Aktuelle Genrefilme

Ja, naja, da hast Du natürlich einen interessanten Punkt aufgemacht… aber dennoch - und gerade weil der Film selbst ja auch ebendiese „konsequente Positionierung“ zu seinem eigenen Bürgerkriegs-Topos vermeidet / auslässt, ist das aus meiner Perspektive aber eben nicht das Hauptanliegen von „Civil War“. Denn dass die Geschehnisse dokumentiert werden müssen, und zu diesem Zwecke auch eine eindeutige Positionierung für die eine oder andere Seite vermieden werden muss, ist ja eben genau eine der entscheidenden Bedingungen, ohne die die Arbeit von Kriegsbericht-Erstatter:Innen und -Fotograf:Innen gar nicht möglich wäre. Aus meiner Sicht stellt der Film vielmehr die Frage, wie ich mich denn zum „Gegenstand“ meiner Arbeit (der gerade hier eben kein bloßer Gegenstand, sondern ein menschliches Wesen ist) verhalte / positioniere, und nicht im großen Ganzen. Nehme ich den / die Andere:N überhaupt noch als Menschen mit Gefühlen, Schmerz- und Leidensfähigkeit, mit je einer eigenen Geschichte ausgestattet, wahr und anerkenne ihn / sie in all diesen Aspekten? Oder aber tue ich so, als gehe mich all das gar nichts an, und werde ob all des von mir gesehenen Grauens zynisch und emotional abgestumpft? Weil genau diese empathische oder aber emotionslose Herangehensweise das Foto als solches in dem, was es und wie es das zeigt, entscheidend beeinflusst. Genau das wollte ich eigentlich mit der zugegebenermaßen etwas schwammig-ungenauen und nicht konsequent zu Ende gedachten Formulierung „[…] [d]ass jedes gemachte Foto durch eben genau die Bedingungen, unter denen es entsteht, selbst eine ethisch-moralische Rahmung aufweist […]“ implizit auch mit ausdrücken. Dass der Film von Journalist:Innen eine eigene Positionierung zu (unbestritten) zunehmenden Spaltungstendenzen der Gesellschaft einfordern würde, habe ich tatsächlich nicht gesehen (aber vielleicht auch nur übersehen?). Die haben sie - als "Privat"personen ja sowieso. Müssen für eine vernünftige Durchführung ihrer Arbeit während ebenjener Arbeit diese eigene Positionierung aber hintenanstellen / aus dem Job raushalten. Was zugegebenermaßen manchmal schwierig, bis vielleicht sogar komplett unmöglich ist, dennoch aber das Ziel bleiben sollte. Denn alles Andere wäre unprofessionell, und würde einer tendenziös-parteilichen Berichterstattung Tür und Tor öffnen. Die eigene Positionierung zum Geschehen erfolgt IMHO quasi durch das Foto selbst.

Von daher: Let’s agree to disagree. :slightly_smiling_face:

Aber vielleicht meinen wir ja auch Beide mehr oder weniger dasselbe, und ich hab’ Dich bloß missverstanden. Kommt bei mir oller Dusseltröte ja auch ab und zu mal vor… :wink: :smile:

Ist doch aber auch schon sehr schön, dass der Film uns so sehr zum Nachdenken / Grübeln / Diskutieren anregt. Damit hat er vielleicht ja schon eines seiner Hauptanliegen, nämlich dass die Leute wieder mehr ins Gespräch / den Meinungsaustausch kommen, statt sich unversöhnlich gegenüberstehen (was ja die von Dir (und auch mir) bekrittelte soziale Spaltung vertiefen und befeuern hilft) bereits erreicht… :wink:

Ich merk’ aber jetzt schon, dass ich da vermutlich demnächst noch ein zweites Mal rein muss… und am Besten direkt davor nochmal Christian Freis kongeniale Doku „War Photographer“ über James Nachtwey anschauen sollte… irgendwie arbeitet das Thema seit Montag abend ganz schön in mir, und lässt mich gerade nicht so richtig los.

