FFF 2024 - Fantasy Filmfest

Das geht vielen aber eben genau andersherum – mir zum Beispiel :wink: Ich finde 14 Uhr schon arg früh für einen Film, mein Biorhythmus tickt einfach komplett anders. Ich halte meinen Tagesablauf deshalb aber nicht für weniger „vernünftig“. Menschen sind nun mal unterschiedlich.

In der „Gesamtheit“ empfinde ich A PLACE CALLED SILENCE auch nicht als kitschig – aber er hat nichtsdestotrotz ein paar einzelne Szenen, die Kitsch auf ein ganz neues Level heben… Wie heißt es in einem Letterboxd-Review so schön? „It’s not a Chinese movie unless it has a slow motion montage with vertical lyrics to a heartbreaking ballad“ :laughing:

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Wir sind auf der Zielgeraden. Und in Frankfurt wurde es heute im Kino nicht nur zeitweise noch mal gehörig warm, sondern auch gut gefüllt: STRANGE DARLING war (schon seit Längerem) ausverkauft, HUMANIST VAMPIRE auch mehr oder weniger – vielleicht ist Letzterem ja der gute Ruf des Fresh-Blood-Erfolgs in den anderen Städten vorausgeeilt.

Los ging es aber mit INTERSTATE, und der begann stilistisch, atmosphärisch wirklich vielversprechend. Katapultierte sich dann aber spätestens durch einen Haufen unpassenden übersinnlichen Mumbo Jumbo eher ins Aus. Fühlte sich plötzlich wie ein Spät-90er-Mystery-Streifen an, was nur leider überhaupt nicht zum Vorhergehenden passte. Insgesamt 5 Punkte.

SLEEP kannte ich schon, hätte ich mir auch nicht unbedingt noch mal ansehen müssen, habe ich aber trotzdem gemacht. Naja, ist okay. Bleibt aber wirklich nicht groß in Erinnerung. 6 Punkte.

STRANGE DARLING wäre mein Kandidat für den Titel „ungerechtfertigtster Hype des Jahres“, wenn die Konkurrenz in Form von KILL nicht noch ein paar Gewichtsklassen stärker wäre. So handelt es sich halt um einen leidlich unterhaltsamen Film, der aber wesentlich weniger ist, als er ganz offenkundig gerne wäre. 6,5/10.

Den HUMANIST VAMPIRE kannte ich ja ebenfalls schon, fand ihn auch bei meiner Zweitsichtung angenehm, aber zu unentschlossen zwischen melancholischem Coming-of-Age und Komödien-Aspekten hin und her pendelnd. Die verzaubernde Kraft etwa eines LET THE RIGHT ONE IN erreicht er deshalb bei Weitem nicht. Auch hierfür 6,5 von 10 Punkten. Je mehr ich über den Film nachdenke, desto unzufriedener bin ich mit ihm. Ich würde mich über Feedback auf mein Review gerade von Leuten freuen, die ihn richtig toll fanden:

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Ich persönlich finde 4 Filme mit Start 15:00 genau richtig. 14:00 wird schon hektisch. Da man sich ja ernährungstechnisch eh bissi schwer tut während des Festivals, hätte ich zumindest gerne eine gscheide Mahlzeit am Tag, so gegen 12:30. Wenn ich abends heimkomme, geh ich nicht gleich ins Bett, sondern beschäftige mich noch mit den Filmen etc. Da wird’s bei frühen Starts auch schwierig mit genügend Schlaf. Aber das ist natürlich alles ein sehr persönliches Problem.

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Auch, wenn ich ihn jetzt nicht „richtig toll“ fand, aber immerhin doch sehr sehr gut, und überaus bezaubernd: Sollst Du haben - aber wohl erst heute abend / nacht, oder morgen vormittag… ich bin heute den ganzen Tag lang unterwegs, und komme erst abends wieder heim.

