Ah, THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS habe ich übrigens Dienstag auch schon in der Pressevorführung gesehen. Ich war selbst in meinen Hey-Days als Comicfan, als ich noch Kind und Jugendlicher war, nie ein großer Freund der Fantastischen Vier, warum auch immer. Haben mich emotional einfach nie so erreicht wie das Gros der sonstigen Marvel- und erst recht der DC-Helden. Ein bisschen hab ich das auch bei dieser Verfilmung jetzt wieder gespürt. Ging mir persönlich einfach alles nicht so nahe. Da war SUPERMAN kürzlich doch ein ganzes Stück, persönlich, wirkmächtiger.
Davon abgesehen aber: Der Film findet den fast perfekten Tonfall und es gelingt ihm erstmals, die Figuren und ihre Eigenheiten adäquat auf die Leinwand zu bringen. Die bisherigen F4-Verfilmungen waren ja, neben GREEN LANTERN, so was wie die Pariahs der Superhelden-Adaptionen, was sich insbesondere in der Darstellung der Figur des Johnny Storm gezeigt hat. Der war auf der Leinwand bislang immer ein kaum erträglicher „Player“ der untersten Schublade - und der neue Film schafft es erstmals, ihn stattdessen als den smart-ironisch gefärbten „Checker“ abzubilden, der er in den Comics immer war.
Generell sind die Figurenzeichnungen und ihre Verkörperung durch die Darsteller das größte Pfund des Films. Endlich erleben wir die Helden-Familie als die Charaktere, als die sie auch in den Vorlagen aufgetreten sind. Vor allem Reed Richards ist von Pedro Pascal perfekt getroffen, aber auch Ben Grimm (Ebon Moss-Bachrach) kann erstmals wirklich überzeugen.
Davon abgesehen, ist das gesamte Look & Feel in seinem Retro-Futurismus perfekt gelungen. Man kann kaum anders, als das gesamte Produktionsdesign zu bewundern - das ist schon sehr nah dran an WANDAVISION, dessen Regisseur Matt Shakman ja auch hier verantwortlich zeichnet.
Insofern: sehr cool und sehr angenehm unterhaltsam. Problematisch höchstens, dass hier in der Story Momente eingefügt werden, die große emotionale Schwere haben sollen. Und sich das irgendwo sehr mit dem postmodern-ironischen Grund-Habitus beißt. Der für eine gewisse grundsätzliche Distanz sorgt, die mit theoretisch herzzerreißenden Plot-Elementen kollidiert. (Und es geht mir dabei nicht etwa um „Mein Gott, die Welt geht unter!“-Schocks. Die funktionieren in Superheldenfilmen heutzutage natürlich sowieso nicht mehr.)
Dass man außerdem mit Galactus gleich den größtmöglichen Gegenspieler verbraten hat, ist eine andere Fragwürdigkeit. Was soll danach noch kommen? (Antwort: Doctor Doom.) Andererseits wurde jetzt ja tatsächlich lange genug nach ihm gerufen ![]()
Fazit: Gelungener Film, der Fans der Figuren vermutlich noch deutlich mehr Begeisterung bescheren dürfte als mir. Retro-Futurimus sah jedenfalls noch nie so gut aus wie hier. Und die zugehörige Werbekampagne war selten so stimmig! 7/10 Punkten.
PS: Nach dem Abspann sitzen bleiben.