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Ich bin hier etwas late to the party, musste aber wirklich erst mal meine Eindrücke sortieren und verarbeiten, weil ich CIVIL WAR trotz seiner eigentlichen Simplizität tatsächlich als einen äußerst vielschichtigen Film wahrgenommen habe, der eine Menge unterschiedlicher Gedanken in mir ausgelöst hat. Dabei war mir die von @die_Lachsschaumspeise kritisch angesprochene Ebene der beiden Fotografinnen gar nicht mal so wichtig, ebensowenig wie das Ende, das, ja nun, jetzt nicht wahnsinnig überraschend aber eben konsequent war. Aber es spricht auf jeden Fall für den Film, dass er zum Denken und Reden anregt. Aktuell ist er in den USA in der zweiten Woche auf Platz 1. Wie in meiner Review angedeutet, hoffe ich, dass er nicht von den „falschen“ Leuten aus den „falschen“ Gründen gefeiert wird.

CIVIL WAR
https://www.ofdb.de/film/375916,925401,Civil-War/review/

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„It’s going to make a good image!“

„Civil War“

(Alex Garland / 2024 / Kino ( DCP) / englischsprachige OV / Zweitsichtung)

„Heraus, heraus zum ersten Mai !“

…und dann bloß gleich wieder ins Dunkel des Kinosaals. :wink: Nee, aber im Ernst: DGB-Demo ist mir zu oldskool-schnarchnasig, und die MayDay-Parade, auf der ich und diverse Freund:Innen Mitte der Nullerjahre öfter mitgelaufen sind, ist mir mittlerweile zu sehr von Linksanarcho-Gruppen „gekapert“ worden… das gibt dann zum Einen nur wieder unnötigen Krawall, und zum Anderen habe ich in diesem Jahr auch keine Lust auf irgendwelche arg denkverkürzten Parolen à la „From the River to the Sea - Palestine will be free“, gerufen von irgendwelchen judenfeindlichen Anti-Imp-Hanseln. Und außerdem war das gestern am frühen Nachmittag der letzte Termin, an dem Garlands-Bürgerkriegs-road movie noch im Savoy-Kino gescreened wurde. @todi war auch da, und hatte das absolut perfekte Timing (= war auf die Sekunde genau pünktlich zum Filmbeginn im Kinosaal, und hat somit superb den 20 Minuten-Werbe-Overkill geskipped).. :wink: :grin:

Im Grunde genommen hab’ ich meinen obigen Ausführungen von der Erstsichtung gar nicht mehr allzuviel hinzuzufügen - Ich hab’ mich jetzt ein bisschen mit dem finalen Showdown und dem Ende versöhnt, auch wenn ich’s immer noch für eher suboptimal halte. Jeder einzelne Gewehrschuss, jeder Heli-Raketen-Einschlag und jede abgefeuerte Panzergranate hauen allein vom akustischen impact her immer noch rein wie ein Faustschlag mitten in die Fresse. Und auch wenn man beim zweiten Ansehen schon weiß, was kommen wird, macht es das dennoch nicht weniger schmerzhaft - eher im Gegenteil. Überrascht bin ich tatsächlich auch, wie kurzweilig dieser road trip auch bei der Zweitsichtung ist, und wie schnell die knapp 110 Minuten rum sind… kam mir persönlich auch dieses Mal irgendwie viel kürzer vor. Ich hab’ jetzt ein bisschen mehr darauf geachtet, kann aber immer noch nicht wirklich die von @todaystomorrow eröffnete Perspektive, dass es in „Civil War“ wenn schon nicht primär, dann doch unterschwellig um eine konsequente eigene Positionierung von Reporter:Innen / Kriegs-)Fotograf:Innen / taking sides in puncto „soziale Spaltung“ gehe, nachvollziehen / einnehmen… was ja nicht heissen soll, dass dies nicht eine valide Interpretation des Films wäre, sondern nur, dass es eben nicht meine Wahrnehmung des Ganzen ist, bzw. ich eventuell das auch ein ums andere Mal übersehe. Was mir aber auch gestern wieder aufgefallen ist: Wie grandios der Film fotografiert / montiert ist, und was für eine formidable Glanzleistung / totale Wahnsinns-Vorstellung Kirsten Dunst hier abliefert. Ob der Streifen dann zum Jahresende in meinen Top Ten der besten Filme des (Kino-)Jahres stehen wird, das muss sich erst noch zeigen… aber Eines steht jetzt schon fest: Ein - trotz einiger (dann doch eher zu vernachlässigender) kleinerer Schwächen - absolut sehenswerter und sehr nachdenklich machender Film, der beunruhigend realistisch und unangenehm anschaulich eine mögliche Zukunft zeichnet, deren Eintreten so unwahrscheinlich gar nicht mehr scheint, wenn man sich mal die eine oder andere Äusserung bestimmter U.S.-Politiker:Innen ins Gedächtnis ruft und dann vor Augen führt, wohin so etwas im schlimmsten Falle führen könnte. Denn durch eine Filmkritik zu „Civil War“ in der jungle world bin ich gestern noch auf das hier gestossen - und da wird Einem dann ja doch Angst und Bange, wenn man solcherlei Spiel mit dem Feuer und staatspolitische Zündelei mal konsequent zu Ende denkt. :frowning_face: Aber da müssen wir wohl abwarten, was Donald Trump’s (leider wohl kaum noch zu verhindernde) zweite ( oder auch dritte :wink: ) Amtszeit an kaum ertragbaren Unannehmlichkeiten und Eskalationen so mit sich bringen wird…

So erschreckend das auch sein mag - Eine aktuellere und akutere state of the union adress hat das zeitgenössische Kino derzeit wohl kaum zu bieten. Ob sie aber auch Gehör finden wird…?

May god help us all.

Ach ja - weil ich’s beim review meiner Erstsichtung nicht erwähnt hatte, und wir ja gerade erst das Thema „Soundtrack“ und „Songs im Film“ hatten - „Civil War“ featured gleich zwei hypnotisch-hitzige und pulsierend-pluckernde Songs der alten New Yorker No Wave-Heroen Suicide:

P.S.: Auch wenn ich zwar erst bei der dritten Episode angelangt bin, und mir also noch gar kein abschliessendes Urteil erlauben kann - Stand jetzt ist „Civil War“ in meinen Augen die eigentlich bessere „The Last Of Us“-Verfilmung als die offizielle Serie… :wink:


Reise durch die gespaltene Seele einer Nation, die lichterloh in Flammen steht

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Nur kurz (weil mir momentan einfach die Zeit fürs Schreiben hier fehlt; deshalb auch noch kein Fazit zu den FFF Nights von mir): Du hast mich da nur halb richtig verstanden. Meiner Meinung nach geht’s in CIVIL WAR überhaupt nicht um die Reporter, ihren Job oder ihre Selbstpositionierung. Meiner Meinung nach sind die Reporter-Figuren bloße Symbole, „Stand-ins“ für uns alle da draußen. Und dem Film geht’s (zumindest zu einem gewissen Teil) darum, zu vermitteln, dass es für uns alle keine „Objektivität“, aber auch kein Sich-Raushalten geben kann.

So viel nur ganz grob. Fehlt aber auch noch eine Zweitsichtung.

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Okay, stimmt, jetzt, wo Du’s nochmal reformulierst / präzisierst: Hast recht, da hatte ich in der Tat wohl was überlesen. Sorry for misunderstanding. Na, dann schau’n mer bei der kommenden Drittsichtung halt noch mal - dann aber auf BluRay, und nicht mehr im Kinosessel. :wink: :grin:


:heart:

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Ist mir auch schon aufgefallen :wink: Bin mal gespannt.