Schön zu lesen, dass Du und ein paar Andere (@Leimbacher-Mario , @lexx ) Euch nicht habt blenden lassen und das elend selbstverliebte In-Pose-Werfen und anbiedernd-aufdringliche Sich-Ran-Schmeissen von „Strange Darling“ als ebensolches durchschaut habt - auch, wenn Ihr dann ja doch immer noch wesentlich gnädiger mit ihm umgegangen seid als ich. Mir ist auch immer noch nicht so ganz klar, worauf genau sich dieser seltsame Hype eigentlich begründet - aber naja, ich muss ja auch nicht Alles verstehen…

Sowohl den Kölner:Innen als auch allen Frankfurter:Innen viel Vergnügen noch an den letzten beiden Tagen - und nutzt die Zeit, die Ihr bei „Breathing In“ vergeuden werdet, für ein kurzes Nickerchen… :wink: :smile:

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Ich glaub fast, Handling the Undead ist noch schlimmer als Breathing In. Und dann kommen für mich die Jäger.

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Joa, wie immer auch hier: (Fast) Alles Geschmackssache… „Handling The Undead“ mochte ich ja, kann aber gut verstehen, warum soviele Andere damit nix anfangen können. „Hunters On A White Field“ hab’ ich wohlweislich ausgelassen, weil ich da, nachdem erste, weniger bis gar nicht angetane Stimmen zu vernehmen waren, bereits Schlimmstes befürchtet hatte…

…nur, wie jemand „Breathing In“ ernsthaft mögen kann, das wird mir wohl für immer ein Rätsel bleiben. Und hatte ich bis vor ein paar Tagen auch gar nicht für möglich gehalten (höchstens noch in einer weirden Parallel-Dimension, in der Alles auf den Kopf gestellt ist) - aber hey, ich hab doch tatsächlich Eine:n gefunden - siehe hier (<— Link / Klick’ mich!). Und die:der schimpft sogar noch ganz wunderbar wie ein Rohrspatz über das FFF-Publikum, hat aber ansonsten wenig bis gar keine Argumente zu bieten, was genau an dem Film denn nun so superdupertoll sein soll… :wink: :smile:

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Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Die Entwicklung des FFF

Was übrigens in Frankfurt noch interessant war. Vor Strange Darling lief ein Trailer zu dem koreanischen Film Seeking the King. Der Film war für dieses Jahr angekündigt worden in Korea, hat aber immer noch konkretes Datum. Man kann aber von ausgehen, dass er gegen Jahresende erscheinen sollte.

Leider habe ich nicht gesehen, wer den Film in Deutschland dann vertreibt. Ist aber schon interessant, einen Trailer für einen koreanischen Film in Deutschland zu sehen, der auf keinem Filmfestival lief und in Korea selbst noch keinen konkreten Erscheinungstermin hat.

Der Film wird zu großen Teilen von Robot Taekwon V inspiriert sein. In den letzten Jahren bis Jahrzehnten gab es immer einige Gerüchte um eine Realfilmadaption der koreanischen Taekwondo-Mecha-Animationsreihe. Und unter anderem wurden Won Shin-yeon und Na Hong-jin als mögliche Regisseure gehandelt.

Letztlich hat sich Won Shin-yeon dann wohl für einen ganz eigenen Weg entschieden.

Ich feiere den Film zwar nicht als „Hype“, tu das aber bei dem meiner Meinung exakt genau so oberflächlichen „Substance“ ebenfalls nicht. Hatte mit beiden Filmen einfach nur Spaß und habe ihnen sogar die gleiche Punktzahl gegeben.

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So, ich hänge noch ein bisschen zurück. Den Samstag haben wir dann komplett ausgelassen, ich brauchte mehr Zeit als gedacht, um den Abend vorzubereiten. Seit Sonntag sind wir aber wieder komplett dabei gewesen.

@Mario: Die Kurzfilme liefen zumindest die letzten Jahre meiner Erinnerung nach immer auf dem Sonntags Mittags Slot.

