondern erst in den Stunden und Tagen danach, wenn ich mir über all das Gedanken mache…

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Den Typ hab ich ja gefressen. Der mit seinen pseudo-intellektuell verquasteten, geschwätzigen Sermonen. Der soll erst mal den Stock aus seinem Hintern ziehen. Und dieses sinnlose politisieren mit Vergleichen zum realen Zeitgeschehen, was soll das ? Niemand hat hier doch ernsthaft ein Meisterwerk erwartet. Es ist einfach nur gute Unterhaltung (wie auch Alien:Romulus oder der neue Jurassic Park) und für mich gefühlt der erste Marvel Film seit Jahrzehnten, der mir wieder Spaß gemacht hat. Kopf aus, Film an, sowas braucht man manchmal halt.

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Ich finde „Wolle“ bringt schon (fast) immer interessante Ansätze und Ansichten an den Tisch, auch/gerade wenn man mit ihm von der Wertung des Films gänzlich anders liegt.

Ihm fehlt halt meiner Meinung nach leider nur gänzlich Eines, das (für mich zumindest) Wichtigste beim Filmegucken: die Emotionen! Er arbeitet sich stoisch, roboterreif, hoch intellektuell, steif und überpolitisch immer am Werk ab, zieht feinste Querverweise und kann sich höllisch scharf ausdrücken. Aber ihm gehen halt völlig Herz, Leidenschaft und Seele ab. Bzw. lässt er diese (enorm wichtigen) Aspekte bewusst weg - ich will ihm keine Seelenlosigkeit als Mensch unterstellen :smile:
Das aber nur meine zwei Cent zu ihm - bin trotzdem froh dass er da ist und das macht, was er macht!

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Ich glaube, Ihr verkennt da etwas ganz Entscheidendes - der youtube-Kanal hat „filmanalyse“ zum Titel, und eben nicht „Film-Bejubelung“… Keine Ahnung, ob sonst noch jemand hier im Forum Filmtheorie studiert hat, aber auch bei einer analytischen Betrachtungsweise von Filmen ist es wie mit jeder anderen wissenschaftlichen Betätigung: Emotionen spielen da zwar schon auch immer mit rein, haben aber bei der „Arbeit“ dann bitteschön tunlichst aussen vor zu bleiben. Das heisst nicht, dass man sie nicht dennoch während des Filmeschauens verspürt, und / oder sich nicht dennoch auch nachher noch ganz dickedoll über einen tollen und wunderbaren Film freuen kann, bzw, sich gar fürchterlich darüber ärgert und aufregt, oder einfach nur völlig angeödet ist, wenn Einer:Einem so grützlahme mediokre Durchschnittskost wie beispielsweise „A L I E N: Romulus“ aufgetischt wird, aber bei einer analytisch-diskursiven Methodik sollten (die eigenen) Gefühle und Leidenschaft(en) keine Rolle spielen, da sie unterm Strich nur das Ergebnis beeinflussen / verfälschen würden. Und noch eine kleine Anmerkung: Die Bezugnahme auf aktuelle soziokulturelle Diskurse und tagespolitische Debatten mag dem Einen oder der Anderen eventuell „sinnlos“ vorkommen, ist aber natürlich (auch) genau das, worum es in einer „Film-Analyse“ eben auch geht… gerade auch, weil eben jeder Film immer auch ein Kind seiner Zeit ist, und die in ihm verhandelten Narrative ja eben gerade nicht aus heiterem Himmel gefallen sind, sondern ihre Wurzeln eben genau in gewissen kulturell und gesellschaftlich geprägten Ideologien haben. Und auch die darin verwendete Bildsprache / eingesetzten Motive sich eben auch aus ebenjenen zeithistorisch je eigenen und verschiedenen Ikonographien speisen. Das Alles ist nun mal unablässiger Kernbestandteil einer analytischen Betrachtungsweise. Wenn Ihr Emotionen, Leidenschaft und dergleichen haben wollt, dann klickt bitte nicht auf Videos eines Kanals, der seinen (von Manchen bestimmt eher unterkühlt und „stocksteif“ wahrgenommenen) Focus schon ganz offen im Titel preisgibt. Sondern guckt Euch dann vielleicht lieber die kurzweilig-krawalligen Auslassungen solcher Hanseln wie BelYves, Behaind, und und und an, die zwar kurzweilig-knackiges Entertainment bieten mögen, IMHO allzu oft aber so gut wie null Ahnung von so Sachen wie Bildsprache, Filmgeschichte und dergleichen mehr haben. Und darum für meine Wenigkeit auch nahezu ungoutierbar sind.

Im Übrigen schaue ich auch deshalb Wolle Schmitts Kritiken mit so hohem Genuss, weil ich selbst die ganze Art und Weise seines Auftritts beinahe selbst schon als eine bühnenreife Performance ansehe, gerade und vor Allem auch in Sachen gespreizter Diktion, „roboterhaft“-emotionsloser Ansprache, etc. pp. Für mich selbst gibt’s jedenfalls kaum was Besseres, in puncto Video-Filmkritik. Zumal, wenn dann auch noch der Inhalt stimmt. Was er ja meist tut.