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Keine Ahnung, wie’s in anderen Städten so ausschaut, aber hier im heimeligen Hamburg hat der Ticket-Vorverkauf für „Furiosa“ im HH-FFF-Stammkino „Savoy“ bereits am 2. Mai begonnen. Ich hab’ nun eine Karte für die Frühabend-Vorstellung am Samstag, dem 25.05.2024…vorfreu!

Falls jemand hier (so wie ich) vorher gerne noch einmal „Fury Road“ auf der großen Leinwand gesehen hätte - da muss ich Euch leider enttäuschen. Laut Savoy-Chef Gary Rohweder, der am Mittwoch nachmittag bei „Civil War“ höchstpersönlich den Einlass gemacht hat, ist Millers das Action-Kino transformierendes 2015er-high-octane master piece zur Zeit und auch noch bis den Sommer hinein für erneute Kino-Wiederaufführungen geblockt (vermutlich wieder mal so ein besch…eidener Exklusiv-Deal mit irgendeinem blöden Streaming-Dienst). :rage: Ihr werdet Euch also für eine Gedächtnis- und Retina-Auffrischung / filmische Rückkehr ins postapokalyptische australische wasteland mit einer Heimkino-Sichtung begnügen müssen…

Sehr schönes Aussie-TV-Show-Interview mit Miller, Taylor-Joy und Hemsworth:

Best quote (by Hemsworth): "The Americans have „Star Wars“, the Brits have „Harry Potter“, and we ( = the Aussies) have „Mad Max“ ! :smile:

… und wenn ich’s richtig verstanden habe, hat Miller (wie bei „Fury Road: Black And Chrome“) auch dieses Mal wohl wieder eine black and white-Version des Streifens in petto… sehen will !!! :heart_eyes:

Als klitzekleine Mini-Zugabe hier noch ein ganzer Schwung neuer U.S.-TV-spots mit jeder Menge bereits bekannter Szenen, aber auch ein paar neuen Filmschnipseln (be aware of minor spoilers):

Edit-To-Add: Kurzer Bericht von der Filmpremiere in Australien:

:open_mouth: @ Taylor-Joys wardrobe („She had to arrive standing up, because she obviously couldn’t sit down!“ :crazy_face: :laughing: … naja, es is’ Paco Rabanne, whatcha gonna say?), :heart: @ Hemsworth’s Kids

„I still don’t have my actual driver’s licence!“ (Taylor-Joy) :smile:

„Some of Dementus’ gang are played by real-life ex prisoners and you ( = Miller) have given them a chance on this movie!“ (Angela Bishop) :+1: :heart:

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Gibt’s jetzt hier:

:wink:

Falls es wen interessiert: das Mädel, das die junge Furiosa spielt, ist Charlotte aus Sting. :spider::spider:

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Dann zieh ich mal nach :wink:

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Zweimal Horror, zweimal Action, viermal eigentlich nicht der Rede wert und trotzdem reviewt:

V/H/S/85
https://www.ofdb.de/film/372857,918900,VHS85/review/

YOU’LL NEVER FIND ME
https://www.ofdb.de/film/372846,926591,You’ll-Never-Find-Me/review/

THE EQUALIZER 3
https://www.ofdb.de/film/371037,923741,The-Equalizer-3-The-Final-Chapter/review/

THE FALL GUY
https://www.ofdb.de/film/373439,926590,The-Fall-Guy/review/

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War für mich einer der gruseligsten, verstörendsten und „besten“ Horrorfilme (Anthologien) der letzten Jahre. Hat mich mehr beeindruckt als „Late Night with the Devil“.