Ich fand die Auswahl der diesjährigen GET SHORTYs auch größtenteils sehr gelungen und angenehm skurril. Insbesondere der 70er Jahre Spaß und natürlich auch Meat Puppet waren großartig. Aber auch die Kafka-Verfilmung, Mothers and Monsters und der wirklich liebevoll gemacht Happy Customer waren sehenswert. Schade, dass es keinen richtigen Animationsfilm gab, insbesondere da es dieses Jahr auch im Hauptprogramm keinen einzigen gab. Das fand ich letztes Jahr wirklich schön, hoffe, dass das nächstes Jahr auch wieder so sein wird. 7/10

Danach ging es in A PLACE CALLED SILENCE ziemlich zur Sache, weniger auf der blutig-gewaltvollen Ebene, mehr auf der emotionalen und psychischen. Die Mobbingszenen sind heftig in Szene gesetzt und der Film spart auch sonst keine Themen aus, der Kreislauf der Gewalt ist auch hier Thema und meine Freundin fasste es zusammen mit: Eigentlich will jeder nur seine eigenen Kinder schützen. Viele tragische Figuren, viel Leid, aber ein wirklich gut platzierter Gag, um das ganze zumindest ein bisschen aufzulockern (chief, you stopped him with one shot). Ich finde den „Kitsch“ hier im erträglichen Maß, es sind eben etwas andere Sehgewohnheiten als die westlichen. Der Spagat zwischen den wirklich unschuldigen Kitsch-Montagen und der teils schon heftigen Gewalt ist auch heftig. 7,5/10

Das diesjährige Centerpiece MALDOROR lebte für mich vor allem von der wirklich starken Performance des Hauptdarstellers. Der langsame Verfall, das immer besessener werden von dem Fall, es ließ sich sehr gut miterleben. Gleichzeitig schafft es der Film viele Aspekte des Behörden-Versagens aus dem Fall unterzubringen und dabei trotzdem eine eigenständige Geschichte zu erzählen, die am Ende dann stark abweicht, was dem Film als eigenständiges Werk aber gut tut. Die allerletzte Szene ist allerdings nicht ganz schlüssig bzw. passt nicht so richtig zur Hauptfigur. Nichts desto trotz ein sehenswerter „True Crime“ und er könnte bei einer Kino-Ausspielung auch in Deutschland durchaus erfolgreich sein. Vlt sind ein paar der Gewalt-Szenen dafür aber doch zu off mainstream. 8/10

Der Tag bot bis zu diesem Zeitpunkt zwei mal schwere Kost, etwas Auflockerung wäre jetzt angebracht. AZRAEL kam hier schon recht passend, denn allein durch die fehlenden Dialoge konnte der Kopf hier mal ein bisschen Pause machen. Das Sounddesign fand ich sehr gut, der Wald wurde toll eingefangen und der Film hatte vor allem keine Längen. Erinnerte mich ein wenig an Sisu. Der kommt ja auch fast ohne Dialoge aus und diese 1 Personen Rache-Show inklusive gefangen werden und sich wieder frei kämpfen. Aber Sisu ist allein schon viel stärker, weil Nazis reihenweise in die Luft gesprengt werden. Trotzdem fand ich auch Azrael sehenswert, spannend, kurzweilig. Mehrere gute Erschrecker sind auch mit drin und die Video-Spiel-mäßige Atmosphäre sagte mir auch zu. 7,5/10

Die Programmierung von ELSE auf den letzten Slot nach SO einem Tag ist natürlich fragwürdig, den letzten Slot als solchen find ich aber schon okay. Auch ich finde einen leichten Dämmerzustand dem Film durchaus zuträglich, dann lässt er einen vor allem im letzten Viertel so richtig mit-rauschen. Ich musste insbesondere in diesem letzten Viertel an The Fountain denken, wobei ich The Fountain immer eher düster-schwer finde, während hier am Ende alles ins vollständig positive kippt. Meiner Interpretation nach geht es hier um nicht weniger als den nächsten Schritt der menschlichen Evolution und ich finde die Szene, wenn Er von Ihr schließlich überzeugt wird, auch loszulassen wirklich unglaublich toll umgesetzt und das Ende absolut fantastisch. Der Anfang ist auch sehr gelungen, witzig, beide Figuren auf ihre Art sympathisch und der Film holt einen wirklich gut ab. Der Mittelteil hat ein paar Längen, ich hatte auch von der Beschreibung her noch ein bisschen was anderes erwartet, aber Idee, Sountrack, auch wieder Sound Design, alles stimmt in dem Film und für mich ist er einer der Spitzenreiter dieses Jahr. 9/10