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Ich verstehe Deinen Standpunkt sogar. Mir ist es nur zu verkopft. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und lebe „mit allen Sinnen“. Ich kann mich an der Optik eines Autos erfreuen, ohne wissen zu müssen wie der Motor funktioniert, am Geschmack eines Weines, ohne über die Nebenwirkungen von Alkohol belehrt werden zu müssen, am Geruch eines Rinderbratens, ohne einen Diskurs über die Hintergründe des sich ausbreitenden Veganismus führen zu wollen und an der Musik eines Popkünstlers, ohne seine Texte politisch zu deuten. Ich mag die Vermischung von Kunst mit zuviel intellektuellem Blabla einfach nicht. Weshalb ich Filmwissenschaft auch nicht hätte studieren wollen, obwohl mich die Thematik interessiert. Aber wenn man zu tief in ein Thema eindringt und hinter die Kulissen schauen kann, verdirbt es den Zauber.

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Nun ja… selbst mit fundiertem Wissen über filmische Techniken, Theorien und Geschichte kann man zwar analytischer an einen Film herangehen, dennoch ist die Interpretation eines Films immer auch durch subjektive Faktoren beeinflusst. In meinen Augen kann das Verständnis der Filmgeschichte das Filmvergnügen erweitern, aber auch schmälern, und es ändert sich rein gar nichts an der Tatsache, dass jeder Zuschauer den Film anders wahrnimmt. Das hängt alles stark von individuellen Erfahrungen, kulturellem Hintergrund, persönlichen Vorlieben und Perspektiven sowie von emotionalen Aspekten des Zuschauers ab. 100% Objektivität bei der Interpretation oder Analyse eines Films gibt es nicht, auch nicht in anderen Kunstbereichen wie Musik, Literatur, Malerei oder Bildhauerei. Genauso wenig gibt es 100% Subjektivität. Es ist meiner Meinung nach eine Mischung aus beiden Aspekten, in der aber ganz klar Subjektivität der Objektivität überlegen ist und das wesentlich größere bzw. schwerere Gewicht in der Waagschale ist. Gewisse technische oder formale Aspekte eines Films kann man zwar objektiv beurteilen, subjektives Erleben ist aber bei weitem wesentlich komplexer und überlegen. Müsste ich eine prozentuale Verteilung abgeben, macht für mich Film Interpretation oder Analyse ca. 80 Prozent Subjektivität und gerade mal ca. 20 Prozent Objektivität aus.

Ich schaue mir persönlich ja gemeinhin nichts dergleichen an, weder Krawalliges noch Nüchternes. Muss aber hier doch mal einwerfen, dass saubere, fundierte Filmanalyse-Arbeit nichts mit einer nüchternen oder gar langweiligen Darbietung zu tun haben muss. Ohne mich mit „Wolle“ weiter beschäftigt zu haben - und darum auch, ohne ihm persönlich etwas unterstellen zu wollen: Eine totale Distanziertheit gegenüber dem Objekt der eigenen Analyse, eine Über-Nüchternheit trägt nun mal automatisch dazu bei, sich auch dem Publikum gegenüber zu positionieren. Als jemand, der es nicht nötig hat, dem Pöbel Zucker zu geben, sozusagen (soll heißen: sich unmissverständlich als „überlegen“ von ihm abzugrenzen). Ein wenig wie, nun ja, die einstige Entscheidung der Kirche, Predigten nur in Latein abzuhalten. Oder wie der auch heute eben noch vielfach vorzufindende Habitus von Wissenschaftlern und sonstigen Gelehrten, eine Sprache zu verwenden, die Ungebildete ausgrenzt. Als Filmwissenschaftler verfehlt man mit einer „elitären“ Ausdrucksweise bzw. Darbietung in jedem Fall seinen Job. Sage ich als jemand, der Filmtheorie im Nebenfach studiert hat. Kommunikationswissenschaft aber im Hauptfach :wink:

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Ich habe ja gar nicht studiert, schreibe aber trotzdem Reviews. Hier mein Roundup der letzten Wochen: Ein Blockbuster, ein Feelgood-Film über das Ende der Welt und drei sehr unterschiedliche Genrefilme.

THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS
Ein Film für alle Superheldenmüden, der einfach nur unkompliziert unterhalten will und dabei fantastisch aussieht.
https://www.ofdb.de/film/393726,967301,The-Fantastic-Four-First-Steps/review/

THE LIFE OF CHUCK
Ob man den Film für ein hochemotionales Meisterwerk hält, für ein gut gemachtes Coming of Age-Drama oder für Kitsch mit überdeutlicher Botschaft, hängt sehr von der individuellen Abgeklärtheit ab, ich würde mich mal im Mittelfeld ansiedeln.
https://www.ofdb.de/film/381490,967248,The-Life-of-Chuck/review/

DROP
High Concept, Low Budget, spannender Thriller, der nur zum Finale leider den Bogen überspannt.
https://www.ofdb.de/film/388291,966256,Drop-Tödliches-Date/review/

HEART EYES
Horrorkomödie, die als reiner Horrorfilm womöglich besser funktioniert hätte. Muss wegen mir nicht in Serie gehen.
https://www.ofdb.de/film/387920,967242,Heart-Eyes/review/

CADDO LAKE
Kleiner Geheimtipp, zu dem man vorab nicht mal die IMDb-Seite anschauen sollte.
https://www.ofdb.de/film/384531,966257,Caddo-Lake/review/

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