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Unlocked and Decoded

„Mars Express“ ( Jérémie Périn / 2023 / Kino (DCP) / deutschsprachige Synchro / Erstsichtung)

Letztes Jahr wegen zeitlich ungünstiger Programmierung auf dem FFF verpasst, nun endlich mal nachgeholt… und was soll ich hier noch großartig schreiben, das nicht schon im letzten Herbst im „FFF 2023“-thread oder den Film-reviews erwähnt wurde? Der war ja tatsächlich mal so richtig klasse - eine wunderbar detailreich erzählte und liebevoll gezeichnete Cyberpunk-A.I.-Neo Noir-Dystopie mit Allem, was halt so dazu gehört! Und auch, wenn der Streifen seine obligaten und immer offensichtlichen filmischen und literarischen Vorbilder - Allen voran Shirows und Oshiis „Ghost in The Shell“, „Blade Runner“ und „I, Robot“, aber auch die french Sci-Fi-comic strips von Jean Giraud (a.k.a. Moebius) und „Metal Hurlant“ sowie William Gibson, Isaac Asimov und Philip K. Dick - dann doch sehr offensichtlich zitiert und vor sich herträgt, so schafft er es letztlich dann doch, bei aller augenfälligen Erkennbarkeit der Einflüsse etwas sehr Eigenes daraus zu machen. Denn „Mars Express“ geht hier durchaus noch einige Schritte weiter als viele andere humans VS. technology / Artificial Intelligence-Zukunfts-Entwürfe, indem er die Linien, was denn nun genau das Eine und was das Andere ist, soweit verschwimmen lässt, dass am Ende nur noch die Farbe des jeweiligen „Blutes“ (und endeffektiv auch noch nicht einmal diese zu 100%) Aufschluss darüber geben können, wer vom handelnden Personal hier eigentlich noch wirklich „organisch-menschlich“ ist und wer eine künstlich-technologische Lebensform darstellt. Was zusätzlich noch durch die Einführung diverser neuer Kategorien von life as we never knew it verkompliziert wird - zu nennen wären hier die seltsamen „organics“, bizarre zellklumpenhafte Wesenheiten, die nur in Stasiszylindern existieren können, technologische Eins-zu-Eins-Duplikate von „echten“ Menschen, und die so-called „Back Ups“ - bloße Roboterkörper, welche die „Seelen“ / Persönlichkeiten und Erinnerungen von längst Verstorbenen beherbergen. Dass da so manch Eine:r dann irgendwann nicht mehr wirklich durchsteigt, ist aber zum Einen nicht nur nicht weiter wild, weil dem Filmgenuss nicht wirklich abträglich, sondern zum Anderen auch vom Narrativ her genauso gewollt. Und ja, auch der recht abrupte, Masamune Shirows 1995er-Anime-Klassiker zitierende Einstieg in den Streifen sowie die eingangs fast völlig fehlende und sich dann erst im weiteren Filmverlauf nur ganz allmählich aufdröselnde Exposition machen das volle Verständnis der surreal-grotesken Zukunftswelt voller Amok laufender Droid:Innen, corporation cyber hacks, virtual reality workplaces wie den abstrus anmutenden brain farms und der seltsamen Beziehung des ungleichen, abgebrüht-abgefuckten Ermittler:Innen-Duos, bestehend aus der humanoiden hard boiled-Privatschnüfflerin mit Alkoholproblem und dem robotic body-Sidekick mit domestic violence-Vergangenheit nicht gerade einfach. Dennoch lohnt diese fucked future-Fantasie nicht nur wegen ihrer opulenten Optik (vor Allem die tollen Landschafts-Totalen, weiten Ausblicke über Megalopolis-Sprawls, avantgardistisch designete Gebäudekomplexe und in die Marsfelsen hinein gebauter, höhlenartige Kolonialist:Innen-Behausungen, aber auch die an Kubricks „2001 - A Space Odyssey“ gemahnenden, majestätisch weitgreifenden outer space shots sind einfach nur breath-takingly beautiful), sondern vor Allem und gerade auch wegen ihrer kompakten, dafür aber dennoch komplexen, und straight forward geschilderten, aber nie simplen Story. Wo Filme wie „Ghost In The Shell“ und „Blade Runner“ mehr in die Tiefe gehen, geht „Mars Express“ dann eher in die Breite. Was dann doch etwas schade ist, ist seine zu kurze Laufzeit von gerade mal knapp 90 Minuten. Da hätten von mir aus gerne noch 'ne halbe Stunde bis 50 Minuten drauf gepackt werden können. So werden viele interessante Aspekte eher nur kurz angerissen denn abschließend befriedigend ausformuliert (der ganze Themenkomplex mit den weirden „Organics“ beispielsweise, die Frage nach dem freien Willen / Existenzrecht der Robots, der Umgang mit den „Fleisch-und-Blut-Vorleben“ der back ups, etc. pp.). Trotzdem ein faszinierend-facettenreiches Sci-Fi-Universum voller schillernd-obskurer Charaktere, fremdartig-verstörender Wesenheiten und betörend-bereichernder Perspektiven. Fucked up future frenchy style! Gerne mehr davon.