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Nur muss man sagen, dass dieses selbstgfällige Geprotze bei The Substance als Satire durchgeht, bei Strange Darling dagegen bierernst daherkommt. Daher sehe ich hier schon einen Unterschied. Den Hype um The Substance halte ich für gerechtfertigt, auch wenn man das eine oder andere sicher kritisieren kann

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Hat irgendjemand gesagt, wann die Nights sind? Für die White Nights sind die Termine ja bekannt.

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Du meinst sicherlich die Textstelle „Wenn es sperrig, langsam und herausfordernd wird, schalten die meisten ab, vermutlich weil sie auf leichtgewichtig-blutige Splatterkost programmiert sind. Das gleiche Los traf übrigens beim FFF den wunderbar bizarren SHE LOVED BLOSSOMS MORE aus Griechenland.“

Das ist natürlich böse verallgemeinernd, allerdings auch nicht komplett falsch, wenn ich mir anschaue, welche Filme hier als „Gurkenkandidaten“ gehandelt werden, wie z.B. auch den von mir wirklich abgefeierten „Blossoms“. Und ehrlicherweise bin dann ja auch ich bei dem Kunstquark „Handling the Undead“ ausgestiegen…

Fast ärgert es mich, „Breathing In“ nicht gesehen zu haben (gab auf IMDB auch teilweise gute Kritiken), aber irgend ein Gefühl in mir hat dann doch die Alarmlampe getriggert, und bizarre Mysteryfilme mit wenigen Settings und einer unaufgeregten Handlung hatte ich dann auch schon genug.

Aber von mir ein großes LOB an die Rosebuddies, für den Mystery-lastigen Jahrgang 2024.

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Dann verstehe ich jetzt auch, warum die Freigabe meiner manchmal des Nachts geschriebenen Reviews immer sofort erfolgt, jedoch die am frühen Morgen geschriebenen erst im Laufe des folgenden Nachmittags oder Abends :smiley: Tja, ich bin dann wohl Festival-inkompatibel. Wache das ganze Jahr über fast jeden Tag ohne Wecker gegen 7 Uhr früh auf und ab 22/23 Uhr kannste mich in die Ecke stellen und ich schlafe, meistens, sofort ein. :frowning:

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Die letzten Tage nicht viel online gewesen, daher kommt nun eine Zusammenfassung der Filme, die ich in den letzten drei Tagen gesehen habe.

Kill
Action ist nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre. Und trotzdem zählen gleich zwei actionlastige Filme, die ebenfalls in Zügen spielen, zu meinen absoluten Lieblingen: Bullet Train und Source Code. Züge sind für mich so eine Art Sweet Spot: Filme, die auf fahrendem begrenzten Raum spielen, haben bei mir immer einen persönlichen Bonus. Über weite Strecken unterhält dieser Film ganz gut. Zwischendurch wird eine mutige Entscheidung getroffen, die ich dem Film auch anrechnen kann (das Entledigen einer zentralen Figur, um den Zorn des Protagonisten vollends zu entfesseln). Der Hauptdarsteller ist ebenfalls sympathisch. Aber das war es dann leider auch: Meine Wertschätzung gegenüber den Actionszenen zieht den Kürzeren gegenüber dem, was aus dem Setting gezogen wurde. Insgesamt empfand ich den Film ab der Hälfte nur noch als monoton und die ganzen „der ist der Bruder / Vater / Onkel / Neffe von“ löst in mir eher so ein „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“-Gefühl aus, sodass ich das alles auch nur bedingt ernstnehmen konnte.

5/10

Párvulos
Mit Evil Eye hat Isaac Ezban einen meiner persönlichen Lieblinge der letzten Jahre geschaffen. Umso gespannter war ich darauf, wie sein nächster Film aussieht. Hier stimmt für mich fast alles: Der emotionale Kern der Geschichte, die Ausweglosigkeit (die sich mit der Zeit erst von selbst erklärt), der pointierte Einsatz des Humors. Das Ende habe ich wirklich komplett anders kommen sehen: Ich dachte, dass die Jungs sich bei dem Überfall zur Sicherheit unten in der Zelle einsperren. Und dann kommt die Mutter ab sofort regelmäßig vorbei und füttert nun SIE mit Ratten …. Dafür gab es einige tolle Wendungen und der Verlauf ist wirklich nicht absehbar. Underdog des Festivals für mich.

8/10

Maldoror
Den Fall um Marc Dutroux habe ich in den 90ern sehr genau verfolgt, auch aus persönlichen Gründen. Und auch Jahrzehnte später hallt er bei mir nach, sodass ich mich immer wieder mit dem Mysterium auseinandergesetzt habe, dass so viele Menschen gestorben sind, die einem Netzwerk hinter ihm auf irgendeine Weise auf die Schliche kamen. Maldoror ist überraschenderweise dann doch mehr ein eigenständiger Plot, der auf dem Versagen der Polizisten beruht, die tatsächlich in dem Keller waren. Der Zeitkolorit ist toll eingefangen, den Hauptdarsteller finde ich richtig gut (insbesondere weil er nicht den typischen Helden verkörpert) und auch Marc Dutroux ist gruselig eingefangen. Insgesamt hätte ich mir hier mehr Thrill erhofft. Mehr über die Opfer. Die Perspektive ist nicht die, die ich mir gewünscht hätte und davon war es dann doch zuviel (Hochzeit, Familie, etc.). Habe nichts gegen andere PoVs, nur an der Stelle wurde auch viel Zeit mit Dingen verbracht, die ich als wenig reizvoll empfand. Die erste Hälfte zog sich dadurch für mich wie Kaugummi.

7/10

A Place Called Silence
Der schwierigste Film in diesem Jahrgang für mich. Weil er ein wichtiges Thema behandelt, dafür aber nur teilweise das richtige Fingerspitzengefühl aufbringt. Und dann wird zugunsten einer wendungsreichen Geschichte alles solange gedreht und gebogen, bis es irgendwann in die völlige Unglaubwürdigkeit abrutscht. Forciert ist das Gefühl, das mir in den Sinn kommt. Die ganzen Entwicklungen, die sich da im Haus abspielen, sind zum Teil sogar haarsträubend bis absurd, sodass ich dann überraschenderweise mehr Spaß an den Schmunzlern hatte, die die Vermieterin liefert. On top kommt die dicke Ladung Kitsch am Ende. Wäre das ein Streaming-Titel gewesen, hätte ich ihn irgendwann abgebrochen. So wollte ich einfach nur noch sehen, wie das Ding weiter gegen die Wand gefahren wird.

5,5/10

Else
Hier bin ich früh weggepennt. Der Tag war an sich schon anstrengend und man wird ja auch nicht jünger. Als ich irgendwann aufgewacht bin, stellte ich fest, dass links und rechts von mir ebenfalls alles verschlafen wurde. Joa … das war dann das Signal, jetzt aufzubrechen.

Sleep
Einer der Titel, auf die ich mich im Vorfeld sehr gefreut habe, weil ich ihn schon länger auf der Watchlist habe. Holt aus seinen begrenzten Mitteln eine Menge heraus und schafft es auch ganz gut zu verwirren, indem irgendwann gar nicht mehr so klar ist, was eigentlich (wirklich) passiert und was nicht. Verlauf und Ende sind meiner Ansicht nach nicht unbedingt absehbar. Solide Nummer, die mich über ihre Laufzeit auch keine Sekunde langweilte.