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Sieht man mal davon ab, dass kaum jemand dringend auf einen neuen Planet der Affen-Film gewartet hat, ist dieser mit ein paar Abstrichen richtig sehenswert geworden:

KINGDOM OF THE PLANET OF THE APES
https://www.ofdb.de/film/379249,927258,Planet-der-Affen-New-Kingdom/review/

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Schön, eine gegenteilige Meinung zu lesen. Ich fand den furchtbar. Script teilweise nicht vorhanden, sehr unterschiedliche Qualität der CGI Szenen, die weibliche Hauptdarstellerin so emotional wie ein Baumstamm, viel zu lang und alle Charaktere wie Abziehbilder. Ich war froh, als der Abspann begann. Wirklich keine Empfehlung von meiner Seite. Bin aber mit Sicherheit in der Minderheit, wenn man auf RT oder Letterboxd schaut.

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Do Robots Dream Of Canine Friends?

„Robot Dreams“ ( Pablo Berger / 2023 / Kino (DCP) / dialoglose Originalfassung / Erstsichtung)

Nach „Mars Express“ am Freitag nachmittag war heute mittag die Animations-Verfilmung eines gleichnamigen Comics von Sara Varon nun schon die zweite FFF23-Bildungslücke, welche ich an diesem Wochenende schliessen konnte… und auch die bittersüss-melancholische Tragikomödie um einen hündischen Single im New York City der 1980er, der die Schnauze mehr als voll hat vom immergleichen allabendlichen TV tray-Fertigfraß und genug davon hat, beim „Pong“-Spielen ständig gegen sich selbst zu verlieren, und darob beschliesst, sich einen Robo-BF(not)F als do it yourself-Fertigbausatz im IKEA-Style (klar, dass dabei - wie beim schwedischen Möbelhaus-Vorbild ja auch immer - eine ganze Handvoll Schrauben und Muttern übrigbleibt) per mailorder zuzulegen, kann ebenso wie das französische Neo-Noir-Cyberpunk-Sci-Fi-Abenteuer sowohl vom Zeichenstil als auch von der Narration her auf ganzer Linie überzeugen. Die Geschichte um die anfangs zwei unzertrennlichen neuen besten Freunde, welche die grausamen Zufälle des Lebens unversehens auseinander reißen, und die damit dann jeder auf seine je eigene Weise hadern und weiterleben müssen, ist als charmant-detailierte Liebeserklärung an die urbane Großstadtkultur im New York des ausklingenden letzten Jahrhunderts überaus gelungen im Stil eines quirlig-bunten Bilderreigens einer fast wimmelbildhaft überquellenden postmodernen popkulturellen Zitatensammlung inszeniert - und das Alles unterlegt mit einem sanft swingenden, treibend-trommelnden Jazz-Soundtrack, der darüber hinaus noch mit allerlei zeitgenössischen Pop-, Rap- und Punk-Songs gespickt ist…allen voran Earth, Wind & Fire’s groovende Disco-Funk-Nummer „September“, die hier quasi als good mood-Leit-Thema dient. „Robot Dreams“ kommt dabei vollständig ohne gesprochene Dialoge aus (der zugrunde liegende Comic dann wohl auch ohne