7/10

Strange Darling
Ich wollte den Film mögen. Ich wollte den aufgeladenen Hype mitnehmen. Davon kam bei mir aber nichts an. Hier strotzt aus jeder Pore eine Art von „Ich bin ein ultimativer High Art Movie, also finde ich mich edgy und fancy“-Attitüde, das mir das schnell sauer aufstieß. Und ja: The Substance ist dagegen Satire, nimmt sich nur in den richtigen Momenten ernst und hat auch mehr Botschaft als das hier. Ganz besonders verarscht fühlte ich mich allerdings von der Erzählstruktur. Der Plot ist nicht komplex (nicht einmal im Ansatz) und trotzdem wird er so verkauft, als wäre das eine wendungsreiche und geniale Abfolge an Ereignissen. Am Ende ist das halt pure Genre-Konvention, nur anders verpackt. Da hielt jemand den Twist für cleverer als die Zuschauerschaft. Trotz allem: Starker Cast und ein paar pointierte Momente (das Bärenspray!)

4,5/10

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Obwohl mich der Film bestens unterhielt, hab ich ja ehrlicherweise in meiner Review geschrieben, das hier eine SEHR simple Story, extrem kompliziert erzählt wird. (Weil sie linear und stringent erzählt wohl zu durchschaubar gewesen wäre). Da bin ich bei Dir. Allerdings hatten wir sowas noch nicht so oft, und von der Kreativität her war das für mich schon spannend.

Einen tatsächlichen Hype gibt es ja eigentlich nur bei SUBSTANCE. Meint, Artikel im Spiegel, ZEIT, SZ, Beiträge über den Film in der Kulturzeit/bei TTT usw.
Den Hype um STRANGE DARLING haben ja nur wir hier im Forum ausgelöst, nachdem die ersten Stimmen, die zu ihm reinkamen, auffällig begeistert waren.

Ich finde es sehr schwer, beide Filme zu vergleichen, die spielen doch jeweils in einer ganz anderen Liga, was Anspruch oder Thematik betrifft.
THE SUBSTANCE ist (ohne Wertung) absolute Kino-Oberliga - Besetzung, Budget etc.
STRANGE DARLING ist im Prinzip ein dreckiger, kleiner Genre-Bastard, der sich hinsichtlich Erzählstruktur/Gimmicks cool aufmotzt.
Mir haben beide durchaus gefallen, aber wie man in meinen vorherigen Posts nachlesen kann, hatte ich mehr Sympathien für DARLING. Alles, was @die_Lachsschaumspeise und andere über ihn gesagt haben, ist sicher nicht ganz falsch - der Punkt ist nur, dass ich ihm das nicht übelgenommen habe, sondern ich mit einer geringeren Erwartungshaltung positiv überrascht wurde. Während SUBSTANCE aufgrund des allgemeinen Rauschens von mir strenger beurteilt wird.

Das ist alles ungemein subjektiv:
Kann man einem eigentlich schlichten Slasher vorwerfen, wenn er einen schlichten, aber funktionierenden Spin cooler aussehen lässt, als er prinzipiell ist? Vielleicht. Ich fand’s eher unterhaltsam. Oder dass er bei der Storyline Tarantino-esk verschachtelt, um sich abzuheben? Da ich selbst den Spin wirklich erst geahnt habe, kurz bevor er offensichtlich wurde, tue ich mir schwer, das allzu kritisch zu sehen.

Ich würde also beide Filme ungern vergleichen wollen.
Eines ist für mich jedoch klar:
STRANGE DARLING macht so ziemlich alles, was in seinen Möglichkeiten steckt.
THE SUBSTANCE hingegen ist toll gemacht und hat seine Qualitäten, aber - er lässt Potential eher liegen.

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Das mach’ ich gern…
Dein Review ist ja auch gar nicht so negativ, die Punkte-Vergabe auch immer genauer zu hinterfragen, da jeder seine eigenen Bewertungskriterien hat. Liest man etwa das Review von @Herr_Kees, klingt das bei gleichen Bewertungspunkten noch etwas wohlwollender/freundlicher als bei Dir.
Inhaltlich würde ich bezüglich Deinem Text anmerken, dass ich schon ein, zwei innovative Aspekte bei HUMANIST VAMPIRE sehe, die mir so noch nicht begegnet sind. Ich gebe zu, dass das vielleicht Details sind, aber ich fand die sehr originell und witzig:
Das erste wäre (und ich versehe das mal als Spoiler, obwohl ihn mittlerweile glaube ich die meisten schon gesehen haben) die Erklärung für das titelgebende Mitleid der jugendlichen Vampirin: Sie wurde traumatisiert, als sie mit anblicken musste, wie der für sie engagierte Clown (so zumindest glaubte sie), nun ja, vor ihren Augen verspeist wurde!
Das zweite wäre, dass ihre Reißzähne sich erst entwickeln respektive zum Vorschein kommen, als sie das erste Mal wirklich Leidenschaft verspürt - was man unschwer als Erwachen der Geschlechtsreife lesen kann und somit die Handlung des Films, wenn nicht gleich das eigentliche Genre vordefiniert.
Beides fand ich sehr innovativ!
Klar, LET THE RIGHT ONE IN ist gewissermaßen der Goldstandard. Aber der ist auch düsterer und ernsthafter angelegt. Die vermeintlich oberflächlichere Art von HUMANIST VAMPIRE kommt vielleicht auch dadurch zustande, dass es um eine beginnende Romanze geht. Da neigen wir alten, abgezockten Kritikersäcke (zumindest ich würde mich so bezeichnen :wink:) dazu, das für eher belanglos oder eben oberflächlich zu halten - aber wenn wir uns erinnern, dann fühlte sich in unseren Jugendtagen jede (im Nachhinein) noch so zarte Begegnung mit dem anderen (oder bevorzugten) Geschlecht ziemlich ernst und existentiell an…
Und nicht zu vergessen: Ihren Blutdurst zu stillen, bleibt für Sasha lebensnotwendig. Die Lösung für dieses Problem wiederum finde ich äußerst charmant, auch in der Umsetzung. LET THE RIGHT ONE IN ist, so sehr ich ihn verehre, im Gesamten nicht das Feel-Good-Movie, das HUMANIST…, glaube ich, sein will.

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Das Problem an „Breathing In“ ist ja in der Tat auch gar nicht, dass es „sperrig, langsam und herausfordernd“ werden würde… nun ja, das wird es stellenweise sicherlich auch (vor Allem wird die Geduld der Zuschauer:Innen herausgefordert, ob denn irgendwann nunmal doch noch irgendetwas von Belang sich in dieser Kloschüssel von Kammerspiel ereignen würde, oder wenigstens mal eine einzige der gefühlten hunderttausend Dialogzeilen einen tieferen Sinn ergeben, oder das ständige Gequake in eine, irgendeine Richtung weiterführen würde, anstatt immer nur wieder dieselben thematischen Eseleien aufzurufen) - nein, vielmehr wird es repetitiv (wenn das „Don’t leave me!“ zum irgendwann dreissigsten Mal aus dem Munde des ach so armen Töchterleins erklingt, dann hat, glaube ich, auch die:der Allerletzte die Schnauze mehr als nur gestrichen voll) sinnfrei und nichtssagend… und genau das kreiden hier im Forum ja auch viele dem Film an, und nichts Anderes. Nach fünf Minuten schon aufzustehen und zu gehen, wie in dem ofdb-review ja auch bekrittelt - okay, ist jetzt auch nicht so nett, aber als Dauerkartie kann man sich das, finde ich, schon mal erlauben. Zumindest, wenn man dann schon merkt: „Huch, der Film ist jetzt mal eher nicht so was für mich!“

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Je mehr ich drüber nachdenke, umso mehr wird mir klar, dass Sleep eigentlich ein richtig gutes Liebesdrama ist. Gestern habe ich geschrieben, ich hätte mir mehr Horror gewünscht, aber jetzt will ich eigentlich mein Urteil revidieren, weil der Sleep als Liebesfilm richtig gut funktioniert und wichtige Aspekte einer gut funktionierenden Ehe vermittelt, während ja auch andere Filme gibt, die überhaupt keine Moral vermitteln.

7,9 / 10

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