Sprechblasen), und schafft es dennoch, oder vielleicht auch gerade deshalb, ein Maximum an Empathie und Emotionen zu vermitteln. Denn Worte sind im Grunde genommen für das, was der Film zu sagen hat, auch gar nicht nötig. Auch viele kleine running gags (wie beispielsweise immer wieder neu auftretende Schwierigkeiten beim Versuch, eine Tüte Cheetos zu öffnen) lockern zwischendurch immer wieder die mal trist-traurige, mal heiter-beschwingte Haupthandlung auf. Von den filmischen Referenzen her haben mir am Meisten der psychedelisch-panoptische, an alte Esther Williams-Synchronschwimm-Wasserballet-Sequenzen erinnernde „Wizard Of Oz“-Gänseblümchen-Tanzreigen gefallen, dann auch die „The Big Lebowski“-Hommage mit dem Schneemann, der seinen eigenen Kopf als Bowlingkugel hernimmt, und als es dann in Chinatown in den Trödelladen aus Joe Dantes „Gremlins“ ging, hab’ ich laut auflachen müssen. Aber auch viele andere Traum- und Real-Szenen, in denen von den beiden getrennten former best buddies neue und andere Formen von Freundschaft und Beziehung antizipiert und ausprobiert werden, sind einfach nur unbelievably charming und liebevoll - das Flugtraining mit der Vogelfamilie beispielsweise. Und wenn ganz am Ende dann beide Protagonisten - aller schmerzlich-süssen Erinnerung zum Trotz - the need to move on akzeptieren, dann ist es ja eigentlich auch egal, ob man jetzt aus Trauer über im Laufe der Zeit verloren gegangene Freundschaften, oder aber aus lauter Glück über das Sich-wieder-ins-Gedächtnis-Rufen unvergesslich-wunderbarer Momente weint. Vermutlich ein bisschen wegen Beidem. Wer aus „Robot Dreams“ jedenfalls nicht mit einem sanften Lächeln im Gesicht und ein klein bisschen Weltschmerz im Herzen rausgeht, die:der hat wahrscheinlich noch nie im Leben eine:n richtige:n Freund:in gehabt. Und sollte am Besten schleunigst was daran ändern. Ob nun mit oder ohne Robo-Selbst-Bausatz.

P.S.: War ja klar, dass der hier in einem spanischen Film, welcher Anfang der 1980er Jahre spielt, nicht fehlen durfte… :wink: :smile:

P.P.S.: Ein klitzekleines bisschen Krittelei hab’ ich dann aber doch noch - das Prinzip „Lohnarbeit“ scheint in der Welt von „Robot Dreams“ im Allgemeinen und auch im Leben von „Dog Varon“ im Speziellen tatsächlich so gut wie gar nicht zu existieren. Wie auch überhaupt die gesellschaftliche Phase des Spätkapitalismus nur mehr an den vielgestaltigen Auswüchsen ihrer Warenförmigkeit und ausufernden Marken-Produktion erkennbar ist. Man fragt sich so manches Mal dann ja doch, wie Dog seinen Großstadt-Alltag so verbringt und wie sein Leben generell so strukturiert ist. Aber nun gut, lassen wir diese albern-kleinkarierten Niggeligkeiten vorerst auf sich beruhen.

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Alex Filmtip - „FALL“, 2022, von Scott Mann.

ZDF, 22:15 Uhr, Montag, 13. Mai.

Was hier mit einem unglaublichen Minimalbudget von lächerlichen US$ 3 Millionen geschaffen wurde, ist für mich einer der spannendsten, besten und genialsten „low budget“ Thriller (der sich so gar nicht nach LOW budget anfühlt!) der letzten Jahre.

Ich habe in den letzten 40 Jahren wirklich schon alles gesehen, aber bei diesem Film musste selbst ich manchmal WEGSEHEN. Du hälst Dich im wahrsten Sinne des Wortes am Sessel fest, krallst Dich in Deine Couch, weil Du Angst hast zusammen mit den Protagonistinnen (großartig gespielt von Virginia Gardner und Becky Connor) in die Tiefe zu stürzen. Irrsinnig und nur für sehr starke Nerven. Ein beeindruckendes Meisterwerk des Genres.

Man muss wahrscheinlich auch gar nicht, so wie ich, an Höhenangst leiden, um bei diesem Film sein Hemd durchzuschwitzen und sich seine Nägel abzubeißen. „Fall“ ist Angstkino vom Allerbesten, mit unglaublichen Ideen und Kameraeinstellungen, bei denen einem das Herz in die Hose zu rutschen droht.

Der „Weiße Hai“ der Akrophobiker, der „Psycho“ für Agoraphobiker. Ein unfassbar intensives, wirklich beängstigendes, fieses Stück Thrillerkino. Unbedingt ansehen. Mehr geht nicht.

ps : Und mit Jeffrey Dean Morgan in einer Nebenrolle. Wie cool ist das denn!

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Der ist wirklich sehr gut - siehe auch mein review von Ende Dezember 2022 (<-- Link / Klick’ mich!). Ich hätte den ja nur allzu gerne im Kino gesehen - da hätte er sicher nochmal um Einiges krasser gewirkt. Aber auch so schon ein beklemmender Sog von heftigem Höhenschwindel und atemloser Absturz-Angst. Allen Film-Purist:Innen würde ich allerdings dringendst die Sichtung des unzensierten und unbearbeiteten Director’s Cut empfehlen (zu finden auf der U.K.-BluRay). Die genauen Gründe dafür und Näheres dazu siehe obigen Link zu meinem damaligen review.

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Echt jetzt ? Wow. Was ist da besser oder anders ? Ich LIEBE den Film.

Ich bin mal so frei und zitiere mich mal eben selbst (kannste aber eigentlich auch in meinem oben verlinkten review finden - steht da ganz am Ende):

„[…] Nur bei der Höhe des towers mussten CGI aushelfen, ach ja, und wie sich dem ebenfalls empfehlenswerten „Making Of“ entnehmen lässt, leider auch bei der virtuellen Nachbearbeitung der Mundbewegungen der main actresses, die bei den teils improvisierten Drehs ein wenig zu sehr mit „f words“ um sich warfen. Da Nachdrehs weder logistisch noch finanziell drin waren, musste halt so per CGI Lip synch nachge"bessert“ werden, um doch noch das begehrte PG-13 rating ergattern zu können. Den Film-Puristen in mir schmerzt so etwas schon sehr […]"

Diese CGI-Lippen-Bewegungen haste halt im Director’s Cut nicht - der ist nämlich unzensiert, das heisst, da sind auch alle four letter F-words etc. pp. drin, weshalb da keine CGI über die „echten“ Lippen drüber gelegt werden mussten. Außerdem sind auch ein, zwei Szenen etwas länger. Hab’ mir damals extra nochmal die U.K.-Blu Ray geordert, weil da beide Fassungen drauf sind.

Edit: Siehe dazu auch einige News-Artikel auf Schnittberichte: Einmal hier zum Vubbing bei „Fall“ überhaupt, und auch hier zur zensierten deutschen Veröffentlichung. Ach ja, und hier wird das per A.I. durchgeführte Vubbing (schräges Wort, irgendwie - aber ist ja auch 'ne schräge Sache, irgendwo) auch nochmal genauer problematisiert. Für mich eigentlich ein absolutes no-go.

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